Freitag, 12. Juni 2026

Adriana Altaras : "Besser allein als in schlechter Gesellschaft"

Adriana Altaras :
"Besser allein als in schlechter Gesellschaft" - meine eigensinnige Tante
3. Auflage 2024, Kiepenheuer & Witsch
230 Seiten + 1 Seite Dank
ISBN 978-3-462-00702-2

Das Buch ist aus zweierlei Sicht zweier starker Frauen geschrieben - der von Adriana, die 60 ist, geschieden, in Deutschland lebend, und ihrer Tante die ihren 100-ten Geburtstag wegen Corona nicht im Alters-Pflegeheim, feiern kann.
Adriana die sich nach der Scheidung wieder sammeln muß, Theater spielt, sich um ihre Tante sorgt - mit Skype und Telephon die Tante in Norditalien, die mit Stärke, Humor und Zähigkeit der Nichte Tips gibt (Kauf Dir ein Leinenkleid, Nimm' dir einen Liebhaber, warum ist es ein deutscher Mann kein jüdischer ...).
Die Tante hat die Ustascha in Kroatien überlebt, wurde in Italien gerettet, heiratete dort einen Mann mit gräßlicher Mutter und nettem Vater, und hat ihr Leben mit Stärke gemeistert. Sie schaute auf sich, auf ihr großbürgerliches (im Buch steht es so) Niveau, geistige Offenheit, auf gepflegte Erscheinung, gönnte sich einen Liebhaber, denkt an ihre erste Liebe und wie das Leben mit ihm gewesen wäre, und reflektiert über den Abbau von Geist und Körper.

ich mußte zugegebermassen über die Geschichte Kroatiens nach dem zweiten Weltkrieg nachlesen.

Beim Lesen hat mir gut gefallen, daß immer wieder italienische Phrasen verwendet werden !

Mich haben die Kapitel der Tante mehr angesprochen, und ich habe mir überlegt wie es wäre so eine lebensfrohe, kontroversielle Tante als Gesprächspartner wäre. Viel Spaß beim Lesen.

Adriana Altaras wurde am 6. April 1960 in Zagreb, damals Jugoslawien geboren. Ihre Eltern sind jüdische Partisanen aus dem heutigen Kroatien. Mit vier Jahren wurde sie nach Mantua, Italien geschmuggelt und lernte dort italienisch. Mit sieben Jahren kam sie zu ihren Eltern nach Gießen, Deutschland. Sie studierte Schauspiel in Berlin und ist mittlerweile Schauspielerin, Theater- und Opernregisseurin und Autorin.
2011 erschien ihr erstes Buch "
Titos Brille. Die Geschichte meiner strapaziösen Familie". In ihrem 2014 erschienen Roman "Doitscha. Eine jüdische Mutter packt aus" ist das Kapitel 'man briderl' zweisprachig in Jiddisch und Deutsch geschrieben."Besser allein als in schlechter Gesellschaft" ist ihr fünftes Buch.

Sonntag, 1. Februar 2026

Gordon Tyrie : "Schottenkomplott"

Gordon Tyrie :
"Schottenkomplott" - Ein Hebriden krimi
2022, Droemer Taschenbuch
1 Seite Karte der Insel Colonsay + 1 Seite Hauptpersonen + 370 Seiten + 1 Seite Danksagung
ISBN 978-3-426-30857-8

Thin Lizzy, eine eigenwillige schottische Hochwildkuh mit zielsichererr Angriffs- und Verteidigungstechnik wird von einer Insel auf die andere verfrachtet, um in einem Ressort Menschen bei der Entspannung zu helfen. Dort hilft ihr das spanische Eselchen Santiago in der nicht willkommenden Tierwelt zu überleben.
Hynch, ein ausgestiegener Profikiller, hat Kontaktanzeigen aufgegeben, und hofft auf die passende Herzdame. Ihm ist eine Killerin auf den Fersen. Alle Damen der Theatertruppe der Insel versuchen ihn einem Crash-kurs in Kontakt zu Frauen zu geben, wenn sie nicht an die erhoffte Macbeth Aufführung denken.
In der Tierwelt wollen einige Gelegenheiten zur Revanche für Beleidigungen genutzt werden, unter den Menschen ist dies ebenso als Hynchs Erzfeind ankommt, und eine ziemliche Keilerei und strategisches Waffeneinsetzen abläuft.
Am Ende haben sich einige Paare gebildet.

