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Sonntag, 19. Dezember 2021

Donna Leon : "Flüchtiges Begehren"

Donna Leon : 
"Flüchtiges Begehren" - Commissario Brunettis dreißigster Fall 
original "Transient Desires" 
Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz 
2021, Diogenes Verlag 
307 Seiten 
ISBN 978-3-257-07120-7

Zwei verletzte amerikanische Touristinnen werden vor einem Krankenhaus abgelegt, die jungen Männer die das tun verschwinden. Gemeinsam mit der Küstenwache kommt rasch heraus, daß diese beiden ein junger Anwalt aus guter Familie und der Neffe eines groben Schiffunternehmers waren, wobei diese beiden rasch die Geschichte zu dem Unfall erzählen. Parallel tut sich die Geschichte einer illegalen Prostituierten auf, die unter falschen Zukunftsaussichten ins Land geschmuggelt worden war, und erzählt wie ihre mitflüchtenden Frauen jämmerlich ertrunken waren. Die des Menschenhandels verdächtigen Personen werden erwischt, leider gibt es dann einen sympathischen Toten zuviel.

Brunetti liest in diesem Buch viel aus Tacitus, und geht der Idee nach wie es zu Gerüchten kommt - damals und heute.

Um Brunetti ist das bewährte Team aus Vianello, Griffoni und Singbar Elettra; auch Patta gibt es. zu Hause sind Paola und die beiden Kinder - wie gewohnt. Neu sind die jungen Männer Berto und Vito, der erfolgsgewohnte brutale Onkel von Vito, und die Mitarbeiter der Küstenwache. 

Behutsam wird das Thema Freundschaft behandelt. Auch wenn sich daraus mehr entwickeln kann.

Ich bin mit dem Ende gar nicht einverstanden; es hat mich geschockt, auch wenn ich mittlerweile die manchmal unbefriedigenden Geschichtsenden bei Frau Leon gewohnt sein sollte.

In Summe ein gewohnt guter Venedig-Roman, der diesmal viel auf der Giudecca spielt. Viel Freude am Lesen !

Samstag, 25. September 2021

Donna Leon : "In Sachen Signora Brunetti"

Donna Leon :
"In Sachen Signora Brunetti" - der achte Fall
original "Fatal Remedies"
1980,
Aus dem Amerikanischen von Monika Elwenspoek
2000, Diogenes
    Seiten
ISBN 3-257-06262-1

Paola Brunetti schlägt wiederholt Fensterscheibe eines Reisebüros ein, weil dieses Reisen in Länder mit Kinderprostitution vermittelt. Kommissarin Guido Brunetti wird aufgefordert zu helfen, hält sich aber aus allem zurück, weil er das für die Entscheidung seiner Frau hält. Als ein Unternehmer ermordet wird, wird zuerst ein Zusammenhang mit den Reisen vermutet. Wie aus dem englischen Titel des Buches zu lesen ist, geht es aber um Medikamentenhandel und Herstellung von Produkten, deren Zusammensetzung keine Medikamente und deren Komponenten tödlich sind. Am Schluß hilft die Eifersucht einer Frau den Beweis für den Mord an dem Unternehmer zu beweisen.

Bei den Abschnitten in denen über den Handel mit abgelaufenen Medikamenten, der vor allem an Organisationen, die den besonders Armen der Welt helfen wollen, geht und dann die Steigerung in lebensnotwendige Medikamente Frostschutzmittel zu geben, das getrunken tödlich ist, wurde mir beim Lesen fast schlecht.

Damals wie heute hat Elletra ihre genialen Giftfinger bei der Datenrecherche, Patta versucht den Prominenten ihre Launen zu erfüllen, nur die Kinder von Paola und Guido gehen noch in die Schule und sind noch unkritisch. Es gibt noch Lire, kein telefonino, und die Technik der 80-er einfach anders.

Inhaltlich ist der Krimi interessant vor allem mit der zweiten Thematik der Kinderprostitution in anderen Ländern, und daß es fast nicht möglich ist den Konsumenten hier einen Riegel vorzuschieben.

Ich hatte überraschend Probleme beim Lesen, weil mich diesmal die Sprache nicht wie gewohnt in den Bann gezogen hat. Entweder hat die Autorin damals anders geschrieben, oder die Übersetzung ist nicht wirklich gelungen.

Wie auch immer - Viel spaß beim Lesen !

