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Montag, 13. Mai 2024

Gerald Durrell : "Die aberwitzige Reise eines betrunkenen Elefanten" *

Gerald Durrell :
"Die aberwitzige Reise eines betrunkenen Elefanten" * - eine fast wahre Geschichte
original "Rosy is My Relative"
1968, Collins London
Aus dem Englischen von Sabine Schilasky
2021, Ullstein Taschenbuch
   Seiten
ISBN 978-3-548-06417-8

Adrian Rockwhistle ist ein vorsichtiger Mensch mit einem langweiligen Job. Sein Onkel vererbt ihm eine Elephantendame, Rosy - früher ein Zirkusattraktion, und leider dem Alkohol zugetan. Adrian versucht mit ihr quer durch die Insel zu reisen, um sie bei einem Zirkus unterzubringen. Die Reise bringt vor allem Adrian an seine Grenzen, denn zuerst wird eine Jagdgesellschaft durcheinander gewürfelt, dann eine Geburtstagsparty zum Desaster, später bricht sich Adrian den Arm und verliebt sich - der Gastgeber meint in einem seiner früheren Leben mehrer Elephanten gehabt zu haben, eine entzückende Hexe namens Nell hilft ihnen immer wieder weiter, beim Zirkus gibt es Problem, später einen Gerichtsprozess, dank dessen humorvollem Richter dann alles doch gut ausgeht.

Die Landschaften sind englisch, sanft hügelig und nicht immer einfach eine Elephantendame mit Temperament zu verstecken.

Die Personen sind sehr unterhaltsam geschildert. Es gibt den eingebildeten Jagd-adeligen, den humorvollen Adeligen, die Schreckschraube an Gattin, eine bezaubernde Hexe, einen Mann mit vielen Leben, eine schöne kluge medizinisch erfahrene junge Frau, Menschen die alles besser wissen, einen gescheiten Anwalt, den nervösen aber liebenswerten Adrian, und seinen Freund den Schmied.

Rosy ist eine zirkustrainierte freundliche Elephantendame. Wenn ihr Obst oder Gemüse gefällt ist sie es einfach, Bier bis Rum und Schnaps sind auch immer willkommen. Sie ist auch hilfsbereit wenn es darum geht mit dem Rüssel Wasser zu verteilen.

Das Buch ist sehr humorvoll geschrieben. Ich habe viel in den Straßenbahnen gelesen und mußte öfters laut lachen.

Viel Freude beim Lesen und gutes Lachen  !

Gerald ('Gerry') Malcolm Durrell wurde am 7. Jänner 1925 in Jamshadpur, Indien geboren und starb am 30. Jän ner 1995 auf Jersey. Er war ein britischer autodidaktischer Zoologe, Autor, Tierpfleger, filmte Tiere für die BBC und war zuletzt auch Tiergartendirektor.

Donnerstag, 7. Juli 2022

Robert Whitaker : "Die Frau des Kartographen"

Robert Whitaker
„Die Frau des Kartographen und das Rätsel um die Form der Erde“
Original : „The Mapmaker's Wife. A True Tale of Love, Murder and Survival in the Amazon“
2004, Basic Books, New York
Aus dem amerikanischen Englisch von Enrico Heinemann und Werner Roller
2005, Karl Blessing Verlag
327 Seiten (inkl. Abbildungen) – vordere und hintere Innenseite Karte des oberen Südamerika mit der Reise von Isabel Godin – 1 Seite Inhaltsverzeichnis – 4 Seiten Vorwort – 3 Seiten historische Persönlichkeiten – 18 Seiten Anmerkungen – 7 Seiten Bibliographie – 3 Seiten Danksagung – 4 Seiten Register
ISBN 3-89667-235-5

Der Autor vermengt zwei Erzählstränge : auf der einen Seite erzählt er vom Bestreben der Wissenschaftler zur Zeit der Aufklärung die Form der Erde zu bemessen, um herauszugekommen ob die Erde eine Kugel, eine Melone und wie abgeplattet die Pole der Erde sind. Frankreich und Spanien sind in den 30-ger Jahren des 18 Jahrhunderts verfeindet, Spanien läßt (fast) niemanden in das reiche Land Peru, die Wissenschaftler sind entweder für Newton oder Cassini, als eine Gruppe Wissenschaftler 1735 nach Südamerika zu Vermessung geschickt wird, und eine kleine Truppe nach Lappland, auch hier um Bogendirektionen nach zu triangulieren. Während Lappland einfach und kurz gehandhabt wird, dauert die Reise nach und in Südamerika fast ein Jahrzehnt.

Leiter der Expedition waren Charles-Marie de La Condamine, Pierre Bouguer und Louis Godin, unterstützt von weiteren Wissenschaftlern, Assistenten, und Dienern (denen nicht einmal ein Name zugestanden wurde / neben dem Ruhm gab es weitere Ungerechtigkeiten, denn nur den drei Leitern wurde die Rückreise nach Frankreich gezahlt, was ziemliche Probleme machte).
In Südamerika wurden ihnen zwei naturwissenschaftlich interessierte Offiziere zur Seite (und eigentlich zur Kontrolle) gestellt, die später selbst durch genaue Informationen bekannt wurden.

