Antonio Manzini :
"Der Gefrierpunkt" - Rocco Schiavone ermittel, Band 1
original 'Pista nera'
2013, Editione Sellerio
Aus dem Italienischen von Anja Rüdiger
2015, Rowohlt Taschenbuch
276 Seiten + 1 Seite Danksagung
ISBN 978-349-923490-3
Vicequestore Rocco Schiavone wird aus Rom ins winterliche Aosta-tal versetzt. Er wird auf einen Mord auf einer Schneepiste bestellt und erstaunt dort in Halbschuhen und Lodenmantel. Agente Italo Pierron steht ihm zur Seite, und denkt wendig mit. Die Recherchen führen in ein wunderschönes Schigebiet, eine schöne Frau, einen ehemaligen Partner, und einen Bruder aus dem Süden Italiens. . Die Aufklärung des Mordes geht auf eines der ältesten Motive zurück.
Parallel macht Rocco das was seine Frau als Blödheit bezeichnet, als er
mit einem Freund mit Rauschgift findet und für eigene Zwecke verwendet.
Die Menschen sind gut geschildert.
Hauptfigur Schiavone ist eine schillernde Figur der zwar ein sehr gutes Gspür für die seinen Fall hat, sonst aber es mit ehelicher Treue und anderen Leben nach dem Gesetz nicht ernst meint. Mir gehen die erotischen Kommentare etwas auf die Nerven. Daß er bei Befragungen Menschen prügelt, um an Information zu kommen, macht ihn mir nicht sympathisch. Herrlich bösartig bei denen der Polizist die Kontakte und Verdächtigen mit Tieren aus der Tierenzyklopädie vergleicht.
Pierron als ortsansässiger Polizist ist ein Gemisch als bodenständig aber auch wendigem Agieren. Staatsanwalt Baldi ist hier ein mitdenkender Zeitgenosse der der Polizei keine unnotwendigen Dünkel in den Weg wirft.
Bei der Polizei gibt es allerdings zwei Polizisten die an gelebter Dummheit dem Witzblatt entnommen scheinen.
An Verdächtigen gibt es die wunderschöne Witwe Luisa die einen alten Bauernhof geerbt hat, den Chef der Schneeraupenfahrer Luigi, den ehemaligen Freund der Witwe Omar der als Schilehrer sein Geld verdient, den dumpfen Bruder des Ermordeten der sein Land nicht für einen Kredit des Bruders zur Verfügung stellen möchte.
Eine kleine Nebengeschichte, die mich berührt hat, behandelt Menschenschmuggel in einem LKW und die unerwartete Hilfe eines älteren Ehepaares.
Der Originaltitel "pista nera" heißt übersetzt schwarze Piste, was den Schifahrern Freude macht und eine anspruchsvollere Piste heißt.
Der Roman ist gut und spannend geschrieben. Das Ende ist überraschend und der Frust der Hauptfigur nachvollziehbar. Viel Spaß beim Lesen !
Antonio Manzini wurde ab 7. August 1964 in Rom geboren. Er ist ausgebildeter Schauspieler in Film und Fernsehen und schrieb Drehbücher. 2020 erschien der neunte Band mit Rocco Schiavone; es gibt auch viele Erzählungen mit dieser Figur, die oft verfilmt wurden.
Posts mit dem Label Südtirol werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Südtirol werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 17. April 2020
Mittwoch, 10. Juli 2019
Lenz Koppelstätter : "Die Stille der Lärchen"
Lenz Koppelstätter :
"Die Stille der Lärchen" - ein Fall für Commissario Grauner
2016, Verlag Kiepenheuer Witsch Köln
298 Seiten - erste Innenseite mit Plan des Ultentales - Innenseite des Rückencovers mit Plan von Südtirol
ISBN 978-3-462-04734-9
Eine wunderschöne junge Frau sitzt ermordet an Lärchen, das zum Aufbrechen alter Vorurteile, alter Geschichten und aktueller bis dahin nicht anerkannter Brutalitäten führt. Commissario Grauner der aus Südtirol stammt und Ispettore Saltapepe, der aus Neapel versetzt worden war, sehen sich den Einflüssen des sehr konservativen Pfarrers, dem trauernden Großvater der Toten, einem mächtigen Wirtschaftstreibenden des Tales, einem schützenden Vater und alten Geschichten der Jahrhundertwende um die Dichterfamilie Mann gegenüber. Grauner und Saltapeppe rollen das Leben um die Familie der Toten und des Hauptverdächtigen auf, und setzen sich selbst einigen Gefahren aus. Der Tod der jungen Frau wird aufgelöst, und auch einiges anderes was falsch gelaufen war, wird wieder zurecht gerückt.
Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und überrascht im Ende.
Dieser Kriminalroman ist der zweite Band mit den Herren Grauner und Saltapepe.
Die beiden Polizisten sind gut vorstellbar in ihrerm Temperament und Vorlieben geschildert. Die vier Zeilen. in denen der Südtiroler Grauner leidenschaftlich auf italienisch flucht, bringen fast zu Lachen. Die Namen die er seinen Kühen gegeben hat, bringen zu Lachen. Die Probleme mit der Mafia brachten den Neapolitaner nach Südtirol, das ihn immer wieder überfordert. Seine Leidenschaft für einfache gute Spaghetti pomodoro ohne extra Zutaten ist berührend.
Beide sind als halbwegs angenehmem Polizisten geschildert, die um die Aufklärung des Falles bemüht sind, und danach trachten möglichst vielen Vorurteilen auszuweichen.
Es wird die Geschichte des Ultentales erzählt, das um die Jahrhundertwende ähnlich wie der Semmering für seine Erholung berühmt gewesen war. Ein österreichischer Arzt sorgte hier lange für das Wohl seiner überreizten und kranken Patienten.
Gegenpol ist ein übertriebenes Projekt, das einem Unternehmer in dem Buch anfällt, bei dem dieser auch gewissenlos an Grundstücke und Wasserbesitz kommen möchte.
