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Mittwoch, 24. Dezember 2025

Beate Maly : "Mord im Stadtpalais"

Beate Maly :
"Mord im Stadtpalais" - ein Weihnachtskrimi
2025, Emons Verlag
2016 Seiten + 2 Seiten Nachwort + Leseprobe "Mord in der Wiener Werkstätte"
ISBN 978-3-7408-2051-0

Mila Sokol aus einer kinderreichen Familie in Böhmen nach Wien abgeschoben, hat es geschafft als geniale Köchin einen guten Arbeitsplatz in einem Stadtpalais im Herzen Wiens zu haben. Die Arbeitgeber erwarten die Familien für den ganzen Advent - und so kommen zu dem Ehepaar, und der unverheirateten Tochter, der Sohn mit Familie, die gerade schwangere andere Tochter, und die Schwestern des Gastgebers, sowie der Verlobte der Tochter und der Familienarzt.
Bereits am ersten Abend gibt es einen Toten, und der gemütliche und Essen genießende Kommissar Felix Zack sieht Familie und alle Mitarbeiter im Haus kennen, und muß sich der Frage ob die zuckerfreien Marillentascherln oder Powidltascherln mit Gift versetzt waren stellen.
Kommissar Zack bekommt Hilfe nicht nur von Mila, sondern auch von einem liebevollen freundlichen Streuner, der sich den Rang eines Polizeihunds erarbeitet.
Mitraten nach dem Mörder ist möglich.

Ort der Handlung ist Wien im Dezember 1906.

Die Menschen sind gut vorstellbar geschildert inklusive ihrer Probleme. Mila Sokol ist als neue in dem Palais mit einigen Gepflogenheiten dort sehr gefordert; es geht unter die Haut, daß sie trotz verletztem Bein arbeiten muß, weil es für verletzte Dienstboten keinen Kündigungsschutz gibt.
Die Sympathien liegen bei Mila, der unverheirateten Tochter, und Felix Zack.

Der Grund des Mordes ist ein klassischer.
Liebensgeschichten gibt es auch.

Ich habe diesen "Cosy Crime" im verschneiten Advent in Wien mit vielen guten Süßigkeiten mit Vergnügen lesen. Viel Spaß !

Biographie siehe Beate Maly "Tod an der Wien".

Donnerstag, 18. April 2024

Thomas Bernhard : "Alte Meister"

Thomas Bernhard :
"Alte Meister"
Komödie
1988, Suhrkamp Taschenbuch 1553
304 Seiten
ISBN 3-518-38053-2

Die ich-person, Herr Atzbacher, wird von einem alten Freund ins Wiener Kunsthistorische Museum in den Bardenone saal vor Tizians "Mann mit dem weißen Bart" verabredet. Atzbacher kommt bereits eine Stunde früher, beobachtet diesen Freund Herrn Reger und einen langjährigen Aufpasser im Museum Herrn Irrsegler und räisoniert über alte Meister, schlechte Komponisten, russischen touristengruppen mit ukrainischen Reiseführerinnen, und viele andere was schlecht ist wie die Mode, die Politiker, und alte Meister, wenn man sie sich zu lange ansieht oder zu lange mit deren Werken beschäftigt.
Seitenweise wird räsoniert; am Schluß geht es dann kurz darum, daß eine zweite Opernkarte zu haben ist, für eine - wie zu erwarten - schlechte Vorstellung.

Die drei wichtigen Figuren in dem Roman sind : die Ich-Person Atzbacher die es sich leisten kann sowohl Philosoph als auch Schriftsteller zu sein ohne publizieren zu müssen.
Herr Reger wird breiter Platz gegeben - er hat Vermögen, publiziert über Kunst eine Kolumne in der New York Times und hatte das Glück eine Frau zu finden, die ähnlich wie er dachte und lebte. Herr Reger hat sehr bestimmte, meist ablehnende Meinungen über Tizian, Goethe, Gustav Mahler, v.a. Stifter. Interessant ist der Ansatz, daß alles auch wenn es genial sein mag, nach längerer Beschäftigung Fehler offenbart und nur wenige geniale Künstler dieser Auseinandersetzung stand halten.
Herr Irrsigler, der die Meinungen von Herrn Reger angenommen hat, und eine Familie im Burgenland hat, mit der Herr Reger möglichst nichts zu tun haben möchte.

Da ich den Stil von Thomas Bernhard mag, habe ich das Buch sehr genossen, auch wenn es mir mit der Vernichtung von Meistern manchmal zu negativ war. In Summe aber, halte ich dieses Buch für sehr gelungen und empfehlenswert. Viel Freude beim Sprache genießen !

Donnerstag, 14. Dezember 2023

Andrea Stift-Laube : "Schiff oder Schornstein"

Andrea Stift-Laube :
"Schiff oder Schornstein"
Roman
2019, Kremayr & Scheriau
180 Seiten + 1 Seite Dank + Lesebändchen
ISBN 978-3-218-01154-9

Franziska ist die ältere Schwester von Ilia, und aktive Umweltschützerin; sie macht bei Aktionen auf Schornsteinen und Schiffen mit bei denen auf den Klimawandelt aufmerksam gemacht werden soll.
Ila ist die jüngere Schwester, der die Umwelt auch wichtig ist. Die macht aber bei kleinen Gruppen mit, die Tiere pflegen, ist Vegetarierin. Sie bewundert ihre Schwester, traut sich aber deren Leben nicht zu. Sie sucht ihre verschwundene Schwester.
Konstantin ist verliebt in Franziska und würde alles für sie tun. Er geht mit ihr Hühner als Legebatterien befreien, bleibt nach ihrem Weggehen am Hof mit vielen Obstbäumen leben. 

Franziska bleibt verschwunden.
Ila beginnt mit Konstantin eine Kunst-Installation um auf den Klimawandel hinzuweisen, und baut eine Fake-website mit Katzenfleisch auf. Der erwartete Shit.storm kommt, ohne auf den Klimawandel hinzuweisen.

Konstantin kippt in den Kapitalismus, Ila hilft einer netten älteren Dame die zu viele Tiere beherbergt.

Die Geschichte ist entweder aus Sicht von Ila oder Konstantin in Ich-Form geschrieben. Beide zweifeln an dem was sie tun, aber während Ila langsam ihre weg findet, driftet Konstantin weiterhin unglücklich verliebt herum.

Das Thema Klimawandel, Sorge um die Umwelt wird thematisiert. Es geht entweder um die großen Umweltsünder oder vegetarisches/'veganes Leben.
Die ältere Dame mit ihren Tieren, die aber nicht vegetarisch lebt, ist hier eine Mischung aus beiden Positionen.

Orte der Handlung sind irgendwo in Österreich, ohne konkrete Ortsnennung mit Stadt und Land.

Die Sätze sind kurz, teilweise als ob sie gesprochen wären. 

Das Thema Katze zieht sich durch das Buch, da Ila durch ihre Katze Lucky  zur Umwelt findet, und ihre Entscheidungen beeinflußt.

Am Cover ist ein schwarzer Katzenkopf abgebildet.

Der Roman ist gut geschrieben, wollte aber daß ich ihn bewußt lese, und nicht beim Lesen einfach überflogen werden.