Die Forschungstruppe reiste oft in getrennten Gruppen, die einen über die Anden, die anderen im Flußbereich und sammelten Erfahrungen, verloren Gepäck, widmeten sich der Aufnahme von Flora und Fauna und sachlichen Betrachtungen, die frei von religiösem, politischen oder fantasiesüchtigen Ansätzen waren (im Gegensatz zu vielen Berichten davor. Sie beschrieben ebenfalls wie schlecht mit den Indios umgegangen wurde).
In den Städten galten wie in Frankreich und Spanien übertriebene Ehr-Regeln, die auch hier zu Problemen führten.

Der zweite Strang geht um Isabel Gramesón, verheiratet seit 1741 mit Jean Godin (Neffe von Louis Godin), die es als Frau durch den unwirtlichen Amazonas von Ecuador bis Französisch-Guyana schaffte um nach mehr als zwanzig Jahren endlich wieder ihren Ehemann zu treffen.

Während mich die Kapitel, in denen die Wissenschaft um die Vermessung der Welt (und persönliche Befindlichkeiten) diskutierte, der Einfluß von Politik und Religion, die Arroganz und Brutalität mit der Militär und Kirche in Südamerika vorging und damit viele Indio-Stämme auslöschte sehr faszinierte, hat mich die bellitristische Art wie über Isabel Gramesón und die Liebesgeschichte, sowie die Religiösität der Dame geschrieben wurde, abgestossen.

Die fünfzehn Kapitel sind mit alten Stichen, die Portraits und Landkarten zu diversen Zeitpunkten zeigen ergänzt. Einige zeigen auch die Meßinstrumente die über die Meere und durch die Berge geschleppt wurden. 

Der Autor ist Journalist / Wissenschaftsjournalist. Leider fand ich kein Geburtsdatum von ihm. 2001 erschien sein Buch "Mad in America", 2011 erschien "Anatomy of an Epidemic".

Mittwoch, 10. November 2021

Michael Schnitzler : "Der Geiger und der Regenwald"

Michael Schnitzler :
"Der Geiger und der Regenwald" - Erinnerungen
Mitarbeit und Vorwort : Petra Hartlieb
2021, Amalthea Signum Verlag
250 Seiten (mit zahlreichen Abbildungen) + 2 Seiten Inhaltsverzeichnis + 3 Seiten Vorwort + 3 Seiten Prolog + 2 Seiten Epilog + 1 Seite Dank + 1 Seite Bildnachweis + 5 Seiten Namensregister
ISBN 978-3-99050-204-4

Michael Schnitzler, Musiker und Regenwald-Engagierter, hat seine Lebensgeschichte und einiges über seine Familie in engagierter und humorvoller Weise zusammengefaßt. In den ersten Kapiteln geht es um seine Großeltern, inklusive dem berühmten Großvater den er selbst nie kennengelernt hat, und wie sie es geschafft haben aus dem Nazi-Reich herausgekommen.
Er selbst kam erst in Amerika zur Welt, haßte Sport und begann früh Violine zu spielen.
Als Teenager zurück in Wien wurde er von Prof Samohyl unterrichtet, war Substitut bei den Wiener Philharmonikern, und seine berufliche Karriere begann. Er wurde rasch Konzertmeister bei den Wiener Symphonikern, mit denen er ein großes Repertoire aufbaute, und war Mitglied von Kammerensembles und kleineren Musikergruppen. Die "Schnurren" aus dem Musikerleben, in denen Situationen oder Menschen liebevoll bis trocken erzählt werden, sind zum Lesen sehr unterhaltend.
Der Autor erzählt viel über Bergsteigen in den USA, und Schweiz und - wie er sich in Costa Rica in den Regenwald verliebt. Zuerst kauft er ein Haus, dann beginnt das Engagement für diese Region, die Gründung des "Regenwald der Österreicher" und seine Verhandlungen für Hilfe. Die Erzählungen über nicht klappende Installationen, einbrechende Dächer, Regengüsse die Bäche in Sturzbäche verwandeln ziehen in den Bann.
Der Epilog bleibt zwiespältig in seiner postiven Einschätzung für die Zukunft der "klassischen" Musik, aber negativen für den Regenwald.

Der Stil ist leicht lesbar und unterhaltend, trotz der nicht einfachen Themen wie Flucht und Regenwald.

Die Seiten, in denen über die großen Dirigenten und Solisten in der klassischen Musikbranche erzählt werden, sind für Liebhaber der Branche unterhaltend bis weiterbildend; mit Sympathie wird nicht gegeizt.