Beängstigend ist auch die Figur des Pfarrers der engstirnig die Bevölkerung des Tales gegen einen jungen nicht-angepassten etwas kranken Mann aufwiegeln möchte, und keinerlei Gewissensprobleme entwickelt.
In Summe ein sehr empfehlenswerter Kriminalroman. Viel Spaß beim Lesen !
Lenz Koppelstätter wurde 1982 in Bozen geboren. Er wuchs in Bozen und Tramin in Südtirol auf und studierte in Bologna und Berlin. Zuerst arbeitete als Journalist, 2015 erschien der erste Band mit Commissario Grauner "Der Tote am Gletscher", 2020 soll der fünfte Kriminalroman in dieser Serie erscheinen.
"Die Stille der Lärchen" - ein Fall für Commissario Grauner
2016, Verlag Kiepenheuer Witsch Köln
298 Seiten - erste Innenseite mit Plan des Ultentales - Innenseite des Rückencovers mit Plan von Südtirol
ISBN 978-3-462-04734-9
Eine wunderschöne junge Frau sitzt ermordet an Lärchen, das zum Aufbrechen alter Vorurteile, alter Geschichten und aktueller bis dahin nicht anerkannter Brutalitäten führt. Commissario Grauner der aus Südtirol stammt und Ispettore Saltapepe, der aus Neapel versetzt worden war, sehen sich den Einflüssen des sehr konservativen Pfarrers, dem trauernden Großvater der Toten, einem mächtigen Wirtschaftstreibenden des Tales, einem schützenden Vater und alten Geschichten der Jahrhundertwende um die Dichterfamilie Mann gegenüber. Grauner und Saltapeppe rollen das Leben um die Familie der Toten und des Hauptverdächtigen auf, und setzen sich selbst einigen Gefahren aus. Der Tod der jungen Frau wird aufgelöst, und auch einiges anderes was falsch gelaufen war, wird wieder zurecht gerückt.
Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und überrascht im Ende.
Dieser Kriminalroman ist der zweite Band mit den Herren Grauner und Saltapepe.
Die beiden Polizisten sind gut vorstellbar in ihrerm Temperament und Vorlieben geschildert. Die vier Zeilen. in denen der Südtiroler Grauner leidenschaftlich auf italienisch flucht, bringen fast zu Lachen. Die Namen die er seinen Kühen gegeben hat, bringen zu Lachen. Die Probleme mit der Mafia brachten den Neapolitaner nach Südtirol, das ihn immer wieder überfordert. Seine Leidenschaft für einfache gute Spaghetti pomodoro ohne extra Zutaten ist berührend.
Beide sind als halbwegs angenehmem Polizisten geschildert, die um die Aufklärung des Falles bemüht sind, und danach trachten möglichst vielen Vorurteilen auszuweichen.
Es wird die Geschichte des Ultentales erzählt, das um die Jahrhundertwende ähnlich wie der Semmering für seine Erholung berühmt gewesen war. Ein österreichischer Arzt sorgte hier lange für das Wohl seiner überreizten und kranken Patienten.
Gegenpol ist ein übertriebenes Projekt, das einem Unternehmer in dem Buch anfällt, bei dem dieser auch gewissenlos an Grundstücke und Wasserbesitz kommen möchte.
Beängstigend ist auch die Figur des Pfarrers der engstirnig die Bevölkerung des Tales gegen einen jungen nicht-angepassten etwas kranken Mann aufwiegeln möchte, und keinerlei Gewissensprobleme entwickelt.
In Summe ein sehr empfehlenswerter Kriminalroman. Viel Spaß beim Lesen !
Lenz Koppelstätter wurde 1982 in Bozen geboren. Er wuchs in Bozen und Tramin in Südtirol auf und studierte in Bologna und Berlin. Zuerst arbeitete als Journalist, 2015 erschien der erste Band mit Commissario Grauner "Der Tote am Gletscher", 2020 soll der fünfte Kriminalroman in dieser Serie erscheinen.
Donnerstag, 22. November 2018
Burkhard Rüth : "Schatten über Bozen"
Burkhard Rüth :
"Schatten über Bozen"
Kriminalroman
2015, emons Verlag
404 Seiten
ISBN 978-3-95451-577-6
Dieser Krimi ist der vierte Band um Kommissario Vincenzo Bellini. Während er und seine Leute den ausgebrochenen Verbrecher Klaus Mantinger suchen, der die Beziehung zwischen Vincenzo und seiner Freundin Giulia aus Mailand zum Zerbrechen gebracht hatte, werden zwei ziemlich bestialisch hergerichtete Frauenleichen gefunden. Ein Journalist gräbt die Geschichte des Guido Zingerle aus, der in den 50-er Jahren Frauen im Wald und den Bergen bestialisch ermordete, und initiiert damit Panik unter der Bevölkerung, die zu zusammenrotten gegen einen geistig Zurückgebliebenen mündet. Da die ermordeten Frauen als Krankenschwestern gearbeitet hatte, werden im Krankenhaus die Chirurgen Brunner und von Adelsburg, die tiefe Feindschaft verbindet, vernommen. Eine dritte Krankenschwester verschwindet. Die Lösung für die Morde ist ziemlich überraschend.
Die Menschen sind durchaus eindrucksvoll geschildert. Vincenco Bellini als attraktiver Kommissario, der lernt zu kämpfen (leider nicht um seine langjährige Freundin); die starke Pathologin die sich in Arbeit vergräbt, und zwei verläßliche Mitarbeiter die Mandelgebäck lieben. An Menschen im Roman sind die Familie von Adelsburg die zwar adelig aber nicht hochnäsig ist, und medizinische Herz-Produkte vertreibt; deren liebenswürdiger höflicher attraktiver Schwiegersohn Florian, der ein genialer Herz-Chirurg ist, sich anscheinend gut an das Adelsbenehmen anpaßt, aber daran innerlich zerbricht - hier kann ihm nicht die intensive Liebe zwischen ihm und seiner Frau helfen; dessen Mentor und Chef Brunner den die Einsamkeit auffrißt; drei Krankenschwestern mit unterschiedlichem Aussehen und Temperament und eine attraktive aber anlassige Ärztin beschrieben; drei Schwestern aus dem Spital die charakterlich unterschiedlich sind; natürlich auch der ausgebrochene Klaus Mantinger der die Polizei narrt, und exzellent in den Bergen unterwegs ist.
