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Sonntag, 18. Oktober 2020

Johannes Gans, Eva Wrazdil : "Weingeschichten aus Friaul"

Johannes Gans, Eva Wrazdil :
"Weingeschichten aus Friaul"
2019, Verlag Anton Pustet
148 Seiten + 2 Seiten Inhaltsverzeichnis + 2 Seiten Glossar + geographische Karte auf den Innenseiten
ISBN 978-3-7025-0925-5

Während vielen von uns die Einschränkungen rund um den Corona-Virus die Reiselust nach "bella Italia" gründlich in Frage stellt, lädt dieses Buch mit Wein, Oliven, Käse, Schinken ins schöne Friaul und kleinen Ausläufern ein.

Auf zwei bis drei Seiten ist liebevoll beschrieben wie die Inhaber*innen der Weingüter - sei es seit Generationen oder mit neuem Mut - schaffen gute Qualität zu erzeugen und selbst verwöhnte Geschmäcker mit Variationen zu begeistern.

40 Genußgüter in Friaul, in Isonzo-Tal, bei Triest und Miramare, und um Aquleia sind genannt. 

Es geht auch um autochthone Weinsorten der Region, um Worte wie "picolit", "refosco", "ribolla gialla", "friulano", "verduzoo", "malvasia" aber auch um "salumi" und "torta di miele al balsamico".

Die Photos lassen uns durch die Weingegend und bis in die etruskische Kultur zurück träumen. 

Ein Buch zum Kostreisen planen, oder sich wegträumen.

Eva Wrazdil war 41 Jahre bei dem renommierten Photostudio Simonis in wien, dann freie Photographin. sie ist für die graphische Gestaltung des online-magazins "Kultur & Wein" zuständig.

Johannes Gans wurde 1955 geobren, studierte Kunst in Wien, zeichnet, und ist seit 2010 Herausgeber des online-magazins "Kultur & Wein".

Freitag, 29. Januar 2016

Isabel Allende : "Amandas Suche"

Isabel Allende :
"Amandas Suche"
Roman
original, "El juego de Ripper"
2014, Plaza & Janés Barcelona
Aus dem Spanischen von Svenja Becker
2015, Suhrkamp Berlin
470  Seiten
ISBN 978-3-518-46600-1

Dieser Roman ist der erste Kriminalroman, den die berühmte Schriftstellerin geschrieben hat. Sie hat einen Kosmos von unterschiedlichen Menschen in San Francisco angesammelt und erzählt  die Geschichte in einem Gemisch mehr Roman als Thriller mit Serienmörder, bei dem der Leser/die Leserin durchaus mitraten könnte wer der Mörder ist.

Amanda ist eine 17-jährige blitzgescheite junge Frau, deren Mutter Indiana mit esoterischen Mitteln und viele Liebe ihren Patienten hilft, und deren Vater Bob Martín in der Polizei arbeitet. Amanda hat ein Netzwerk von innovativen Mitstreitern via Internet über die Welt verteilt und kommt Gemeinsamkeiten bei Morden auf die Spur. In der Zwischenzeit hat Indiana Probleme weil ihr langjähriger Freund sie betrügt, sie Gemeinsamkeiten mit einem Navy Seal entwickelt und einem Psychopathen in die Hände fällt. Die Morde geschahen als Rache auf mehrfachen Kindsmißbrauch, und zu scharfe Gesetze die tw Kindsmißbrauch fördern.

