Posts mit dem Label Frankreich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Frankreich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 5. Januar 2026

Fabcaro + Didier Conrad: "Asterix in Lusitanien" (Asterix Band 41)

Fabcaro + Didier Conrad: "Asterix in Lusitanien" (Asterix Band 41)
Kolorierung: Thierry Mebarki
original 'Asterix en Lusitanie'
2025, Hachette Livre / Goscinny-Uderzo
aus dem Französischen übersetzt von Klaus Jöken
2025, Egmont Comic Collection
44 Seiten
ISBN 978-3-7704-2441-2

Ein phönizisches Schiff kommt zum gallischen Dorf und bringt nicht nur die neueste Mode, sondern auch den Lusitanier Schnurres, der um Hilfe ersucht, weil es Wettbewerb um vergorenen Fischsud gibt, und der Produzent von Cäsars Lieblings-garum, namens Schäoprozess, verhaftet worden ist. Diese Gelegenheit die Piraten auf dem Meer, und neue frische Römer in Lusitanien freundlich (nach Obelix' Art) zu begrüßen, lassen sich die Asterix, Obelix und Idefix nicht entgehen. Sie führen den intriganten Karies mit Alkohol in eine Falle, Präfekt Fetterbonus winkt genau dieses nicht, und Zenturio Pistorius ist eher glücklos.
Hilfe erhalten die Gallier von dem gallischen Ehepaar Mandarfjagarnix und seine Flottebine, die mit Wohnwagen durch die Gegend touren.

Wie immer gibt es wunderbare Kleinigkeiten, wie die Obelix mit spanischem Temperament loslegt und portugiesischem Fado haltlos heult, und auch Talent für diese Lieder entwickelt; er allerdings seine Abneigung gegen Kabeljau, die bleibt; dafür testet er sich durch ein Buffet mit netten kleinen Tapas, wie Gemisch aus Fleischstückchen mit Muscheln, gemütlich durch; daß Hinkelsteine in kleine quadratische Stücke geschnitten werden, um Mosaik zu legen, versteht er auch nicht.
Auf zwei Seiten werden Werbe-slogans in einem Think-tank mit Anmeldung Benutzerkonto und den Besonderheiten bei Passwortnotwendigkeiten gemütlich durch den Kakao gezogen.

Zeichnerisch erfreulich ist die Variante der gelben Straßenbahn, die hier von Pferde gezogen wird.
 
Zum Lachen brachte mich der Koch Mayopommes, eine Schlacht mit Kalorienbomben ('pastel de nata'), ein Helferlein des Präfekten namens Benfica und es gibt ein Lokal namens "vaso da gama"

In Summe habe ich mich sehr gut beim ersten Lesen und Ansehen unterhalten, und werde vermutlich viele Feinheiten beim zweiten Durchgang entdecken. Viel Spaß !

Freitag, 4. Juli 2025

Zelba : "Der große Zwischenfall"

Zelba (Text und Illustrationen):
"Der große Zwischenfall" - eine feministische Fabel im Museum
original "Le Grand Incident"
2023, Futuropolis - Louvre éditions
Übersetzung aus dem Französischen von Silv Bannenberg
2025, Helvetiq AG
112 Seiten + 3 Seiten Nachwort von Zelda + 1 Seite 'Susanna und die Ältesten' + 2 Seiten 'Der Akt in der Kunst' + 2 Seiten Dank
ISBN 978-3-03964-092-8

In dieser faszinienierend schön gezeichneten Graphic Novel geht es um den Streik der nackten weiblichen Statuen und gemalten Frauen im Louvre, weil ihnen die bösen Bemerkungen der älteren Männer und Zudringlichkeiten der Schüler zu viel sind. Nur die Chefin des Putzpersonals hat den steigenden Mißmut der zur Schau gestellten Damen gemerkt, wird zuerst gefeuert als sie dies dem Direktorium mitteilt, und später als Vermittlerin eingesetzt. Sie hat zu vermitteln, daß Männer nur nackt in Museum dürfen  - Schal bei Verkühlung wird gerade noch akzeptiert.
Parallel zur Emanzipation der Statuen und Gemälde findet ein umgedrehtes Spiel im Direktorium statt : der kleine gescheite Kunsthistoriker hat gegen seine große eloquente Schwester im Auftreten keine Chance - aber er ist  Direktor, und sie ist die Assistentin, wobei beide immer wieder die Rollen wechseln.
Es gibt schöne Lösungen am Ende für viele.