Die Kapitel sind entweder aus der Ich-Sicht von Thin Lizzy geschrieben, und Menschen beobachtet, wobei Hynch die Hauptperson ist.

Mich haben die Kapital aus Sicht der Kuh sehr gut unterhalten, diese sind mit viel Situationshumor geschildert. Wie Thin Lizzy die anderen Tiere in dem esoterischen Streichelzoo beschreibt, die Hackordnung und freundlichen bis machtgierigen tierischen Charaktäre bescchreibt ist sehr unterhaltend.
Die Beschreibung der Personen, v.a. der Frauen ist breit gefächert.

Dieser Band ist der dritte Band cosy Crime der in Schottland spielt.
Wer einen gemütlichen Krimi mit tierischer Unterhaltung schätzt, und manch deftigen Kommentar aushält wird sich vermutlich gut unterhalten. Viel Spaß beim Lesen !

Gordon Tyrie ist das Pseudonym des Glauser-Preisträgers Thomas Kastura, geboren 1966 in Bamberg. Er studierte Germanistik und Geschichte, arbeitet als Autor für den Bayerischen Rundfunk und schreibt seit 20 Jahren Kriminalromane und Erzählungen.

Montag, 5. Januar 2026

Fabcaro + Didier Conrad: "Asterix in Lusitanien" (Asterix Band 41)

Fabcaro + Didier Conrad: "Asterix in Lusitanien" (Asterix Band 41)
Kolorierung: Thierry Mebarki
original 'Asterix en Lusitanie'
2025, Hachette Livre / Goscinny-Uderzo
aus dem Französischen übersetzt von Klaus Jöken
2025, Egmont Comic Collection
44 Seiten
ISBN 978-3-7704-2441-2

Ein phönizisches Schiff kommt zum gallischen Dorf und bringt nicht nur die neueste Mode, sondern auch den Lusitanier Schnurres, der um Hilfe ersucht, weil es Wettbewerb um vergorenen Fischsud gibt, und der Produzent von Cäsars Lieblings-garum, namens Schäoprozess, verhaftet worden ist. Diese Gelegenheit die Piraten auf dem Meer, und neue frische Römer in Lusitanien freundlich (nach Obelix' Art) zu begrüßen, lassen sich die Asterix, Obelix und Idefix nicht entgehen. Sie führen den intriganten Karies mit Alkohol in eine Falle, Präfekt Fetterbonus winkt genau dieses nicht, und Zenturio Pistorius ist eher glücklos.
Hilfe erhalten die Gallier von dem gallischen Ehepaar Mandarfjagarnix und seine Flottebine, die mit Wohnwagen durch die Gegend touren.

Wie immer gibt es wunderbare Kleinigkeiten, wie die Obelix mit spanischem Temperament loslegt und portugiesischem Fado haltlos heult, und auch Talent für diese Lieder entwickelt; er allerdings seine Abneigung gegen Kabeljau, die bleibt; dafür testet er sich durch ein Buffet mit netten kleinen Tapas, wie Gemisch aus Fleischstückchen mit Muscheln, gemütlich durch; daß Hinkelsteine in kleine quadratische Stücke geschnitten werden, um Mosaik zu legen, versteht er auch nicht.
Auf zwei Seiten werden Werbe-slogans in einem Think-tank mit Anmeldung Benutzerkonto und den Besonderheiten bei Passwortnotwendigkeiten gemütlich durch den Kakao gezogen.

Zeichnerisch erfreulich ist die Variante der gelben Straßenbahn, die hier von Pferde gezogen wird.
 
Zum Lachen brachte mich der Koch Mayopommes, eine Schlacht mit Kalorienbomben ('pastel de nata'), ein Helferlein des Präfekten namens Benfica und es gibt ein Lokal namens "vaso da gama"

In Summe habe ich mich sehr gut beim ersten Lesen und Ansehen unterhalten, und werde vermutlich viele Feinheiten beim zweiten Durchgang entdecken. Viel Spaß !