Die teilweise mit Haß geführten Gespräche der beiden Ärzte scheinen mir aus dem Leben gegriffen zu sein, so greifbar war die gegenseitige Verachtung und Wunsch dem anderen etwas zu Fleiß zu machen. Hier kriegen es leider die Patienten ab, was gruselig ist. Der medizinische Hintergrund ist großteils gut nachvollziehbar beschrieben. Allerdings ist die Szenerie rund um den illegalen Zugang zu Organen zwecks Transplantation Alptraum erzeugend.
Im Hintergrund wird die Einsamkeit von zwei adoptierten Kindern aufgerollt. Das eine Kind hat direkt mit Zingerle zu tun, das andere gerät in dessen Alptraum - beide sind ausgegrenzt, wobei wenigstens einer eine liebevolle Familie gefunden hat.
Die Geschichte wird etwas sprunghaft geschrieben. Sie beginnt mit Kapiteln in den 40-er Jahren, später dann einem einsamen aber ehrgeizigen Knaben, und teilt sich auch später auf die unterschiedlichen Romangestalten wie den Commissar, seine Freundin giulia, Herrn von Adelsburg, den Arzt Florian von Adelsburg, einige Schwestern im Spital, und auch den klettergewandten Ausbrecher Mantinger auf.
Beängstigend ist beschrieben wie sich Menschen diesmal mit Hilfe der sozialen Netzwerke einseitig informieren, und gemeinsam eine Angst schüren die zum Angriff und Körperverletzung auf Unschuldige führt.
Ort der Handlung sind die Orte und Berge um Bozen.
Der Roman ist gut lesbar, es macht Spaß und ist spannend den Figuren und ihren Gedanken und Handlungen zu folgen. Das Ende ist etwas kurz geraten, hier hätte ich gerne mehr gelesen. In Summe aber ein empfehlenswerter Kriminalroman im Medizinerbereich. Viel Spaß beim Lesen !
Burkhard Rüth wurde 1965 in Westfahlen geboren und ist hauptberuflich Unternehmensberater. 2011 erschien sein erster Krimi mit Kommissario Vincenzo Bellini "Das Monster von Bozen".
"Schatten über Bozen"
Kriminalroman
2015, emons Verlag
404 Seiten
ISBN 978-3-95451-577-6
Dieser Krimi ist der vierte Band um Kommissario Vincenzo Bellini. Während er und seine Leute den ausgebrochenen Verbrecher Klaus Mantinger suchen, der die Beziehung zwischen Vincenzo und seiner Freundin Giulia aus Mailand zum Zerbrechen gebracht hatte, werden zwei ziemlich bestialisch hergerichtete Frauenleichen gefunden. Ein Journalist gräbt die Geschichte des Guido Zingerle aus, der in den 50-er Jahren Frauen im Wald und den Bergen bestialisch ermordete, und initiiert damit Panik unter der Bevölkerung, die zu zusammenrotten gegen einen geistig Zurückgebliebenen mündet. Da die ermordeten Frauen als Krankenschwestern gearbeitet hatte, werden im Krankenhaus die Chirurgen Brunner und von Adelsburg, die tiefe Feindschaft verbindet, vernommen. Eine dritte Krankenschwester verschwindet. Die Lösung für die Morde ist ziemlich überraschend.
Die Menschen sind durchaus eindrucksvoll geschildert. Vincenco Bellini als attraktiver Kommissario, der lernt zu kämpfen (leider nicht um seine langjährige Freundin); die starke Pathologin die sich in Arbeit vergräbt, und zwei verläßliche Mitarbeiter die Mandelgebäck lieben. An Menschen im Roman sind die Familie von Adelsburg die zwar adelig aber nicht hochnäsig ist, und medizinische Herz-Produkte vertreibt; deren liebenswürdiger höflicher attraktiver Schwiegersohn Florian, der ein genialer Herz-Chirurg ist, sich anscheinend gut an das Adelsbenehmen anpaßt, aber daran innerlich zerbricht - hier kann ihm nicht die intensive Liebe zwischen ihm und seiner Frau helfen; dessen Mentor und Chef Brunner den die Einsamkeit auffrißt; drei Krankenschwestern mit unterschiedlichem Aussehen und Temperament und eine attraktive aber anlassige Ärztin beschrieben; drei Schwestern aus dem Spital die charakterlich unterschiedlich sind; natürlich auch der ausgebrochene Klaus Mantinger der die Polizei narrt, und exzellent in den Bergen unterwegs ist.
Die teilweise mit Haß geführten Gespräche der beiden Ärzte scheinen mir aus dem Leben gegriffen zu sein, so greifbar war die gegenseitige Verachtung und Wunsch dem anderen etwas zu Fleiß zu machen. Hier kriegen es leider die Patienten ab, was gruselig ist. Der medizinische Hintergrund ist großteils gut nachvollziehbar beschrieben. Allerdings ist die Szenerie rund um den illegalen Zugang zu Organen zwecks Transplantation Alptraum erzeugend.
Im Hintergrund wird die Einsamkeit von zwei adoptierten Kindern aufgerollt. Das eine Kind hat direkt mit Zingerle zu tun, das andere gerät in dessen Alptraum - beide sind ausgegrenzt, wobei wenigstens einer eine liebevolle Familie gefunden hat.
Die Geschichte wird etwas sprunghaft geschrieben. Sie beginnt mit Kapiteln in den 40-er Jahren, später dann einem einsamen aber ehrgeizigen Knaben, und teilt sich auch später auf die unterschiedlichen Romangestalten wie den Commissar, seine Freundin giulia, Herrn von Adelsburg, den Arzt Florian von Adelsburg, einige Schwestern im Spital, und auch den klettergewandten Ausbrecher Mantinger auf.