Es dauert ein bißchen bis ich in diese Geschichte eingetaucht bin, wobei mich die Illustrationen von anfang an faszinierte. Die Idee mehrfarbig zu arbeiteten gefällt mir sehr gut. 

Knackpunkt der Geschichte ist, als der Herr Direktor als Assistentin in Rock und Stöckln an einem Baugerüst am Louvre vorbeistockelt und ihm nachgepfiffen wird. Erst hier beginnt er zu verstehen, warum die Schönen der Kunst so empört sind.

In einige Szenen beginnen die männlichen Statuen und Gemälde zu plaudern. Ich habe mich sehr gut unterhalten.

In Summe ein Buch, das mich sehr gut unterhalten hat, wobei mich vor allem die Illustrationen und schönen Linien beeindruckt haben.

Wiebke Petersen alias Zelba wurde am 18. Juni 1973 in Aachen geboren. Sie wuchs in Aachen und Essen auf, aber sie lebt und arbeitet seit 1998 in Saint-Etienne in Frankreich. Bevor sie Illustratorin wurde, war sie Juniorenweltmeisterin im Rudern. Sie hat bereits zwei Graphic Novels veröffentlicht: 'Im selben Boot' (2019) und 'Mes mauvaises filles'. Zelba lebt mit ihrer Familie in Frankreich.

Dienstag, 20. August 2024

Michael Köhlmeier : "Matou"

Michael Köhlmeier :                                                                                          
"Matou"
2021, Hanser Verlag
947 Seiten + rotes Lesebändchen
ISBN 978-3-446-27079-4 

Matou ist ein hübscher roter Kater mit weißer Schwanzspitze, der bereits in seinem ersten Leben entdeckt, daß er menschliches Sprechen lernen kann. Später lernt er auch Lesen, und liest sich im Laufe des Romans durch die Enzyklopädien, Romane, Philosophischen Traktate der Weltgeschichte des Menschen.
Im ersten Kapitel lebt er zur Zeit der französischen Revolution bei Camille Desmoulins, dessen Frau, Kind und Schwiegermutter und lernt auch die wichtigen Menschen der französischen Revolution kennen. Der Kater lernt Liebe, Romantik, Charme, Machtspiele kennen. Und menschliches Sprechen
Für das zweite Leben sucht er sich das Leben bei E.T.A. Hoffman und seiner Frau aus. Hier lernt er Lesen. Hoffmans Frau ist allerdings sehr mißtrauisch. Später unternimmt er eine Schiffreise, überlebt im Dschungel und perfektioniert sein intrigantes Spiel indem er Menschen gegeneinander aufhetzt.
Im dritten Leben lebt er auf einer Insel mit anderen Katzen, schwingt sich mit einigen Schlägerkatzen um Diktator auf, hält manipulative Reden, erzählt eigenartige Narrative und kommt am Schluß drauf, daß ihn auch das nicht interessiert.
Im vierten Leben ist er in Afrika und lebt als Leopard, erzählt die Übergriffe aus dem belgischen Königreich auf deren Kosten viele Menschenleben gingen und zieht mit einem verstümmelten Mädchen als Albtraumerinnerung durchs Land.
Das fünfte Leben ist in Prag bei einem Ehepaar mit dick gefüllter Bibliothek, deren Enzyklopädie er liest. Paulina Bartok ist eine sensible Künstlerin, die das Wilde sucht. Bei Kriegsausbruch 1914 ist alles vorbei.
Sein sechstes Leben verbringt er in den USA, was für europäische Katzen sehr ungewöhnlich ist. Er hat sich Andy Warhol ausgesucht, weil er sich ein luxuriöses Leben gewünscht hat und eine große Bibliothek, was beides nicht geklappt hat.
Im siebenten Leben ist er in Wien, und wohnt bei einer netten älteren Frau und ihrem etwas faden Neffen, den er bereits als Kind tröstet. Der Neffe studiert Philosophie und der Kater hilft ihm dabei, und versucht ihm die Wichtigkeit von Charme beizubringen.

Zwischen den verschiedenen Leben erzählt der Kater vom Leben im "Weggemachten" mit den anderen Katern und Katzen in der Zeit zwischen den sieben (europäische Katzen) bis neun (amerikanische Katzen) Leben der Katzen.
Eine der Katzen merkt sich wie Matou (wie er sich selbst nennt, auch wenn ihm Menschen anderen Namen geben) die verschiedenen Leben; Fragnichtchen ist eine schöne Katze mit blauen Augen, die Matou vom dritten bis fünften Leben immer wieder trifft.

