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Sonntag, 1. Februar 2026

Gordon Tyrie : "Schottenkomplott"

Gordon Tyrie :
"Schottenkomplott" - Ein Hebriden krimi
2022, Droemer Taschenbuch
1 Seite Karte der Insel Colonsay + 1 Seite Hauptpersonen + 370 Seiten + 1 Seite Danksagung
ISBN 978-3-426-30857-8

Thin Lizzy, eine eigenwillige schottische Hochwildkuh mit zielsichererr Angriffs- und Verteidigungstechnik wird von einer Insel auf die andere verfrachtet, um in einem Ressort Menschen bei der Entspannung zu helfen. Dort hilft ihr das spanische Eselchen Santiago in der nicht willkommenden Tierwelt zu überleben.
Hynch, ein ausgestiegener Profikiller, hat Kontaktanzeigen aufgegeben, und hofft auf die passende Herzdame. Ihm ist eine Killerin auf den Fersen. Alle Damen der Theatertruppe der Insel versuchen ihn einem Crash-kurs in Kontakt zu Frauen zu geben, wenn sie nicht an die erhoffte Macbeth Aufführung denken.
In der Tierwelt wollen einige Gelegenheiten zur Revanche für Beleidigungen genutzt werden, unter den Menschen ist dies ebenso als Hynchs Erzfeind ankommt, und eine ziemliche Keilerei und strategisches Waffeneinsetzen abläuft.
Am Ende haben sich einige Paare gebildet.

Die Kapitel sind entweder aus der Ich-Sicht von Thin Lizzy geschrieben, und Menschen beobachtet, wobei Hynch die Hauptperson ist.

Mich haben die Kapital aus Sicht der Kuh sehr gut unterhalten, diese sind mit viel Situationshumor geschildert. Wie Thin Lizzy die anderen Tiere in dem esoterischen Streichelzoo beschreibt, die Hackordnung und freundlichen bis machtgierigen tierischen Charaktäre bescchreibt ist sehr unterhaltend.
Die Beschreibung der Personen, v.a. der Frauen ist breit gefächert.

Dieser Band ist der dritte Band cosy Crime der in Schottland spielt.
Wer einen gemütlichen Krimi mit tierischer Unterhaltung schätzt, und manch deftigen Kommentar aushält wird sich vermutlich gut unterhalten. Viel Spaß beim Lesen !

Gordon Tyrie ist das Pseudonym des Glauser-Preisträgers Thomas Kastura, geboren 1966 in Bamberg. Er studierte Germanistik und Geschichte, arbeitet als Autor für den Bayerischen Rundfunk und schreibt seit 20 Jahren Kriminalromane und Erzählungen.

Freitag, 13. November 2020

Heidi van Elderen : "Sterben auf Portugiesisch"

 Heidi van Elderen :
"Sterben auf Portugiesisch" - ein neuer Fall für Inspektor Valente und Polizeischwein Raquel
2020, Penguin Verlag, München
    Seiten
ISBN 978-3-328-10311-0

Inspektor Fernando Valente wird an den Strand zu einem Toten gerufen. Es gibt noch weitere Leichen, während Polizeischwein Raquel mit Vergnügen das Schwimmen entdeckt. Fernando fährt in Alentejo auf der Suche nach Antworten auf und ab, wobei einige kulinarische Köstlichkeiten erzählt werden. Er kommt dem Grund der Morde auf die Spur, als endlich die Geschichte einiger grausamer arroganter Jugendlicher entschlüsselt wird.

Fernando, der sich zuhause gegen die humorvolle Großmutter und die arbeitssame aber deprimierte Mutter durchsetzen muß, erfreut beide durch die wunderschöne Taucherin Lucia; dies hilft ihm seine unerwiderte Liebe zu Anabela, die leider verheiratet ist, zu überwinden.

Polizeischwein Raquel ist ein charmantes, verfressenes Schwein, das es durch Band 1 zu Ruhm gebracht hat. Sie liebt es in ihrem Lieblingslokal gefüttert zu werden und für Photos zu posieren. Diese Stellen sind sehr humorvoll geschildert.

Die Geschichte wird im Sommer erzählt, es glänzen die Berge, der Sand, das Meer. Beim Lesen kommt entspannendes Sommer-feeling auf.

Die Figuren in dem Roman sind gut vorstellbar geschildert. Fernandos Großmutter mit den langen weißen starken Haaren macht fast den stärksten Eindruck. Von Komik ist die Szene als Fernando Frauenschuhe trägt und damit endlich eine Stalkerin los wird.