Andrea Stift-Laube wurde am 16. Jänner 1976 in der Südsteiermark (Österreich) geboren. Sie studierte Germanistik und Sprachwissenschaft und ist Schriftstellerin und Herausgeberin einer Zeitschrift. Ihre erste schriftstellerische Veröffentlichung war 2007 "Reben" (Erzählungen).

Donnerstag, 30. November 2023

Karl Rittner : "Die Toten von Wien"

Karl Rittner :
"Die Toten von Wien" - ein Fall für Alexander Baran
2023, Goldmann Verlag
13 Seiten Prolog + 400 Seiten + 3 Seiten Danksagung
ISBN 978-3-442-49090-5

Im Prolog wird von der kurzen aber glücklichen Ehe zwischen Szonja und Anton Graf von Waldstetten, die zeitgleich mit dem Jagdbesuch des Kronprinzen vor dem ersten Weltkrieg endet, und einem Fluch erzählt.

1922 in Wien, ist Alexander Baran, eigentlich Sandor von Barany, Kriminalbeamter, der immer noch nach seiner vermissten Schwester Szonja sucht; ihm zur Seite steht Bezirksinspector Florian Meisel.
Eine Balletttänzerin wird ermordet gefunden, ein pensionierter Hofrat vor die Straßenbahn gestossen, ein Student (der sich als Dieb entpuppt) verhaftet, eine weitere Balletttänzerin ermordet .
Eine junge Anwältin, Frau Eleonore Wertheim, vertritt zuerst den Studenten, hilft Baran dann weiter. Ein ehemaliger Graf, Otto Schöntan, hat ein Unterhaltungsetablissement mit Tänzerinnen. Pathologe Alfred Bernstein mit seiner Kartenspielrunde u.a. mit dem Schriftsteller Hugo Bettauer, den Herausgebern Robert Sticker und Arthur Freud, bringt Baran auf richtige und falsche Spuren; und wird ebenfalls als Wissender ermordet. Ein mysteriöser Mann mit blauen, sehr kalten Augen aber sonst wenig  Wiedererkennungsmerkmalen, entpuppt sich als Strippenzieher, da er als Kind nicht so umsorgt worden war wie sein Zwillingsbruder. 
Hintergrund war auch eine politische Verschwörung und ein Zusammenhang mit Geheimpolizei gewesen.
Letztendlich kann Baran auch die Sache mit seiner verschwundenen Schwester lösen, und einen unguten Vorgesetzten dank eines Fehlers loswerden.

Der Kriminalroman ist sehr gut geschrieben. Wien damals ist nachvollziehbar, mit seinen reichen Villen, aber auch armen Gegenden im zweiten Bezirk und elendsarmen, menschenunwürdigen Zuständen in Baracken. Der Ausdruck "Grabennymphen" für käufliche Frauen war mir bis dato nicht bekannt gewesen.

An Wiener Örtlichkeiten gibt es die Wiener Staatsoper, die American Bar (auch: Loos Bar genannt), den Wiener Wurschtl-prater mit Rotunde, Café Siller (wurde 1945 zerbombt), Martinkirche im 18. Bezirk, Villen in Dornbach, Sechs-Schimmel-hof im 8. Bezirk, Chatham-Bar in 1. Bezirk (jetzt Café Hawelka), ehemaliges Kriegsspital im 19 Bezirk aus dem Wohnbaracken gemacht wurden; Gasthaus "zur güldenen Waldschnepfe" in Dornbach, das es als Lokal allerdings mit anderem Namen immer noch gibt.

Die Persönlichkeiten sind greifbar geschildert, auch wie eigentlich alle sehr daran arbeiten müssen in diesen Zeiten über die Runden zu kommen und die Einsamkeit zu bewältigen.

In Summe ein sehr guter Kriminalroman, der spannend ist.

Karl Rittner ist das Pseudonym eines österreichischen Schriftstellers und Hochschulprofessors. Er wurde 1960 im Land Salzburg geboren, und lebt zur Zeitpunkt der Buchveröffentlichung in Wien.

                      

Freitag, 30. Juni 2023

Ivo Andric : "Wesire und Konsuln"


Ivo Andric :
"Wesire und Konsuln"
Roman
original "Travnicka hronika"; 1945 fertig geschrieben
The Ivo Andric foundation, Beograd, Serbia
Deutsch von Hans Thurn, überarbeitet von Katharina Wolf-Grießhaber
2016, Paul Zsolnay Verlag (erstmals 1961 auf deutsch)
5 Seiten Prolog + 622 Seiten + 3 Seiten Epilog aus 1942 + 4 Seiten Verzeichnis fremder Ausdrücke + 12 Seiten Nachwort von Karl-Markus Gauß
ISBN 978-3-552-05802-6

Jean Daville wird 1806 unter Napoleon in die Stadt Tavnik gesetzt. Dort ist er der erste französische Konsul, der erste Konsul überhaupt, der sich in diesem Ort mit den örtlichen Gegebenheiten, dem dortigen Sultan, den dortigen Begs, Menschen mit vier verschiedenen Religionen, und vielen Stämmen auseinander setzten muß.
Zur Unterstützung ist ihm als Kanzler des Fossés zugeteilt, der weltoffen und vertrauensselig durch die Stadt und Gegend reitet und versucht in Kontakt mit den Menschen vor Ort zu kommen.
César d'Avenat ist als Übersetzter zuteilt und ein intriganter Mensch.

Viel später entsendet auch Kaiser Franz aus Österreich seinen Botschafter nach Travnik. Oberst Joseph von Mitterer hat auch Familie, allerdings keine so unterstützende, sondern eher kapriziöse.
Ihm zur Seite steht als Dolmetscher und Büroangestellter Nikola Rotta, ein Mensch aus einfachsten Verhältnissen, der es mit Arbeit und Strebsamkeit geschafft hat, die Karriereleiter so weit zu erreichen; als mißmutischer und hochmütiger Mensch hat er es nicht einfach. 
1811 kommt ein neuer Konsul - der gutaussehende, perfekte aber kalte Oberstleutnant von Paulich.

Nach der Niederlage Napoleons und den Verhandlungen im Wiener Kongreß 1815 werden beide Konsulate aufgelöst, und die Region lebt ihr gewohntes Leben weiter.

Den Botschaftern aus Frankreich und Österreich steht der lokale Wesir gegenüber, der meist zur Strafe nach Travnik entsandt wird. Diese Botschafter sind menschlich komplett unterschiedlich. Während  Mechmed-Pascha ein betont joviale Oberfläche hat unter der er bedenkenlos Menschen beseitigt, ist der Ibrahim-Pascha ein nachdenklicher Mensch der seine großen Schmerzen beim Bewegen verbirgt und loyal zu seinem ehemaligen Herrn, Selim III, mit dem er auch untergehen wird. Der dritte Wesir Ali-Pascha ist ein Mann des Militärs, der sofort Leute einer Liste folgend enthaupten läßt

Der Roman ist grandios geschrieben. Sowohl die Landschaft mit langem dunklen Winter, aber schönen Periode in Frühling-Sommer-kurzen Herbst, der das Gärtnern erlaubt sind spürbar beschrieben.
Auch die unterschiedlichen Menschen in der Stadt mit vier unterschiedlichen Religionen, mehreren Stämmen, allen Schichten von besoffenem Sänger bis quasi Arzt, die Agas und Alteingesessenen.
Selbst die Fratres sind unterschiedlich und variantenreich gezeichnet.