Die Geschichte ist aus Ich-Sicht des Katers geschrieben, und springt dementsprechend auch in den Erzählebenen, und es gibt jede Menge Hinweise auf andere Leben.

Es gibt lange Abhandlungen über den "Charme", wer ihn hatte oder gehabt haben mag, und wie man Charme lernen kann. Viel ist über Macht und Machtspiele zu lesen. Matou vergräbt sich auch in die Werke der großen Philosophen und versucht damit den Menschen zu entschlüsseln, denn ihm bleibt immer unklar warum manches für Menschen wichtig ist und einiges nicht.

Da ich zugegebenermassen den Stil des Autors sehr mag habe ich mich in die langen Sätze, komplizierten Schachtelungen gerne eingelassen.
Es gibt viele Hinweise und lange Leselisten für weiterführendes Lesen.

Ich habe fast drei Jahre an diesem Buch gelesen, das mich zwar sehr interessiert hat im Sinne von wie geht es weiter, mußte aber meinen Widerwillen gegen diesen obergescheiten arroganten intriganten und eigentlich mir nicht sympathischen "Kater" kämpfen.

In Summe ein wunderbares Buch, das mich viele Stunden gut unterhalten und in den Bann gezogen hat.

Michael Johannes Maria Köhlmeier wurde am 15. Oktober 1949 in Hard (Vorarlberg) geboren. In den 70-er Jahren begann er mit Hörspielen, in den 80-er Jahren wurden die ersten schriftstellerischen Arbeiten veröffentlicht.

Donnerstag, 7. März 2024

Britta Habekost : "Stadt der Mörder"

Britta Habekost :
"Stadt der Mörder"
Kriminalroman
2021, Penguin Verlag
450  Seiten mit Lesebändchen + 6 Seiten Nachwort + 3 Seiten Dank
ISBN 978-3-328-60195-1

Lieutenant Julien Vioric wird beauftragt besonders grauenerregende Morde in Paris aufzuklären. Eine Gouvernante wurde ermordet, deren Schützling ein adeliger Jüngling ebenso
Lysanne Magloire kommt vom Land nach Paris um ihre Schwester zu suchen; die sie spät aber doch durch Hilfe der Surrealisten findet, allerdings an eine Krankheit verliert. Sie arbeitet ihre Jugendliebe auf, die trifft den ehemaligen Ortsarzt wieder, und läßt sich vom Charme Paris einfangen.
Lysanne trifft inzwischen eine Künstlertruppe, wobei ihre die Phantasie von Luis Aragon am meisten zusagt. Die anderen der Surrealisten, wie Breton, irritieren sie mehr , wobei Bretons Frau ihre wichtige Ideen gibt.
Juliens Bruder Edouard, der kein Kriegstrauma hat, erklimmt die Karriereleiter bei der Polizei, ist mittlerwweile Polizeipräfekt, pflegt Kontakte zu den besseren Kreisen und traktiert seinen Bruder sooft er kann.
Eine farbefrohe, fröhliche neugierige Frau arbeitet als Journalistin und geht der Polizei mit Fragen auf die Nerven. Sie hilft Lyssanne weiter.
Das Ende ist überraschend.

Die Menschen sind gut beschrieben - mit Mitgefühl Lysanne die den Dorf-Mief abschüttelt bzw abschütteln muß und Julien, der das Traum aus dem ersten Weltkrieg und den Verlust seiner großen Liebe aus Südfrankreich, zu verarbeiten hat. Der Krimi ist mit 1924 datiert - und hier wird beschreiben, wie manche Menschen die Kriegsgreuel nicht verarbeiten, während manche gut mit der Vergangenheit leben.

Ort ist Paris bevor Passagen und dunkle Winkel vor den Olympischen Spielen 1924 abgerissen werden. Viele billige Wohnungen gehen durch diese Maßnahmen verloren.

Die Szenerie der Surrealisten ist unterhaltsam geschildert, v.a. wenn die kleinen Ankündigungen ein Großaufgebot der Polizei verursachen.

In Summe ein unterhaltsamer Kriminalroman.