Beängstigend ist beschrieben wie sich Menschen diesmal mit Hilfe der sozialen Netzwerke einseitig informieren, und gemeinsam eine Angst schüren die zum Angriff und Körperverletzung auf Unschuldige führt.
Ort der Handlung sind die Orte und Berge um Bozen.
Der Roman ist gut lesbar, es macht Spaß und ist spannend den Figuren und ihren Gedanken und Handlungen zu folgen. Das Ende ist etwas kurz geraten, hier hätte ich gerne mehr gelesen. In Summe aber ein empfehlenswerter Kriminalroman im Medizinerbereich. Viel Spaß beim Lesen !
Burkhard Rüth wurde 1965 in Westfahlen geboren und ist hauptberuflich Unternehmensberater. 2011 erschien sein erster Krimi mit Kommissario Vincenzo Bellini "Das Monster von Bozen".
Mittwoch, 10. Oktober 2018
Michael Böckler : "Falscher Tropfen"
Michael Böckler :
"Falscher Tropfen" - ein Wein-Krimi aus Südtirol
2018, Rowohl Taschenbuch Verlag
389 Seiten + Anhang 26 Seiten Weine + 22 Seiten Essen und Trinken
ISBN 978-3-499-27349-0
Baron Emilio von Ritzfeld-Hechenstein darf wieder ermitteln. Diesmal beauftragt ihn eine trauende Witwe dem Rätsel um eine Flasche Rotwein zu folgen. Während er den Spuren zu einem Weinfälscher, einem Etikettenfälscher und einem chinesischen Konzern folgt, und eine sehr sehr attraktive Photographin kennenlernt, kommt auch heraus, daß der Verstorbene keinem Unfall zum Opfer fiel und ein zweiter Toter wird gefunden.
Als Nebenstrang ist seine schöne und fröhliche Lebensgefährtin und Weinhauerin Phina mit Flüchtlingskindern beschäftigt.
Wie gewohnt fährt Emilio in seinem alten Land Rover durch die Gegend, genießt Speis' und Trank, philosophiert darüber, und bewahrt sich sein Mißtrauen Menschen gegenüber.
Die Weinfälscherszene in der eigentlich teure Weine mit guten Weinen und Aromen schlecht nachgemacht werden, macht mir wenig Freude, denn dazu genieße ich Wein zu sehr.
Die Menschen inklusive dem etwas überkandidelt gekleideten Emilio und Menschen wie die Witwe Martina, deren Bruder dem Koch Sepp, die Photographin Tilda, Emilios Freundin Phina, Linus sowie Gianlucca sind farbenreich geschildert und gut vorstellbar.
Emilio ist hier im Eisacktal sowie zwischen Eppan und Bozen viel unterwegs. Wenn man die Gegend kennt, ist es schön gedanklich mitzufahren.
Die Geschichte ist schön erzählt und liest sich gut. Ein wunderbarer Kriminalroman für schlechtes Wetter, oder die Urlaubszeit. Viel Sapß beim Lesen !
Lebenslauf 15. Oktober 2015 bei "Mord in bester Lage - Ein Weinkrimi aus Südtirol"
"Falscher Tropfen" - ein Wein-Krimi aus Südtirol
2018, Rowohl Taschenbuch Verlag
389 Seiten + Anhang 26 Seiten Weine + 22 Seiten Essen und Trinken
ISBN 978-3-499-27349-0
Baron Emilio von Ritzfeld-Hechenstein darf wieder ermitteln. Diesmal beauftragt ihn eine trauende Witwe dem Rätsel um eine Flasche Rotwein zu folgen. Während er den Spuren zu einem Weinfälscher, einem Etikettenfälscher und einem chinesischen Konzern folgt, und eine sehr sehr attraktive Photographin kennenlernt, kommt auch heraus, daß der Verstorbene keinem Unfall zum Opfer fiel und ein zweiter Toter wird gefunden.
Als Nebenstrang ist seine schöne und fröhliche Lebensgefährtin und Weinhauerin Phina mit Flüchtlingskindern beschäftigt.
Wie gewohnt fährt Emilio in seinem alten Land Rover durch die Gegend, genießt Speis' und Trank, philosophiert darüber, und bewahrt sich sein Mißtrauen Menschen gegenüber.
Die Weinfälscherszene in der eigentlich teure Weine mit guten Weinen und Aromen schlecht nachgemacht werden, macht mir wenig Freude, denn dazu genieße ich Wein zu sehr.
Die Menschen inklusive dem etwas überkandidelt gekleideten Emilio und Menschen wie die Witwe Martina, deren Bruder dem Koch Sepp, die Photographin Tilda, Emilios Freundin Phina, Linus sowie Gianlucca sind farbenreich geschildert und gut vorstellbar.
Emilio ist hier im Eisacktal sowie zwischen Eppan und Bozen viel unterwegs. Wenn man die Gegend kennt, ist es schön gedanklich mitzufahren.
Die Geschichte ist schön erzählt und liest sich gut. Ein wunderbarer Kriminalroman für schlechtes Wetter, oder die Urlaubszeit. Viel Sapß beim Lesen !
Lebenslauf 15. Oktober 2015 bei "Mord in bester Lage - Ein Weinkrimi aus Südtirol"
Montag, 1. Mai 2017
Elisabeth Florin (Pseud.) : "Commissario Pavarotti trifft keinen Ton"
Elisabeth Florin (Pseud.) :
"Commissario Pavarotti trifft keinen Ton"
Kriminalroman
2013, Emons Verlag
372 Seiten + 2 Seiten Anmerkungen der Autorin + 2 Seiten Danksagung
ISBN 978-3-95451-122-g
Die dünne, übergepflegte Lissie von Spiegel fährt in ihre Kindheitserinnerung Meran. Dort wird sie in die Ermittlungen nach einem Mord durch den rundlichen eher emotionslosen italienischen Commissario verwickelt. Beide eint Probleme mit dem Vater und das Ziel den Mord zu lösen. Lissie vergräbt sich in die Geschichte Südtirols mit Mussolini und auch nach dem zweiten Weltkrieg, als die deutschsprachigen Südtiroler Spielball von Politik und Unterdrückung worden; die Zeit der Bombenlegungen, Verstecke, Verrat von Freunden, (zu) hartes Durchgreifen der Polizei werden genannt. Der Commissario versucht bei Witwe und Vater des Mordopfers Informationen zu finden, bei den eingesessenen Handelspartner in Meran für die das Opfer zu Italien-freundlich war, bei italienischen Handelspartnern, und auch bei einer der vielen Geliebten des als charmant aber kühl beschriebenen Opfers. Der Vater des Opfers wird auch ermordet. Erst spät wird überraschend klar, wer hier wen gemordet hat und warum.
