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Freitag, 6. August 2021

Marc Elsberg : "Zero"

Marc Elsberg :
"Zero" - Sie wissen, was du tust
Roman
2014, Blanvalet Verlag München + Lesebändchen
463 Seiten + 1 Seite Anmerkung + 4 Seiten Glossar + 1 Seite Figurenverzeichnis + 2 Seiten Nachwort und Dank
ISBN 978-3-7645-0492-2 
 
Daten sammeln und Menschen lenken könnte das große Geschäft werden. Eine Gruppe von Menschen verfolgt diesen Plan und schafft es Menschen mit Action Apps zu anderem Benehmen zu verleiten. Eine andere Gruppe - "Zero" - ist gegen Überwachung der Daten von einigen (sondern wenn dann für alle verfügbar), möchte daß Datenkraken zerschlagen werden und scheut nicht davor zurück den Präsidenten der Vereinigten Staaten mit Filmchen bloß zu stellen. Dazwischen wird die Journalistin Cyn(thia) beschrieben, die als Mutter einer technik-affinen Teenagerin, mühsam den Kontakt mit der Technik und ihren Job in London behält. Das Blatt dreht sich als ein Freund der Tochter bei dem Einsatz einer Datenbrille, zu Tode kommt, und sich alle Medien (von print bis zu bloggs etc) auf Tochter und Mutter stürzt.
Ein weiterer Freund der Tochter recherchiert Nebeneffekte der Action apps, die Mutter reist nach Wien später New York, und in mehrere Fluchten verwickelt; geheime Besprechungen finden statt, Videozuspielungen von "Zero" kommentieren, lenken und helfen.

Der Roman ist sehr spannend geschrieben. Das Aufeinanderprallen der Freidenkenden kritischen Computergruppe gegen die anderen Computergruppen, die entweder machtpolitisch oder wirtschaftlich agieren, ist mit Energie geschildert. Die Flucht Cynthias durch Wien und später das Kanalsystem, und dann auch in New York durch das metro-system haben mich an berühmte Stellen aus Filmen erinnert.

Eine kleine Romanze zwischen Cynthia und einem attraktiven jüngeren Computertechniker lebt auf; sie ist für mich der Teil der am wenigsten empathisch beschrieben ist.

Die Zahl der Menschen die an den Machthebeln sitzen und keinerlei Rücksicht auf die Vielzahl der Menschen nehmen, sind zahlreich und erschreckend. Einige nennen die Wichtigkeit des Präsidenten als Grund, andere nur Macht, andere Geld, einige sind zu krank für Mitgefühl, und bei erschreckend vielen ist komplett übersteigertes Selbstwertgefühl und Wichtigkeit skizziert.

Als Lösung für das Datensammeln einige  Firmen, die ihre Daten zu ihrem  Eigennutz benützen wollen, wird eine open source Technologie angeboten, bei der ich mich frage wiewenige Menschen damit umgehen können, um hier eine echte Lösung gegen Datenkraken anzubieten.

In Summe jedoch ein sehr spannender Roman, der auch etwas Generationenkonflikt zwischen technik-affinien Teenagern und deren Elterngeneration, die nicht ganz so firm ist, inkludiert. Viel Freude beim Lesen !

Donnerstag, 17. September 2020

Neues Navigationslayout bei blogspot - nein danke :-(

Bis jetzt konnte ich wechseln und selbst aussuchen auf welcher Oberfläche ich navigiere.

Mit der alten Oberfläche hatte ich mehr Info auf einen Blick, konnte rascher an die von mir gewünschte Information kommen. Jetzt muß ich mir die gleiche Information mühsam zusammen suchen - und alles ist übergroß (was vielleicht am Handy angenehm sein mag, aber am Computer sinnlos viel Platz braucht). 

Die einfach 4 Kriterien mit Überblick, Publikum, Zugriffe etc. sind nicht mehr einfach zu sehen, der matrixartige Zeitüberblick ist auch nicht da.
und : wo sind die Labels jetzt "versteckt" ? es werden nicht mehr alle angezeigt, sondern man muß mühsam herumklicken - oder sich eine getrennte Liste erarbeiten, was user-un-freundlich ist.

Schade. Wieder einmal ein Fall, indem Erneuerung Verschlechterung statt Verbesserung für den User bringt.