Viel Zeit ist für die Beschreibungen der Persönlichkeiten aufgewandt. Sie sind nicht nur körperlich beschreiben, sondern in ihrem Wandel und wie sie versuchen sich an die vielen Ungemütlichkeiten und Mühsale vor Ort anzupassen. 

Bei diesem Buch war ich gefordert jede Zeile bewußt zu lesen; einen Absatz einfach quer zu lesen, ging für mich beim Lesen nicht. Es zahlt sich für mich aus Zeit beim Lesen dieses Buches aufzuwenden.

In Summe ist das Buch nicht nur geschichtlich wichtig, da es Verständnis für die aktuellen Probleme dieser Region bringt, sondern auch für mich grandios geschrieben. Viel Freude beim Lesen !

Sonntag, 30. Oktober 2022

Thomas Bernhard : "Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mir essen"

Thomas Bernhard :
"Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen"
Drei Dramolette (1986/1986/1987)
1990, Suhrkamp Verlag Frankfurt
72 Seiten
ISBN 3-518-38722-7

Dramolett 1 : 'Claus Peymann verläßt Bochum und geht als Burgtheaterdirektor nach Wien'
Claus Peymann ist beim Kofferpacken bzw gibt Anleitungen an seine Sekretärin was und wie alles in den Koffer zu packen sei. Hier sind Stücke und Menschen durcheinander gemischt, Zeitgenössisches und Abgelaufenes, Politiker bis Kritiker, wohlwollende wie kritische Menschen.
Manches ist humorvoll, manches zynisch; in Summe tut mir die Sekretärin bei dem launischen Chef leid.

Dramolett 2 : 'Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen'
Claus Peymann kauft sich eine italienische teure Hose in Wien in einer der teuersten Einkaufsstraßen Wiens, und plaudert mit dem Ich / Thomas Bernhard darüber. Dann raisoniert Peymann darüber, daß man als Burgtheaterdirektor stark genug sein muß, die alte Hose selbst zu tragen, daß er das Theater liebt, daß er gerne in ein Geschäft gehen würde um sich einen neuen Kopf zu kaufen, und daß er sich vom Ich ein echte Welt-ekel-Stück wünscht. Am Schluß sitzen beide vor Tafelspitz mit Beilagen.

Ich habe zwei faszinierende Wörter kennen gelernt : 'Kleiderhausprobierzellenschlag' - hier geht es darum, daß man beim probieren von Kleidung im Kaufhaus einen schlaganfall erleiden könnte;
und 'Andernaseherumführer', das mich sehr zum Schmunzeln brachte.

Dramolett 3 : 'Claus Peymann und Hermann Beil auf der Sulzwiese'
Beide haben kaltes Schnitzel eingepackt und schauen auf Wien. Peymann erzählt von einer Idee den "Sturm" und am liebsten alle Shakespeare stücke auf einmal aufführen zu lassen. Dann erzählen sie sich gegenseitig von ihren Albträumen, die bei Beil voll mit Theater und bei Peymann voll mit Politikern sind.

In Summe schöne kleine böse Dramolette in denen die Politiker schlechte Kritik erhalten, und nur das Theater wichtig ist.

Samstag, 21. August 2021

Ines Eberl : "Blunzengröstel"

Ines Eberl :
"Blunzengröstel" - kulinarischer Alpenkrimi
2015, Emons Verlag
200 Seiten Roman inklusive Kochrezepte + 1 Seite Nachwort
ISBN 978-3-95451-547-9

Mark Vanlathen, ehemaliger Koch und jetzt Autor von Kochbüchern, fährt von der Nordsee nach Altausee um einen alten Freund und Koch zu besuchen; findet dort nur seine Witwe Olga, deren Sohn und eine junge Frau Melusine vor, sie sich als Tochter des Hauses entpuppt. Mark hört verschiedene Geschichten wie Anton um gekommen sein soll, fragt nach, hört daß das Haus sollte als Restaurant und Hotel umgebaut werden sollte, trifft einen ehemaligen Kollegen der ein sehr gutes Restaurant führt und kennt sich nicht mehr aus ob ihm die rothaarige bildhübsche Witwe nicht mehr als ihm gut tut gefällt. Ein Versicherungsmakler kommt ums Leben, Mark verletzt sich und verträgt Medikamente nicht und Mark entdeckt ein eigenartiges Video. Im  Showdown kann Mark sein Leben retten, und ein geübter Mörder wird gestellt.

Ort der Handlung sind großteils Altausee, eine alte Villa, ein See, ein klappriger Seezugang, und ein exzellentes Restaurant.

Die Geschichte ist aus Sicht von Mark in Ich.sicht erzählt - und am Ende jeden Kapitels wird ein Rezept erzählt, das manchmal sehr einfach nachzukochen ist, manchmal auch komplizierter.
Mark ist großteils des Buches von der Witwe und deren Lächeln faszininiert, und von deren rundlichen, handfesten Stieftochter abgestossen. Sein ehemaliger Koch-Kollege wird etwas schmierig beschrieben.

Der Roman ist durchaus spannend, aber es stellte sich bei mir kein gemütliches Krimilesegefühl ein, was sowohl an der Beschreibung sehr eigenartigen Essens liegt als auch daß ich mit den Personen nicht warm wurde. Mitraten des Who-dunnit ist möglich.

Sonntag, 21. März 2021

Georg Koytek & Lizl Stein : "Wien kann sehr kalt sein"

Georg Koytek & Lizl Stein :
"Wien kann sehr kalt sein" - Kriminalroman
2015, btb Verlag, München
472 Seiten
ISBN 978-3-442-74996-6

Paula Kisch, Kommissarin in Wien und Mutter einer unehelichen Tochter, wird zu einem toten, sehr bekannten Schauspieler ins Burgtheater kommandiert. Sie vermutet Mord, was nicht sein darf, und schleust ihren ehemaligen Kollegen Oberinspektor Conrad Orsini als Komparse bei einer aufwendigen "Hamlet"-Produktion ein. Er beobachtet in der Kantine, plaudert mit dem Cheftonmeister und wird aus dem Chef der Theaterfeuerwehr nicht schlau. Während die Proben mit der neuen Besetzung für die Schauspieler und die Komparsen immer anstrengender werden, geschehen noch zwei Morde. Orsini kann einen weiteren Mord verhindern, entdeckt den untypischen Grund der Morde.
Einer kleiner theaterinterner Drogenschmuggel wird nebenbei entdeckt, bleibt aber ohne große Folgen.  

Einerseits ist der Kriminalroman mit seinem Geschehen im Theater mit den intensiven Proben und den Eifersüchteleien zwischen den kreativen Menschen und dort arbeiten spannend geschildert, andererseits bleiben manche Menschen merkwürdig un-spürbar. 
Die Probleme und Zerrissenheit der Kommissarin sind nachvollziehbar, ihre fast permanente nicht notwendige Grobheit ihrer Umgebung gegenüber macht Mitgefühl schwierig. Orsini ist zwar ein Eigenbrötler, ist aber faszinierend wie er versucht an die Mitwirkenden des Theaters heranzukommen. Die Tendresse zwischen Kisch und Orsini ist für mich nicht nachvollziehbar.