Donnerstag, 4. Januar 2024

René Goschinny + Albert Uderzo: "Asterix & Obelix feiern Geburtstag - das Goldene Buch" (Band 34)

René Goschinny + Albert Uderzo: "Asterix & Obelix feiern Geburtstag - das Goldene Buch" (Band 34)
original "L'anniversaire d'Astérix et Obélix - Le livre d'or"
2009, Editions Albert René
aus dem Französischen übersetzt von Klaus Jöken
2009, Egmont Comic Collection
55 Seiten
ISBN 978-3-7704-3338-4

In dem Band werden Asterix & Obelix sowohl als ältere Herren mit Familie zeichnerisch dargestellt, als auch ihre Jugend in der sie ziemlich verweichlicht waren.
Aber eigentlich geht es um große Geburtstage der beiden und wie das Dorf sie feiern möchte. Die Frau des Methusalix möchte Mode entwerfen (die Entwürfe für Obelix sind wirklich lustig und gelungen), 

Die Piraten schicken Glückwünsche, aus Ägypten kommt ein Reiseführer, auch Troubadix bietet Reisen an und initiert "Gallien sucht den Superbarden" (!!!), es gibt Ideen wie man Asterix & Obelix sportlich einbinden kann, der Taubertrank soll schwarze Gedanken vertreiben (diese Gedanken sind als herrlich schwarze Käfer gezeichnet !), auch Filmideen entstehen (Idefix hat auch eine Platte mit Pfotenabdruck!), und gibt einige sehr humorvolle Varianten zu Klassikern der Kunstgeschichte von Delacroix bis ready-mades. Nachdem Cleopatra auch extra angereist ist, gibt es eine am Ende eine große Fete für alle.

Zeichnerisch ist dieser Band für mich ein Vergnügen, denn es gibt immer wieder schwarz-weiße Skizzen, die ein anderes Ende eines Handlungstrangs andeuten und mich zum Lachen brachten. Auch die Varianten der Kunstgeschichte sind gelungen, inkl. böse Kommentare der Dorfbewohner.

Es hat viel Spaß gemacht diesen Band mehr als einmal durchzulesen, durchzublättern und zu genießen.

Mittwoch, 6. Dezember 2023

Xavier-Marie Bonnot : "Die Melodie der Geister"

Xavier-Marie Bonnot :
"Die Melodie der Geister" - der fünfte Fall für Michel de Palma
Kriminalroman
original "Le pays oublié du temps"
2011, Actes Sud, Arles
Aus dem Französischen von Gerhard Meier
2015, Unionsverlag, Zürich
357 Seiten
ISBN 978-3-293-00484-9

Polizeikommandant Michel de Palma muß den Mord in Marseille an einem alten Forscher Delorme aufklären, auf dessen Gesicht eine alte Maske aus Neuguinea gesetzt worden war. Mithilfe der Tochter versucht er das Leben des Forschers nachzuvollziehen und bekommt einiges aus dessen Zeit der Forschung gemeinsam mit dem alten Freund Ballancourt erzählt. Die beiden waren in den 30-er Jahren bei den Einheimischen gewesen und haben Masken gegen Waffen eingetauscht. Diese Masken haben Jahrzehnte später hohen Sammlerwert und auch die ursprünglichen Stämme sind an den Masken interessiert. Später kommt heraus, daß es vor Jahrzehnten auch zu einer Liebesgeschichte zwischen einem der Forscher und einer einheimischen Witwe gekommen war.
In Marseille wird ein Händler ermordet, ebenso wie ein Matrose eines unter Observation stehenden Schiffes, und ein kleiner Dieb. de Palma muß Sigmund Freud über Totem und Eros nachlesen, und verstaubtes Denken über Urvölker beseite räumen um an des Rätsels Lösung zu kommen.
Als Parallelgeschichte beginnt zwischen dem Polizeikommandanten und seiner alten Liebe eine Romanze aufzuflackern.

Die Regionen und Flüsse auf Neuguinea mußte ich nachlesen.

Faszinierend fand ich wie beschreiben wird wie die Schädel der Feinde/Freunde behandelt werden, verziert werden, mit Muscheln und Knebmaterial aus Köpfen ausdrucksstarke Bewältigung von Furcht, Liebe und Trauer werden.

Den deutschen Titel hat das Buch weil leise Melodien erklingen, wenn der gespannte Bogen, mit dem der Pfeil abgeschossen wird, klingt.