Der Roman ist sehr gut zu lesen, bei denen die geschilderten Menschen am meisten Freude machen.
Die Figuren von Amanda, der 17-jährigen Schülerin, und ihrem Großvater Jake, einem Apotheker, sind wunderbar und gehen zu Herzen. Amandas Mutter Indiana ist zwar warmherzig und mit blonden Haarwuscheln geschildert, aber irgendwie ging sie mir mit ihrer naiven Esoterik etwas auf die Nerven. Bob Martín ist ein charmanter effizienter Polizist, mit vielen Affären. Im zur Seite steht Petra Horr, eine zarte wirkenden, aber durchtrainierte und klar denkende und helfende Polizistin. Bobs Familie sind Mexikaner, die in den Staaten etwas aufgebaut haben, und mit mexikanischer Herzlichkeit Amanda und ihrer Familie zur Seite stehen.
Indians Langzeitliebhaber Alan Keller, wird als Nichtstuer und Snob der oberen Gesellschaft geschildert, der Indiana immer wieder Freude gemacht.
Indianas Kunden sind unterschiedlich : der Navy Seal Ryan Miller, der im Irak viel erlebt hat und seitdem mit einer Prothese lebt, und das Leben sportlich meistert; Gary Brunswick, bei dem sie nicht an des Wurzels Übel kommt, die krebskranke Carol Underwater etc.
Netterweise gibt es auch Kriegshund 'Attila' der mit Ryan lebt, und die gemeinsam ihre Kriegsverletzungen aufarbeiten, und eine nette Tierkatze die in der deutschen Übersetzung den Namen 'Rettet-den-Thunfisch' abbekommen hat, und Amanda tröstet.

'Ripper' heißt nicht nur der ominöse Killer Londons sondern auch das Spiel, das Amanda mit ihren ziemlich gleichaltrigen Freunden in Canada und Neuseeland via Internet spielt.

In Summe hat mir das Buch mit seiner romanhaften Dichte sehr sehr gut gefallen. Der Showdown ist sehr spannend und gut gelungen. Ob die Story ein Krimi ist muß jeder/jede selbst entscheiden. Viel Freude beim Lesen !

Isabel Allende Llona wurde am 2. August 1942 in Lima (Peru) geboren. Sie ist eine Nichte des ehemaligen Präsidenten Salvador Allende. Da ihre Mutter mit einem Diplomaten verheiratet war, ging sie in lateinamerikanischen, europäischen und arabischen Hauptstädten zur Schule.
Von 1959 bis 1965 arbeitete sie als bekannte Fernsehjournalistin für den Informationsdienst der FAO). Ihr erstes Kind Paula wurde 1963 geboren; sie nannte eine Frauenzeitschrift ebenfalls Paula, entwickelte eine Kinderzeitschrift und eine Filmzeitschrift.
1975 ging sie ins Exil nach Venezuela, wo sie wieder als Journalistin arbeitete. Ihr Erstlingswerk als Romanautorin "Das Geisterhaus" erschien 1982 auf spanisch "La casa de los espíritus", wurde ein  und Bestseller und wurde auch als Film 1993 ein Welterfolg. Ihr Roman "Paula" erschien 1994; hier verarbeitete sie deren Koma und Krankheit an  Porphyrie. Viele weitere Roman und Erzählungen von ihr wurden veröffentlicht.
Ab 1988 lebte sie mit ihrem zweiten Ehemann in San Rafael (Kalifornien).

Samstag, 14. Februar 2015

Mo Yan : "Die Schnapsstadt"

Mo Yan :
"Die Schnapsstadt"
Roman
original "Jiuguo"
1992, Hungfan, Taibei
Deutsch von Peter Weber-Schäfer
2012, Unionsverlag Zürich
506 Seiten
ISBN 978-3-293-20563-5

Der Wunsch ein Werk des Nobelpreisträgers 2012 zu lesen ließ mich zu diesem Buch greifen. Gleich vornweg: ich hatte ziemliche Anstrengung mit diesem vielseitigen Roman über Alkohol, Gewalt, Alkohol, möglichem Kinder essen, Gewalt, Sex und Alkohol; sowie eigenartigen hierarchischem Bewußtsein und Stolz und gleichmachendem Kommunismus und Verehrung des großen Mao Tse