In Wien ist es zu dieser Zeit gerade sehr kalt, weil die Proben im Advent stattfinden, und die Aufführung für die geprobt wird, kurz nach Weihnachten über die Bühne geht.

Etwas Realismus ist spürbar, weil die Steuerthematik über die ein Wiener Theaterdirektor kurz vor Erscheinen des Buches gekündigt wurde, angedeutet ist. 

Der Kriminalroman ist stellenweise spannend geschrieben, teilweise mit Humor. Mitraten nach dem Täter ist, wenn man genau mitliest, möglich. Viel Spaß beim Lesen.

Lizl Stein wurde  am 25. Dezember 1961 in Wien geboren und wuchs in Österreich und England auf. Sie studierte in Wien Komposition, klassisches Klavier, Jazzklavier und Rhythmik. 1980 gründete sie die Band »Liszl«, produzierte u. a. die erfolgreiche CD »Talk about Job-Sharing« und gab zahlreiche Konzerte. Seit 1990 unterrichtet sie Klavierimprovisation an der Universität für Musik in Wien. 
Georg Koytek wurde 1964 in Wallsee/Donau geboren. Er studierte Audio-Engineering an der Universität für Musik. Er arbeitete 16 Jahre lang als Tontechniker am Burgtheater in Wien und betreute unter anderem Produktionen wie »Hamlet«, »Woyzeck« und Heldenplatz". Seit einigen Jahren ist er als freischaffender Maler tätig.
 

Samstag, 30. Januar 2021

Heide Schmidt : "Ich sehe das so"

 Heide Schmidt :
"Ich sehe das so" - "Warum Freiheit, Feminismus und Demokratie nicht verhandelbar sind"
2020, Christian Brandstätter Verlag Wien
167 Seiten
ISBN 978-3-7106-0485-0

Dr. Heide Schmidt beschreibt hier in fünf Kapiteln daß und wieso ihr das Engagement für Demokratie und demokratische Prozesse so wichtig ist. 

In einem starken Gemisch aus nüchternen Erklärung und doch starkem Engagement tritt sie für aktive demokratische Prozesse, offenen respektvollen Diskurs mit anders denkenden Menschen egal welchen Hintergrunds ein.
Sie geht auf ihre Zeit bei der FPÖ ein, beleuchtet die Arbeit gemeinsam mit Jörg Heider, dessen Weg zum BZÖ wird aber nicht genannt.

Sehr kritisch sieht sie die das Krisenmanagement durch den Virus in Österreich und vergleicht ihn mit Deutschland.

Sie tritt auch für gleiche Bezahlung gleichwertiger Arbeit von Männern und Frauen ein, und führt hier den Vergleich körperlicher Belastung von Schwerarbeitern und Pflegekräften an. Auch für sie sieht Frauenarbeit oft strukturell schlechter bezahlt, obwohl sie zugibt damit nicht konfrontiert gewesen zu sein. Mir fehlt der Bezug, daß Frauen aufgrund möglicher Schwangerschaft schlechtere Berufschancen haben.

Sie geht auch auf das Thema bedingungsloses Grundeinkommen ein, daß über dem Mindesteinkommen sein sollte, da sonst niemand mehr arbeiten geht.

Die Überlegungen sind sehr interessant und fordern Mitdenken heraus. Ich konnte das Buch nur seitenweise lesen - bei manchen Absätzen mußte ich länger verweilen um den Gedankengängen zu folgen.

In dem Buch fehlt mir ein kleiner Abschnitt über die Autorin, der sonst immer im kleinst-punkt-größe zu Lesen ist.

In Summe ein hochinteressantes Buch das Gedanken und Werte hinterfragt und zu aktiver Demokratie bzw zum Einfordern eines respektvollen Miteinanders in einer Demokratie aufruft. Fast ein Pflichtbuch in Zeiten von Corona und Beschränkungen !

Heide Schmidt, geb. Kollmann wurde am 27. November 1948 in Kempten im bayerischen Allgäu geboren. Als Kleinkind kam sie nach Wien, studiert hier Jus (Abschluß mit Dr juris ab) und später Wirtschaftswissenschaften. Sie arbeitete bei der Volksanwaltschaft, beim Österreichischen Rundfunk. Als Mitglied der FPÖ war sie im österreichische Parlament tätig. 1993 trat sie aus der FPÖ aus, und gründete gemeinsam mit vier anderen Abgeordneten das Liberale Forum. Das LIF war bis 1999 im österreichischen Parlament. Sie engagiert sich jetzt im sozialen und demokratie-politischen Bereich.

Freitag, 16. Oktober 2020

Christian Schleifer : "Tod in Perchtoldsdorf"

Christian Schleifer :
"Tod in Perchtoldsdorf" - ein tragisches Kriminallustspiel in fünf Aufzügen
2020, emons Verlag
266 Seiten
ISBN 978-3-7408-0818-1

Bei der "Romeo und Julia" Premiere der Sommerfestspiele in Perchtoldsdorf wird der "Romeo" ermordet. Die Winzerin und ehemalige Polizistin Charlotte Nöhrer bringt zwar gerade ihren neu gekellterten Wein unter das Publikum, schafft es aber doch einiges in Erfahrung zu bringen. Sie hilft der Witwe des berühmten ermordeten Schauspielers, sie fragt ihren Cousin bei der Polizei und engagiert sich für den von den Eltern übernommen Heurigen mit Prachtblick. Ihre Lebensgefährtin hilft ihr bei Heurigen und Recherche. Eine weitere Schauspielerin wird ermordet. Der Bürgermeister und Chef der lokalen Weininnung verhält sich unprofessionell und zerstörerisch. Am Schluß ist klar, daß er der Ermordete zwar berühmt, aber ein rücksichtsloser Erpresser und sehr unangenehmer Zeitgenosse gewesen war, und es gibt eine überraschende Auflösung des Mordes.

Inhaltlich wird viel über die Intrigen am Theater erzählt und unterhaltsame Typen vor und hinter der Bühne geschildert. Der andere inhaltliche Pfad erzählt von Modernisierung beim Heurigen, wie man Publikum gewinnt und Zusatzideen bringt.

Die Menschen der Handlung sind interessant und vielfältig. Es gibt von der betrogenen Ehefrau die temperamentvoll ist, der kleine verliebten Geliebten, der berechnenden Geliebten, dem dicklichen Regisseur, den versteckten Liebhaber, die gutmütige Großmutter, die italienische Gastfamilie, König Fußball, Neidern bei den Winzern alles im Angebot

Ein stilistisches Element macht mich beim Lesen etwas "kirre", nämlich wenn vor die Namen der Menschen bestimmende Artikel gesetzt werden. Diese Eigenheit mag ich auch nicht im gesprochenen Deutsch.

Der Krimi war für mich etwas mühsam zu lesen, aber unterhaltend. Mitraten des who-dunnit ist möglich. Viel Spaß beim Lesen.