Samstag, 11. September 2021

Philip Gwynne Jones : "Venezianische Vergeltung"

Philip Gwynne Jones :
"Venezianische Vergeltung"
original "Vengeace in Venice"
2018, Constable/Little London
Aus dem Englischen von Birgit Salzmann
2021, Rowohlt Taschenbuch Verlag
355 Seiten + 3 Seiten Glossar
ISBN 978-3-499-17660-6

Nathan Sutherland lebt als - unbezahlter - Honorarkonsul in Venedig, und macht Übersetzungen ins englische für die Biennale. Kunstinteressiert und Vernissagen schätzend ist er auch dieses Jahr bei der Eröffnung des Britischen Pavillons anwesend, als ein bekannter, für seine Verrisse bekannter Kritiker in die spitze Glasinstallation stürzt. Nathan sieht sich verpflichtet dem britischen Pavillon und dem schüchternen Künstler zu helfen, arbeitet mit der Polizeit zusanmmen, legt sich mit einem schmierigen Journalisten an, verletzt sich in einem Bereich der Biennale und kann mit Hilfe seines Katers Gramsci und seiner Freundin Frederica gerade noch sein Ende abwenden.

Dieser zweiter Band mit Nat Sutherland ist für Genießer des Charmes Venedig und der alle zwei Jahre stattfindenden Kunstbiennale wie mich ein Genuß. Es macht Freude den Straßerln, Vaporetto-linien und Kirchenbesuchen in Venedig zu folgen, sowie die Beschreibungen der Kunstpavillons zu lesen.

Nathan selber wohnt in einer Wohnung mitten in Venedig, seine Freundin wohnt am Lido. Er wohnt mit seinem grantigen, sportsüchtigen Kater Gramsci zusammen, kocht gut, und ist ohne Kaffee nicht ansprechbar. Seine Freundin Frederica / Fede ist Kunsthistorikerin, und arbeitet gerade in einer der schönsten Kirchen Venedigs. Freund Dario hilft ihm am Schluß des Romans zur Lösung des Falles, auch wenn es brenzlig wird.

Im Glossar sind italienische und venezianische Redewendungen und Worte abgedruckt, die Freude machen nachzulesen.

Der Kriminalroman ist sehr gut geschrieben, und hat mir Freude gemacht ihn zu lesen. Mitraten des Who-dunnit ist möglich. Viel Freude beim Lesen !

Mittwoch, 19. August 2020

Donna Leon : "Geheime Quellen"

Donna Leon :
"Geheime Quellen" - Commissario Brunettis neunundzwanzigster Fall
original "Trace Elements"
2020, Cornerstone Digital
Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz
2020, Diogenes Verlag
307 Seiten
ISBN 978-3-257-07099-6

Commissario Guido Brunetti und seine neapolitanische Kollegin Commissaria Claudia Griffoni werden im drückend heißen Venedig zu einer sterbenden Patientin gerufen. Sie setzt die beiden auf den Tod ihres Mannes und schmutziges Geld an. Während sich Vice-Questore um Handtaschendiebe die zufällig die Frau des Bürgermeisters beklaut haben sorgt, gehen die beiden mit Hilfe des bekannten Teams, also Sergente Lorenzo Vianello und Signora Elletra Zorzi, der Spur zu einer Wasserprüfanstalt im Veneto nach. Dort begegnen sie der Personalchefin und dem Chef der chemischen Abteilung, die einander mit großer Antipathie begegnen. Brunetti und Vianello arbeiten sich durch Daten und Grenzwerte, um am Schluß einen unsympathischen Menschen laufen lassen zu müssen, und einen möglichen Unfall zur Anzeige bringen.

Donna Leon greift diesmal zwei Themen auf. Das eine wie manche Firmen rücksichtslos mit dem Wasser, das für alle da ist, firmen-egoistisch umgehen und nicht vor Vergiftung für alle zurückschrecken. Das andere Thema ist, daß es bei Krankheit die Zwei-Klassen-Gesellschaft bei Behandlung gibt, die sich durch Vorhandensein von Geld oder nicht, definiert. Beide Themen ließen mich bedrückt zurück.

Etwas Platz ist Griffoni gewidmet, bei der beschrieben wird, daß sie bereits Veneziano umsetzt, wie sie genial Gespräche führt, aber auch wie sehr sie sich an Venedig gewöhnt hat.

Die Menschen sind wie immer genial skizziert. Der Chefchemiker der im Luxus lebt, und der sich jegliche Empathie mit Mensch und Tier abgewöhnt hat; die Personalchefin die sich mit fremden Federn schmückt und in den falschen Mann verliebt ist; der Unfalltote der absolute Werte lebte, sich damit wenig Freunde machte.

Wer gerade bei einem lieben Menschen den Krebstod miterlebt hat, oder dem körperlichen Abbau eines nahestehenden Menschen zusehen mußte, sollte vielleicht einige Kapitel überspringen.

Der Kriminalroman ist wie gewohnt sehr gut geschrieben und gut zu lesen. Leider läßt das Ende keine Freude aufkommen. Trotzdem viel Freude beim Lesen.

