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Dienstag, 12. Juli 2016

Petra Hartlieb : "Meine wundervolle Buchhandlung"

Petra Hartlieb :
"Meine wundervolle Buchhandlung"
2014, DuMont Buchverlag Köln
201 Seiten
ISBN 978-3-8321-6343-3

Mit viel Begeisterung erzählt die Autorin, Ex-Literaturkritikerin und doppelte Buchhandlungsbesitzerin von dem Entstehen der ersten Buchhaltung im 18. Wiener Gemeindebezirk. Aus einem Konkurs erhalten sie und ihr Mann den Zuschlag eine Buchhandlung in einer gut frequentierten Einkaufsstraße und guter Gegend zu erwerben. Sie sind selbst überrascht und springen mit beiden Beinen in das Projekt. Der große Vorteil für beide ist, daß sie beide aus der Verlagsbranche kommen und damit ein großes berufliches Netzwerk haben. Auch ihre privates Netzwerk mit vielen Menschen die viel helfen funktioniert. Glück ist auch daß die gemeinsame kleine, dann heranwachsende Tochter leicht zum organisieren ist; der ältere Sohn aus einer früheren Beziehung hat mit Wien seine Probleme und bleibt lieber in Hamburg mit Freunden. Allen Unkenrufen zum Trotz wird die Buchhandlung ein Erfolg, und eine zweite Buchhandlung, die sich auf Sprachen spezialisiert, wird später auch aufgemacht.

Die Geschichte ist gut lesbar erzählt und unterhaltend, obwohl manche Situationen mit Baustelle, Computerchaos oder Schnee auf der Markise wenig unterhaltend sind.

Schön ist das Gefühl, daß offenbar immer wieder die richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt in das Leben der beiden Buchhandlungsbesitzer gekommen sind. Sei es Mitarbeiter oder auch die richtigen Kunden (ohne die kein Erfolg möglich ist).

Witzig wird es wenn erzählt wird daß Kundenwünsche manchmal unterhalten oder auch schwierig sind, denn ein 'gutes Buch' ist für jeden anders; und als Geschenk noch schwieriger.

Da die Autorin aus der Buchszene kommt, kennt sie viele Schriftstellernamen bereits von früher. Hier kann es anstrengend werden, wenn manche Autorennamen mit Selbstverständlichkeit genannt werden, die aber vielleicht nicht jedem Leser/jeder Leserin vertraut sind. Man kann durchaus eine Anregung sich mit diesen Autoren auseinanderzusetzten verstehen ;-)

In Summe ein empfehlenswertes Buch, das v.a. Publikum das gerne Literatur liest, wirklich genießen kann.

Petra Hartlieb wurde 1967 in München geboren. Sie wuchs in Oberösterreich auf  und studierte Psychologie und Geschichte an der Uni Wien: Später arbeitete als Pressefrau und Literaturkritikerin in Wien und Hamburg. Ab 2001 ändert sich ihr Leben, wovon dieses Buch erzählt.

Dienstag, 9. Juni 2015

P(amela) L(ynwood) Travers : "Mary Poppins"

P(amela) L(ynwood) Travers :
"Mary Poppins"
with the original illustrations by Mary Shepard
1934, Copyright P.L. Travers
1997, First Harcourt Brace Young Classic Edition
revised version
202 Seiten
ISBN 0-15-201717-8

Nach Musical und Film sehen, habe ich mir die Vorlage zu beidem aus meinem Bücherregal genommen.

Mary Poppins, das eher strenge Kindermädchen, kommt auch hier aus dem Himmel/den Wolken. Sie hat vier Kinder zu beaufsichtigen - Jane, Micheal und die Zwillinge Barbara und John, die noch im Kinderwagenalter sind.

In den zwölf Kapiteln erleben die Kinder mit ihrer Nanny faszinierende, wunderschöne Ausflüge, nach denen Mary Poppins aber sehr streng und unnahbar ist und alles als Phantasie abtut. Mir haben die Kapitel unterschiedlich gut gefallen.

Die Zwillinge verstehen die Sprache des Windes und der Tiere - noch; denn bald verlieren auch sie diese Fähigkeit, sehr zum Bedauern eines Stars, der sich gerne mit den Babies unterhalten hatte.

Der Besuch in Mrs. Corry-s Laden verläuft anders als im Musical. Die zarte ältere Dame hat zwei dumme riesige Töchter. Es geht alles um goldene Stern-Lebkuchen, nicht um Buchstaben. Das berühmte Wort mit den 28 Buchstaben, wurde erst 1964 für den Film entwickelt und kommt in dem Buch nicht vor.