Sonntag, 8. März 2020

Guido Buettgen : "Champagnertod"

Guido Buettgen :
"Champagnertod" - Oberbayern Krimi
2018 Emons Verlag
384 Seiten
ISBN 978-3-7408-0314-8

Kriminalrat Mads Madsen den es als Kommissar aus dem Norden Deutschlands nach Oberbayern verschlagen hat, muß diesmal auf seiner Maschine die gräßlichen Ermordungen zweier harmloser Ehefrauen aufklären. Polizeikommissar Maximilian von Werdenfels der sich mit den digitalen Medien gut auskommt, entdeckt daß die Ehefrauen nebenbei einen Erotikkreis aufgebaut haben und tut einen schmierigen Gigolo auf. Auch ein Computernerd wird als Kontaktmann entdeckt. Nach Einbeziehen des Bundesheeres wird nach einem Showdown der Mörder erwischt.

Die Romanze zur attraktiven Immobilienmaklerin Lissy Berghammer kommt endlich in die richtigen Gänge und beide trauen sich zu ihren Gefühlen zu stehen.

Die Personen der Handlung und auch Randfiguren sind detailreich und mit Schwung geschildert. ich habe mich sehr gut bei deren Schilderung unterhalten. Bei der Polizei gibt es den homosexuellen Werdenfels, einen alten grantigen Polizist der nur negativ ist, einen jungen der den Menschen Chancen geben möchte. Die Beschreibung des schmierigen Gigolos mit seiner Überheblichkeit, und den trockenen Kommentaren einer Kellnerin ist sehr unterhaltend.

Es gibt viele sprachliche Spielereien, die beim Lesen zum Lachen bringen. Werdenfels verdreht beim Brainstorming oft Sprichwörter, die seine Umgebung und auch den Lesen irritiert, aber auch die Denkzellen durchputzt.

Die Geschichte ist spannend und durchaus rasant erzählt. Mitraten nach dem who-dunnit ist hier nicht möglich. Ich habe öfters laut gelacht. Viel Spaß beim Lesen !

Guido Buettgen, wurde geboren 1967. Er studierte visuellen Kommunikation und war für Werbeagenturen tätig. Einige Zeit verdiente sein Geld als Boxtrainer. 2012 erschien sein Reiseführer; 2016 sein erster Krimi "Champagnerblut".

Freitag, 30. August 2019

Max Tegmark : "Leben 3.0"

Max Tegmark :
"Leben 3.0" - Mensch sein im Zeitalter künstlicher Intelligenz
original "Life 3.0"
2017, Alfred A. Knopf, New York
Aus dem Amerikanischen von Hubert Mania
2017, Ullstein Buchverlage Berlin
487 Seiten + 5 Seiten Inhaltsverzeichnis + 2 Seiten Dank + 18 Seiten Anmerkungen + 10 Seiten Register
ISBN 978-3-550-08145-3

Der Physiker Max Tegmark erklärt hier in 9 Kapiteln in großteils auch für den konzentrierten und willigen Laien verständlichen Sprache die Geschichte, die Visision, aber auch die Verantwortung, die bei Einsatz von künstlicher Intelligenz eigentlich notwendig sind.

Während sich der Anfang für mich noch einfach zu lesen schien, ging es dann ans Konzentrierte mit den Begriffen und der Komplexität und Vielfachheit der KI. Hochinteressant wird es wenn man sich durchzudenken beginnt, was eine lernende KI einsetzen möchte und ob und welche Büchse der Pandorra hier möglicherweise gestartet wird.

Bei dem Kapitel, in dem Energie aus den Quasaren gewonnen wird, bin ich nicht mehr mitgekommen - offenbar etwas für wirklich eingefleischte Physiker.

Am Schluß geht es um Bewußtsein / Verantwortung die eigentlich vor Beginn des Einsatzes der KI stattfinden sollte, also genau das Gegenteil dessen was aktuell passiert, wo auf Teufel komm raus automatisiert wird, ohne vorher Konsequenzen durch zu denken.

Ich habe fast ein Jahr an dem Buch gelesen und fand es spannend, herausfordernd, kompliziert; und habe bereits ein weiteres Exemplar weitergeschenkt.

Max Erik Tegmark wurde an 5. Mai 1967 in Stockholm geboren. Er studierte Wirtschaft und Physik (in Schweden und Berkely), arbeitete dann in München und Pennsylvania und ist seit 2000 am MIT. Mittlerweile ist er ein anerkannter Kosmologe und Wissenschaftsphilosoph. Er ist Mitgegründer des 2014 gegründeten 'Future for Life Institute'.