Die Geschichte ist spannend. Aber leider bin ich nicht in den Stil hineingefallen.

Xavier-Marie Bonnot wurde am 7 Dezember 1962 in Marseille geboren. Er promovierte in Geschichte und studierte Soziologie und französische Literatur. Seine berufliche Karriere begann er als Filmregisseur von Dokumentarsendungen und Reportagen. 2002 feierte er mit der Veröffentlichung seines ersten Kriminalromans 'La première empreinte' /dt. 'der große Jäger' mit Band eins sein literarisches Debüt. Seither erschienen weitere Fälle mit dem Marseiller Polizeikommandanten Michel de Palma. Sie wurden mehrfach ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt.

Freitag, 10. November 2023

Fabcaro + Didier Conrad: "Die Weisse Iris" (Asterix Band 40 )

Fabcaro + Didier Conrad: "Die Weisse Iris" (Asterix Band 40 )
original "L'Iris Blanc"
2023, Hachette Livre / Goscinny-Uderzo
aus dem Französischen übersetzt von Klaus Jöken
2023, Egmont Comic Collection
46 Seiten
ISBN 978-3-7704-2440-5
 
Die Soldaten in den Lagern um das Gallische Dorf lassen sich nicht mehr zum Kämpfen motivieren. Der Motivator Visusversus bietet seine Methode der weißen Lilie mit positivem Denken und freundlichen Formulierungen als Idee das Dorf auszuschalten an. Im Dorf bringt er Ideen zu gesundem Essen an, und beeinflußt mit seinen freundlichen Formulierungen. Als nicht einmal mehr die Lieder von Troubadix zu einer Schlägerei führen, beginnt sich Asterix Sorgen zu machen. Bei Gutemine setzt sich der Wunsch nach dem Stadtleben durch, was Vicusversus auf eine Idee bringt, was die Gallier wie gewohnt zu unterbinden wissen.

Wie immer gibt es wunderbare Kleinigkeiten, wie die Wildschweine die sich furchtlos benehmen oder der Eilkarren nach Lutetia, in dem ein Zug vorweggenommen wird und Obelix' Konfrontation mit den  kleinen Portionen der Nouvelle Cuisine.

Es gibt auch Scooter in Lutetia, und Klebeaktionen zum Schutz des Waldes.

In Summe habe ich mich sehr gut beim ersten Lesen und Ansehen unterhalten, und werde vermutlich viele Feinheiten beim zweiten Durchgang entdecken. Viel Spaß !

Freitag, 30. Juni 2023

Ivo Andric : "Wesire und Konsuln"


Ivo Andric :
"Wesire und Konsuln"
Roman
original "Travnicka hronika"; 1945 fertig geschrieben
The Ivo Andric foundation, Beograd, Serbia
Deutsch von Hans Thurn, überarbeitet von Katharina Wolf-Grießhaber
2016, Paul Zsolnay Verlag (erstmals 1961 auf deutsch)
5 Seiten Prolog + 622 Seiten + 3 Seiten Epilog aus 1942 + 4 Seiten Verzeichnis fremder Ausdrücke + 12 Seiten Nachwort von Karl-Markus Gauß
ISBN 978-3-552-05802-6

Jean Daville wird 1806 unter Napoleon in die Stadt Tavnik gesetzt. Dort ist er der erste französische Konsul, der erste Konsul überhaupt, der sich in diesem Ort mit den örtlichen Gegebenheiten, dem dortigen Sultan, den dortigen Begs, Menschen mit vier verschiedenen Religionen, und vielen Stämmen auseinander setzten muß.
Zur Unterstützung ist ihm als Kanzler des Fossés zugeteilt, der weltoffen und vertrauensselig durch die Stadt und Gegend reitet und versucht in Kontakt mit den Menschen vor Ort zu kommen.
César d'Avenat ist als Übersetzter zuteilt und ein intriganter Mensch.

Viel später entsendet auch Kaiser Franz aus Österreich seinen Botschafter nach Travnik. Oberst Joseph von Mitterer hat auch Familie, allerdings keine so unterstützende, sondern eher kapriziöse.
Ihm zur Seite steht als Dolmetscher und Büroangestellter Nikola Rotta, ein Mensch aus einfachsten Verhältnissen, der es mit Arbeit und Strebsamkeit geschafft hat, die Karriereleiter so weit zu erreichen; als mißmutischer und hochmütiger Mensch hat er es nicht einfach. 
1811 kommt ein neuer Konsul - der gutaussehende, perfekte aber kalte Oberstleutnant von Paulich.