Drei Stränge gibt es in diesem Roman. Die Hauptgeschichte gilt dem Sonderermittler Ding Gou'er, der in die (Fantasie)-Provinz Jiuguo geschickt wird um dem Verdacht, daß hier hohe Verwaltungsbeamte Kinder essen würden, nachzugehen. Die Untersuchung ertrinkt im Alkohol. Unter anderem trifft Sonderermittler Ding Gou'er auf die Lastwagenfahrerin, die mit einem hohen Verwaltungsbeamten verheiratet ist, und genießt eine brutale Sexnacht mit ihr. Sie bringt ihn zu dem Zwergen Yu Yichi, der ein Spezialitätenrestaurant führt. Schlußendlich trifft der Sonderermittler auf einen alten Veteranen, der einen Heldenfriedhof bewacht, flieht vor Ratten und geht unter.
Parallel schreibt der Doktorand der Alkoholkunde Li Yidou Briefe an Mo Yan, in denen er um Rat und auch Unterstützung ersucht. Er organisiert das Affenschnaps-Festival und bringt seinen verehrten Mentor dazu, dieses zu besuchen.
Li Yidou schreibt Geschichten, eigenartige Geschichten; über Kinder die so gefüttert werden, daß sie gut verkauft werden können, über Schwalbennester aus dem Speichel der Vögel, die gekocht ebenfalls als Delikatesse erzählt werden, Spezialschnaps aus Früchten die von Affen gesammelt werden, über den Zwergen mit seinem Restaurant mit Esels-Spezialitäten und Geschichten über den alkoholkundigen Professor und Schwiegervater Yuan Shuangyu und seine wunderschöne Frau, die leider die begehrenswerte Schwiegermutter sei.

Die Geschichten haben mich inhaltlich abgestossen und mir sind das hierarchische Kriechen und Schleimen und dann wieder gleichtun ziemlich fremd. Allerdings ist das Buch spannend geschrieben oder genial übersetzt, denn es zieht in den Bann.

Sonderermittler Ding Gou'er wird zwar mit Respekt ausgestattet, geht aber in seinen erotischen Wünschen und Phantasien unter; er tritt gerne ihm untergebene Menschen oder solche die er als minderwertig betrachtet. Das bißchen vorhandene Liebe gelten kurz der Lastwagenfahrerin, und kurz vor dem Untergang seinem Sohn. Die Elemente aus denen der Zwerg Yu Yichi zusammengesetzt ist sind Macht, Genuß, erotische Ausstrahlung und Überzeugungskraft. Leider haben die beiden Frauen des Buches keine Namen, denn sie werden nur als 'Lastwagenfahrerin' und 'Schwiegermutter' geführt - im Gegensatz zu Konkubinen der alten Zeit deren Namen entweder für Raumgestaltung oder Schnapsbenennung herhalten.

Die englische Übersetzung lautet die des Titels heißt übrigens "the Rupublic of Wine".

Ich habe über an Jahr an dem Buch mit Unterbrechungen gelesen, und mußte mich immer wieder motivieren dieses eigenartige Werk komplett und fertig zu lesen; Unterbrechungen von kurzweiligeren, spannenderen oder nicht ganz so fremden Büchern waren willkommen.

In Summe ein durchaus beeindruckendes Buch, das vermutlich für Leser und Leserinnen, die mit Werten in China besser vertraut sind als ich, sehr zu empfehlen ist.

Mo Yan (was so viel heißt wie »keine Sprache«) ist das Pseudonym von Guan Moye. Er wurde 1956 in Gaomi in der Provinz Shandong geboren und entstammt einer bäuerlichen Familie. Seine Bücher wurden mit zahlreichen bedeutenden Literaturpreisen ausgezeichnet. Spätestens seit Zhang Yimous preisgekrönter Verfilmung seines Romans »Das rote Kornfeld« gilt Mo Yan auch international als einer der wichtigsten und erfolgreichsten Autoren der chinesischen Gegenwartsliteratur. Mo Yan hat 2012 den Literatur Nobelpreis gewonnen

Samstag, 21. September 2013

Marek Krajewski : "Finsternis in Breslau"

Marek Krajewski :
"Finsternis in Breslau" - Ein Kriminalroman mit Eberhard Mock
original 'Glowa Minotaura'
2009, Wydawnictwo W.A.B., Warschau
aus dem Polnischen von Paulina Schulz
2012, deutscher Taschenbuchverlag, München
342 Seiten
2 Seiten Danksagung
ISBN 978-3-423-21347-9

Dieser spannende, ein wenig gruselige Kriminalroman spielt 1937 bis 1939 zwischen Lemberg und Breslau. Eberhard Mock ist in diesem sechsten auf deutsch erschienene Band für Breslau zuständig, wobei in Lemberg Kommissar Popielski das passende charaktervolle, sinnliche und überbordende Temperament bietet. Gemeinsam gehen sie auf die Jagd.