Montag, 11. Juni 2018

Laurence, Tiana : "Blockchain für Dummies"

Laurence, Tiana :
"Blockchain für Dummies"
original "Blockchain for Dummies"
2017, Wiley Publishing, Inc
Übersetzung aus dem Amerikanischen von Judith Muhr
Fachkorrektur von Isolde Kommer
2018, Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
198 Seiten + 5 Seiten Stichwortverzeichnis
ISBN: 978-3-527-71439-1

Eigentlich hatte ich gehofft hier Basisinformation über Blockchain zu erhalten, wie z.B. was eigentlich geblockt wird; oder anders ausgedrückt : was wird hier eigentlich möglichst sicher und verschlüsselt und vereinheitet verarbeitet.

Das Buch ist von einer Programmiererin in Blockchain geschrieben. Sie beschreibt detailliert wie man sich einloggt, und mit seinen Wallets umgeht, welche Informationen man angeben muß,  und springt direkt in die Anwendungen von Blockchain hinein. Sie beschreibt detailliert Bitcoin, Ethereum, Ripple, Factcom .. es wimmelt von Ausdrücken wie Matrix, Smart Contracts, peer-to-peer, Hash, Merkle-Baum, etc.

Positiv an den Teilen des Buches die ich als Nicht-Programmierer aber hoffentlich halbwegs intelligenter User gelesen habe, sind die Cartoons und die klare Information daß es keine 100 % ige Sicherheit gibt. Aber man kann es Hackern mühsam machen.

Trotzdem hat das Buch meine Erwartungen nicht erfüllt, denn ich wollte nicht wissen wie ich in den Foren einen Acccount /Wallet anlege, sondern greifbare Information, womit eigentlich agiert wird, erhalten.

Tiana Laurence hat Wirtschaft und Führerschaft studiert und gründet gerne neue Unternehmen. Sie ist Mitbegründerin von Factom. Leider habe ich nicht herausgekriegt, ob sie 25, 30 oder 40 Jahre jung ist.

Montag, 28. Mai 2018

Matthias Martin Becker : "Automatisierung und Ausbeutung"

Matthias Martin Becker :
"Automatisierung und Ausbeutung"
2017, Promedia Verlag Wien
198 Seiten +  22 Seiten Anmerkungen
ISBN : 978-3-85371-418-8

Der Autor hat sich vorgenommen das Thema Digitalisierung im Sinne welche Arbeiten von Menschen werden in Hinkunft von Maschinen gemacht, aus der sozialistisch-marxistischer Sicht (seine Eigendefiniton) zu betrachten. Er arbeitet sich hier anfangs von technischen Spielereien auf Jahrmärkten bis zu Auswirkungen für Arbeiter/innen am Fließband durch. Er beschreibt wie das Zerlegen eines Arbeitsprozesses den Menschen noch mehr entmündigt und frustriert, Maschinen Kontrollmöglichkeiten einräumt und dem oberen Management Daten liefert. Das mittlere Management wird mittelfristig eingespart.

"In der betrieblichen Praxis sehen sich Technisches und Organisatorisches zum Verwechseln ähnlich" (Seite 47)

Sehr interessant fand ich seine Erzählungen über Frau Ada Lovelace (eine geniale Mathematikerin und vermutlich erster Informatiker überhaupt in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts), und Vaucansons Ente von 1885.

Es gibt einige Abkürzungen und Schlagworte wie beispielsweise : KI (künstliche Intelligenz), KNN (Künstliches Neuronales Netz) etc.; Crowdworking (die Leistung wird mit nichts bis zu gewohnter Einkommenshöhe bezahlt, Abhängigkeiten von Willkür der Information), Granularität (die Module werden so klein, daß der Einzelne nicht mehr weiß was sein Arbeitsbeitrag bringt) und Outsourcing und 'Plattform Kapitalismus' (wobei er hier kritisch betrachtet, daß bei Essenszulieferern die Zulieferer selbst Fahrrad + Muskelkraft + Zeit einbringen und die Schnittstelle für vergleichsweise wenig Arbeit viel mitschneidet).

Er versucht Kostenbetrachtungen in der Euphorie für Digitalisierung zu sehen, was bringt die Technisierung wirklich an finanziellen Einsparungen wenn gleichzeitig die Arbeitsnachfrage steigt.