Ort der Handlung ist Meran, die schönen Laubengänge, Park und auch die Berge rundherum. In den Laubengängen findet Veränderung statt wenn statt eingesessener Läden plötzlich italienische Nobelmarken ihre Stücke Touristen anbieten.
Die Personen sind gut vorstellbar geschrieben. Pavarotti ist zwar rund, trägt aber die Last daß sein Vater als Staatsanwalt gegen die einstigen Bombenleger traumatisch vorging; Pavarottis Schwester hat ein anderes Problem mit dem gemeinsamen Vater. Pavarotti wird nur Meran zugeteilt, spürt aber daß er als Italiener / 'Welscher' nicht ernst genommen wird. Lissie hat ihre Arbeit verloren und versucht sich abzulenken in dem sie nach Südtirol fährt; sie ist sehr kommunikativ und hört gerne bei fremden Gesprächen zu. Das Opfer Karl Felderer war ein Halodri, und ein gefuchster Geschäftemacher. Seine Frau ist hochschwanger und in der Familie der Felderers kreuzunglücklich. Die Pensionsinhaberin und Restaurantorin wird hantig, handwerklich und ziemlich belastet geschildert. Ihr Enkelbub ist ein aktiver Bub. Der Ladenbesitzer Aschenberger ist historisch bewandert und damit auch belastet, und sehr verbittert. Commissarios ex-Schwager Albert hat einen Alkohol-Laden und hofft diesen erhalten zu können, und ist ein weicher Mensch. Niedermayer hat auch einen Laden in den Laubengängen und er streitet mit Karl Felderer über die weitere Ausrichtung der Geschäfte, und ist sonst ein unsympathischer Mensch.
Die zwei Polizisten vor Ort unterschiedliche Typen; der eine liebt seinen Job und ist engagiert und proaktiv unterwegs, während der andere nur noch weg möchte.
Irritierend sind die Kommentare zu Werken von Gustav Klimt, dem fette Weiber als Modells und ein Tod, der nicht die spanische Grippe ist, angedichtet werden. Hoffentlich sind andere Details besser recherchiert.
So interessant der geschichtliche Hintergrund geschrieben ist und festhält, sowenig haben mich die Personen emotional positiv berührt. Alle haben einen 'groben Schaden', den sie ungelenk und aggressiv kaschieren wollen, was mich bei dem Hauptermittler-Duo abstößt.
Trotzdem ist das Buch ein empfehlenswerter Kriminalroman, bei dem Mitraten nach dem Mörder möglich ist. Viel Spaß !
Elisabeth Florin (eigentlich Claudia Vogl-Mühlhaus) wurde am 4. August 1958 in Augsburg geboren. Ihre Ausbildung hatte sie in München, Brixen und Bozen. Sie arbeitet seit 20 Jahren als Autorin, Finanzjournalistin und Kommunikationsexpertin für Banken. 2003 begann sie ein Buch zu schreiben, das 2013 mit "Commissario Pavarotti trifft keinen Ton" veröffentlicht wurde. Mittlerweile sind auch "Commissario Pavarotti küsst im Schlaf" (2014) und "Commissario Pavarotti spielt mit dem Tod" (2016) erschienen.
"Commissario Pavarotti trifft keinen Ton"
Kriminalroman
2013, Emons Verlag
372 Seiten + 2 Seiten Anmerkungen der Autorin + 2 Seiten Danksagung
ISBN 978-3-95451-122-g
Die dünne, übergepflegte Lissie von Spiegel fährt in ihre Kindheitserinnerung Meran. Dort wird sie in die Ermittlungen nach einem Mord durch den rundlichen eher emotionslosen italienischen Commissario verwickelt. Beide eint Probleme mit dem Vater und das Ziel den Mord zu lösen. Lissie vergräbt sich in die Geschichte Südtirols mit Mussolini und auch nach dem zweiten Weltkrieg, als die deutschsprachigen Südtiroler Spielball von Politik und Unterdrückung worden; die Zeit der Bombenlegungen, Verstecke, Verrat von Freunden, (zu) hartes Durchgreifen der Polizei werden genannt. Der Commissario versucht bei Witwe und Vater des Mordopfers Informationen zu finden, bei den eingesessenen Handelspartner in Meran für die das Opfer zu Italien-freundlich war, bei italienischen Handelspartnern, und auch bei einer der vielen Geliebten des als charmant aber kühl beschriebenen Opfers. Der Vater des Opfers wird auch ermordet. Erst spät wird überraschend klar, wer hier wen gemordet hat und warum.
Ort der Handlung ist Meran, die schönen Laubengänge, Park und auch die Berge rundherum. In den Laubengängen findet Veränderung statt wenn statt eingesessener Läden plötzlich italienische Nobelmarken ihre Stücke Touristen anbieten.