Nach der Niederlage Napoleons und den Verhandlungen im Wiener Kongreß 1815 werden beide Konsulate aufgelöst, und die Region lebt ihr gewohntes Leben weiter.

Den Botschaftern aus Frankreich und Österreich steht der lokale Wesir gegenüber, der meist zur Strafe nach Travnik entsandt wird. Diese Botschafter sind menschlich komplett unterschiedlich. Während  Mechmed-Pascha ein betont joviale Oberfläche hat unter der er bedenkenlos Menschen beseitigt, ist der Ibrahim-Pascha ein nachdenklicher Mensch der seine großen Schmerzen beim Bewegen verbirgt und loyal zu seinem ehemaligen Herrn, Selim III, mit dem er auch untergehen wird. Der dritte Wesir Ali-Pascha ist ein Mann des Militärs, der sofort Leute einer Liste folgend enthaupten läßt

Der Roman ist grandios geschrieben. Sowohl die Landschaft mit langem dunklen Winter, aber schönen Periode in Frühling-Sommer-kurzen Herbst, der das Gärtnern erlaubt sind spürbar beschrieben.
Auch die unterschiedlichen Menschen in der Stadt mit vier unterschiedlichen Religionen, mehreren Stämmen, allen Schichten von besoffenem Sänger bis quasi Arzt, die Agas und Alteingesessenen.
Selbst die Fratres sind unterschiedlich und variantenreich gezeichnet.

Viel Zeit ist für die Beschreibungen der Persönlichkeiten aufgewandt. Sie sind nicht nur körperlich beschreiben, sondern in ihrem Wandel und wie sie versuchen sich an die vielen Ungemütlichkeiten und Mühsale vor Ort anzupassen. 

Bei diesem Buch war ich gefordert jede Zeile bewußt zu lesen; einen Absatz einfach quer zu lesen, ging für mich beim Lesen nicht. Es zahlt sich für mich aus Zeit beim Lesen dieses Buches aufzuwenden.

In Summe ist das Buch nicht nur geschichtlich wichtig, da es Verständnis für die aktuellen Probleme dieser Region bringt, sondern auch für mich grandios geschrieben. Viel Freude beim Lesen !

Montag, 29. Mai 2023

Toby Barlow : "Baba Jaga"

 Toby Barlow :
"Baba Jaga"
original "Babayaga"
2103, Straus & Giraux, New York
Aus dem amerikanischen Englisch von Giovanni und Ditte Bandini
2014, Hoffmann und Campe, Hamburg // 2. Auflage 2017
530 Seiten + 1 Seite Prolog + 1 Seite historischer Hintergrund + 1 Seite Danksagung
ISBN 978-3-455-65062-4

Zoja, eine attraktive junge Frau mit Kurven hat ein gutes Auge welche Männer ihr behilflich sein könnten, im Paris der 50-er Jahre. Sie hat bereits ein bewegtes Leben hinter sich, da sie aus Rußland kommend durch weise Frauen in die Kunst der Hexerei geschult worden war; ihr sieht man die vielen Jahre ihres Lebens nicht an. Elga ist einer der weisen Frauen, die sie eingeschult hatten, die sich aber zur bösen alten Frau entwickelt hatte, die ausgezeichnet hexen kann.
Will lebt seit einigen Jahren in Paris, hat es aber als Amerikaner nicht weiter als einige Frauenbekanntschaften gebracht, und arbeitet als Werbetexter. Ihm wird ein Naheverhältnis zu einer Außenstelle der CIA nachgesagt. Er lernt über seinen Chef Zoja kennen. Ein Bekannter namens Oliver bringt ihn immer wieder in Schwierigkeiten und mit einigen eigenartigen brutalen Menschen zusammen. Sein Chef Brandon ist etwas undurchsichtig. Seine Liebe zu Zoja bringt beide in Probleme.
Charles Vidot ist Polizist aus Leidenschaft und damit seinem karrieresüchtigen Chef überlegen. Er soll einen Mord aufklären, lernt Elga kennen und wird in einen Floh verwandelt. Er versucht auch als Floh zu überleben, lernt später Will kennen und überlebt.