Die gleiche Leidenschaft, die über viele Seiten für Kammermusik zu spüren ist, wird später dem Regenwald zuteil. Als Unterstützer des 'Regenwald der Österreicher' hat mich vorallem der Beginn dieser Idee fasziniert.

Berührend ist wie der Autor erzählt, daß seine Mutter in Amerika mit Krankenschwesterjob und Kammermusik glücklich, während sein Vater mit Studententheatern unterfordert war, und daß es in Wien umgekehrtwar das der Vater im Theater glücklich wurde, aber seine Mutter nicht mehr als Krankenschwester arbeitete und auch wenig von Musikmachen erzählt wurde.

In Summe ein interessantes Buch mit ernsten Themen aber auch humorvollen Absätzen. Viel Freude beim Lesen !

Montag, 30. November 2020

Dean Nicholson : "Nalas Welt"

Dean Nicholson :
"Nalas Welt" - Ein Mann, eine Straßenkiatze und eine Freundschaft, die alles ändert
original "Nala's World", London
2020, Hodder & Stauhton Ltd
Aus den Englischen von Elisa Valerie Thieme
2020, Bastei Lübbe Köln
   Seiten + Karten der Reisen auf den beiden Innenseiten
ISBN 978-3-4047-61711-1

Dean, ein Schotte, fährt auf seinem Fahrrad durch Europa mit Ziel die ganze Welt zu beradeln. In Bosnien läuft ihm auf einem Berg ein kleines grün-äugiges Kätzchen nach. Er nimmt es mit, bringt es  zum Tierarzt und sie  - Nala – fährt ab diesem Moment im Rucksack, in einer Tasche, in einer extra Tasche vorne am Lenkrad auf der Reise mit. Auf der Reise weiter durch Montenegro, Albanien, Griechenland, Türkei, Georgien, Aserbeidschan, Bulgarien, Serbien bis Ungarn lernen die beiden hilfsbereite Menschen kennen und bauen via soziale Medien weltweite Fans vorallem der kleinen  Katze auf. Deans Art mit Tieren und der Umwelt umzugehen, öffnen weitere Türen. Es ist faszinierend zu lesen wie auf dem Handy der nächste Tierarzt oder Tierpflegestation aufgetan wird, die helfen – und andererseits mitzulesen daß die Wetterapps regelmäßig versagen. Die Reise nach Rußland mit Rad und Zug ist im Planungsstadium als Anfang 2020 der neue Grippe-Virus aus China kommt und alle Reisemöglichkeiten kappt.

Deans Reise beginnt am Anfang mit einem Freund, und wenigen Interessierten im Netz, auch seine Familie ist eigentlich nur froh, daß er keine Probleme macht. Am Schluß hat er mehr als eine halbe  Million Follower und die Familie ist neugierig was er weiter macht.

Es ist spannend zu lesen wie die Landschaften, die Städte aber auch die Grenzübertritte geschildert sind. Das Zusammenkommen mit Menschen ist hier erfreulich nett erzählt; hilfsbereit werden Tips, Quartier und Essen gegeben – und alles meist weil Nala so eine charismatische Katze ist :-).

Die sozialen Medien werden laufend mit Infos wo Nala und Dean gerade sind gefüttert, meist  unter Nennung eines Projektes zur Unterstützung von Tierschutz oder Umweltanliegen.(aktuell sind die beiden in Gmunden in Oberösterreich)

In Summe ein wunderbares Buch für Katzenfans, und Menschen die die Weite und Unterschiedlichkeit Europas zu schätzen wissen. Wie Radfahrer das Buch einschätzen, weiß ich leider nicht.

Sonntag, 18. Oktober 2020

Johannes Gans, Eva Wrazdil : "Weingeschichten aus Friaul"

Johannes Gans, Eva Wrazdil :
"Weingeschichten aus Friaul"
2019, Verlag Anton Pustet
148 Seiten + 2 Seiten Inhaltsverzeichnis + 2 Seiten Glossar + geographische Karte auf den Innenseiten
ISBN 978-3-7025-0925-5

Während vielen von uns die Einschränkungen rund um den Corona-Virus die Reiselust nach "bella Italia" gründlich in Frage stellt, lädt dieses Buch mit Wein, Oliven, Käse, Schinken ins schöne Friaul und kleinen Ausläufern ein.

Auf zwei bis drei Seiten ist liebevoll beschrieben wie die Inhaber*innen der Weingüter - sei es seit Generationen oder mit neuem Mut - schaffen gute Qualität zu erzeugen und selbst verwöhnte Geschmäcker mit Variationen zu begeistern.

40 Genußgüter in Friaul, in Isonzo-Tal, bei Triest und Miramare, und um Aquleia sind genannt. 

Es geht auch um autochthone Weinsorten der Region, um Worte wie "picolit", "refosco", "ribolla gialla", "friulano", "verduzoo", "malvasia" aber auch um "salumi" und "torta di miele al balsamico".

Die Photos lassen uns durch die Weingegend und bis in die etruskische Kultur zurück träumen. 