Die Personen sind gut vorstellbar geschrieben. Pavarotti ist zwar rund, trägt aber die Last daß sein Vater als Staatsanwalt gegen die einstigen Bombenleger traumatisch vorging; Pavarottis Schwester hat ein anderes Problem mit dem gemeinsamen Vater. Pavarotti wird nur Meran zugeteilt, spürt aber daß er als Italiener / 'Welscher' nicht ernst genommen wird. Lissie hat ihre Arbeit verloren und versucht sich abzulenken in dem sie nach Südtirol fährt; sie ist sehr kommunikativ und hört gerne bei fremden Gesprächen zu. Das Opfer Karl Felderer war ein Halodri, und ein gefuchster Geschäftemacher. Seine Frau ist hochschwanger und in der Familie der Felderers kreuzunglücklich. Die Pensionsinhaberin und Restaurantorin wird hantig, handwerklich und ziemlich belastet geschildert. Ihr Enkelbub ist ein aktiver Bub. Der Ladenbesitzer Aschenberger ist historisch bewandert und damit auch belastet, und sehr verbittert. Commissarios ex-Schwager Albert hat einen Alkohol-Laden und hofft diesen erhalten zu können, und ist ein weicher Mensch. Niedermayer hat auch einen Laden in den Laubengängen und er streitet mit Karl Felderer über die weitere Ausrichtung der Geschäfte, und ist sonst ein unsympathischer Mensch.
Die zwei Polizisten vor Ort unterschiedliche Typen; der eine liebt seinen Job und ist engagiert und proaktiv unterwegs, während der andere nur noch weg möchte.
Irritierend sind die Kommentare zu Werken von Gustav Klimt, dem fette Weiber als Modells und ein Tod, der nicht die spanische Grippe ist, angedichtet werden. Hoffentlich sind andere Details besser recherchiert.
So interessant der geschichtliche Hintergrund geschrieben ist und festhält, sowenig haben mich die Personen emotional positiv berührt. Alle haben einen 'groben Schaden', den sie ungelenk und aggressiv kaschieren wollen, was mich bei dem Hauptermittler-Duo abstößt.
Trotzdem ist das Buch ein empfehlenswerter Kriminalroman, bei dem Mitraten nach dem Mörder möglich ist. Viel Spaß !
Elisabeth Florin (eigentlich Claudia Vogl-Mühlhaus) wurde am 4. August 1958 in Augsburg geboren. Ihre Ausbildung hatte sie in München, Brixen und Bozen. Sie arbeitet seit 20 Jahren als Autorin, Finanzjournalistin und Kommunikationsexpertin für Banken. 2003 begann sie ein Buch zu schreiben, das 2013 mit "Commissario Pavarotti trifft keinen Ton" veröffentlicht wurde. Mittlerweile sind auch "Commissario Pavarotti küsst im Schlaf" (2014) und "Commissario Pavarotti spielt mit dem Tod" (2016) erschienen.
Samstag, 17. Oktober 2015
Michael Böckler : "Mord in bester Lage"
Michael Böckler :
"Mord in bester Lage - Ein Weinkrimi aus Südtirol"
2014, Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH
372 Seiten + langer Anhang mit Glossar, Lokalen und Rezepten
ISBN 978-3-499-26772-7
In diesem zweiten Band mit Emilio Ritzfeld-Hechenstein. einem deutschen Baron, der sich als Detektiv verdingt und seit dem ersten Band mit einer schönen Frau und Winzerin in Eppan bei Bozen in Südtirol lebt, hat er einige Aufgaben zu lösen :
in einem neu gesetzten Weingarten werden die Setzlinge unbiologisch vergiftet, die beste Freundin seiner Lebensgefährtin verschwindet, er kümmert sich um einen rumänischen Buben und verfolgt am Schluß einen im Wahn verstrickten Mann, der sich an Beteiligten aus einem Kinderstreich aufs Grausamste rächt.
Genußreich führt Emilio durch Lokale und fein gekelterte Weinsorten, erzählt von Bozen und seinem Umland und genießt seit eher gemütliches Leben und die durchaus faule Tagesgestaltung. Freundin Phina ist nicht nur bildschön sondern auch aktiv und arbeitet mit biologischen Mitteln um den Weingarten ertrag- und erfolgreich zu halten. Parallel wird beschrieben wie der Täter vorgeht, was in ihm vorgeht und was ihn antreibt.
Die Lokale, die Landschaft, und die Menschen sind gut vorstellbar geschildert. Manchmal ist mir das lukullische Leben mit durchaus teurem Essen und excellenten Wein zu viel; das Gegengewicht ist der rumänische, etwas verwahrloste Junge Mitica, der erst mit Emilios tatkräftiger Hilfe wieder Boden unter den Füßen bekommt und ihm umgekehrt immer wieder im richtigen Moment zur Seite steht.
In Summe ein gut lesbares Buch das zur Entspannung gut geeignet ist; kommende Novemberabende werden von der sommerlichen Wärme des Buches erwärmt werden können. Viel Spaß beim Lesen !
Michael Böckler wurde am 2. Oktober 1949 in Berlin geboren. Er studierte in 'München Kommunikationswissenschaften, Soziologie und Theaterwissenschaft. Hauptberuflich ist der Autor Mitinhaber einer Agentur für Kommunikationsberatung in München. Der erste Kriminalroman dürfte 2001 erschienen sein : "Wer stirbt schon gerne in Italien ?"
"Mord in bester Lage - Ein Weinkrimi aus Südtirol"
2014, Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH
372 Seiten + langer Anhang mit Glossar, Lokalen und Rezepten
ISBN 978-3-499-26772-7
In diesem zweiten Band mit Emilio Ritzfeld-Hechenstein. einem deutschen Baron, der sich als Detektiv verdingt und seit dem ersten Band mit einer schönen Frau und Winzerin in Eppan bei Bozen in Südtirol lebt, hat er einige Aufgaben zu lösen :
in einem neu gesetzten Weingarten werden die Setzlinge unbiologisch vergiftet, die beste Freundin seiner Lebensgefährtin verschwindet, er kümmert sich um einen rumänischen Buben und verfolgt am Schluß einen im Wahn verstrickten Mann, der sich an Beteiligten aus einem Kinderstreich aufs Grausamste rächt.
