Lisa Scott :
"Mord mit kleinen Fehlern"
Roman
original "Courting Trouble"
2002, Harper Collins N.Y
aus dem Amerikanischen von Tatjana Kruse
2003, Wilhelm Goldmann Verlag München
372 Seiten
ISBN 3-442-35861-2
Dieser Kriminalroman, bei dem viele Frauen einer Anwaltskanzlei in Philadelphia wichtig sind, ist stromlininenförmig geschrieben. Die handelnden Personen sind meist attraktiv (leider klischeehaft), aber die Chemie zwischen ihnen ist oft nicht menschlich nachvollziehbar.
Die Story ist klar : gut aussehende Anwältin verteidigt einen sexuelle Belästigung Fall vor Gericht: während sie nicht in der Stadt ist wird ihre Katzensitterin mit ähnlichen roten Haaren ermordet. Sie verdächtigt den Stalker der ihr der Leben bereits einmal schwer gemacht hat, hat eine hinreißende Nacht mit dem Anwalt der gegnerischen Seite, Unterstützung aller Frauen in ihrer Sozietät und es gibt einen überraschenden Showdown. Das Motiv für den Mord ist das cirka älteste der Welt.
Alles wird gerade erzählt. Es gibt leider keine frechen unterhaltsamen Seitenlinien. Die Geschichte, daß ihre Mitanwältinnen, mit denen sie keinen Kontakt hat plötzlich über Nacht die besten Freundinnen seien, ist für Leserinnen und Leser die im normalen Büroarbeitsleben stehen ziemlich unglaubwürdig.
Im Internet war zu finden, daß dieser Band ist die Nr.7 in der Reihe "Rosato and Associates" sei. Leiterin des Anwaltsbüros ist Bennie Rosato, die offenbar als engagierte, 'toughe' gewiefte Anwältin gefürchtet ist; mit ihr als Anwältinnen sind Mary, die Mare oder Maria genannt wird, und liebevolle italienische Eltern hat sowie Judy, die offenbar die Rolle der reschen resoluten Frau hat. Die Mutter von Mary übernimmt den Anteil Esoterik, der aus keinem Grund notwendig ist.
Die Hauptperson Anne Murphy ist als etwas kurvige rothaarige Frau mit imponierendem Vorbau geschildert, die durchaus ihr Leben trotz alkoholkranker Mutter geschafft hat. In Philly lebt sie mit Kater Mel, um den sie sich nicht wirklich schlüssig für Katzenfans kümmert.
Weitere wichtige Menschen im Buch sind der Freund Gil, den sie vor Gericht verteidigen muß; er ist zuerst charmant, dann mühsam geschildert. Anwalt der Gegenseite ist ein (nona) gutaussehender Matt, der die Anklage für seine Mandantin und deren Ehemann führt.
Hintergrund der Geschichte sind die Feiern zum, 4. Juli bei denen die Polizei eher überlastet ist, viele Feiern auf den Parks und Straßen stattfinden, und sich dadurch einige Möglichkeiten zum Verkleiden und damit unentdeckt bleiben ergeben.
Die Geschichte ist insofern spannend geschrieben, als der Wunsch nach der Auflösung des Mordes blieb. Mir war der Krimi bei den vielen anspruchsvollen Kriminalromanen zu flach; hoffentlich gefällt die Geschichte anderen Leserinnen und Lesern besser als mir.
Lisa Scott hat als Anwältin für das US-Berufungsgericht und in einer großen Kanzlei in Philadelphia gearbeitet. Bereits ihr erster Roman »Die Katze war noch da« wurde von Publikum und Kritikern gleichermaßen gefeiert. Für ihr zweites Buch »Rosen sind rot« erhielt sie den Edgar-Allan-Poe-Preis, den begehrtesten Preis für Kriminalliteratur in Amerika. Ihre Bücher erschienen teilweise unter ihrem richtigen Namen Scott. Ihre Serienheldinnen sind die Anwältinnen der Kanzlei Rosato & Partner. Lisa Scott lebt als freie Schriftstellerin in der Nähe von Philadelphia. Achtung : nicht mit Lisa E. Scott verwechseln, die Liebes-Romanzen-Romane schreibt.
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Dienstag, 19. Januar 2016
Samstag, 17. Januar 2015
Gabriel Trujillo Munoz : "Tijuana Blues"
Gabriel Trujillo Munoz :
"Tijuana Blues"
die vier Kurzromane sind gemeinsam unter "El Festin de los cuervos"
2002, Norma Ediciones Mexico-Stadt erschienen
Aus dem Spanischen von Sabine Giersberg
2006, Unionsverlag Zürich
253 Seiten
ISBN 978-3-293-00359-0
Die vier Kurzgeschichten sind in Mexicali nahe der amerikanischen Grenze lokalisiert. Der Anwalt Miguel Ángel Mogado für Menschenrechte, der aus Mexicali kommt aber in den Vereinigten Staaten lebt ist mit vier unterschiedlichen Fällen beauftragt. Informationen kommen vom Feind-Freund, charakterisiert durch den FBI Mann Harry Jeremy Dávalos; und aus einer Gruppe Harley fahrender Männer, den "Cuervos" die in Mexicali Gutes tun und von Jimmy angeführt wird.