Es werden junge Frauen, die noch Jungfrauen sind, angebissen und ermordet aufgefunden. Selbst in Regionen in denen Gewalt bei Spiel relativ normal ist, schlägt diese Information Wellen. Insgesamt drei solcher Frauen werden gefunden, aber es gibt auch eine andere die 'nur' gebissen und nicht ermordet worden sind; dafür ist sie im Irrenhaus gelandet. Breslau und Lemberg arbeiten zusammen. Eine Heiratsvermittlerin wird nach der Befragung ermordet aufgefunden, ein Mathematiker gesucht, eine Engelmacherin solange bearbeitet bis sie wenigstens einige Information preisgibt.
Kommissar Popielski, dessen schöne und geliebte Tochter mitten in den Ermittlungen verschwindet, wird mit einem Grafen und dem 'Minotaurus' konfrontiert. Das Ende ist zwar gruselig aber gelungen.

Dieser Roman ist zwischen der Üppigkeit und Opulenz auch dem Elend und Dreck der Zwischenkriegszeit angesiedelt. Ein Rest fin-de-siecle schwingt bei den beiden Herrn Polizisten, die Lebemänner sind, mit, da sie Latein und österreichisches-deutsch sprechen, gute Allgemeinbildung haben und damit den Haß und Neid anderer hervorrufen, und mit Selbstverständlichkeit Wodka, Rotwein, gutes Essen, Schach und hübsche Prostituierte genießen.

Der Titel "Finsternis in Breslau" ist nicht wirklich gelungen, denn polnisch könnende Freunde haben mir den original Titel mit "Kopf des Minotaurus" übersetzt; das ist auch der Titel des dritten Kapitels. (Die beiden anderen Kapitl lauten 'Das Labyrith wird betreten' und 'Die Kemenate des Minotaurus')
Über jedem der drei Kapitel stehen philosophische Überlegungen - bei den ersten beiden von Jorge Luis Borges.

Der Roman ist spannend geschrieben. Die Szenerien sehr gelungen beschrieben, auch wenn man Breslau und Lemberg und Katowice nicht kennt.

Eberhard Mock ist für mich nicht die Hauptfigur dieses Buches, sondern Popielski und seine Tochter Rita. Wie die beiden aneinander vorbei agieren ist faszinierend. Beide sind in ihren Aktionen und Beweggründen sehr sehr menschlich geschildert. Leokadia, die Cousine von Popielski, die als Mutterersatz bei Vater und Tochter lebt ist ebenfalls genau geschildert. Die Polizisten der diversenen Städte sind teilweise Prototypen, v.a. die Gestapo Männer werden ziemlich unsympathisch geschildert. Bei dem Grafen als schöner Mensch mit Theatralik, wird das Überzüchtete glaubhaft.

In Summe ein sehr empfehlenswertes spannendes Buch, indem auch etwas Geschichte einfließt, weil bereits die deutsche Gestapo in Breslau ihre Finger im Spiel hat.

Marek Krajewski, wurde am 4. September 1966 in Wroclaw geboren, ist Altphilologe und war Dozent an der Universität Breslau. Seit 2007 konzentriert er sich ganz auf seine Tätigkeit als Schriftsteller. Er lebt in Breslau. Seine Krimiserie mit dem Antihelden Eberhard Mock ist in Polen und inzwischen auch in Deutschland sehr erfolgreich.

Dienstag, 10. September 2013

Wolfgang Zdral : "Tartufo"

Wolfgang Zdral :
"Tartufo" - Ein geistreicher Krimi mit fein grunzendem Humor
Roman
2009, Wilhelm Heyne Verlag, München
343 Seiten
2 Seiten gezeichneter Karte des Piemont
ISBN 978-3-453-43344-1

Trüffelschwein Leonardo erzählt aus gemütlicher Ich-Perspektive von Trüffelsuche, den Mord an Matteo mit der er immer auf Trüffelsuche war und wie er den Menschen hilft den Mord aufzuklären.