Genußreich führt Emilio durch Lokale und fein gekelterte Weinsorten, erzählt von Bozen und seinem Umland und genießt seit eher gemütliches Leben und die durchaus faule Tagesgestaltung. Freundin Phina ist nicht nur bildschön sondern auch aktiv und arbeitet mit biologischen Mitteln um den Weingarten ertrag- und erfolgreich zu halten. Parallel wird beschrieben wie der Täter vorgeht, was in ihm vorgeht und was ihn antreibt.
Die Lokale, die Landschaft, und die Menschen sind gut vorstellbar geschildert. Manchmal ist mir das lukullische Leben mit durchaus teurem Essen und excellenten Wein zu viel; das Gegengewicht ist der rumänische, etwas verwahrloste Junge Mitica, der erst mit Emilios tatkräftiger Hilfe wieder Boden unter den Füßen bekommt und ihm umgekehrt immer wieder im richtigen Moment zur Seite steht.
In Summe ein gut lesbares Buch das zur Entspannung gut geeignet ist; kommende Novemberabende werden von der sommerlichen Wärme des Buches erwärmt werden können. Viel Spaß beim Lesen !
Michael Böckler wurde am 2. Oktober 1949 in Berlin geboren. Er studierte in 'München Kommunikationswissenschaften, Soziologie und Theaterwissenschaft. Hauptberuflich ist der Autor Mitinhaber einer Agentur für Kommunikationsberatung in München. Der erste Kriminalroman dürfte 2001 erschienen sein : "Wer stirbt schon gerne in Italien ?"
Donnerstag, 15. Oktober 2015
Ralph Neubauer : "Rache ist Honig-süss"
Ralph Neubauer :
"Rache ist Honig-süss - Commissario Fameo flirtet"
Band 1 aus der Reihe "Südtirolkrimi"
2012, Spectrum, Verlagsanstalt Athesia AG, Bozen
216 Seiten + 1 Seite Nachwort + 2 Seiten Erläuterungen über den Aufbau der Polizei in Italien
ISBN 978-88-96011-093-0
Fabio Fameo ist aus Rom nach Südtirol versetzt worden. Der Workoholic muß lernen, wie die Südtiroler mit dem heißen Sommer umgehen und besucht aus Langeweile Nals, weil es in dessen Amtsbereich einen Unfall gegeben hatte. Wie der Zufall will kommt er einer alten Geschichte, die aus der Zeit um 1943 datiert auf die Spur, als es in Südtirol nach Wahlen zu Denunzationen und Verschleppungen gekommen war. Bienen führen auf die richtige Spur.
Nebenbei lernt der gut aussehende gebildete Inspektor eine gut aussehende intelligente Frau kennen und die Parallelgeschichte beginnt sich zu entwickeln.
Dieser Südtirolroman erzählt auch von gutem Essen, allerdings ist ein Teil Aufarbeitung der Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg für mich neu gewesen und hochinteressant - die Entscheidung der 'Optisten' und der 'Dableiber', als die Menschen vor die Frage gestellt wurden den Hof zu verlassen und ins deutsche Land zu ziehen oder beim Familiengrund zu bleiben war sicher nicht einfach. Die Geschichte Südtirols in der es deutschsprachige Menschen in den 1960-er/1970-er Jahren sehr schwer hatten und Süditaliener eingesiedelt wurden, wird ebenfalls erzählt.
Die Menschen sind gut geschildert und schön vorstellbar; sowohl die alten Bauern, als auch die aufstrebenden jungen Menschen sind verständlich charakterisiert.
Die Region um Tisens und Prissian wird genannt; sowie Ausflüge ins Ultertal (bei Lana).
In Summe ein gut lesbarer Roman, ideal für Urlaub oder verregnete Tage oder Abende. Viel Spaß !
Ralph Neubauer wurde 1960 in Düsseldorf geboren. Er arbeitet für das Justizministerium und liebt Reisen.
"Rache ist Honig-süss - Commissario Fameo flirtet"
Band 1 aus der Reihe "Südtirolkrimi"
2012, Spectrum, Verlagsanstalt Athesia AG, Bozen
216 Seiten + 1 Seite Nachwort + 2 Seiten Erläuterungen über den Aufbau der Polizei in Italien
ISBN 978-88-96011-093-0
Fabio Fameo ist aus Rom nach Südtirol versetzt worden. Der Workoholic muß lernen, wie die Südtiroler mit dem heißen Sommer umgehen und besucht aus Langeweile Nals, weil es in dessen Amtsbereich einen Unfall gegeben hatte. Wie der Zufall will kommt er einer alten Geschichte, die aus der Zeit um 1943 datiert auf die Spur, als es in Südtirol nach Wahlen zu Denunzationen und Verschleppungen gekommen war. Bienen führen auf die richtige Spur.
Nebenbei lernt der gut aussehende gebildete Inspektor eine gut aussehende intelligente Frau kennen und die Parallelgeschichte beginnt sich zu entwickeln.
Dieser Südtirolroman erzählt auch von gutem Essen, allerdings ist ein Teil Aufarbeitung der Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg für mich neu gewesen und hochinteressant - die Entscheidung der 'Optisten' und der 'Dableiber', als die Menschen vor die Frage gestellt wurden den Hof zu verlassen und ins deutsche Land zu ziehen oder beim Familiengrund zu bleiben war sicher nicht einfach. Die Geschichte Südtirols in der es deutschsprachige Menschen in den 1960-er/1970-er Jahren sehr schwer hatten und Süditaliener eingesiedelt wurden, wird ebenfalls erzählt.
Die Menschen sind gut geschildert und schön vorstellbar; sowohl die alten Bauern, als auch die aufstrebenden jungen Menschen sind verständlich charakterisiert.
Die Region um Tisens und Prissian wird genannt; sowie Ausflüge ins Ultertal (bei Lana).
In Summe ein gut lesbarer Roman, ideal für Urlaub oder verregnete Tage oder Abende. Viel Spaß !
Ralph Neubauer wurde 1960 in Düsseldorf geboren. Er arbeitet für das Justizministerium und liebt Reisen.