Ein Buch zum Kostreisen planen, oder sich wegträumen.

Eva Wrazdil war 41 Jahre bei dem renommierten Photostudio Simonis in wien, dann freie Photographin. sie ist für die graphische Gestaltung des online-magazins "Kultur & Wein" zuständig.

Johannes Gans wurde 1955 geobren, studierte Kunst in Wien, zeichnet, und ist seit 2010 Herausgeber des online-magazins "Kultur & Wein".

Montag, 15. Juni 2020

Andrea de Carlo : "Yucatan"

Andrea de Carlo :
"Yucatan"
Roman
original "Yucatan"
1986, Gruppo Editoriale
Aus dem Italienischen von Jürgen Bauer
1988/1991, Diogenes
250 Seiten
ISBN 978-3-257-219141-1

Dru Resnik, berühmter Regisseur aus ex-Yugoslavien, und sein britischer Assistent Dave, reisen in Amerika mit dem reichen Nesbitt, der einen Film produzieren möchte. Der Reise zwischen Los Angeles und Mexico schließen sich Nesbitts Freundin Elaine an, an der sich später deren Freundin Rickie anschließt. Eigentlich sollte sich Camaro, anschließen, und mit seiner Spiritualät einen neuen Film initiieren. Es kommen geheimisvolle Texte und Anrufe, die den Film inspirieren sollen. Dru, Dave, Nesbitt und Elaine fahren durch negative und positive Kraftorte in Mexico, billige und teure Hotels, billige und teure Gastronomiestätten; Dru gewinnt Frauen durch seine Ausstrahlung und läßt die anderen Männer damit stehen. Am Ende steht weder ein neuer Film, noch sonst etwas Neues.

In kursiv sind die Gedanken von Dru gesetzt, der sich mehr Initiative von Dave erhofft und seine Zweifel an seiner eigenen Kreativit für neue Filme hat.

Auf dem Cover der Rückseite wird von der Mystischen und metaphysischen seite Mittelamerikas geschrieben, was ich leider überhaupt nicht wahrgenommen habe.
Für mich ist der Roman ein Roadtrip von Suchende, mit ein bißchen Carlos Castaneda gewürzt. Für mich war auch der Weg der Reise kein Weg der Lernen brachte, da alle Positionen am Ende unverändert waren.
Etwas nervig war, daß der berühmte Regisseur fast alle hübschen Frauen in den Bann zieht.

Unterhaltsam ist das viele Herumfahren in den 80-er Jahren, ohne Handy, ohne Internet, dafür Offenheit für Spirituelles.

Leider ist mir der Roman zu langatmig geworden, und ich habe nur durchgehalten, weil ich wissen wollte welche Ende dem Autor eingefallen ist. Ein Lachanfall ist mir aber zuwenig.

Hoffentlich gefällt der Roman anderen Menschen besser als mir. 

Andrea De Carlo wurde am 11. Dezember 1952 in Mailand geboren. Er studierte Literaturwissenschaften, und arbeitete später als Photograph. 1981 erschienen sein bekannter  Roman "Creamtrain (Treno di panna)". Mittlerweile sind 20 Romane in 26 Sprachen übersetzt worden. Er ist auch als Rockmusiker und Maler künstlerisch kreativ, und arbeitete mit Fellini als Regieassistent.

Samstag, 6. Januar 2018

Erich Kästner : "Der 35. Mai"

Erich Kästner :
"Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee"
Copyright 1933, Atrium Verlag Zürich
Illustriert von Walter Trier
1950, Carl Ueberreuter Wien
117 Seiten + 1 Seite Inhaltsverzeichnis + 1 Seite Verzeichnis der Abbildungen
keine ISBN

Der kleine Konrad ist jeden Donnerstag nachmittag bei seinem Onkel, dem Apotheker Ringelhuth. Gemeinsam mit dem schwarzen Zirkuspferd, Negro Caballo, machen sie sich auf die Reise in die Südsee, da Konrad einen möglichst phantasievollen Aufsatz darüber schreiben soll.
Auf dem Weg dorthin kommen sie ins Schlaraffenland mit Präsident Seidelbast, später treffen sie Napoleon, Cäsar, die beiden Ajaxe aus der Illias, Barbarossa und Turnvater Jahn, Alexander der große und Achilles, und beobachten Hannibal und Wallenstein mit Zinnsoldaten im Kampf um einen Rosenstrauch mithilfe von Erbsenkanonen.
In der verkehrten Welt werden böse Eltern erzogen. Der Äquator ist ein Metallband, das vor dem rosten bewahrt werden muß. In der Südsee treffen sie auf die schwarz-weiß-karierte Prinzessin Petersilie und einem Wal im Urwald.
Mittels König und Zauberspruch kommen sie wieder nach Hause, und überfordern Konrads Eltern.