Sonntag, 4. Oktober 2020

Longlist 2020 / Shortlist Debüt 2020

Longlist 2020 / Shortlist Debüt 2020
2020, Österreichischer Buchpreis
1 Seite Vorwort + 2 Seiten Inhaltsverzeichnis + 106 Seiten Gedichte/Textausschnitte/ je 1 Seite mit Cover des Buches + 2 Seiten Jury

Helena Adler: Die Infantin trägt den Scheitel links (Verlag Jung und Jung)
  - Romanausschnitt : Um ein Mädchen, das von seinen älteren Geschwistern geärgert wird, und sich in Phantasiewelten flüchtet
Xaver Bayer: Geschichte mit Marianne (Verlag Jung und Jung)
  - Romanausschnitt : in dem Marianne ein Luxusmenü kocht, während in der Stadt Krawalle statt finden und Menschen getötet werden, was Marianne und die ich-person amüsiert.
Melitta Breznik: Mutter (Luchterhand Literaturverlag)
 - Romanausschnitt : indem die Ich-person aus der Ferne kommt, um die Mutter im Altersheim zu besuchen und hofft die gewohnte Mutter mit Zuneigung wieder zu entdecken
Ludwig Fels: Mondbeben (Verlag Jung und Jung)
 - Romanausschnitt : Helen und die Ich-Person verreisen, oder sind sie auf der Flucht ?
Monika Helfer: Die Bagage (Carl Hanser Verlag)
  - Romanausschnitt : Margareta war das ungeliebte Kind eines schönen Paares am Ende des Tales. Der Vater war gutaussehend, etwas macho-haft und liebte sie nicht; im Gegensatz zur Mutter die bewundert wurde, und sie liebte. Bei der Geschichte möchte ich wissen wie sie weiter- und ausgeht.
Karin Peschka: Putzt euch, tanzt, lacht (Otto Müller Verlag)
  - Romanausschnitt : Die Ich-person will nicht mehr zur Therapie und sich weiterhin brav um Ehemann, Tochter, schwiegersohn und Enkel kümmern sondern um sich ... und haut ab.
Verena Stauffer: Ousia (kookbooks)
 - Gedichte :  die sich mir nicht erschließen
Michael Stavaric: Fremdes Licht (Luchterhand Literaturverlag)
  - Romanausschnitt : Elaine wird bereits als Kind von ihrem Großvater für das Leben und die Weltsicht der Enuit begeistert.
Cornelia Travnicek: Feenstaub (Picus Verlag)
  - Romanausschnitt : in Absätzen wird Stimmung beschrieben, Kinder werden menschengroß und schrumpfen bei Nutzung des Feenstaubs. Der Stil erschloß sich mir nicht.
Ilija Trojanow: Doppelte Spur (S. Fischer)
  - Romanausschnitt : Boris und die ich-Figur lesen Dokumente auf Laptops, wobei sie untergetaucht sind. Sie trafen über verschlüsselte e-mails aufeinander. Wie geht die Geschichte aus ?

Die Titel der Shortlist Debüt:
Leander Fischer: Die Forelle (Wallstein Verlag)
- Romanausschnitt : ein Musiklehrer bastelt Köder aus Fell und Haaren fürs fliegenfischen zu haben.
Gunther Neumann: Über allem und nichts (Residenz Verlag)
 - Romanausschnitt : eine Pilotin kehrt nach Jahren nach Srilanka zurück. wie geht die Geschichte weiter ?
Mercedes Spannagel: Das Palais muss brennen (Kiepenheuer & Witsch)
 - Romanausschnitt : eine junge Frau kauft einen Mops aus Protest, kifft dann mit einem alten Freund, und liest Marx und Stalin. Teile des ausschnitts erzählen einen Dialog. Ich konnte mit dem Stil nichts anfangen.

Mich hat der Ausschnitt von Monika Helfer und des Debütanten Gunther Neumann am meisten angesprochen. 
Keines der Bücher hat es leider auf die Shortlist geschafft

Helena Adler: * 1983 in Oberndorf bei Salzburg
Xaver Bayer: * 1977 in Wien
Melitta Breznik: * 1961 in Kapfenberg
Ludwig Fels: * 1946 in Treuchtlingen, lebt in Wien
Monika Helfer: * 1947 in Au/Bregenzerwald
Karin Peschka: * 1967 in Eferding
Verena Stauffer: * 1978 in Oberöstereich
Michael Stavaric: * 1972 in Brno (damals :Tschechoslowakei)
Cornelia Travnicek: * 1987 in Niederösterreich
Ilija Trojanow: * 1965 in Sofia
Leander Fischer: * 1992 in Vöcklabruck
Gunther Neumann: * in Linz
Mercedes Spannagel: * 1995

Mittwoch, 29. Juli 2020

Thomas Glavinic : "Der Kameramörder"

Thomas Glavinic :
"Der Kameramörder"
Roman
2001
2017, Fischer Taschenbuch 4. Auflage 2020
151 Seiten
ISBN 978-3-596-29737-5

Ein Paar besucht ein befreundetes Paar zum Osterwochenende in der Steiermark. Sie plaudern, kochen und essen gemeinsam, spielen Spiele und Federball. Durch die Medien erfahren sie von einem besonders sadistischen Mord an zwei Buben, deren ältester Bruder dem Mann, der seine sadistischen Spiele filmte, zu entkommen. Ein deutscher Privatsender sendet die Aufnahmen, wobei nur wenig ausgelassen wird. Bei den vier Erwachsenen ist das Interesse an dieser Story und der Mediengebrauch unterschiedlich - der Gastgeber will auf den Neuesten bleiben und versucht seine informellen Quellen anzuzapfen, die zwei Frauen sind abgestossen und versuchen sich von dem Geschehen abzugrenzen. Die erzählende Ich-Persona schließt sich der Haltung des Gastgebers an. Die Medien berichten wie sich der Kreis um den Täter immer enger schließt, bis zum sehr überraschenden Ende.

Der Schreibstil ist sehr neutral und beobachtend. Es werden wenige schmückende Adjektive eingesetzt.
Es wird nur beobachtet, nichts erklärt oder Beweggründe des Täters erläutert.

Während die Geschichte eher emotionsarm erzählt wird, sind die Medien mit Lautstärke, lautstarken Werte-Diskussionen, Aufdringlichkeit und eher respektlos geschildert.
Lange plätschert die Geschichte dahin, bis es plötzlich sehr eng wird.

Politisch wird eher auf die politischen Entscheidungsträger geschimpft, vor allem Politiker aus dem konservativen und kirchlichen Umfeld werden negativ bewertet.

Wer gewohnt ist, die letzte Seite eines Krimis zu lesen weil dort der Täter schon längst geklärt ist, sollte dies bei diesem Kriminalroman unterlassen.

Mich hat der Roman am Anfang beim Lesen eher abgestossen, dann fasziniert.

Thomas Glavinic wurde am 2. April 1972 in Graz geboren. Er arbeitete als Werbetexter, Interviewer für Meinungsforschungsinstitute, Taxifahrer, Versicherungsvertreter und Journalist für eine steirische  Regionalzeitungen und studierte Germanistik. Er ist seit 1995 als Schriftsteller tätig. 

Donnerstag, 30. April 2020

Stefan Zweig : "Schachnovelle"

Stefan Zweig :
"Schachnovelle"
1942, Buenos Aires
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Da ich für eine Schuljugendliche als Sparing-partner für den Deutschunterricht ausgewählt worden war, habe ich diese Novelle nach vielen Jahren, Jahrzehnten wieder einmal gelesen.