Mittwoch, 24. Dezember 2025

Beate Maly : "Mord im Stadtpalais"

Beate Maly :
"Mord im Stadtpalais" - ein Weihnachtskrimi
2025, Emons Verlag
2016 Seiten + 2 Seiten Nachwort + Leseprobe "Mord in der Wiener Werkstätte"
ISBN 978-3-7408-2051-0

Mila Sokol aus einer kinderreichen Familie in Böhmen nach Wien abgeschoben, hat es geschafft als geniale Köchin einen guten Arbeitsplatz in einem Stadtpalais im Herzen Wiens zu haben. Die Arbeitgeber erwarten die Familien für den ganzen Advent - und so kommen zu dem Ehepaar, und der unverheirateten Tochter, der Sohn mit Familie, die gerade schwangere andere Tochter, und die Schwestern des Gastgebers, sowie der Verlobte der Tochter und der Familienarzt.
Bereits am ersten Abend gibt es einen Toten, und der gemütliche und Essen genießende Kommissar Felix Zack sieht Familie und alle Mitarbeiter im Haus kennen, und muß sich der Frage ob die zuckerfreien Marillentascherln oder Powidltascherln mit Gift versetzt waren stellen.
Kommissar Zack bekommt Hilfe nicht nur von Mila, sondern auch von einem liebevollen freundlichen Streuner, der sich den Rang eines Polizeihunds erarbeitet.
Mitraten nach dem Mörder ist möglich.

Ort der Handlung ist Wien im Dezember 1906.

Die Menschen sind gut vorstellbar geschildert inklusive ihrer Probleme. Mila Sokol ist als neue in dem Palais mit einigen Gepflogenheiten dort sehr gefordert; es geht unter die Haut, daß sie trotz verletztem Bein arbeiten muß, weil es für verletzte Dienstboten keinen Kündigungsschutz gibt.
Die Sympathien liegen bei Mila, der unverheirateten Tochter, und Felix Zack.

Der Grund des Mordes ist ein klassischer.
Liebensgeschichten gibt es auch.

Ich habe diesen "Cosy Crime" im verschneiten Advent in Wien mit vielen guten Süßigkeiten mit Vergnügen lesen. Viel Spaß !

Biographie siehe Beate Maly "Tod an der Wien".

Freitag, 19. Dezember 2025

Bernhard Schlink : "Der Vorleser"

Bernhard Schlink :
"Der Vorleser"
Ausgabe Eine Stadt. Ein Buch
copyright 1995, Diogenes Verlag 2023 Echomedia Buchverlag / Eine Stadt. Ein Buch.
203 Seiten + 8 Seiten Interview Bernhard Schlink
keine ISBN 

Der Teenager Michael Berg lernt durch einen Zufall die etwas über 30 jährige Hanna Schmitz kennen, die als Bahnschaffnerin arbeitet. Er verliebt sich in ihre warmherzige bodenständige sinnliche Art, und beginnt ihr auf ihren Wunsch hin vorzulesen. Die erotische Beziehung und den Kontakt mit ihr verschweigt er seiner Umgebung komplett. Später im Gymnasium hat er mehr Kontakt mit gleichaltrigen, und die Beziehung zerbricht.
Während des Studiums wird eine Gruppe um einen Professor dazu eingeteilt einen Gerichtsprozeß zu verfolgen, bei dem einige KZ-aufsehende Frauen jüdische Gefangene bei dem Transport weg von den russischen Soldaten in einem brennenden Gebäude eingeschlossen haben und umkommen lassen, zu diesem Verbrechen angeklagt werden. Michael erkennt Hanna, die sich zu manchem bekennt, manches hinterfragt, und ihm wird klar, daß sie Analphabetin ist, was nicht bekannt ist. Um ihre Souveränität nicht zu verletzen sagt er nichts; sie wird zu langer Gefängnisstrafe verurteilt. Die Auseinandersetzung mit der Arbeit als KZ-Aufseherin unterbleibt.
Als seine Ehe gescheitert ist, beginnt er Kassetten mit Text aus Romanen vorzulesen und zu besprechen und schickt diese an Hanna ins Gefängnis. Jahre später kommt Antwort in eckiger Schrift; die Zeilen werden mit der Zeit flüssiger. Hanna bringt sich kurz vor der Entlassung aus dem Krankenhaus um, und Michael erfährt von der Gefängnisleiterin, daß sie sich am Ende ihres Lebens mit Biographien anderer KZ-Aufseherinnen beschäftigt hat, und ihr Geld Angehörigen der damals verbrannten Frauen vermacht hat.