In Summe ein herrliches Buch zum entspannen. Viel Spaß beim Lesen. 

Heidi van Elderen wurde 1980 am Niederrhein geboren. sie ist viel über die Welt gereist und ist  freiberufliche Journalistin. Aktuell wohnt sie in Neuseeland.

Sonntag, 24. März 2019

Leonie Swann : "Gray"

Leonie Swann :
"Gray"
Kriminalroman
2017, Hardcover
2019, Goldmann Taschenbuchausgabe
404 Seiten + 3 Seiten Glossar
ISBN 978-3-442-48831-5

Mit Daumenkino ohne Zeichner-Angabe - im rechten unteren Eck der rechten Seite
(Daumenkino: ein Papagei, der an eine Erdnuß in Schale geht oder hinter Grünzeug versteckt - entzückend !)

Ein gescheiter, aristokratischer, gut aussehender Student wird als Opfer des Dachkletterns tot am Uni Campus in Cambridge gefunden. Während alles dies als Unfall abtun, geht Dozent Augustus Huff, den der Graupapagei Gray des Toten als neuen Träger und Versorger erwählt, seinen "Gedankenpfaden" um diesen rationalen, arroganten jungen Mann nach. Seine Mutter, eine bildschöne und beeindruckende Frau und Viscountess, unterstützt ihn; am meisten aber der Papagei der mit seiner Sprachbegabung nicht nur konfuse, sondern auch weiterbringende Dialoge initiiert. Am Schluß ist der Tod des jungen Mannes erklärt, und auch einige andere Situation für "Huff".

Ort der Handlung ist Cambridge mit seinen verschiedenen Colleges und alten Gebäuden, auf denen offenbar traditionell heimlich geklettert wurde. 

Die Menschenansammlung ist sehr interessant : Dozent Augustus Huff plagt sich mit Handwaschzwang und guten sowie bösen Ziffern herum, ist aber ein logischer Mensch, der gut für den Papagei sorgt. Gray ist ein sprachbegabter und auch intuitiver Graupapagei. Der tote Student Elliot war Fassadenkletterer, intellektuell, arrogant, attraktiv, verliebt und charismatisch. Prof. Frederick im Rollstuhl ist ein guter Freund von Huff, Sybil eine wunderschöne Dozentin, sowie einige Studenten und Studentinnen die weiterhelfen. Faszinierend ist die Mutter des Abgestürzten geschildert.

Köstlich unterhaltend sind immer wieder Gespräche bei denen der Papagei von der Schulter aus mehr oder minder passende Kommentare schiebt, und die diversen Stimmen seiner "Trainer" treffendst nach zu machen versteht. Erst langsam erschließt sich aus diesen Kommentaren inkl. Stimmen der Schlüssel zum Abrutschen von Elliot.

Die Geschichte ist aus Sicht von Huff erzählt. Manchmal sind kursiv Kapitel des Mörders zu lesen.

Ich mußte beim Lesen jedenfalls öfters laut auflachen, und oft bei situationskomischem Geschehen schmunzeln.

Viel Spaß beim Lesen !

Leonie Swann ist ein Pseudonym. Die Autorin wurde 1975 in Dachau bei München geboren. Sie studierte Philosophoe, Psychologie und englische Literaturwissenschaft in München. Ihr erster Roman "Glennkill" erschien 2005. 2010 erschien der Nachfolger der kriminalistischen Schafe mit "Garou". 

Dienstag, 10. März 2015

Siegert Christiane : "Ein Kriminalfall für Luzifer"

Siegert Christiane :
"Ein Kriminalfall für Luzifer: ein Katzenroman"
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 130 Seiten
Dateigröße: 582 KB
ASIN: B00OYSIF7O

Luzifer, ist ein weißer Kater der es liebt im Stall bei den Pferden zu schlafen und Detektivgeschichten im Radio zu hören und zu lösen. Er lernt Nachbarskatze Angel kennen, eine schwarzhaarige temperamentvolle Katzedame, die erst kurz aus der Stadt ins Grüne gezogen ist.
Über Nacht werden sechs Pferde aus dem Stall gestohlen. Mit vereinten Kräften, und nach einigen Gesprächen bringen sie zuerst ein Mädchen und dieses dann die Polizei dazu, die Pferde gut zu finden. Die Kommunikation zwischen Tieren und Menschen sind teilweise witzig beschrieben.