Donnerstag, 25. Juni 2020

Wolfgang Schorlau, Claudio Caiolo : "Der freie Hund"

Wolfgang Schorlau, Claudio Caiolo :
"Der freie Hund" - Commissario Morello ermittelt in Venedig
2020, Kipenheuer & Witsch
315 Seiten + 1 Seite Kapitelverzeichnis + 2 Seiten Danksagung
ISBN978-3-462-05245-9

Commissario Claudio Morello wird nach dem er in Sizilien der Mafia zu nahe gekommen war, zu seinem Schutz aber auch zu seiner Unfreunde nach Venedig versetzt. Dort erwischt er bereits am ersten Tag einen kleinen Taschendieb, und sieht Demonstrationen gegen die erdrückend großen Kreuzschiffe, die diese schöne Stadt zu zerstören drohen. Einer der Demonstranten wird kurz darauf ermordet aufgefunden; da er aus einer mächtigen Familie entstammt werden Morello sofort Probleme gemacht. Durch hartnäckiges Fragen im Hafenbereich, und seiner fixen Ideen überall den Einfluß der Mafia zu sehen, löst er den Mord gegen den Wunsch der obersten Polizeiebene.
Privat hat der Commissario zu verarbeiten, daß die Mafia seine Frau und das gewünschte Kind zerstört haben; schöne Frauen verstehen es immer noch ihn zu verzaubern.

Ort der Handlung sind Cefalu auf Sizilien und Venedig zu Fuß und zu Wasser. Wer Venedig kennt, kann gedanklich durchaus mitgehen.

Es gibt viel über die Mafia zu lesen - über die Entstehung, die Macht, die Machtübernahme gegen die kleinen Leute, Einflußnahme in der Politik und Polizei und Kampf einiger innerhalb der Polizei und des Justizsystems gegen diesen Machtmißbrauch. Hier ist der Roman sehr leidenschaftlich geschrieben.

Zweites großes Thema sind der Kampf gegen die wolkenkratzerhohen Kreuzfahrtschiffe in Venedig, und die Korruption beim Wasserschutzprojekt MOSE. Es schmerzt fast körperlich das Buch nach dem verheerenden Hochwasser im Herbst 2019 zu lesen, wenn der Hintergedanke ist, daß MOSE hätte funktionieren und damit sowohl die Stadt als auch seine Bewohner schützen können.

Der Roman ist gut lesbar und flüssig geschrieben. Morello schimpft immer wieder auf italienisch vor sich hin, was ich gerne in einem Glossar erläutert gefunden hätte.

Spaß macht das Lesen der Beschreibung und Zubereitung der sizilianischen Gerichte, die ich gerne auch in einem Glossar gefunden hätte.

Es gibt immer wieder humorvolle Redewendungen, oder kurze Beschreibungen, die mich zum Lachen brachten.
Es gibt aber auch eine sehr grausliche Szene.

Titelgebend ist der Spitzname "freie Hund", den sich Morello in Sizilien aufgrund seiner Unbestechlichkeit erarbeitet hat, und den er auch in Venedig umsetzt.

In Summe ein gutes Buch, das Italien nicht nur als Urlaubsland, sondern auch mit Teilen seiner Themen umfaßt. Viel Freude beim Lesen.

Wolfgang Schorlau wurde 1951 in Idar-Oberstein geboren. Er wurde zum Großhandelskaufmann ausgebildet, und studierte nach der Matura auf dem zweiten Bildungsweg Informatik. Seite 2002 ist er Schriftsteller. Sein erster Held ist einer ehemaliger BKA-Beamter der als Detektiv arbeitet - Georg Dengler, mit dem 2003 der erste Kriminalroman erschien ("Die blaue Liste"). 2018 erschien der neunte Band mit George Dengler. Es gibt auch andere Helden in den Romanen. In den Kriminalromanen wird meist Politisches mitverarbeitet.

Claudio Caiolo wurde am 2. Februar 1966 in Sant’Agata di Militello auf Sizilien geboren. Er machte seine Schauspiel- und Komödiantenausbildung in Venedig. Zuerst spielte er in Rom, später zog er nach Stuttgart, wo er eine Theatergruppe gründete und selbst spielte. Später begannt er Drehbücher v.a. für schweizerische Produktionen zu schreiben.
Dieses Buch ist die erste Zusammenarbeit dieser beiden Autoren.  

Montag, 27. Januar 2020

Nicolas Remin : "Schnee in Venedig"

Nicolas Remin :
"Schnee in Venedig" - Commissario Trons erster Fall
2006, Rowohlt Taschenbuch Verlag / 3. Auflage 2010
537 Seiten / Großdruck
ISBN 978-3-499-33241-8

Commissario Alvise Tron, Sohn verarmter Adeliger in einem riesigen venezianischen Palazzo, wird berufsbedingt zum Raddampfer geschickt, auf dem ein Offizier ermordet worden war. Ein österreichischer Offiziert verhindert Recherchetätigkeiten der Beamten vor Ort, erklärt die Sache nach einem Selbstmord im Gefängnis als erledigt und motiviert Tron damit dem Wunsch der Kaiserin Elisabeth, die incognito in Venedig ist, hier einige Ungereimtheiten zu klären. Leider werden die Menschen, die er befragen möchte, kurz vor seinem Hinzukommen ermordet. Nach einem Tanz mit der Kaiserin wird eine Falle gegen den Commissario aufgebaut. Am Schluß sind der Mörder und einige Hintermänner tot, und eine Liebesgeschichte ist dabei gut auszugehen.