Die Reise Phantansiewelt macht nach den ersten irgendwie eher mühsamen Seiten dann viel Spaß zu lesen. Vermutlich merkt sich jede/r Leser/in andere feine Details, die z.B. von Vier-Frucht-Baum, über spiegelei-legende Hennen bis zu furchtsamen Tigern reichen.

Schön ist in dieser Ausgabe, daß alle Zeichnungen von Walter Trier aus der ersten Ausgabe von 1931 hier abgedruckt sind.

Viel Spaß beim Lesen !

Emil Erich Kästner wurde am 23. Februar 1899 in Dresden geboren. Er war bekannter Kinderschriftsteller, Schriftsteller für Erwachsene, bis zu Texter für das Kabarett. Als regimekritischer Mensch in Deutschland in der NS-Zeit hatte er es zwar nicht leicht, durfte aber immerhin unter Pseudonym veröffentlichen. Am bekanntesten dürften seine Kinderbücher wie "Das doppelte Lottchen", "Emil und die Detektive" sowie "Das fliegende Klassenzimmer" sein. Er starb am 29. Jui 1974 in München.

Montag, 19. Dezember 2016

Alberto Vázquez-Figueroa : "Der Leguan"

Alberto Vázquez-Figueroa :
"Der Leguan"
original "La Iguana"
1982, Palaza & Janés, Barcelona
Aus dem Spanischen von Jan Moewes
2003, Unionsverlag, Zürich
245 Seiten
ISBN 978-3-293-20324-2

Der Leguan ist der böse Spitzname die einem häßlichen unliebenswürdigen Menschen auf einem Schiff gegeben werden. Nach einigen bösen Events bleibt er auf einer Insel als einziger zurück und richtet sich diese als seinen Herrschaftsbereich ein. Nur die Vögel, die Riesenschildkröten und die Leguane sind seine Gefährten, bis er sich - oftmals böse überrascht - Gefährten kidnappt und zwingt für ihn auf der Insel zu schuften. Einer bringt ihm sogar Lesen und eine Art Schreiben bei, bis 'Leguan Oberlus' auch eine bildschöne Frau kidnappen kann. Nach Jahresfrist kam ein Kind, und auch Probleme, denen er sich durch eine wahnwitzige Flucht zu entziehen sucht.

Ort der Handlung ist eine der kleinen Galapagos Inseln, die damals noch "Hood" hieß, jetzt unter 'Espanola' bekannt ist. Es wird von Kakteen, Albatrossen, Riesenschildkröten erzählt - die Nutzungen/Abschlachtungen der Schildkröten sind genauso grausam wie die Kämpfe zwischen den Menschen und Demütigungen der Unterlegenen.

Der 'Leguan' ist grundsätzliche wahre Geschichte, die zur Zeit der Schiffstransporte und Piraten mit Machete und Pistolen gewesen sei.

Der Großteil der Geschichte ist aus seiner Sicht geschrieben. Wie die Menschen lieblos mit ihm umgehen, wie sie ihn nur als excellenten Harpunierer schätzen, wie er lernt auf nie gespürte Zuneigung zu verzichten, wie er grausam zu seinen Sklaven auf der Insel ist und wie er das Leben auf der Insel organisiert, genauso wie die Flucht.
Einige Kapitel sind der schönen Frau Carmen de Ibarra gewidmet, die zwar immer wieder Männer liebt und wiedergeliebt wird, aber nicht glücklich dabei ist. Sie paßt sich dem Leguan irgendwie an, verzeiht ihm aber nicht, daß er ihr/das Kind getötet hat ohne daß sie es sehen konnte.

Das Geschehen ist sehr anschaulich beschrieben. Es sind die Kargheit der Insel, der langsame Tod der Schildkröten, das Luftschnappen der Jungvögel nach dem Vulkanausbruch nach Frischluft, die große Welle des Tsunami, die Qualen sowie Verzweiflung der gekidnappten Menschen spürbar. Fremd bleiben die Stellen mit der Frau, die irgendwie männlichen Wunschvorstellungen zu entspringen scheinen.

Der Roman ist dicht geschrieben und spannend, weil man nie weiß wie die Geschichte weitergeht, welcher Gekidnappte es schafft, und wie es der Hauptperson weiter ergehen wird. Viel Freude beim Lesen !

Alberto Vázquez-Figueroa Rial wurde am 11. Oktober 1936 in Santa Cruz de Tenerife geboren. Sein Kindheit und Jugend verbrachte Vázquez-Figueroa in der jetzt marrokanischen  Wüste in der damaligen Kolonie 'Spanisch Sahara'. Mehrere seiner Romane wurden für das Kino verfilmt. Als Journalist und Auslandskorrespondent reiste er von 1965 bis Ende der 1970er Jahre durch Afrika und Lateinamerika. Als sein erster goßer Roman gilt „Ébano“ (1975 auf spanisch). 1980 erschien dann der erste große Erfolgsroman „Tuareg“, der 1984 unter dem Titel „Tuareg - Il guerriero del deserto“ (dt. 'Gazel, der Wüstenkrieger') verfilmt wurde. Der Autor lebt zurzeit auf Tenerriffa.