In "Mezquito Road" klärt er den Mord an dem versoffenen, spielsüchtigen Heriberto auf, dessen Witwe den posthumen schlechten Ruf bereinigen möchte. Letztendlich war er am falschem Platz bei einem Drogendeal gewesen.
In "Tijuana City Blues" geht Morgado der Geschichte des Kunsttischlers El Güero nach, dessen Vater mit dem Schriftsteller Burroughs befreundet war und verschwunden war. Morgado findet den Vater, einen ehemaligen Spion den das Doppelleben der Vergangenheit ziemlich egal ist.
"Loverboy" ist der Spitzname für einen verrückten jungen Mann, der mit einer berechnenden Frau Kinder entführt, Organe entnimmt und diese betuchten amerikanischen Eltern mit kranken Kindern verkauft. Leider bleiben die mexikanischen Kinder auf der Strecke, und Menschen die sich dagegen wehren auch. Am Schluß siegt eine eigenartige 'Gerechtigkeit'.
In "Laguna Salada" wird in der gleichnamigen Wüste ein männlicher Leichnam mit Füllfeder gefunden. Der Chef der "Chuervos" hilft hier bei der Aufarbeitung kräftig mit. Am Schluß stellt sich heraus, daß Radioaktivität die jemand anderen beseitigen sollte auch hier effektiv verscharrt worden war.
Die Geschichten sind gerade und schörkellos erzählt. Es gibt keine Nebenstränge.
Die Stimmung ist als trocken geschildert, Leben wird durch Alkohol und Sex gezeigt. Sex ist männlich geschildert und machte mir beim Lesen keinen Spaß.
Herzlichkeit und Wärme kommen nur bei den Kindern auf, und wenn es um Kunst geht.
Mich hat die Direktheit durchaus in die Geschichten hineingezogen. Gutes Hineinversinken !
Gabriel Trujillo Muñoz, geboren 1958 in Mexicali im Norden Mexikos, war ursprünglich Chirurg und hat heute eine Professur in Kommunikationswissenschaften an der Universidad Autónoma de Baja California inne. Seinen ersten Kriminalroman schrieb er 1987. Als Schriftsteller gilt er als Vertreter der »frontera«, als »die Stimme der Baja«.
"Tijuana Blues"
die vier Kurzromane sind gemeinsam unter "El Festin de los cuervos"
2002, Norma Ediciones Mexico-Stadt erschienen
Aus dem Spanischen von Sabine Giersberg
2006, Unionsverlag Zürich
253 Seiten
ISBN 978-3-293-00359-0
Die vier Kurzgeschichten sind in Mexicali nahe der amerikanischen Grenze lokalisiert. Der Anwalt Miguel Ángel Mogado für Menschenrechte, der aus Mexicali kommt aber in den Vereinigten Staaten lebt ist mit vier unterschiedlichen Fällen beauftragt. Informationen kommen vom Feind-Freund, charakterisiert durch den FBI Mann Harry Jeremy Dávalos; und aus einer Gruppe Harley fahrender Männer, den "Cuervos" die in Mexicali Gutes tun und von Jimmy angeführt wird.
In "Mezquito Road" klärt er den Mord an dem versoffenen, spielsüchtigen Heriberto auf, dessen Witwe den posthumen schlechten Ruf bereinigen möchte. Letztendlich war er am falschem Platz bei einem Drogendeal gewesen.
In "Tijuana City Blues" geht Morgado der Geschichte des Kunsttischlers El Güero nach, dessen Vater mit dem Schriftsteller Burroughs befreundet war und verschwunden war. Morgado findet den Vater, einen ehemaligen Spion den das Doppelleben der Vergangenheit ziemlich egal ist.
"Loverboy" ist der Spitzname für einen verrückten jungen Mann, der mit einer berechnenden Frau Kinder entführt, Organe entnimmt und diese betuchten amerikanischen Eltern mit kranken Kindern verkauft. Leider bleiben die mexikanischen Kinder auf der Strecke, und Menschen die sich dagegen wehren auch. Am Schluß siegt eine eigenartige 'Gerechtigkeit'.
In "Laguna Salada" wird in der gleichnamigen Wüste ein männlicher Leichnam mit Füllfeder gefunden. Der Chef der "Chuervos" hilft hier bei der Aufarbeitung kräftig mit. Am Schluß stellt sich heraus, daß Radioaktivität die jemand anderen beseitigen sollte auch hier effektiv verscharrt worden war.
Die Geschichten sind gerade und schörkellos erzählt. Es gibt keine Nebenstränge.
Die Stimmung ist als trocken geschildert, Leben wird durch Alkohol und Sex gezeigt. Sex ist männlich geschildert und machte mir beim Lesen keinen Spaß.
Herzlichkeit und Wärme kommen nur bei den Kindern auf, und wenn es um Kunst geht.
Mich hat die Direktheit durchaus in die Geschichten hineingezogen. Gutes Hineinversinken !
Gabriel Trujillo Muñoz, geboren 1958 in Mexicali im Norden Mexikos, war ursprünglich Chirurg und hat heute eine Professur in Kommunikationswissenschaften an der Universidad Autónoma de Baja California inne. Seinen ersten Kriminalroman schrieb er 1987. Als Schriftsteller gilt er als Vertreter der »frontera«, als »die Stimme der Baja«.
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