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Montag, 10. März 2025

Nagib Machfus : "Echnaton"

Nagib Machfus :
"Echnaton" - Der in der Wahrheit lebt
Roman
original "Al-A'isch fi l-Haqiqa"
1985, American University in Kairo
Aus dem Arabischen von Doris Kilian
2011 / 4. Auflage 2023, Unionsverlag
180 Seiten + 1 Seite "Nagib Machfus : Leben und Werk" + 3 Seiten Worterklärungen
ISBN 978-3-293-20530-7

In einer Rahmenhandlung begibt sich ein junger Mann Merimun einige Jahre nach dem Tod von Echnaton auf die Suche nach dem Leben und Wirken von Echnaton, der als Amenphobis IV auf den Thron kam. Er trifft in Gesprächen enge und ferne Freunde und Feinde von Echnaton und seiner Frau Nofrete und versucht zu erkennen warum so schlecht über Echnaton und seine Zeit gesprochen wird.
In Gesprächen bei Familie seiner Frau Nofrete, alten Freunden, persönlichem Arzt, ehemaligen Priestern, bis zuletzt bei Nofretet persönlich entschlüsseln daß Echnaton von beginn an anders war, da er weder an Militär interessiert war, auf der Suche nach etwas anderem spirituellen und dabei sehr charismatisch war. Hoffnungen seiner Familie und der traditionellen Priesterschaft, daß seine Frau ihn auf den traditionellen Weg bringen würde, zerschlugen sich als Nofrete mit ihm seinen spirituellen Weg zu nur einem Gott ging. Das Leben in der neuen Stadt war gut, aber da die Feinde Ägyptens militärisch nicht zurückgeschlagen wurden, wandte sich die Meinung gegen das Pharaonenpaar.

Die fiktiven Gespräche sind meist abwechselnd pro oder contra Echnaton, dem Ketzter wie ihn manche nannten. Es wechseln tiefer Haß und Verachtung, bis zu Verehrung, Bewunderung und tiefer Liebe ab. Auch Jahre später sind die Fronten für Verständnis verhärtet, wenn auch die Preister ihre Macht zurückerhalten haben.

Machfus läßt auch Eje und Haremhab zu Wort kommen, die später selber auf dem Pharaonenthron sitzen werden.

Feinfühlig zeichnet der Autor die mögliche Entwicklung dieses Pharaos nach einem anderen spirituellen Gott, vor allem mit mehr Liebe und weniger machtvollen Preistern nach.

Ein wunderbares Buch !

Dienstag, 31. Dezember 2024

Orhan Pamuk : "Die weiße Festung"

Orhan Pamuk :
"Die weiße Festung"
original "Beyaz kale"
1985, Can Yayinlari, Istanbul
Aus dem Türkischen von Ingrid Iren
1990, Insel Verlag / 2008 Fischer Verlag Frankfurt a. Main
206 Seiten + 2 Seiten Glossar
ISBN 978-3-596-17762-2

Ein Manuskript wird gefunden : in ihm erzählt ein junger gebildeter Venezianer wie er von Türken im 17. Jahrhundert gefangen genommen wird und dort sein Leben verbringt. Zuerst hilft er Mitgefangenen mit seinen rudimentären medizinischen Kenntnissen und bringt sich Türkisch bei; er wird weiterverkauft und landet bei dem "Hodscha", einen neugierigen wissensdurstigen Mann, der ihm ähnlich sieht. Der Venezianer gibt ihm Stück für Stück sein Wissen weiter und gemeinsam bereiten sie ein Feuerwerk vor, da alle in Istanbul in Staunen versetzt. Um Einfluß auf den Padischa zu erlangen schreiben die beiden Bücher über exotische (oft italienische) Tiere die in Fabeln den unabhängigen Geist des Jungen entwickeln soll, damit er sich aus den Intrigen lösen vermöge. Der Hodscha wird oft gerufen um aus Träumen, Wolken und Tierverhalten die Zukunft hervor zu sagen. Manchmal ist der Venezianer in der verknechteten Zusammenarbeit der geistig Führende, manchmal setzt er sich als Ziel den Hodscha zu zerstören oder wenigstens zu deprimieren. Der Padischah hält den Venezianer für den wahrhaft Intelligenten, und holt ab später diesen zu sich, während der Padischah an einer Riesenkanone arbeitet. Bei dem Feldzug ist das riesenhafte Ding unbrauchbar; der Hodscha und der Venezianer wechseln die Kleidung, und der Hodscha macht sich auf den Weg nach Venedig  ........

Die Geschichte wird aus Ich-Sicht des Venezianers erzählt; er beobachtet, kommentiert, fühlt, und erzählt von dem Leben in Istanbul an dem er lange nicht teilhaben kann, es später aber doch möglich ist.
Die Überlegungen, und Ängste des Venezianers ziehen in den Bann; er ist sich jederzeit bewußt, daß jederzeit sein Kopf rollen kann und wird.

Die Beziehung zwischen Hodscha und den Venezianer ist vielfältig und kompliziert; sie wechselt von Herr-Sklave, Arbeitsgemeinschaft, Freundschaft, gemeinsamen und verschiedenen Zielen und bei dem Venezianer auch Verkauf seiner Seele und Werte, mit Ausnahme der Aufgabe des Christentums.

Das Buch zog mich in den Bann; mich haben die Sprache, die Intensität, die feinen Bilder, und die Beschreibung der menschlichen Beziehungen sehr angesprochen. 

Viel Freude beim Lesen dieses wunderbaren Romans.

Orhan Pamuk  wurde am 7. Juni 1952 in Istanbul geboren. Er wurde erster türkischer Schriftsteller 2006 mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Emil Habibi : "Das Tal der Dschinnen"

Emil Habibi :
"Das Tal der Dschinnen"
Roman aus Palästina
1985, arabische Originalausgabe
"Uhtîye"
aus dem arabischen von Hartmut Fähndrich und Edward Baden
1993, Lenos Verlag, Basel
167 Seiten
1 Seite Hinweis vom Verfasser
5 Seiten Nachwort von Hartmut Fähndrich
ISBN 3-85787-640-9

Zu dem Buch habe ich gegriffen, weil mich der Untertitel "Roman aus Palästina" angesprochen hat.

Leider bin ich trotz mehrmaligen Leseversuchen nicht weiter als bis Seite 22 gekommen.
Es blitzte immer wieder sehr trockener skurriler Humor auf, aber leider hat mich das nicht motiviert weiterzulesen.

Hoffentlich halten andere Leser länger durch als ich.