Conte Alivise Tron ist ein schlanker Mann mit schlechten Augen und charmantem Kneifer. Die Principissa di Montalcino ist ein schöne charmante zurückhaltende Frau mit bezaubernder Boticelli-Nase, die durch Heirat zu Geld gekommen ist und in der Kindheit Schlimmes erlebt hat. Kaiserin Elisabeth wird hier als 25-jährige Frau mit Humor und Gespür für Grenzen geschildert. Spaur ist der Vorgesetzte Trons, der versucht das Richtige für seine Stadt aber auch die Gerechtigkeit zu tun, aber ohne seine eigene Karriere zu gefährden. Oberst Pergen ist kaiserlicher Offizier, der mit Macht und oft ohne Benehmen auftritt und sich die Wahrheit zu seinen Gunsten zurechtbiegt. Die Mutter des Conte, sowie Alessandro der alte Diener und Hausfaktotum sind schön skizziert. Ein ehemaliger Cellist des Fenice ist ein schöner Mann, der Männer mag. Ein ehemaliger Offizier ist jetzt Mönch, der photographiert, aber kein Mitleid mit Menschen hat. Ein anderer ehemaliger Offizier arbeitet für die Gasgesellschaft und ist mit dem Ersetzen von Petroleumlampen beschäftigt; er ist gut aussehend, gebildet und sehr skrupellos.

Venedig ist diesmal im Schnee mit Scheegestöber geschildert. Alle fahren Gondel, egal ob gemietet oder der individuellen militärischen Gruppen die gerade in der Stadt weilen.

Die Orte der Handlung sind dem Venedig-kundigen nachvollziehbar.
Der Großdruck ist sehr angenehm zu lesen.

Die Geschichte ist gut zu lesen, die Ort und Menschen gut vorstellbar. Das Ende überraschend. Ein Mord wird nicht wirklich bewertet, der böse Mörder ist erratbar. Viel Spaß beim Lesen !

Bio von Nicolas Remin bei "Venezianische Verlobung"(20. Okt 2013)

Sonntag, 4. Februar 2018

Kazuo Ishiguro : "Bei Anbruch der Nacht"

Kazuo Ishiguro :
"Bei Anbruch der Nacht"
Roman
Original "Nocturnes. Five Stories of Music and Nightfall"
2009, Faber and Faber Ltd, London
Aus dem Englisch von Barbara Schaden
2016, Heyne Verlag München
223 Seiten
ISBN978-3-453-42156-1

In dem Buch sind fünf unterschiedlich lange, aber gleichbleibend intensive Geschichten über Musik, die Liebe zu ihr, und die Kraft die sie geben kann gesammelt.

'Crooner' spielt in Venedig. Der junger Gitarist Jan aus dem ehemaligen Ostblock trifft auf das amerikanische Idol seiner Mutter, der wunderbare Lieder im Stil eines Frank Sinatra oder so ähnliche gesungen hat. Auf Wunsch des alternden Stars der ein Comeback vorhat, begleitet ihn der junge Gitarrist in eine Gondel damit der Star seiner Frau ein Ständchen bringen kann.
Begrifflich ist 'Crooner' ein amerikaner Gesangsstil bei dem es Dank der Erfindung des Mikrophons möglich ist, leise bis schmachtend zu singen.

'Ob Regen oder Sonnenschein' : Der ehemalige Studienkollege Ray(mond) soll eine zerstrittene Ehe in London kitten, wobei ihn beide Ehepartner mittlerweile für einen Versager halten. Romantische Swingmusik, die ihm und der Ehefrau zur Studienzeit gefallen hat, kittet zumindest für den Moment eines Tanzes auf der Terrasse die Stimmung.

'Malvern Hills' ist in den englischen Hügeln. Ein junger Gitarrist zieht zur Schwester aufs Land und hilft in deren Hotel aus. Nachdem ihm niemand in London mit eigenen Songs hören wollte, komponiert er am Land weiter. Ein schweizer Ehepaar, das wie Banker aussieht aber Musiker sind, machen ihm Mut weiter zu komponieren und an die Musik zu glauben.

In 'Bei Anbruch der Nacht' wird der offenbar häßliche Saxophonist Steve überzeugt sich einer Schönheitsoperation zu unterziehen, die der Liebhaber seiner Frau zahlt. Dort lernt er die geschiedene Frau eines bekannten Sängers kennen, die ziemlich aufgedreht ist. Gemeinsam verstecken sie einen Ehrenpokal und entstehen einige witzige Szenen. Das Ende ist sehr offen.