Donnerstag, 31. März 2016

Lida Winiewicz : "Katzentisch"

Lida Winiewicz :
"Katzentisch" - Kulinarische Abenteuer
Illustrationen : Markus Szyszkowitz
2009, Amalthea Verlag
160 Seiten + 1 Seite Vorwort + 3 Seiten Inhaltsverzeichnis
ISBN 978-3-85002-693-2

'Katzentisch' ist eine von 65 Erzählungen über Essen, Lokale und Eßgewohnheiten von der Kriegszeit bis ins heute. Humorvoll bis fragend bis unglücklich sind die Geschichten aus meist Wien, aber auch Italien und Frankreich. Die Autorin erzählt Geschichten ums Essen aus ihrem Nachkriegsleben bis in die Jetztzeit, dem ihrer Enkelin und auch Erlebnisse mit guten Freundinnen.

Manche Geschichten bringen zu Lachen weil die Verzweiflung über nicht-gelungene-Kulinarik und Nicht-Dienstleistung trocken und sehr gelungen beschrieben ist.

In den Erzählungen wird der Mangel der Nachkriegszeit und die CARE-Pakete genauso erzählt, wie die Besuche in gemütlichen aber im Zerfall befindlichen Wiener Beisln, hippen Lokalen bis zu Speisewägen und Besuchen in noblen Cafés. Kellner und Kellnerinnen finden freundlichen bis unfreundlichen Platz. Die Geschichten sind zwar noch aus der Zeit des Rauchverbots in Österreich, aber Vegetarier und auch Veganer haben bereits einen Platz ergattert.

Immer wieder unterhaltsam sind die Geschichten mit Enkelin Tinchen, die herzerfrischend kindlich für gescheite Kommentare oder Lösung sorgt.

Für mich als Katzenfan ist der Titel etwas enttäuschend, weil nur Katzentisch mit Katzen zu tun hat. Allerdings gibt es wiederkehrend verwendete entzückende Zeichnungen von Katzen, und Besteck von Markus Szyszkowitz.

In Summe ein unterhaltsamer Erzählband. Ideal als Geschenk für Menschen die sich mit Essen beschäftigen (aber nicht für Katzenfans, denn die würden enttäuscht sein).

Lida Winiewicz wurde am 17. März 1928 in Wien geboren. Sie studidierte Englisch, Franzöisch und Italienisch und auch Gesang. Als Übersetzerin war sie für Werke von Marivaux, Colette, Graham Greene, Moravia tätig. Sie schreibt Thaterstücke, Filmdrehbücher für den ORF und auch Bücher.

Sonntag, 25. Oktober 2015

Adolf Opel : "Wo mir das Lachen zurückgekommen ist"

Adolf Opel :
"Wo mir das Lachen zurückgekommen ist - Auf Reisen mit Ingeborg Bachmann"
2001, Langen Müller / Herbigs Verlagsbuchhandlung GmbH, München
208  Seiten + 1 Seite Quellen- und Bildnachweis
ISBN 3-784-2830-4

In Tagebuch- und damit ich-form erzählt der Autor von seinen Reisen die er ab Jänner 1964 in Bezug auf Ingeborg Bachmann und mit ihr unternommen hat. Auf Besuch in Berlin im Jänner entstanden Ideen zu Reisen nach Prag und über Griechenland nach Äygpten. Beides haben sie auch wirklich unternommen : sie haben das graue Prag erlebt und mit Flauberts Beschreibungen unterstützt vieles von Ägypten gesehen. Im Juni 1964 reisen sie wieder über Griechenland zurück und das Buch endet - mit einer Stichwortliste wann die beiden danach noch in Verbindung miteinander waren.

Mich hat die Sprache und die Art und weise des Lebens in diesem geschilderten halben Jahr in einer Künstler- und Kreativenszene sehr fasziniert. Es werden bereits anerkannte, halbberühmte Menschen geschildert, und auch welche, in deren Zukunft doch keine Berühmtheit gelebt wird. Es ist verzaubernd wie diese Menschen ein Gemisch aus Wissen, Bildung mit Neugier mischen, wie selbstverständlich französisch und spanisch eingeflochten wird (ohne Übersetzung als Fußnote) und wie vergnüglich manche Berühmtheiten mehr oder weniger liebevoll gezeichnet werden.
Erstaunlich war zu lesen wie der Autor um die Hauptperson Frau Bachmann quasi 'herumgetanzt' und sorgsam versucht hat ihr alles so schön und wenig schmerzvoll zu machen (wenn dies nicht wahr ist, ist es zumindest sehr schön zu lesen).
Die große Dichterin, die viele aufgrund ihrer Art mit Worten wunderbar umzugehen, lieben und schätzen wird nach einer offenbar nicht gelungen Beziehung geschildert. Sie ist als sensibler, unsicherer Mensch gezeichnet, für den manches in dieser 'rauhen' Welt zuviel (geworden) sein dürfte.