Die Geschichte ist aus der Sicht des Katers geschrieben - sein Denken und Handeln stehen im Mittelpunkt, obwohl das Buch nicht in Ich-form geschrieben ist.

Hauptgewicht haben die Tiere: die zwei Katzen sind genau geschildert, Lieblingspferd Merlin, die anderen Pferde die von dumm bis zickig geschildert werden, der Polizeihund der dann doch sein kann, das Mädchen Miriam, Stallbesitzer Johann sind nett vorstellbar.
Die Umgebung mit Stall, Wald und Dorf sind gut geschildert - der Film läuft ab.

In Summe ist der Roman eine nette unterhaltsame Katzengeschichte, für man allerdings auch Pferdefan sein sollte.

Christiane Siegert, geboren und aufgewachsen rund um den Taunus, studierte Germanistik. Sie hat einige Adventgeschichten und Jugendbücher geschrieben.

Freitag, 5. September 2014

Arne Blum : "Schöne Sauerei"

Arne Blum :
"Schöne Sauerei" - Ein Schweinekrimi
2012, Limes Verlag Randomhouse
2014, Taschenbuchausgabe
2 Seiten Vorstellung der Schweine + 2 Seiten Vorstellung der Menschen + 298 Seiten + 6 Seiten 'kleines Schweine ABC'
ISBN 978-3-442-37976-7

Das Hausschwein Kim lebt mit ihrer Gruppe aus unterschiedlichen Schweinen bei der hübschen schwangeren Dörthe auf dem Grundstück eines verstorbenen Malers. Ein Makler versucht Frau und Schweine wegen eines Flughafenprojektes zu verjagen. ein Freund der jungen Dame wird ermordet und Kim sieht alles; das Schwein findet dann auch die folgenden Leichen. Bis sie die Menschen zu den Leichen und Lösungen führen kann dauert es .

Parallel bahnt sich eine Art Liebesgeschichte zwischen Kim, Hausschwein, und Lunke, einem rassigen Wildschwein aus dem Wald an. Aus beiden Rotten mischen sich ungefragt Schweine ein.

Den Schweinen wird menschliches Denken, Agieren und auch Fühlen angedichtet. Die Gruppendynamik zwischen den verschiedenen Temperamenten von jungen, alten, revolutionären und verfressenen Schweinen ist unterhaltsam. Die Menschen in dem Krimi fand ich weniger interessant.

Das Cover mit den kuschelnden Schweinen finde ich zeichnerisch nicht wirklich gelungen.

Das Buch habe gemütlich an einem halben Tag ausgelesen und mich dabei sehr gut unterhalten. Viel Spaß dabei !

Arne Blum ist das Pseudonym von Reinhard Rohn für seine Schweinekrimis. Der deutsche Schriftsteller / Übersetzer / Verlagsleiter wurde am 7. April 1959 in Osnabrück geboren. Die Schweinekrimi Serie hat er 2010 begonnen - "Schöne Sauerei" ist der dritte Band. Der Autor lebt mit seiner Familie in Köln.

Dienstag, 10. September 2013

Wolfgang Zdral : "Tartufo"

Wolfgang Zdral :
"Tartufo" - Ein geistreicher Krimi mit fein grunzendem Humor
Roman
2009, Wilhelm Heyne Verlag, München
343 Seiten
2 Seiten gezeichneter Karte des Piemont
ISBN 978-3-453-43344-1

Trüffelschwein Leonardo erzählt aus gemütlicher Ich-Perspektive von Trüffelsuche, den Mord an Matteo mit der er immer auf Trüffelsuche war und wie er den Menschen hilft den Mord aufzuklären.

Trüffel aus dem Piemont gelten als Spezialität. Trüffelschweine gelten als erfolgreicher als Trüffelhunde. Der alte Matteo wird ermordet aufgefunden. Der in Moschusparfüm-getränkte Tiere-fürchtende Commissario befragt Sohn Paolo, Schwiegertochter Leonora und die alte Haushilfe Maria. Auch die Nachbaren - sein Generationen verfeindete Familien - werden in die Befragung einbezogen, sowie die Trüffelhändlerin Rebecca. Am Schluß werden nach einer veritablen Rätsel-Rallye die ominöse Trüffelkarte Matteos gefunden und der Mord an ihm nicht nur gelöst sondern auch gerächt.