Der Roman ist dreiteilig aufgebaut - Teenagerzeit, Student, nach seiner Ehe; und in Ich-form aus Sicht von Michael Berg geschildert.

Als Person werden nur Michael Berg geschildert und wie er die anderen Menschen sieht. Er fühlt sich bei der rundlichen geraden Hanna wohler als bei vielen anderen Menschen, auch wenn sie ihn - um ihren Analphabetismus zu vermeiden - immer wieder hart behandelt. Der Vater ist zwar da, aber ferne und kalt.
Die Abschnitte, in denen es um das/die Verbrechen aus der Zeit des Nationalsozialismus geht, werden überraschend unemotional beschrieben, vermutlich das Grauen im Kopf den Lesern/Leserinnen überlassend.

Der Roman ist sehr gut geschrieben; die Szenerien laufen vor Auge ab. Die Kontakte zwischen Michael und Hanna sind spürbar, auch wenn eigentlich kein Kontakt mehr vorhanden ist; die Einsamkeit der beiden ist ebenfalls spürbar.

In Summe ein Roman der eindrücklich bei mir in Erinnerung bleibt.

Bernhard Schlink wurde am 6. Juli 1944 in Großdornberg / Bielefeld geboren. Er ist Jurist und wurde Professor für öffentliches Recht in Deutschland. 1987 begann er zu schreiben, zuerst als als Co-Autor, später alleine vor allem als Kriminal-Schriftsteller.

Mittwoch, 10. Dezember 2025

S J. Bennett : "Die unhöfliche Tote"

S J Bennett :
"Die unhöfliche Tote" - ein Queen-Elizabeth-Krimi
original "A three Dog Problem"
2021, Zaffre, Bonnier Books, London
Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence
2023, Knaur Taschenbuch Lizenz
358 Seiten + 1 Seite Dank
ISBN 978-3-426-52734-4

Queen Elisabeth II, hat nicht nur die Verantwortung für ihre Land und Sorgen um ihre Familie, sondern braucht auch Hilfe um ein Bild, das sie gemeinsam mit ihrem Mann in den ersten Zeiten ihrer Ehe gekauft hatte. Sie bitte Rozie Oshodi, ihre Privatassistentin um deren energische Hilfe; als plötzlich die unbeliebte Haushälterin ermordet am Pool gefunden wird.
Rozie fährt zu dem früheren Leiter der kunsthistorischen Sammlung, entdeckt einen Geheimgang im Buckinghampalace, und legt sich mit Bediensteten an; und erzählt alles der Queen.
Die Queen grübelt während der Spaziergänge mit ihren Corgis nach, während sie zu Portrait sitzt, fragt manches ihren Mann, und langsam entwickelt sich ein Muster, das zu Betrug mit Kunstwerken führt.

Mit viel Humor wird erzählt wie die Queen in ihrem persönlichen Umfeld agiert, aber mit Zähigkeit an ihren Zielen bleibt. Ihre Assistentin Rozie wird als gutaussehende, große, sportliche, höfliche und gescheite junge Frau geschildert, die kein Problem hat anzupacken.

Hintergrund sind Zeichnungen der Artemisia Gentileschi. Es geht um Menschen die Kunstgeschichte und Künstler/Künstlerinnen lieben, aber auch um Menschen die sich der Werke zu eigenem Wohlstand bedienen. 

Das Buch feinfühlig und mit Respekt für die Menschen in der königlichen Familie beschrieben. Nur sehr von der Ferne wird auch die aktuellen Mitglieder der Familie Bezug genommen, ebenso auf die hohe Politik im Parlament.
Auf Bürokratie machen sich alle immer wieder lustig.

Für Hundefans gibt es einige nette Anekdoten mit den Corgis, und auch Sorgen um sie.

Der Roman ist mit Humor geschrieben; ich habe beim Lesen in der Straßenbahn öfters Lachen müssen. Viel Spaß beim Lesen !