Bei 'Cellisten' sind die Protagonisten wieder in Venedig angelangt. Diesmal sind es der junge Cellist Tibor in Venedig, der sich von Eloise am Cello musikalisch herausfordern läßt. Sie hat Gespür für Musik, hat aber selbst aufgehört Cello zu spielen. Am Ende tritt Tibor in Amsterdam auf, aber ob ihm Eloise geholfen hat, bleibt offen.

Die Menschen sind gut vorstellbar geschildert, vor allem ist die Chemie zwischen ihnen für mich spürbar. Obwohl die Menschen hier oft aneinander vorbeireden, sich unsicher sind, innerlich Fragen stellen oder einfach nur traurig und einsam sind, ist Nähe spürbar.

Die Orte der Handlung sind klar skizziert mit Piazza in Venedig, englische Hügel oder einer Küche in einem Hotel.

Ich bin in die liebevollen, verzaubernden und auch melancholischen Geschichten eingetaucht und wünsche Lesern/Leserinnen das gleiche Vergnügen. Viel Freude !

Kazuo Ishiguro wurde am 8. November 1954 in Nagasaki geboren. 1950 übersiedelten die Famile nach London. Er studierte an der universität in Kent Englisch und Philosophie. 1982 erschien sein erster Roman "A Pale View of Hills" ("Damals in Nagasaki" 1984). Sein dritter und berühmtester Roman "Was vom Tage übrig blieb" erschien 1989 auf Englisch "The Remains of the Day". 2017 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Dienstag, 10. Oktober 2017

Donna Leon : "Stille Wasser"

Donna Leon :
"Stille Wasser" - Commissario Brunettis 26. Fall
Roman
original "Earthly Remains"
2017, Atlantic Monthly Press
aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz
2017, Diogenes Verlag
334  Seiten + Innencover Grundriß von Venedig - Mestre - Laguna Nord
ISBN 978-3-257-06988-4

Commissario Brunetti nimmt sich nach einem Vorfall mit einem Prominenten der Stadt Auszeit und lebt einige Zeit auf einer der Insel in der Lagune vor Venedig. Dort rudert er mit einem alten Mann der ihm die Lagune mit den Gezeiten und die Bienen auf den Inseln zeigt. Auch hier sterben Bienen und der alte Mann forscht nach, was ihm nicht gut tut. Brunetti kommt hier einer Umweltverschmutzung von vor dreißig Jahren auf die Spur, wobei wenigstens zwei ältere Herren sich einen Lebensstandard sichern konnten.

Der Krimi hat diesmal keinen rasanten Drive sondern mäandert gemütlich wie das Wasser in der Lagune vor sich hin. Faszinierend sind die Stellen in denen einfach nur gerudert wird und das Gefühl des Bootes - einem puparìn geschildert wird.
An Menschen gibt es wie gewohnt Ehefrau und Ruhepol Paola, Computergenie Elletra, geschickten Vianello, bildschöne hochintelligente Polizistin Griffoni, Pathologen Rizzardi und Patta (der sich nur um einen anlassigen junge Mädchen schädigenden Promi sorgt), sowie den alten Fischer Davide Casati, seine liebevolle Tochter und bodenständigen fischenden Ehemann, eine engagierte aber zurückgepfiffene Bodenbiologin. Den alten Fischer interessieren nur noch das Andenken an seine Frau und die Sorge um die Bienen; erst spät wird seine Arbeit bei einer Abfallfirma erzählt. Seine ehemaligen Arbeitskollegen Bianchi und Pozzi sind eine eher ungute Mischung aus Überleben wollen und harter Selbstgefälligkeit.

Ort der Handlung sind nicht wie gewohnt die Calli Venedigs, sondern die Kanäle in der Lagune mit ihrem Schilf, Vögeln im Takt der Gezeiten. Geruhsamkeit ist hier merkbar, beim Rudern sowie in der Bar beim Espresso. Es gibt viele italienische Ausdrücke die mit dem Rudern zusammenhängen wie 'puparìn', 'fòrcola', 'sanpierota'

Der Exkurs der Bodenbiologin über den verschwindenden See und die Folgend daraus in Usbekistan macht schaudern.

In Summe ein guter Kriminalroman, der mich in den Bann gezogen hat, obwohl hier wie gewohnt keiner der Schuldigen auch nur irgendwie zur Rechenschaft gezogen wird. Trotzdem : viel Freude beim Lesen !

Biographie bei "Endlich mein" - Commissario Brunettis vierundzwanzigster Fall / 25. Mai 2016.

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Donna Leon : "Ewige Jugend"

Donna Leon :
"Ewige Jugend" - Commissario Brunettis fünfundzwanzigster Fall
Roman
original "The Waters of Eternal Youth"
Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz
2016, Diogenes Verlag
316  Seiten
ISBN 978-3-257-06969-3

Commissario Brunetti wird diesmal von einer Dame der besseren Gesellschaft Venedigs gebeten sich den Unfall ihrer Enkelin anzusehen, der sich vor 15 Jahren ereignet hatte und die junge Frau in regressive kindliche Entwicklungsstufe zurück-katapultiert hatte. Viele Enden führen ins Nichts, bis der einzige Zeuge von damals ermordet gefunden wird, und endlich paar Rädchen ineinandergreifen. Diesmal wird der Bösewicht erwischt und auch zur Rechenschaft gezogen.