Exkurs über Ingeborg Bachmann :  Ingeborg Bachmann wurde ab 25. Juni 1926 in Klagenfurt geboren und starb am 17. Oktober 1973 in Rom. Sie studierte Philosophie, Psychologie, Germanistik und Rechtswissenschaften, schrieb Geschichten, Gedichte, Hörspiele, Libretti und Prosatexte. Wichtige Männer in ihrem Leben waren Wiener Essayist und Literaturkritiker Hans Weigel, Komponist Hans Werner Henze und der Autor Max Frisch. Berühmt ist sie u.a. für Prosawerke wie "der Fall Franka" (1966), "Malina" (1971), Libretti für "Der junge Lord" und "Der Prinz von Homburg" und viele Gedichte und Erzählungen.

Die Schilderungen von Prag Mitte der 60-er Jahre mit den damaligen Besuchsproblemen beim Visum und wie unterschiedlich die Menschen dort waren gehen unter die Haut. Ganz anders ist Athen und die Menschen dort geschildert : faszinierend wie der Autor die Häuser, die Antiquitäten und dortige Künstlerszene beschreibt. Ägypten ist unterschiedlich mit Leben am Hausboot, in schlechten und sehr guten Hotels, Wüste mit Kamelknochen, und der vermutlich letzten Bootsfahrt zu Abu Simbel bevor diese beeindruckenden Riesenstatuen zu ihrem jetzigen Ort Transport vor der Flutung für den Stausee transportiert wurden.

Mich hat der Zauber dieser Reisen und Art und Weise der beiden Reisenden gemeinsam mit Flauberts Tagebuch über Ägypten fasziniert. Ich wünsche auch anderen Lesern und Leserinnen das gleiche Vergnügen.

Adolf Opel wurden am 12. Juni 1935 in Wien geboren. Er studiert zwischen 1953 und 1959 an der Universität Wien und der State University of Iowa (Iowa City, USA) Psychologie, Literatur- und Theater- und Filmwissenschaften Ab 1956 war er Journalist, Kritiker und Auslandskorrespondent und schrieb auch Theaterstücke, Radio-Features und Musicals. Er reiste auch viel.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Ece Temelkuran : "Was nützt mir die Revulotion, wenn ich nicht tanzen kann?"

Ece Temelkuran :
"Was nützt mir die Revolution, wenn ich nicht tanzen kann?"
Roman
original "Dügümlere Üfleyen Kadinlar"
2013, Everest Yayinlari, Istanbul
aus dem Türkischen von Johannes Neuner
2014, Atlanik Verlag (in der Hoffmann und Campe Verlag GmbH) Berlin
390 Seiten
ISBN 978-455-60004-9

Dieser dichte Frauenroman der in Tunesien, Lybien, Ägypten, und Libanon nach dem arabischen Frühling spielt, erzählt wie vier faszinierende Frauen auf ihrer Roadstory moralischen Mist über Bord werfen und sich nach und nach zutrauen sich ehrlich zu leben.

Start ist in Tunesien. Drei Frauen trinken gemeinsam, beobachten eine Nachbarin, werden dann zu dieser zum Jasminstrauch, herrlichem Essen und einer verrückten Reise eingeladen. Grenzen werden mit Tricks überwunden, als Fortbewegungsmittel Kamele, Autos, Hubschrauber, Yacht und Flugzeug benutzt, Kleidung anpassungsfähig eingesetzt und bei allen wird gelesen, diskutiert, gelacht, geweint bis jede ihrer kleinen bis großen Lebensaufgabe ins Auge sieht. Anfang und Ende sind der Hof mit dem Jasminbaum.

Das Buch ist aus Ich-Sicht der Türkin, einer Journalistin, die nach Tunis geflohen ist erzählt. Sie ist die zurückhaltendste und am wenigsten spürbar; ihre Lust am Schreiben wird immer stärker.
  Amira ist Tunesierin, Bauchtänzerin und hat sich in einen Dschihadisten verliebt. Sie ist eine emotionale, liebevolle, übersprudelnde Frau. Ihr Traum ist eine eigene Bauchtanzschule - ihr Vater ist dagegen. Sie hat Briefe von dem jungen Ex-Dschihadisten erhalten, der seine Handlungen und Werte in Frage stellt und über das Mittelmeer nach London flieht.
  Maryam ist ägyptische Wissenschaftlerin, die ab den zweiten Abend auf dem Tahirplatz war. Dort begegnete ihr der Chef eines Fußballfanclubs - diese Liebe verändert ihr Leben. Beruflich weiß sie viel über das Leben von Dido, der großen königlichen Dame in Karthago. Sie ist als Muslima durch Schleier tragen erkenntlich. Sie wirkt wie die männliche Ergänzung zur sehr fraulichen Amira.
  Madame Lilla / Esme/ Mutter Thirina ist die ältere, charismatische Dame, die viel erlebt hat, von ihrem Spionageleben spuradisch erzählt, überall Menschen kennt, genußvoll ihre Macht zelebriert, einer großen Liebe nicht verzeihen kann und die Aura einer "Grand Dame" ausstrahlt.