Auf einem Schiff in New York nach Buenos Aires trifft der Schachmeister Mirko Czentovics ein. Er ist einseitig interessiert, liebt und lebt nur Schach, und die Anerkennung dadurch. Eine Gruppe schlechter Schachspieler gelingt es ihn durch Geld zum Schachspielen zu gewinnen. Plötzlich schaltet sich ein feiner Mann ein, und es gelingt die Partie auf Remis zu lenken. Dieser feine Mann, Dr. B, erzählt der ich-person-Erzähler sein Leben : er hatte vor dem Einmarsch der Nationalsozialisten in Wien für Klöster die finanzielle Sachen geregelt. Um an dieses Vermögen zu kommen, wird Dr. B in Einzelhaft ohne intellektuellen Reiz gesteckt. Knapp vor dem Zerbrechen, bekommt er ein Buch in die Hand, was sich als Buch über 150 Schach-Meisterpartien  entpuppt. Zuerst enttäuscht beginnt er dem Einsamkeitskoller durch Schachtraining zu entkommen. Er beginnt eigene Partien zu entwickeln und spaltet sich in ichweiß und ichschwarz, was ihn ins Fieber und ins Gefängnisspital bringt. Einem Arzt vor Ort verdankt er das aus dem Gefängnis kommen. Bei der Schachpartie zwischen dem Meister und ihm rutscht Dr.B. wieder ins Fieber.

Mich hat das Buch wie vor vielen Jahren emotional in Besitz genommen. Die Schilderungen der Einzelhaft, die Befragungen nochmals und nochmals durchzudenken, sowie der geistige Rettungsanker durch das Schachbuch gingen mir unter die Haut.
Dr.B.s Bemerkung über 'Legion der Benachteiligten, der Zurückgesetzen, der Gekränkten', die als Wasserträger für den Nationalsozialismus arbeiteten gab mir zu denken.

Die Gegenüberstellung des eher groben Klotzes Czentovics, der wegen des Pfarrers als Kind Schach lernte und es zum Weltmeister brachte, und die des feinsinnigen juristisch denkenden Menschen Dr. B. mit menschlichen Werten, ist für mich faszinierend.
Erschreckend sind noch immer die Eindrücke die Einzelhaft bei geistig aktiven Menschen ausrichten kann, und wie Menschen geistig zugrunde gerichtet wurden (und vermutlich immer noch werden).

Ort der Handlung sind ein Schiff, eine juristische Kanzlei, ein Gefängnis und ein einfaches Dorf.

Die Sprache Stefan Zweigs mit schönen Metaphern, derzeit alten Vokabeln und Fremdworten, und schönen Formulierungen wie beispielsweise 'Famulus', 'banat' (?), peripatetisch (?), Marasmus, Tyrannis des Zufalls bis Schachvergiftung.

Ein wunderbares eindrückliches Buch, das immer wieder gelesen werden muß !

Bio von Stefan Zweig "Brasilien - Ein Land der Zukunft" vom 31. Dezember 2013.

Mittwoch, 5. Februar 2020

Barbara Büchner : "Basiliskenmord"

Barbara Büchner :
"Basiliskenmord"
2015, emons verlag
182 Seiten + 2 Seiten Glossar (wienerisch und Wien Geographie)
ISBN 978-3-95451-712-1

Ein prominenter arroganter Psychiater wird ermordet, mit geschlitzer Zunge und mit Text beschrieben aufgefunden. Später fällt ein charismatischer Psychotherapeut ebenfalls ermordet als Rabenfutter aus den Bäumen, wieder mit geschlitzter Zunge. Die Kommissarin sucht mit ihrer Hilfe und der eines arroganten Profilers und meint den Täter in dem Pathologen Benesch gefunden zu haben. Als ein psychiatrischer Amtsarzt ermordet gefunden wird, beginnt sich die Ermittlungsspirale rascher zu drehen. Am Schluß werden noch einige Rechnungen beglichen, bevor das Kanalnetz Wiens seine Pforten öffnet.

Der Kriminalroman ist gut und zwischendurch schön böse geschrieben. Pathologie, trockene Witze, Internetforen in denen verbal Dampf abgelassen wird, Menschen die Spielball machtbesessener Psychiater/Psychologen/Psychotherapeuten waren, werden durchmischt.
Die Kapitel werden aus Sicht der Kommissarin, des Pathologen, eines Wärters in Steinhof (Irrenhaus), der Tatortreinigerin Charlie, einem wunderschönem Opfer eines Verkehrsunfall, und eines Patienten geschildert. Charlie führt einen Blogg, der im Text in anderem Font ersichtlich ist.

Die Orte in Wien von Pathologie, über Gärten im 16. Bezirk, dem BKA bei der Spittelau, und andere mehr sind gut erkennbar.
Die Kommissarin ist selbst-kritisch und zielbewußt, der Profiler als glatter wiederlicher Mensche, der Pathologe als gutmütiger großer Bär, Charlie als üppige begeisterungsfähige Frau, Tilde als behinderte klar denkene schöne Frau, eine Witwe ist ein blondes Gift geschildert . 'runnig gag' ist eine kurvige Frau die im schönstem Amtsdeutsch nur als weiblicher Kriminalbeamter / w. Krb. doch ein wichtiges Puzzlestück aus einem widerlichen Gesprächgegenüber entlockt.

Die Schilderungen von arroganten und selbstherrlichen Auswüchsen in der Branche der Psychiater/Psychotherapeuten liest sich zwar sehr unterhaltsam, die seelischen Schäden an den Klienten/Patienten und deren vorstellbare Wut ist weniger witzig.

Ich habe mich beim Lesen köstlich unterhalten und öfters laut auflachen müssen. Der schwarze Humor blitzt durch, und ist zugunsten der Geschichte nicht immer vorhanden.
Gute Unterhaltung beim Lesen !!  

Barbara Büchner wurde am 1. Februar 1950 in Wien geboren. Sie war Journalistin, bevor sie sich ihrem eigentlichen Wunsch dem Schrfitstellern widmete. Sie ist für Kinder- und Jugendbücher, Horro- udn Fantasyromane bekannt. Mittlerweile sind über 50 Bücher von ihr erschienen.

Sonntag, 27. Oktober 2019

Philipp Weiss : "Am Weltenrand sitzen die Menschen und Lachen" / Jona Jonas : "Terrain vague"

Philipp Weiss :
"Am Weltenrand sitzen die Menschen und Lachen" / Jona Jonas : "Terrain vague" - Erzählung
2018, Suhrkamp Verlag  (2. Auflage 2019)
152 Seiten
ISBN 978-3-518-42817-7

Den Text erzählt in ich-Form der fiktive Autor Jona Jonas, der Photograph ist, seiner großen Liebe der Naturwissenschaftlerin Chantal - die älter als er ist - nachtrauert und sich nach Japan quasi gerettet hat. Hier lernt er Abra kennen, und erlebt Erdbeben inkl. Nachbeben in Tokyo mit.
Im zweiten Teil sitzt er am Krankenbett eines Mannes der als Tagelöhner Seebeben, Tsunami und Zerstörung der Atomkraftwerke miterlebte. Die Strahlungen denen er und andere ausgesetzt waren, zerlegen letztendlich auch seinen Körper.

Faszinierend sind die Klimamodelle die Chantal entwickelt.
Unter die Haut gingen mir die Teile in denen aus dem Inneren des Atomkraftwerkes und dann von den Riesenwellen des Tsunami erzählt wird.