Signorina Elletra die wunderschöne, perfekt angezogene, EDV-affine, Brunetti-freundliche Assistentin des Vize-questore hat weiterhin ihre Zauberhände um zu Daten zu kommen; ihre Auseinandersetzungen mit dem unhöflichen süditalienischen Tenente Scarpa werden härter.
Wirkliche Hilfe ist die schöne Neapolitanerin Claudia Griffoni, die diesmal mit Pferdewissen und liebevoller Art mit der Enkelin zur Lösung beiträgt.

Paola mit ihrer alteingesessenen Familie wird nebenbei thematisiert, genauso wie Patta und seine Ehefrau mit Sucht nach gesellschaftlicher Anerkennung, die Probleme bei der Digitalisierung von Daten und deren unwiederbringlicher Verlust.

Die Geschichte ist gewohnt gut geschrieben, die Personen gewohnt gut vorstellbar.
Bei den Gerichten die Paola zaubert fließt - zumindest mir - beim Lesen das Wasser im Mund zusammen.
Faszinierend ist wie Brunettis Lektüre des Apollonius erzählt und reflektiert wird.

Viel Freude beim Lesen !

Biographie bei "Endlich mein" - Commissario Brunettis vierundzwanzigster Fall / 25. Mai 2016

Donnerstag, 26. Mai 2016

Donna Leon : "Endlich mein"

Donna Leon :
"Endlich mein" - Commissario Brunettis vierundzwanzigster Fall
Roman
original "Falling in Love"
2015, William Heinman
Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz
2015, Diogenes Verlag Zürich
300  Seiten
ISBN 978-3-257-06943-3

Der 'neue' Donna Leon Krimi spielt im Gran Teatro de Fenice, dem traditionsgeladenen Opernhaus in Venedig, bei dem die Diva aus einem früheren Krimi Flavia Petrelli gestalkt wird. Es gibt keine Leichen, nur zwei Verletzte, aber das Grauen gestalkt und bedroht zu werden ist spürbar.

Brunetti muß diesmal nicht nur Freunden - Flavia & Freddy - helfen, sondern auch seinem Kollegen Alvise, den ein intriganter Höfling um Vicequestore Pata, mit fiesen Mitteln loswerden möchte. Hier ist wie gewohnt Signorina Elettra zuerst mit Generalstreik und dann Computerkenntnissen hilfreich.

Brunettis Familie inkl. Schwiegereltern sind präsent. Schön ist die Überlegung von Paola (Brunettis Ehefrau), die Petrarca liebt, aber plötzlich zu überlegen beginnt, ob seine berühmten Sonette an Laura heute nicht unter Stalking fallen würden ?

Hintergrund ist das Leben und das Geschehen in einem Opernhaus, sowie wie gewohnt venezianische kulinarische Köstlichkeiten und eher neu Überlegungen über das Veneziano (Sprache in Venedig).

Der Kriminalroman ist für Fans der Oper, und v.a. von 'Tosca' gut geschrieben und ein Genuß. Wie Menschen, die mit Opern und Geschehen auf und hinter der Bühne wenig anfangen, darauf reagieren, werden diese Leser- und Leserinnen selbst zu entscheiden haben. Viel Spaß dabei !

Donna Leon wurde am 28. September 1942 in Montclair / New Jersey geboren. Sie lebt seit 1982 in Venedig.
Sie unterrichtete Englisch und englische Literatur, arbeitete aber auch als Reisebegleiterin, als Werbetexterin. Ihre Dissertation über Jane Austen konnte sie nicht abschließen, da alle Unterlagen bei der Flucht aus damals Persien, heute Iran 1979 verloren gingen.
1992 erschien der erste Krimi mit Guido Brunetti der 'Death at La Fenice' heißt auf englisch; 1993 kam die deutsche Übersetzung. Übersetzungen gibt der Krimis gibt es in 35 Sprachen, aber nicht auf italienisch, damit sie dort weiterhin ein normales Leben führen kann.