Schön sind die Beschreibungen der jeweiligen Gegenden. Am besten gefiel mir die Formulierung in der die Wüste "bonbonrosa" schien; liebevoll ist beschrieben wie wenig die traditionellen orientalischen Männer in ihren Cafés mit diesen vier Frauen umgehen konnten, denen anzusehen war, daß diese keine Touristinnen sondern aus ihrem Kulturkreis sind.

Die vier Frauen sind die Hauptpersonen. Männer sind wichtig, aber Nebenfiguren in dem großen Schachspiel; sie haben alle Namen und sind nicht auf Funktionen reduziert.
Einer der Männer ist ein Tuareg; auch diese Welt ist dem Roman inkludiert.
Skurril ist der Besuch in einem ehemalig wunderschönen, jetzt zerfallenden Landsitz im Libanon als die vier Frauen auf eine ehemalige Löwenbändigerin stossen, die sich jetzt mit Katzen- und Schlangenzucht über Wasser hält; der Mann züchtet die Tauben.

Weibliche Esoterik blitzt kurz durch, als die vier Frauen bei einer der Reisestationen aufgefordert werden sich mit ihrer Göttin zu unterhalten (Göttin : Aphrodite, Artemis, Hekate etc ...).
Schön finde ich die Elemente wenn die ältere Dame den drei jüngeren zu vermitteln versucht, daß der Atem der Frauen die Welt und die Männer am Leben erhalten.

Etwas unrealistisch scheinen die Grenzübergänge, da es wohl kaum ohne Pässe gehen kann. v.a. wenn beim Rückflug ein Flugzeug einer Chartergesellschaft bestiegen wird; dies mit einem zwei Monate jungen Baby und einer kleinen Siamkatze.

Musik ist ein Teil der Reise. Die Frauen hören und diskutieren über die großen Damen der arabischen Musik: Asmahan, Umm Kulthum und die Libanesin Fairuz.

In Summe ein schönes Buch mit geistigen Ausflügen in den Koran, die Entwicklung von Frauen, Geschichte mit Dido und humorvollen Situationen. Viel Freude !

Ece Temlukuran wurde 1973 in Izmir geboren. Sie ist Juristin, Journalistin und Schriftstellerin; ihren Job als Journalistin verlor sie aufgrund ihrer oppositionellen Einstellung. Ihr erster Roman "Die Stimme der Bananen"(original : "Muz Sesleri") erschien 2010.

Dienstag, 31. August 2010

Alex Merz : "Der Argentinier"

Alex Merz :
"Der Argentinier"
2009, Haymon Verlag Innsbruck - Wien
97 Seiten
ISBN 978-3-85218-580-4
mit 3 Pinselzeichnungen von Heinz Egger

In dem Buch wird in kleinen Absätzen von einem Mann erzählt, der aus der Schweiz für zwei Jahre seinem Traum auswanderte und nach Argentinien zog. Als er dann zurückkam, wurde er Volksschullehrer und reiste nie wieder fort.

Lena erzählt bei einem Schultreffen dem Autor (?) von ihrem Großvater, der nach zwei Jahren Argentinien, über die er fast nie spricht, zu seiner Amelie heimkehrte und wie er dann in der Schweiz lebte. Der Name "der Argentinier" blieb ihm erhalten, auch Geschichten von ihm als Tangotänzer, obwohl man ihn nie - außer bei der Hochzeit Lenas - Tango tanzen sah.

Am Ende schließt sich der Kreis, denn erst auf den letzten Seiten wird erzählt, daß "der Argentinier" in Argentinien, eine Frau geliebt hatte, mit ihr Tango getanzt hatte, und ihrer illegetimen Tochter von "dem Schweizer" erzählt hat.

Beim Lesen des Buches bin ich ruhig geworden. Die Reflexionen eines Menschen über die Oberflächlichkeit, Achtlosigkeit und Gleichgültigkeit, die behutsam beschrieben sind, ohne ein Vorwurf zu werden, ließen mich das Buch genießen.

Schön fand ich die Schilderungen von alten Photos mit Bergen, Bauern, Wanderarbeitern, Schule, wobei nicht nur die Bilder wichtig waren, sondern auch das Entstehen der Bilder, und dann die Rezeption und das was den Schulkindern Jahre später damit vermittelt wurde. In den Schilderungen der Photos ist fast die Stofflichkeit zu sehen.

Der Autor schildert die Personen, die Umgebung(en), die Berge, die Häuser, bis zur Landwirtschaft sehr greifbar, aber immer liebevoll distanziert.

Das Buch kann ich jedem empfehlen, der sich Zeit & Muße nehmen will, und absatzweise oder auch drei Absätze lang Beobachten zu lassen.