Der Besuch in der Nacht im Tiergarten ist ziemlich verdreht, da die Tiere herumlaufen und ohne Rücksicht auf etwaige Fressen/gefressen-werden-Absichten miteinander plaudern. Menschen sind in den Käfigen. Der König der Tiere hat sich extra die Locken geringelt; den Vorsitz führt eine imponierende Königscobra; alles zu Ehren des Ehrengastes der Geburtstag am diesem Vollmond hat.

Beim Ausflug ins Kaufhaus um Weihnachtsgeschenke zu kaufen kommt ein entzückendes eher nacktes Mädchen aus den Wolken. Sie sagt daß sie Maia und eine der Plejaden ist und für ihre Geschwister Weihnachtsgeschenke braucht.

Die Erzählweise hat mir gut gefallen. Ich bin öfters schmunzelnd bis kichernd in den öffentlichen Verkehrsmitteln gesessen und hatte die Phantasien im Kopfkino.

Die Beschreibungen von Menschen und Umgebung haben mir gut gefallen .
Das Englisch ist sehr schön, auch wenn ich immer wieder für mich seltene und ungekannte Vokabel nachsehen mußte - beispielsweise : 'priggish', 'topsy-turvy', 'galumphing', 'I am jiggered', 'rakishly', 'discourteous'; was 'nobbly' ist habe ich leider nicht herausgefunden

Ein wunderbares Buch das aus der grauen, grauslichen Wirklichkeit herausholt und für kurze Zeit verzaubern kann. Ich habe das Buch - trotzdem es ein Kinderbuch ist - sehr genossen und empfehle es gerne weiter.

P(amela) L(ynwood) Travers (eigentlich Helen Lynwood Goff) wurde am 9. August 1899 in Maryborough, Queensland (Australien) geboren. Mit siebzehn Jahren verließ sie ihre Familie, um als Schauspielerin zu arbeiten. 1923 zog sie nach England. Kurz darauf veröffentlichte sie erste Arbeiten unter dem Vornamen ihres Vaters Travers Goff und arbeitete als Tänzerin, Dichterin und Shakespeare-Darstellerin. 1940 adoptierte P. L. Travers ein sechs Monate altes Baby, Camillus, einen von zwei Zwillingsjungen einer armen Familie irischer Herkunft. 1977 erhielt P. L. Travers für ihr literarisches Wirken die Auszeichnung OBE (Officer of the Order of the British Empire). Sie starb am 23. April 1996 in London.
Der erste Band über 'Mary Poppins' erschien 1934 und war sogleich erfolgreich. Das Manuskript hat Travers in einem Cottage in Sussex  geschrieben, wo sie sich gemeinsam mit ihrer Freundin Madge  Burnand zeitweilig aufhielt. 1935 und 1943 erschienen weitere Bände. Danach sollte nach dem Willen der Autorin Schluss sein; allerdings schrieb sie weitere fünf Bücher über das magiebegabte Kindermädchen.

Donnerstag, 13. Februar 2014

Melanie Laibl / Maria Karipidou : "Der katzofantastische Wunschautomat"

Melanie Laibl (Text) / Maria Karipidou (Illustration) :
"Der katzofantastische Wunschautomat"
2014, Nilpferd in Residenz Verlag, Österreich
58 Seiten
ISBN 978-3-7017-2132-0

Dieses entzückende Kinderbuch erzählt humorvoll geschildert und bebildert die Geschichte des schwarzen Katers Hatschek.

Der freundliche liebevolle, aber pechschwarze Kater läuft ausgerechnet dem abergläubischen Herrn Hasenfuß zu, der vor Freitag dem 13, schwarzen Katzen und sonst vielem Angst hat. Mithilfe des einbeinigen Piratenpapageis Frankenstein, der köstliche Wortspiele liefert, findet er zwar den katzofantastischen Wunschautomat, aber genau bei dem Kater geht der Wunsch schief.
Am Ende sind Herr Hasenfuß und Kater Hatschek zusammen und glücklich.

Das Buch ist entzückend und macht Erwachsenen Freude es zu lesen und die liebevollen Bilder zu betrachten; vor allem wenn man gerade wie ich derzeit ein anspruchsvolles anderes Buch liest.

Freude machen die kleinen Details in dem Buch : die Hufeisensammlung, der Mann mit Glatze der Haare wie eine Angorakatze bekommt etc.

Ich bin neugierig was diverse Kinder in meiner Umgebung zu dem Buch sagen werden ....

Nachtrag 05. März : einer Enkelin und ihrer Großmutter hat dieses Buch sehr gut gefallen.