Die Betrachtungen über die Veränderungen der Arbeiter-Welt am Fließband oder bei der Produktion sind eher sachlich geschrieben.
Emotional wird der Autor wenn es um Journalismus, guten Recherche - Journalismus bis zu schlechtem Stundenlohn fürs Zusammentippen von Zeilen geht.

Auf dem Cover war ein Ausblick auf das Arbeitsleben inklusive des Büro-lebens angedeutet. Leider gibt es hier kaum Überlegungen für Änderungen für Büro-Anstellte. Er bleibt eher bei den Arbeitern/innen und den Journalisten/innen, aber die Basis-Büroarbeit bleibt von dem Autor unbetrachtet.

In Summe in nicht einfach zu lesendes Buch, das zwar nicht uninteressant in seinen Überlegungen ist, aber meine Frage nach den Veränderungen der Bürowelt offen ließ.

Matthias Martin Becker wurde 1971 geboren. Er hatte viele sehr unterschiedliche Jobs, bis er als Übersetzer und Wissenschafts/Wirtschafts.Journalist tätig wurde. Er macht jetzt Beträge für Deutschlandfunk in Berlin und hat bereits drei Bücher veröffentlicht.

Montag, 19. März 2018

Klaus Schwab : "Die Vierte Industrielle Revolution"

Klaus Schwab :
"Die Vierte Industrielle Revolution"
original "The Fourth Industrial Revolution"
aus dem Englischen von Petra Pyka und Thorsten Schmidt
2016, Pantheon Verlag
162 Seiten + 4 Seiten Dank + 58 Seiten Anhang Tiefgreifende Änderungen + 12 Seiten Anmerkungen
ISBN : 978-3-570-55345-9

In diesem Buch faßt einer globalen Denker unsere Zeit die Chancen und Aufgaben für die vor uns stehende nächste Welle der Industrialisierung, diesmal nicht durch Maschinen, sondern durch verstärkte Digitalisierung und Vernetzung zusammen.
Er ruft die oberen Hierarchien der Unternehmen auf, hier offen, flexibel und verantwortungsbewußt vorzugehen und den Zug der Zeit nicht zu verpassen.
Es werden Themen wie Staatseinfluß, Reglementierung von Datenmengen, bis zu Kundenerwartungen einbezogen und ein großer Bogen des Durchdenkens gezogen.

Schlagworte wie "Vierte Industrielle Revolution" und "Digitalisierung" sind jetzt öfters in den Medien, weshalb ich zu diesem Buch gegriffen habe.
Manche Tatsachen und Überlegungen sind mir neu, einiges bekannt. Bei manchen Tatsachen stimme ich zu, bei anderen sehe ich den Autorenansatz als zu fortschrittsgläubig. Beispielsweise nennt er vermehrten gemeinsamen Nutzen an wie bei Autos, Wohnungsvermittlung - als Gegenbeispiel sind für mich das Teilen eines Buches über einen gewissen e-Reader nicht möglich oder das private weiterverwenden eines aufgenommenen Filmes auf einer neuen TV-Festplatte nicht mehr möglich.
Auch den Arbeitsmarkt sehe ich für junge Arbeitskräfte als offen, die Frage was mit der Baby-Boomer Generation (das sind die Menschen die derzeit ab 50 aufwärts sind) sein wird, wird nicht einmal angekratzt.
Gänzlich unverständlich ist mir, warum der Beruf des Arztes durch die Digitalisierung aufgehoben sein soll - das Gespür der Diagnostik stelle ich mir schlecht ersetzbar vor, die Gabe einen Patienten zu berühren gar nicht ersetzbar, und wie nimmt ein Roboter Blut ab ?


Klaus Martin Schwab steht zwar als Autor auf dem Buch. Da er sich aber für die Mitarbeit bei vielen Autoren in dem Buch bedankt, frage ich mich ob er eher der Autor-Herausgeber ist ?

 .. die Kritik ist noch nicht fertig ...

.. aber das Buch ist sehr interessant, durchaus kontroversiell und lesenswert.


Klaus Martin Schwab wurde am 30. März 1938 in Ravensburg geboren . Er studierte Maschinenbau in Zürich inkl. Doktorat, später Wirtschaft in Fribourg ebenfalls inkl. Doktorat und in Harvard Public Administration. Er unterrichtete an der Universität in Genf und gründete das Weltwirtschaftsforum.