Mit Trüffelschwein Leonardo lebt auch der Schweinejüngling Caruso auf dem Hof des Verdi-Fans Matteo. Weitere Hilfe bekommt Leonardo von der gut duftenden Cleopatra, ebenfalls Trüffelschwein, aber am Nachbarhof. Beide verfügen über Trüffelschweinstammbaum - Leonardo bezieht sich u.a. bis zum Zeichner der urtümlichen Höhlen von Altamira und auch der Keiler der bei einer antiken Inventur Striche am Boden zeichnete und damit die Keilschrift begründete soll einer seiner Vorfahren sein. Tatkräftige Hilfe bekommen die beiden Trüffelsucher von den Wildschweinen Diogenes und Hannibal.

Die Menschen sind aus Sicht der Schweine geschildert. Witzig sind die Beschreibungen der Duft- und Geruchsnoten.

Der Kriminalroman ist unterhaltsam geschrieben und bringt zum Schmunzeln. Wissenswertes über Trüffel und Barolo wird erzählt. Viel Spaß und Genuß beim Lesen.

Samstag, 8. Dezember 2012

Leonie Swann : "Glennkill"

Leonie Swann :
"Glennkill" - ein Schafskrimi
2005, Wilhelm Goldmann Verlag, München
12. Ausgabe 2007
2 Seiten Dramatis Oves (die wichtigen Schafe der Handlung)
366 Seiten
ISBN 978-3-442-46415-9

Mit Daumenkino  von Weibke Rossa und Richard Igel :-)
(Daumenkino: hier ein tanzendes Schaf im rechten unteren Eck der rechten Seite - entzückend !)

Der Schäfer George Glenn wird von seiner Schafherde tot aufgefunden - eine Schaufel in seinem Körper finden auch die Schafe dubios, allen voran das intelligenteste Schaf der Herde Miss Maple (sie hatte in ihren Jugend den Ahornsirup vom Brot des Schäfers geschleckt). Die Schafe mit Leitwidder Sir Ritchfield, beobachten, erlauschen und erriechen die Reaktionen der Menschen auf den Tod ihres Schäfers. Komisch kommt ihnen das Gerede von 'Gras', denn warum sollte man das verstecken müssen, wenn es vor der Nase wächst. Miss Maple schafft es mithilfe von Othello, einem vierhörnigen schwarzen Widder, der das Zeug zum Leitwidder hat, und Mopple the Whale, einem dicken flauschigen Merinowidder mit Supergedächtnis, den Rest der Herde zu motivieren, daß es gerecht ist beim Tod des Schäfers zu helfen. Die Menschen sind wenig hilfreich : ein Mann den sie Gott nennen, weil er in einem Haus mit spitzen Dach wohnt, riecht ungut; dem Fleischhauer Ham mißtrauen sie aus logischen gründen und weil er komisch riecht, auch der zwischendurch Schäfer Gabriel stellt sich als schlechter Mensch heraus. Nur eine Frau in rotem Kleid ist nett zu den Schafen. Im Testament stellt sich heraus, daß die Herde die allen Menschen komisch vorkam, die letzte Herde Irlands ist, in der alte fast ausgestorbene Schafrassen gezüchtet werden, und daß sie - die Schafe - das Geld für eine Europareise geerbt haben. Die Frau im roten Kleid wird sich darum kümmern.
Beim Wettbewerb des intelligentesten Schafes spielen die Schafe eine Charade um der Klärung des Todes ihres Schäfers nachzuhelfen, was klappt.

Das Buch ist kein Reißer oder Thriller, sondern ist gemütlich wie eine grasende, nur manchmal nachdenkende Schafherde. Wer Spannung erwartet, wird enttäuscht. Wer bereit ist, sich auf die Schilderungen der unterschiedlichen Schafe, ihrer Temperamente und Intelligenzen einzulassen, wird humorvoll unterhalten.

Etwas metaphysisch sind die Teile in denen Melmoth auftaucht, seine Beiträge liefert, und dann wieder verschwindet. Ob es Wolkenschafe wirklich gibt ? Ob ein Schaf wenn es stirbt ein Wolkenschaf wird ? Melmoth war Zwillingsbruder von Sir Ritchfield, der jahrelang verschollen war, und plötzlich wieder der Herde hilft, indem er ihnen gedanklich weiterhilft, sich dann aber plötzlich auflöst und (wieder) verschwindet. Bei Othello hat er den stärksten Einfluß, da er ihn gedanklich - als Stimme aus dem off - schon lange begleitet hatte.

In Summe ein schönes Buch, bei dem etwas Geduld von Nöten ist, das mir mit seinen Schilderungen von Schafen, von Landschaft, und der nicht-Hektik sehr gut gefallen hat.