Sonntag, 20. Oktober 2013

Nicolas Remin : "Venezianische Verlobung"

Nicolas Remin :
"Venezianische Verlobung" - Commissario Trons zweiter Fall
2006, Rowohlt Verlag GmbH
378 Seiten
ISBN 978-3-463-40472-1

Venedig, 1863. Commissario Alvise Thon, verarmt, aber von älterem Adel als die Habsburger, ist in die Principessa die Montalcino verliebt. Die schöne Frau ist erfolgreich als Glasproduzentin, eine Aufgabe, die sie von ihrem verstorbenen Ehemann übernommen hat. In die Heiratsüberlegungen kommt die Nachricht einer ermordeten schönen jungen Frau. Nach und nach endpuppt sich, daß sie eine Amour mit Erzherzog Maximilian, der nach Mexiko fahren soll, hatte. Mehrere Verdächtige treten auf, wie der mexikanische Botschafter, ein charismatischer Pater mit Mexiko-Verbindungen, einige Helferleins um den Herzog. Leider gibt es noch einige Morde ehe, der Commissario den Mord löst, einen Orden versprochen bekommt und die Fragen um die Eheschließung wieder erörtert werden.

Die Personen sind gut geschildert. Gesichter, Gewänder und Wohnungebungen von armseligem Zimmer zu prächtigem Palazzo sind präzise, und gut vorstellbar. Verschiedene Gesellschaftsschichten von altem Adel, neuen Reichen, bigotten Kirchgängern und Bettlern ist vieles geschildert.

Venedig ist meist neblig geschildert. Miramare bei Triest ist mit mehr Sonne geschildert. Schiffe werden zwar nebenbei, aber akkurat genannt.

In Summe ein sehr nett beschriebener Krimi, der schön und rasch zu lesen ist. Viel Spaß !

Nicolas Remin wurde 1948 in Berlin geboren. Er studierte Allgemeinen und vergleichenden Literaturwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte. 2004 erschien sein erster Kriminalroman

Samstag, 17. August 2013

Donna Leon : "A question of belief"

Donna Leon :
"A question of belief"
2011, Arrow Books, London
291 Seiten
2 Seiten mit Stadtplan von Venedig
ISBN 978-00-9954-763-1

i n   e n g l i s c h e r   O r i g i n a l f a s s u n g   g e l e s e n
auf Deutsch ist das Buch unter dem Titel "Auf Treu und Glauben" erschienen.

Dieser Krimi dürfte der 19-te aus der Serie der Venedig Krimis mit Commissario Brunetti, Sergente Vianello und dem gewohnten Team aus der schönen Assistentin Singorina Elletra, dem eitlen Vice-Questore Patta, Brunettis Familie mit Ehefrau Paolo und Kindern, etc. sein.

Dieser Krimi beginnt langsam zu laufen. "Die" Leiche ist erst nach der 100-sten Seite. Auf den vorderen Seiten wird Stimmung gezeichnet - die Hitze in Venedig, die gefinkelten Tricks brillianten Zuhörens in der Karten-legen-Horoskop-deute-Esoterik-szene bei deren Telephonaten der Geldzähler mitläuft, und die fiese Praktik Prozesse zu verschleppen indem mal das eine, mal das andere Dokument verschwindet und dann mit langen Zeitabständen der nächste Gerichtstermin angeraumt wird - dies zum Zwecke einer Partei, und zum Schaden der anderen.

Die Story ist kurz. Ein braver korrekter Beamter um die 50, der seine Arbeit korrektest erledigt, wird ermordet aufgefunden. Eigenartigerweise wohnen er und seine Mutter in einem eher teuren Appartment - was seiner Mutter sehr konveniert. Im Haus wohnen noch ein Bankerehepaar, und eine Familie mit illegaler treuer Angestellter. Es taucht dann ein Rechtsanwalt auf, mit dem er Ermordete nie seine Liebe ausleben durfte. Das Mordmotiv liegt im privaten und nicht im beruflichen Umfeld.
Wie bei Donna Leon gewohnt, wird es vielleicht die Mörder erwischen, aber die schiefe Ebene bei Gericht bleibt unbehelligt.

Es hat mir Freude gemacht das Buch auf englisch zu lesen, weil die Autorin sehr fein in ihren Beschreibungen abstimmt (manche Vokabel mußte ich hier nachsehen !). Stimmungen, Unausgesprochenes aber Fühlbares beschreibt sie sehr schön. Die Menschen sind unterschiedlich tief und fein beschrieben - die gewohnten Protagonisten bleiben in ihren gewohnten Schemata, die Ironie über dumme Polizisten ist diesmal greifbar, die neuen Charaktere sind mit mehr Empathie beschrieben selbst wenn es die gräßliche despotische Mutter des Ermordeten ist, die frustrierte Bankergattin, der feinsinnige aber doch Bankdirektor, die Richterin mit der schiefen Ebene etc ....

Wer Südtirol mag wird die Passagen die über den schneebedeckten Ortler, eine Speckplatte und Nudeln mit Eierschwammerln sind, hoffentlich genauso wie ich genießen.