Sophia Bennett wurde 1966 in Yorkshire geboren. 
Ihr erstes Buch erschien 2004; sie hat zuerst viele Kinderbücher geschrieben, die in viele Sprachen übersetzt worden sind.
Den Namen "SJ Bennett" verwendet sie für Kriminalromane für Erwachsene, bei denen Queen Elizabeth II als geheimer Privatdetektiv agiert, unterstützt von ihrer fiktionalen Privatassistentin mit Stammbaum in Nigeria, Captain Rozie Oshodi. Mittlerweile gibt es fünf Kriminalromane
mit Queen Elizabeth II und ihren Corgis, die auf deutsch übersetzt worden sind.

Sonntag, 19. Oktober 2025

Christian Klinger : "Eine Corsa in Triest"

Christian Klinger :
"Eine Corsa in Triest" - Gaetano Lamprecht ermittelt
2024, Picus Verlag
318 Seiten
ISBN 978-3-7117-2123-5

In Triest beginnen sich nach dem ersten Weltkrieg die neuen Gruppen aufzustellen - alte Österreicher, junge Menschen die Arbeit suchen, und sehr nationale Gruppen. Aus Wien kommt die Familie Kinsky in ein ererbtes Haus, in dem Walter Kinsky seine Erfindung zu einem Auto mit Elektroantrieb entwickeln möchte.
Parallel ist Gaetano Lamprecht, als ehemaliger Soldat auf Arbeitssuche bei der Polizei, die ihn als kritisch sehen, da er Österreicher ist. Erst nach Umstieg auf die italienische Staatsbürgerschaft erhält er Arbeit, ebenso wie seine Schwester die italienische Staatsbürgerschaft annimmt um Aufstiegschancen im Architekturbüro zu haben.
Der Erfinder verschwindet, die Schlägertruppen werden mehr, Gaetano geht seinem Verdacht über die Hintergründe der Schlägergruppen nach und wird als Commissario suspendiert.
Ein Corsa - eine Wettfahrt - findet zwischen einem Auto mit Elektroantrieb und mit Benzinantrieb statt, welche dort Orts- also Kurvenkenntnis gewonnen wird. Am Schluß kommt es zu einem Showdown zwischen rechten Schlägertruppen und der Polizei und Soldaten.

Ort der Handlung ist Triest, das sich nach dem ersten Weltkrieg, neu aufstellt. Es gibt die politischen die auf Machtgefüge setzen und die vielen Menschen, die sich anpassen müssen und in den neuen Umständen überleben wollen. Die Anpassung schaffen nicht alle.
Die Familie Kinsky sind als Vater, Mutter und Kind freundlich geschildert, wobei der erfindende Vater mit entwendeten Plänen und politischer Fehleinschätzung agiert; allerdings findet er Schlupfwinkel.
Familie Lamprecht ist mit Vater, Mutter, Gaetano und Schwester Adina, und Onkel eher zerrissen; anhand dieser Familie ist die Situation der alten Österreicher im neuen Italien, und deren Fragen wie sie selbst mit der neuen Situation umgehen sollen, aber auch wie sie gesehen werden, exemplarisch geschildert.

Dazwischen findet viel Radfahren statt.

Der Roman ist mit seinen unterschiedlichen Handlungslinien wie Commissario Lamprecht, zwei Männer aus der rechtsextremen Szene, und technischen Erneuerungen spannend geschrieben; die technischen Informationen waren gerade in Zeiten wie aktuell bei denen es um Einsatz von Ressourcen den Erde geht, hochinteressant.

Viel Freude beim Lesen !

Christian Klinger wurde am 15. Jänner 1966 in Wien geboren. Er studierte in Wien Jus, und war Musiker. 2005 erschien mit 'Die Spur im Morgenrot' sein erster Krimi rund um Ermittler Chefinspektor Seidenbast, um den der Autor noch zwei weitere Kriminalromane schrieb. 2012 begann Klinger eine neue Serie um den Privatermittler Marco Martin, um den noch weitere drei Romane veröffentlicht wurden. 2022 begann er mit dem Polizeibeamten Gaetano Lamprecht eine neue Serie, die im Triest des frühen 20. Jahrhunderts angesiedelt ist.
Seit 2017 ist sein Zweitwohnsitz  in Triest.