Trüffel aus dem Piemont gelten als Spezialität. Trüffelschweine gelten als erfolgreicher als Trüffelhunde. Der alte Matteo wird ermordet aufgefunden. Der in Moschusparfüm-getränkte Tiere-fürchtende Commissario befragt Sohn Paolo, Schwiegertochter Leonora und die alte Haushilfe Maria. Auch die Nachbaren - sein Generationen verfeindete Familien - werden in die Befragung einbezogen, sowie die Trüffelhändlerin Rebecca. Am Schluß werden nach einer veritablen Rätsel-Rallye die ominöse Trüffelkarte Matteos gefunden und der Mord an ihm nicht nur gelöst sondern auch gerächt.

Mit Trüffelschwein Leonardo lebt auch der Schweinejüngling Caruso auf dem Hof des Verdi-Fans Matteo. Weitere Hilfe bekommt Leonardo von der gut duftenden Cleopatra, ebenfalls Trüffelschwein, aber am Nachbarhof. Beide verfügen über Trüffelschweinstammbaum - Leonardo bezieht sich u.a. bis zum Zeichner der urtümlichen Höhlen von Altamira und auch der Keiler der bei einer antiken Inventur Striche am Boden zeichnete und damit die Keilschrift begründete soll einer seiner Vorfahren sein. Tatkräftige Hilfe bekommen die beiden Trüffelsucher von den Wildschweinen Diogenes und Hannibal.

Die Menschen sind aus Sicht der Schweine geschildert. Witzig sind die Beschreibungen der Duft- und Geruchsnoten.

Der Kriminalroman ist unterhaltsam geschrieben und bringt zum Schmunzeln. Wissenswertes über Trüffel und Barolo wird erzählt. Viel Spaß und Genuß beim Lesen.

Samstag, 13. Juli 2013

Carsten Sebastian Henn : "Die letzte Reifung"

Carsten Sebastian Henn :
"Die letzte Reifung" - ein kulinarischer Krimi
2011, Pendo Verlag / Piper Verlag München
280 Seiten Krimi
12 Seiten Rezepte mit Käse
6 Seiten Grundbegriffe für Käse
ISBN 978-3-86612-252-9

Dieser Krimi machte Spaß zu lesen. Der Professor radelt durch das schöne Burgund, hat seinen Terrier Benno von Saber im Transportkorb und spürt dem Mord an einer genialen Käserin nach. Mithilfe seines Verwandten Jan/Jean und des Hamburger Taxifahrers und Rockers Pit löst der diesen und auch die Folgemorde und erzählt viel über Käseproduktion, Käsehandel und Machtgefüge innerhalb der französischen Käseszene.

Das Buch unterhielt mich gut. Die Personenschilderungen machen Freude und sind durchaus mit Ironie gezeichnet. Daß ausgerechnet ein Deutscher einen Lehrstuhl für Kulinaristik durchgesetzt hat, wird liebevoll auf die Schaufel gehoben. Die Käser sind unterschiedlich gezeichnete, fast schon charikaturhafte Gestalten. Der Dorfpolizist, der Bürgermeister, sein Bruder der Dorfpriester ist ... sie alle sind humorvoll geschildert.
Die gruppendynamischen Prozesse innerhalb des zwölf Personen zählenden Käseadels in Frankreich sowie des Professors Freunde und Rivalen aus Deutschland sind mit einem Hauch an Bösartigkeit geschildert. Auch die jahrhundertealten Konflikte zwischen Frankreich und Korsika finden Platz

Die Geschichte ist vielleicht etwas unlogisch, aber die Summe aus Käseinformation und gelungener Situationskomik machen den Krimi zu einem sehr empfehlenswerten und vergnüglichen (Urlaubs/Entspannungs-)Buch.

Carsten Sebastian Henn wurde 1973 in Köln geboren. Er lebt heute mit seiner Familie und 3 Katzen im Rheinland. Er schreibt kulinarische Krimis : entweder mit Meisterdetektiv Julius Eichendorff, oder mit dem Professor für Kulinaristik Herrn Adalbert Bietigheim sowie Hundekrimis mit Giacomo und Niccolo im Piemont. Wein ist nicht nur Krimi- sondern auch Lebensthema, weshalb der Autor auch ein Buch über Wein geschrieben hat, Mitglied bei Gault Millau WeinGuide Deutschland ist und selber Spitzenwein keltert.

Nachtrag : ich habe das Buch weitergeborgt und habe immer wieder vergnügtes lautes Auflachen vernommen :-)