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Sonntag, 2. September 2012

George Sand : "Ein Winter auf Mallorca"


George Sand :
"Ein Winter auf Mallorca"
1985, Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH München
(16. Auflage 2004)
8 Seiten Vorwort des Herausgebers
17 Seiten J.B. Laurens - Erinnerungen einer Kunstreise nach Mallorca
219 Seiten George Sand - "ein Winter auf Mallorca" in drei Teilen
15 Seiten George Sand - Geschichte meines Aufenthalts auf Mallorca
1 Seite Bibliographie
1 Seite Bildquellen Nachweis
2 Seiten Karte vom Mallorca
ISBN 3-423-12497-0

Titel der Originalausgabe:
'Un hiver à Majorque'
Paris 1842

Ich hatte einiges über George Sand gehört und war neugierig darauf wie sie schreibt. Mein Wissen über sie war, daß sie unkonventionell war, Schriftstellerin, 2 Kinder und - v.a. - die Gefährtin Chopins.

"Ein Winter auf Mallorca" ist entstanden nachdem sie mit ihren Kindern und Chopin drei Monate 1838 auf der Insel verbracht hatte, mit den Ziel dem kalten Winter in Paris zu entfliehen und damit ihrem Sohn Maurice Krankheiten zu ersparen bzw. daß er sich erholen kann. Maurice hat sich erholt und sie beschreibt wie er und ihre Tochter Solange wie die Ziegen auf den Steinen der Insel herumkraxeln.
Leider ist Chopin erkrankt, weshalb der Aufenthalt auf der Insel kürzer als geplant war. Die gewünschte Erholung hatten die Erwachsenen bei dem Aufenthalt nicht.

Sie beschreibt die Insel, die Vegetation, die Architektur, die Art und Weise wie Menschen wohnen die mehr haben, genauso wie die Bauern, Landwirtschaft, Nutztiere und viel was sie an Benehmen ihnen gegebenüber wahrgenommen hat.

Die vier Reisenden wurden nicht wohlwollend aufgenommen: sie und ihre Tochter trugen Hosen, sie und Chopin waren nicht verheiratet und sie gingen sonntags nicht in die Kirche . Verhalten das in Paris als extravagant galt, war auf der Insel unerwünscht.
Hilfe für Kranke war nicht üblich - im Gegenteil Kranke galten als ansteckend und wurde gemieden, was v.a. Chopin erfahren mußte.

Seitenlang beschreibt sie die Kartause in Vallemosa, mit ihren Trakten, Höfen, Bäumen, Ruinenteilen, wenigen Mönchen. Wie sie beschreibt und welche Metaphern sie findet, hat mich fasziniert. Schön sind ihre Assoziationen wenn sie Romantisches mit Operninszenierungen vergleicht oder französische Maler (wie Delacroix) zitiert.

Faszinierend finde ich ihre Beschreibungen der Kleidung der Menschen und wie sie die Menschen ans sich beschreibt - Gesichter, Körper, Benehmen (das sie als ungastlich und schmarotzend empfindet).

Geschichtliche Rückblicke auf den Zusammenhang zwischen Spanien und der Insel werden aufgeblättert. Keine Pferde, weil die nur vom Festland für den Krieg eingezogen wurden, kaum Rind weil das gleiche hier geschah, dafür Schweine, weil die wollten die Spanier nicht.

Sie beschäftigte sich auch mit der Geschichte der Klöster, bzw. der Auflassung und of Niederbrennung. Viele verbrannte Klosterruinen zieren die Landschaft. Dem zur Zeit herrschenden Romantizismus stellt sie in einem fiktiven Gespräch einen Mönch entgegeben, der von den eigenen Katholiken im Kerker ohne Sonne gehalten wurde. Die Inquisition hatte auch hier reiche Beute gefunden und Schuldlosigkeit galt noch nicht - was für Menschen der Aufklärung im Nachhinein schwer zu verstehen ist. Das Gespräch ist sehr packend geschrieben.

Ich habe einige Wochen an dem Buch gelesen - immer wieder unterbrochen von anderen Büchern. Mich hat der Stil und was Frau Sand schreibt fasziniert und ich kann jedem Leser nur das gleiche Verngügen an Sprache, Beschreibung und auch Fiktion wünschen.

George Sand, (eigentlich Amandine Aurore Lucile Dupin de Francueil)  lebte vom 1. Juli 1804 bis 8 Juno 1876. Sie war Schriftstellerin und galt als Vielschreiberin (was einige Zeitgenossen nicht schätzten). Ihre Werke sind Romane, Novellen und auch Theaterstücke - viele Briefe von ihr sollen erhalten sein.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Ladislaus Tarnowski : "Der Dämon in der Apotheke"

Ladislaus Tarnowski :
"Der Dämon in der Apotheke"
die verwendete Erzählung stammt aus "Waldteufel. Gespenstergeschichten und Geistersage", 1842
Originaltitel der Geschichte: "Amygad und Servatius oder das Gespenst in der Apotheke"
Illustriert von Christoph Feist nach farbigen Linolschnitten
2010, Achilla Presse Verlagsbuchhandlung
52 Seiten inkl. Illustrationen

Es waren die Illustrationen, die mich zu diesem Buch greifen ließen. Die Illustrationen sind auf die Menschen und ihre Handlungen reduziert, und sind nur in einigen Farben gehalten (violett, gelb, blau, rot, etc.).

In der Erzählung wird in "alter" Sprache erzählt, wie sich der böse Geist/Satan bei einem geldgierigen Apotheker einnistet, dort seine Pestblumen züchten, und damit Unheil sähen möchte.
Servatia, Tochter des Apothekers und Leonhard, Sohn des Gelbgießers (Messinggießers) sind ineinander verliebt, was dem Apotheker nicht gefällt. Deren beider Tugend, und Liebe ist stärker als Intrigen und am Schluß kämpfen ein guter Geist aus dem Himmel und das böse Skelett machtvoll miteinander ehe der Satan in die Hölle geschickt wird und die Pestblumen vernichtet sind.

Die Sprache und das Vokabular sind aus 1842 - im Vorwort steht "Die Orthographie und Zeichensetzung wurde in manchen Fällen behutsam der heutigen Schreibweise angepaßt. Der Sprachduktus blieb unangetastet".  Es werden Worte wie "Silesia", "Demuth", "zur Blüthe kommen", "concentriertem" verwendet und mir gefiel die Formulierung "Sticht euch der Tollwurm?" (s. 38) besonders gut.

Das Buch kann ich jedem empfehlen, der sich gerne mit alter deutscher Sprache beschäftigt und dem das Gut - Böse und Happy End Freude macht.