Orte der Handlung sind Wien, Frankreich, Antarktis und viel in Japan.
In Wien hat Jonas eine Katze, die er Ophelia nennt.

Der Schreibstil sind lange Sätze, die teilweise assoziativ wirken, die mich sehr ansprechen. Es gibt jede Menge für mich neue Fremdworte, die v.a. Chantal in die Sprache gelegt werden.
Leider sind immer wieder Worte die nicht österreichisch, sondern deutsch sind gedruckt - was mir weh tut, wenn man weiß, daß der Autor Wiener ist.

Ich hatte bei diesem fünf-teiligen Werk eigentlich mit dem Manga, bei dem Abra erzählt angefangen, wechselte dann zum klassischen Element der Erzählung. In welcher Reihenfolge ich die anderen Teile des Werkes lesen werde, habe ich noch nicht entschieden.

Die Erzählung war für mich anfangs anstrengend, hat mich aber dann in Bann gezogen. Viel Freude beim Lesen !

Philipp Weiss wurde am 5. Februar 1982 in Wien geboren. Er studierte Germanistik, Philosophie und Deutsch-als-Fremdsprache in Wien. Er arbeitet einige Zeit in Baku / Aserbeitschan. Sein erster Text "Egon" erschien 2008, mit "Blätterliebe" nahm er 2009 am Ingeborg-Bachmann-Preis teil, 2010 wurde sein Stück "Seifenblasenoper" am Burgtheater präsentiert.

Sonntag, 6. Oktober 2019

Wilhelm Kuehs : "Mein letzter Wille geschehe"

Wilhelm Kuehs :
"Mein letzer Wille geschehe" - ein Kärnten-Krimi
2017, haymon tb Verlag
296 Seiten
ISBN 978-3-7099-7883-2

Journalist Ernesto Valenti ist hier in seinem (?) dritten Fall unterwegs. Ihn ersucht ein ex-häftling seine Lebensgeschichte zu schreiben und beteuert seine Unschuld an dem Mord an seiner Ehefrau. während Valenti die großen und kleinen Events in und um Wolfsberg (in Kärnten) für das Tagesblatt besucht, beschreibt, beschreiben läßt und für die Veröffentlichung im Computer setzt besucht er die ausgesiedelten unbeliebten Säufer und Säuferinnen nahe einem entfernten Schloß und versucht den Tod dieses Ex-Häftlings zu klären. auf der einen Seite sind die zugedröhnten Alkoholiker auf der anderern Seite Geschäftsführer, Arzt, Bürgermeister, Abgeordneter und Jäger. Der Journalist macht sich einige Feinde, und entwirrt am Schluß einiges aus der Vergangenheit inklusive wer den Mord begangen hatte.

Ort der Handlung ist Wolfsberg mit Umgebung, und die Burg Waldenfels und einiges im Lavanttal. Zeit ist Oktober und November, was Raum für Halloween Beschreibungen bietet.

Christine Lavant, die österreichische Lyrikerin, die von sehr berühmt bis gar nicht geschätzt wird, wird in einem schönen Artikel beschrieben, aber auch in Politikerreden, die sich vorurteilsgemäß eher unkundig äußern.

Die Sympathien des Journalisten liegen bei der Gruppe Menschen die sich mit Alkohol und anderem ihren tristen Alltag erträglich macht, aber deren Leben von Vorschriften erschwert wird. Saufen, Kotzen, und Zuschlagen kommt ziemlich unsympathisch an.
Als Gegenüber wird ein Abgeordneter aufgebaut, der engstirnige intolerante Kommentare schiebt, der alleinerziehende Mütter lieber als Alkoholiker unterstützt, im Wahlkampf neue Jobs verspricht die wieder nicht umgesetzt werden.

Der Krimi ist nicht ganz einfach geschrieben, und fließt nicht. Allerdings ist die Geschichte spannend, und der alte Mord wird endlich richtig aufgelöst.

Samstag, 29. Juni 2019

Peter Natter : "Mord unterm Hirschgeweih"

Peter Natter :
"Mord unterm Hirschgeweih" - Inspektor Ibeles wildester Fall
2015, Haymon Verlag Innsbruck
178 Seiten
ISBN 978-3-7099-7806-1

TBC-verseuchte Kühe, alte Familienfeden, wilde Diskussionen um ein altes Denkmal, Intrigen gegen einen sozialistisch denkenden Lehrer, münden in den Mord an dem alten sturköpfigen Vonderleu im Wald, dem pensionierten deutschen Bankmann Besenböck der alle zum Vegetariertum bekehren will und munteres Vergiften beim Testessen. Inspector Isidor Ebele und sein neuer Chef Baldreich wandern auf entlegenen Almen, bei arrogantem Jungbauern, kecken Servierfräulein das brutal scharfen Senf serviert, selbstgefälligm verfressenem und intriganten Pfarrer und setzen mühsam eine böse alte Geschichte um eine verbrannte Frau und ein kleines Kind zusammen.

Dies ist der 5. Band mit Inspektor Ibele; auch hier findet er Erholung bei seiner Ehefrau Rösele und deren Kochkünsten.

Orte der Handlung sind die verschiedenen schönen Täler in Vorarlberg mit manchem sehr engem Denken und Vorurteilen der Menschen, und dann überraschenden offenen Momenten. Ebele hält sich bei Diskussionen zurück, kommt aber nicht umhin sich seinen Teil zu denken.

Die Menschen sind kurzweilig bis jenseits aller Sympathie geschildert. Die knappen Skizzen lassen sie gut vor dem geistigen Auge entstehen.

Die Dialoge sind kurz und immer wieder sehr würzig; sie bringen zum bösem Lachen.
Jedes Kapitel hat ein eigenes Sprichwort oder kurzen gescheiten Text von Autoren der Antike bis heute. Manche sind gut, mit manchen konnte ich gar nichts anfangen. Sie haben mich leider fast immer aus dem Lesefluß herausgerissen.

Auch wenn das Ende ziemlich überraschend kommt, ist die Geschichte gut geschrieben. Viel Spaß beim Lesen.

Peter Natter wurde 1958 in Alberschwende / Bregenz geboren. Er war Hilfsbuchhalter in einem Sportgeschäft in Lech am Arlberg und studierte später in Wien Romanistik und Philosophie, wasn in.  Lehrerschaft mündete (oder umgekehrt). Seit 2005 betreibt er eine Praxis für Philosophie und Literatur in Dornbirn. 2013 Lektor im Bucher Verlag Hohenems, dann Korrektor der Vorarlberger Nachrichten. 2010 schreibt sein erster Kriminalromane, in denen der Bregenzer Inspektor Ibele ermittelt, und heißt "Die Axt im Wald".

Freitag, 28. Juni 2019

Ernest Zederbauer : "Da draussen im Wald"

Ernest Zederbauer :
"Da draussen im Wald" - ein Waldviertel Krimi
2014, Styria Verlag
152 Seiten
ISBN 978-3-222-13443-2

Der Förster wurde in einem dunklen Wald- und Felsteil im schönen Waldviertel erschossen aufgefunden. Dorfpolizist Raffl und Kripo Ebert recherchieren bei der Witwe und im Klatsch des Dorfes. Viel boshaftes das sonst unter der höflichen Fassade des Dorflebens begraben ist, kommt ans Tageslicht. Erst dem Verdacht der Witwe daß ihr Ehemann eine Freundin gehabt haben könnte und nach Canada wollte, hilft auf die Spur des eifersüchtigen, besitzergreifenden und jagenden Mörders.