Montag, 18. Juni 2012
Erri de Luca : "Das Gewicht des Schmetterlings"
Erri de Luca :
"Das Gewicht des Schmetterlings"
2009, Giangiacomo Feltrinelli Editore, Mailand
original "Il peso della farfalla"
2012, Graf Verlag München - Ullstein Buchverlage, Berlin
aus dem italienischen übersetzt von Helmut Moysich
Nachwort von Helmut Moysich
Laudatio zum Petrarca-Preis von Peter Kammerer
101 Seiten
ISBN 978-386220-007-8
In dem Buch sind zwei grandiose Erzählungen von Herrn Erri de Luca, die sich in der Natur abspielen, abgedruckt, ein langes Nachwort und eine Laudatio zu einem sehr renommierten Preis.
'Das Gewicht des Schmetterlings'
ist eine 67-seitige faszinierende Geschichte über einen wunderschönen einsamen alternden Gamsbock und einen alternden Wilderer. Beiden ist bewußt, daß ihre Zeit abgelaufen ist.
Der Gamsbock ist sein Leben einsam gewesen, seit ein Wilderer vor seine Augen seine Mutter erschossen hatte. Er weiß mit seiner Einsamkeit umzugehen, und weiß sich Löcher zu graben und Baumwipfel zu fressen (was eher unüblich ist).
Der Wilderer mied immer Menschen, trug sich mühsam das Lebensnotwendige zur Hütte in den Bergen und beginnt erst jetzt über eine zähe Journalistin nachzudenken.
Ab und zu zuckelt ein weißer Schmetterling durch die Geschichte, setzt sich auf den Flintenlauf des Wilderers und am Schluß auch auf das Horn des Gamsbocks.
Gewinner im Kampf Mensch gegen Tier gibt es in dieser Geschichte nicht wirklich (außer den Leser).
'Der Besuch des Baumes'
ist eine neun Seiten kurze Geschichte, bei der ein Bergsteiger wiederholte einen Baum in den Südtiroler Dolomiten besucht. Der Baum ist eine Zirbe (Anm : Zirbelkiefer (Pinus cembra)) - einer der widerstandsfähigsten und zähesten Bäume oben auf den Bergen.
Das Leben in den Bergen ist faszinierend beschrieben, wie sich in 'Besuch' die Spannung vor den Blitzen aufbaut elektrisiert fast beim Lesen. Die Sympathie des Autors scheint beim Gamsbock zu sein.
Das Tempo des Buches hat mich an geruhsames und bewußtes Bergsteigen erinnert - in der Vita des Autors war dann nachzulesen, daß er begeisterter Bergsteiger ist.
Selbst beim Lesen in der tosenden lauten Umgebung in der Großstadt zieht es in die Berge, rollen die Felsen fast am Leser vorbei. Mich haben die beiden Geschichten sehr fasziniert und ich wünsche dem Leser das gleiche Vergnügen.
PS: beim Lesen des Nachworts und der Laudatio habe ich jeweils in der Mitte aufgehört zu lesen. Mir war das Geschreibe zu akademisch v.a. nach den starken unmittelbaren Naturbeschreibungen.
"Das Gewicht des Schmetterlings"
2009, Giangiacomo Feltrinelli Editore, Mailand
original "Il peso della farfalla"
2012, Graf Verlag München - Ullstein Buchverlage, Berlin
aus dem italienischen übersetzt von Helmut Moysich
Nachwort von Helmut Moysich
Laudatio zum Petrarca-Preis von Peter Kammerer
101 Seiten
ISBN 978-386220-007-8
In dem Buch sind zwei grandiose Erzählungen von Herrn Erri de Luca, die sich in der Natur abspielen, abgedruckt, ein langes Nachwort und eine Laudatio zu einem sehr renommierten Preis.
'Das Gewicht des Schmetterlings'
ist eine 67-seitige faszinierende Geschichte über einen wunderschönen einsamen alternden Gamsbock und einen alternden Wilderer. Beiden ist bewußt, daß ihre Zeit abgelaufen ist.
Der Gamsbock ist sein Leben einsam gewesen, seit ein Wilderer vor seine Augen seine Mutter erschossen hatte. Er weiß mit seiner Einsamkeit umzugehen, und weiß sich Löcher zu graben und Baumwipfel zu fressen (was eher unüblich ist).
Der Wilderer mied immer Menschen, trug sich mühsam das Lebensnotwendige zur Hütte in den Bergen und beginnt erst jetzt über eine zähe Journalistin nachzudenken.
Ab und zu zuckelt ein weißer Schmetterling durch die Geschichte, setzt sich auf den Flintenlauf des Wilderers und am Schluß auch auf das Horn des Gamsbocks.
Gewinner im Kampf Mensch gegen Tier gibt es in dieser Geschichte nicht wirklich (außer den Leser).
'Der Besuch des Baumes'
ist eine neun Seiten kurze Geschichte, bei der ein Bergsteiger wiederholte einen Baum in den Südtiroler Dolomiten besucht. Der Baum ist eine Zirbe (Anm : Zirbelkiefer (Pinus cembra)) - einer der widerstandsfähigsten und zähesten Bäume oben auf den Bergen.
Das Leben in den Bergen ist faszinierend beschrieben, wie sich in 'Besuch' die Spannung vor den Blitzen aufbaut elektrisiert fast beim Lesen. Die Sympathie des Autors scheint beim Gamsbock zu sein.
Das Tempo des Buches hat mich an geruhsames und bewußtes Bergsteigen erinnert - in der Vita des Autors war dann nachzulesen, daß er begeisterter Bergsteiger ist.
Selbst beim Lesen in der tosenden lauten Umgebung in der Großstadt zieht es in die Berge, rollen die Felsen fast am Leser vorbei. Mich haben die beiden Geschichten sehr fasziniert und ich wünsche dem Leser das gleiche Vergnügen.
PS: beim Lesen des Nachworts und der Laudatio habe ich jeweils in der Mitte aufgehört zu lesen. Mir war das Geschreibe zu akademisch v.a. nach den starken unmittelbaren Naturbeschreibungen.
Abonnieren
Posts (Atom)