Posts mit dem Label 1978 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 1978 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 15. Oktober 2025

Tony Hillerman : "Blinde Augen"

Tony Hillerman :
"Blinde Augen" - ein Fall für die Navajo-Police
original "Listening Woman" (A Leaphorn and Chee Novel,3)
1978, Harper & Row
Aus dem Englischen von Friedrich A. Hofschuster
Mit einem Nachwort von Claus Biegert
2023, Unionsverlag 954
251 Seiten + 9 Seiten "Tony Hillerman - Ein Fall von Kultureller Wertschätzung" + 1 Seite Biographie Tony Hillerman
ISBN 978-3-293-20954-1

Ein alter Mann und ein junges Mädchen werden ermordet, während die alte blinde Heilerin in ein Vision versunken ist. Lieutenant Joe Leaphorn wird fast von einem Autofahrer überfahren. Langsam macht er sich auf die Suche nach dem rücksichtslosen Autofahrer, und entdeckt, daß beide Fälle zusammenhängen.
Mit altem Navajo Wissen ausgestattet geht er Spuren nach, und auch alten Bräuchen. Bei weisen Menschen fragt er altes Wissen und alte Welt-entstehungs-mythen nach.
Sehr langsam entschlüsselt sich, daß einer der junge Indianer, die früh in die Heime gesteckt wurden, seinen Halt in sehr alten Mythen sucht, und hier den Umsturz plant.

Ich muß zugeben, daß ich mit dem Stil des Autors überhaupt nicht konnte. Mich hat seine Ausdrucksweise irritiert.  Mir fehlt auch das empathische Eingehen auf Menschen; am Schluß wird es sehr 'action'-reich, die mich nicht erreicht hat. Inhaltlich ist das Antasten an ein Thema und Menschen allerdings sehr interessant.

Die Mythen der unterschiedlichen Indianerstämme haben mich allerdings in den Bann gezogen.

Anthony Grove Hillerman wurde am 27. Mai 1925 nahe Sacred Heart, Oklahoma geboren. Erste Bildung erhielt er in einem Internat für Indianer. 1945 kam er aus dem Zweiten Weltkrieg zurück, und schloß sein Journalismus - studium ab. Er arbeitete bis 1965 als Journalist, später als Dozent für Journalismus.
1970 veröffentlichte er seinen ersten Kriminalroman 'The Blessing Way' ('Wolf ohne Fährte', 1972). Seine Romane spielen im Bundesstaat Arizona in der Navajo Nation Reservation. Seine Detektive sind die Diné-Polizisten Joe Leaphorn (in den späteren Fällen pensioniert und als Privatdetektiv tätig) und Jim Chee (erstmals 1980 in dem Roman 'People of Darkness'
).
Er starb am 26.Oktober 2008 in Albuquerque, New Mexico.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Tschingis Aitmatow : "Der Junge und das Meer"


Tschingis Aitmatow :
"Der Junge und das Meer"
original "Пегий пес, бегущий краем моря“
1977 Zeitschrift Snamja
aus dem Russischen von Charlotte Kossuth
1978 Bertelsmann/München/ Verlag Volk und Welt, Berlin DDR
160 Seiten
ISBN 3-570-05431-4

In dem Buch wird eine spannende Geschichte über das Erwachsen werden, Sterben für die Familie und die Urgewalt der Natur , in diesem Fall des Meeres, erzählt wird.

Kirgis wird das erste Mal von Großvater, Vater und Onkel im Kajak mitgenommen. Er soll lernen in der Tradition der Familie Robben zun töten und als Jäger seine Familie zu ernähren. Die Fahrt zu den Inseln, auf denen die Robben leben wird bei gutem Wetter angetreten. Dann kippt das Wetter, riesige Wellen gefährden Kajak und Männer, und Nebel fällt ein. Mit dem Nebel kommt die absolute Stille und Windlosigkeit. Da das Trinkwasser - der größte Schatz in dieser Situation - auszugehen droht, beschließt zuerst der Großvater, später der Onkel, und am Schluß der Vater über Nacht das Boot zu verlassen, um den Jungen die letzten Trinkwasserschlucke und damit vielleicht das Überleben zu sichern.
Die Polareule und Sterne, die endlich auftauchen, leiten den Jungen heim. Er hat seinen Stern (den Vater), seine Welle (seinen Onkel) und sein Lebensgedicht auf dieser Fahrt kennen gelernt.

Der Roman ist stark, er ging mir unter die Haut. Das rauhe Leben auf dem Meer, die Art wie das einfache Überleben geschildert wird, und nach welch archaischen Regeln die Männer beschließn in den Tod zu gehen um anderen das überleben zu ermöglichen, setzen sich wie Widerhacken fest und die Bilder lassen nicht einfach los.

Die Schilderungen des Lebens im Dorf und später die Windlosigkeit und Stille im Meer liefen wie ein Film vor mir ab.
Schön finde ich wie der Autor die zarten Bande zwischen Kirgis und einem Mädchen andeutet.

Schauplatz ist das ochotskische Meer und einige Inseln dort; ich mußte erst einmal den Atlas bemühen damit ich wußte wo der Roman spielt.

Ein starkes Buch für alle Leser, die keine Angst vor Urgewalten haben, und Leser, die sich in eine Geschichte hineinziehen lassen wollen.