Ort der Handlung sind ein Ort im Waldviertel, ein Försterei gebiet mit Forsthaus, und ein Heurigen bei Krems.

Die Menschen sind sehr unterschiedlich. Witwe Susanne ist Lehrerin, hat für mystische Plötze und Wald viel übrig und war über die Kinderlosigkeite ihrer Ehe sehr unglücklich; sie ist in ihren Gedanken und Entwicklungen  Dorfpolizist Raffl muß sich den örtlichen Gepflogenheiten anpassen, was ihm nicht immer leicht fällt; er füllt sich zur Witwe hingezogen, was ihm schlechtes Wissen macht. Der hinzugezogene Polizist Ebert trampelt auf den Menschen herum und hält alle für schuldig. Die Freundin des Ermordeten ist durchaus sympathisch, hat aber beim Ehemann einen schlechten Griff getan.

Die Geschichte ist spannend geschrieben, wobei mir der Showdown am Schluß mit den Damen unnötig brutal wurde.

In Summe ist der Krimi gute Unterhaltung. viel Spaß beim Lesen !

Ernest Zederbauer wurde 1947 in Unserfrau bei Weitra (NÖ) geboren. Er war Spengler, und ist jetzt in der Pension Fremdenführer in Weitra. 2013 erschien sein erster Krimi "Mord an der Grenze"

Samstag, 4. Mai 2019

Reinhard Kleindl : "Gezeichnet"

Reinhard Kleindl :
"Gezeichnet"
Kriminalroman
2014, haymon tb
278 Seiten
ISBN 978-3-85218-957-4

Am Mathematikinstitut in Graz wird eine entstellte und verrenkte Leiche gefunden. Der ruhige Chefinspektor Franz Baumgartner und sein Team werden zur Ermittlung gerufen. Langsam entwickelt sich die Geschichte bei der es um einen geometrischen Schnitt am Körper der Leiche geht, mathematische Klarheit, wissenschaftlichen Ruhm und eine eigenartige elitäre mathematische Gruppierung. In die Geschichte wird noch eine Sekte um biologisches Leben verwickelt, bis eine Journalistin, die in eine Falle geraten war, gerade noch rechtzeitig gerettet und einige Spinner überführt werden.

Spannend sind die Strukturen in dem Team um Chef Baumgartner und die Gedanken seines Chefs, ob dessen Bestellung wirklich gut war. Nebenbei gibt es Probleme mit dem Staatsanwalt und dessen Verbindungen zur sogenannten Elite.
Im Team gibt es sowohl eine lesbische toughe Polizistin, als auch einen rassistisch denkenden aber sonst sehr guten Polizisten; die Zusammenarbeit mit dem Pathologen ist mäßig gut und führt zu Problemen, dafür die mit der Profilerin aus Tirol umso besser und ergiebiger.

Gewisse mathematische Überlegungen sind faszinierend, manche erschrecken weil Menschen nur beliebige Bausteine sind.

Wer Graz kennt, wird den Bewegungen und Orten gut folgen können. Es gibt sowohl die Uni-Gegend, als auch die die viele Zuwanderer beherbergen.

Leider kann ich den Titel "gezeichnet" nicht ganz nachvollziehen; die Erzählungen über den Goldenen Schnitt scheinen mir hier nicht zusammenhängend.

Die Geschichte ist gut lesebar. Viel Spaß beim Lesen !

Reinhard Kleindl wurd 1980 ist Graz geboren. Er studierte dort Theoretische Physik, und arbeitete  später als Trainer für sportklettern. Später war er erfolgreicher Sportler und veröffentlichte parallel Kurzgeschichten, und später mittlerweile drei Kriminalromane.

Sonntag, 21. April 2019

Günther Zäuner : "A negativ - Wenn das Blut versiegt"

Günther Zäuner :
"A negativ - Wenn das Blut versiegt" - Ein Kokoschanski-Krimi
2018, Verlag Federfrei Marchtrenk
231 Seiten + 3 Seiten Anmerkungen in denen Zitatquellen stehen, sowie Wienerisch und Gaunersprache übersetzt werden
ISBN 978-3-99074-025-5

Heinz Kokoschansky wird aus seiner inneren Sicherheit geworfen als sein Sohn aus Rache in einen Fahrradunfall verwickelt und schwer verletzt wird. Im Krankenhaus wird ihm erzählt, daß die Blutgruppe des Buben rar sei. Parallel versucht eine mysteriöse Gruppe den unabhängigen Internet-Nachrichten-Sender von ihm und einigen engen Freunden zu kaufen; vorsichtiges Verhalten provoziert eine saftige Erpressungsmeldung. Weitere Informationen bringen zwei geldgierige gewissenlose Ärzte, Verbindungen in die Ukraine und zu einem Flüchtlingslager, einige mysteriöse Verbindungen und Seilschaften und viel ungute Machenschaften auf Kosten von Menschen.
Für den Buben und die Familie geht die Geschichte gut aus, für einige andere Menschen leider nicht.

Der Roman ist spannend geschrieben. Der Hintergrund über Blutgruppen, Rhesusfaktor, weitere Blutfaktoren bis zur Thematik von Verwendung von Blutspenden, Plasma, Organspende und die großen "Player" am weltweiten Blut-Parkett ist viel recherchiert, und macht in mancher Verflechtung Angst.
Leider ist der Aufhänger mit Blutgruppe A-negativ etwas zu simpel zu strukturiert, denn bei dieser Blutgruppe wäre in Aufruf über die sozialen Medien um vieles erfolgreicher gewesen.

Kokoschatzky liebt seinen Beruf als unabhängiger Journalist. Sein engster Freund genannt Freitag steht ihm mit Internet recherche zur Seite. Die jüngere hübsche ehemalige Polizistin Lena ist ihm enge Familie, und Rettungsanker. Dr Grundmann ist arrogant, Dr. Kusyn eiskalt, Schwester Rebecca empathisch und verantwortungsbewußt und Dr. Rettenbach engagiert geschildert.

Leider wird auch politisch gegen die aktuelle und die frühere konservative Regierung Österreichs in den letzten 20 Jahren geschrieben, als ob die Freiheit des Journalismus nur von dieser Seite Eingriffe erführe.

In Summe ein spannendes Buch um ein Bubenleben, die Wichtigkeit Medizinprodukte von mafia-ähnlichen Organisationen frei zu halten, das leider aber nur halbgut ausgeht. gute Lesespannung !

Günther Zäuner wurde am 27. März 1957 in Wien geboren. Er studierte Geschichte und  klassische Philologie. Nachdem er bis 1983 Lehrer für Latein, Geschichte und Musik war, ist er heute freier Schriftsteller, Journalist, und Drehbuchautor. Der erste Kokoschatzky Krimi erschien mit 'Kokoschatzkys Instinkt' 2003. Mittlerweile sind dreizehn Kriminalromane mit dieser Figur am Buchmarkt und einige andere spannende Kriminal-Thriller-Geschichten erschienen.