Wer Donna Leon-Krimis mag ist hier gut aufgehoben, auch wenn die 'Action' der ersten Romane nicht mehr so stark ist. In Summe ein empfehlenswertes Buch

Sonntag, 10. Februar 2013

Franca Permezza (Pseud.) : "Partitura di Praga"

Franca Permezza :
"Partitura di Praga" - Commissario Trattonis Sünden-Fall
Ein Kriminalroman aus Venedig und Prag
Aus dem Veneziano von Wolfgang Körner
Hrsg von Vito von Eichborn
2006, Rotbuch, Hamburg
282 Seiten + 5 Seiten des Übersetzers betreff Mozart, Ciorgione, Roberto Calvi, Musikautomaten, etc.
ISBN 978-3-434-53152-4

In diesem unterhaltsamen Venedig-krimi wird - in Analogie zu den Figuren von Donna Leon - eine Mords-geschichte um Musik erzählt.

Der dicklige, zuckerkranke Commissario wird zu einer Leiche gerufen - ein Erhängter mit 30 Münzen in den Taschen wurden gefunden. Der Tote ist Tscheche und war vor einiger Zeit als Klavierlehrer in Venedig gewesen. Seine Liebe zu einer schönen Frau ist unerwidert geblieben - sie ist mittlerweile mit einem etwas älteren Antiquitätenhändler verheiratet. Kopien von Noten führen nach Prag, wo der Commissario in einem Kloster den Spuren Mozarts kurz vor seinem Tod nachgeht. Letztendlich führen die Gier nach dem Wert der Noten und die Begierde seltenene Originalmanuskripte zu besitzen zur Lösung von zwei Morden.

Personen der Handlung sind :
Commissario Adriano Trattoni, Ehefrau die Galeristin Giulia, Sohn Stefano und Tochter Luciana
Jiri Tomaschek - die Leiche
Inspetore Flavio aus Sizilien - nicht ungeschickt, aber im Norden Italiens unbeliebt
Sergente Vitello
Vice Questore Berlusco verheiratet mit seiner Sekretärin Singora Buenovantura
Das Galeristenehepaar Martelli

Das Buch ist gut zu lesen. Immer wieder gibt es Informationen zu den Freimaurern, die viel offener als zu Mozarts Zeiten geschildert werden. Da der Commissario als dicklich geschildert wird, ist Essen  - gutes italienisches und weniger willkommenes in Prag - ein ziemlich unterhaltsamer Faktor.

Bei Internetrecherche wann das zu übersetzende Buch erschienenen sei, tut sich der Verdacht auf, daß sich der Übersetzter den Spaß erlaubt hat, das Original auf deutsch zu schreiben. Ich hoffe es hat ihm genauso viel Spaß gemacht das Buch zu schreiben, wie es mir bedeutet hat, es zu lesen :-)

Samstag, 3. Juli 2010

Christiane Martini : "Venezianischer Mord"

Christiane Martini :
"Venezianischer Mord" - "Carusos zweiter Fall"
2006 Piper München Zürich
161 Seiten Krimi + 3 Seiten Personenregister + 3 Seiten italienisch + deutsches Glossar + 1 Seite Rezeptverzeichnis + 2 Seiten Stadtplan Venedig
ISBN 978-3-492-24468-8

Nett und rasch lesbarer Krimi, der ideal für Schokolade- und Katzenfans ist. Caruso, der rote Kater, hilft mithilfe seiner Katzengang den Mord wegen eines alten Kampfes um ein altes Buch mit Schokoladepralinenrezepten zu lösen (Geheimrezept mit Schokolade, Zimt, Anis, Harrisa und bisserl Giftpilz). Auch Gnocci, eine kleine dicke Ratte, der es nebenbei schafft seinen Spitznamen, als Kartoffelfresser, zu überwinden und ab nun Dispedanzo, der Schlaue, genannt wird, schafft es mit dem gefährlichen schwarzen Katerbrüderpaar Neri eine Kooperation herzustellen und auch die Rattengang zur Hilfe zu überzeugen.
Inspettore Castello, der Mensch für Camilla, die Carusos Gefährtin ist, kann den Fall durch aktive Mithilfe von Katz & Ratz lösen (Hilfe durch Hervorzaubern von Beweismaterial bis Stoppen des Verdächtigen indem die vielen vorhandenen Vierbeiner sich in besagtes Individuum verknabbern). Leider ist seinem Chef die vierpfötige Hilfe weniger willkommen.
In den Katzenkrimi sind Rezepte von Rosenlimonade, über kandierte Blumen bis Pistazienpralinen etc. eingebaut - manche reizen zum nachbasteln.
Stars des Buches sind die Tiere, sie sind genau und schön vorstellbar gezeichnet sind. Auch der schokobraune Kater Burma, dessen Mensch sich leider als sein Mörder zeigt.
Die Menschen bleiben bis auf den Inspettore schemenhaft und reduziert auf Schuhe, Mantel und Geruch.
Für Venedigfans ist schön genau geschildert auf welchen Wegen sich die Katzen (und Ratten) bewegen, und immerwieder wird kurz innegehalten, um 2 Zeilen über das schneetreiben und damit Zauber der Stadt in den Schneeflocken (der auch Spaß für Katzen sein kann) zu schildern. arrivederci cioccolata !