Der Roman wird vier Büchern erzählt in dem den verschiedenen Figuren gefolgt wird. Es sind immer wieder Strophen abgedruckt bei denen sich langsam entschlüsselt, daß hier Rückblenden stattfinden und manchmal auch gehext wird.

Zojas Leben wird auch in Rückblenden erzählt, als sie eine menschliche junge Frau war, die nur durch die Hilfe der Hexen überlebt. Sie versucht manchmal die menschliche Liebe wieder zu leben, merkt aber daß das sie das nicht mehr machen darf. Elga ist über Jahrhunderte des Lebens hart geworden, für sie zählen Menschenleben nicht mehr. Den beiden sind zwar einige kaltherzige Menschen, die Hexenwissen und magisches Wissen sammeln (wollen), den Menschen nach Wissensübergabe sehr übel mitspielen.
Will lebt zwar in Paris, läßt sich treiben, und wird wie von einem Wirbelwind von den Menschen und Hexen durch die Luft gewirbelt. Vidot ist unterhaltsam wie er als Floh überlebt, er behält seinen Gestaltungswillen auch als Floh, und es gelingt ihm am Schluß sogar seinen unfähigen Chef loszuwerden.
Die Geschichte des Priesters Andrej, der die Hexen über Jahrhunderte begleitet hatte, und seines Bruders Max ist berührend.

Der Roman ist sehr unterhaltsam geschrieben. Die Bilder laufen beim Lesen im Kopf ab. Gewisse Ungereimtheiten, und hier meine ich nicht Hexensprüche und deren Wirkungen, lösen sich doch freundlich auf.

In Summe habe ich diesen Roman sehr genossen und mich köstlich dabei unterhalten (Floh Vidot mit seinen Transporttieren als Beispiel genannt). Viel Spaß beim Lesen !

Donnerstag, 7. Juli 2022

Robert Whitaker : "Die Frau des Kartographen"

Robert Whitaker
„Die Frau des Kartographen und das Rätsel um die Form der Erde“
Original : „The Mapmaker's Wife. A True Tale of Love, Murder and Survival in the Amazon“
2004, Basic Books, New York
Aus dem amerikanischen Englisch von Enrico Heinemann und Werner Roller
2005, Karl Blessing Verlag
327 Seiten (inkl. Abbildungen) – vordere und hintere Innenseite Karte des oberen Südamerika mit der Reise von Isabel Godin – 1 Seite Inhaltsverzeichnis – 4 Seiten Vorwort – 3 Seiten historische Persönlichkeiten – 18 Seiten Anmerkungen – 7 Seiten Bibliographie – 3 Seiten Danksagung – 4 Seiten Register
ISBN 3-89667-235-5

Der Autor vermengt zwei Erzählstränge : auf der einen Seite erzählt er vom Bestreben der Wissenschaftler zur Zeit der Aufklärung die Form der Erde zu bemessen, um herauszugekommen ob die Erde eine Kugel, eine Melone und wie abgeplattet die Pole der Erde sind. Frankreich und Spanien sind in den 30-ger Jahren des 18 Jahrhunderts verfeindet, Spanien läßt (fast) niemanden in das reiche Land Peru, die Wissenschaftler sind entweder für Newton oder Cassini, als eine Gruppe Wissenschaftler 1735 nach Südamerika zu Vermessung geschickt wird, und eine kleine Truppe nach Lappland, auch hier um Bogendirektionen nach zu triangulieren. Während Lappland einfach und kurz gehandhabt wird, dauert die Reise nach und in Südamerika fast ein Jahrzehnt.

Leiter der Expedition waren Charles-Marie de La Condamine, Pierre Bouguer und Louis Godin, unterstützt von weiteren Wissenschaftlern, Assistenten, und Dienern (denen nicht einmal ein Name zugestanden wurde / neben dem Ruhm gab es weitere Ungerechtigkeiten, denn nur den drei Leitern wurde die Rückreise nach Frankreich gezahlt, was ziemliche Probleme machte).
In Südamerika wurden ihnen zwei naturwissenschaftlich interessierte Offiziere zur Seite (und eigentlich zur Kontrolle) gestellt, die später selbst durch genaue Informationen bekannt wurden.

Die Forschungstruppe reiste oft in getrennten Gruppen, die einen über die Anden, die anderen im Flußbereich und sammelten Erfahrungen, verloren Gepäck, widmeten sich der Aufnahme von Flora und Fauna und sachlichen Betrachtungen, die frei von religiösem, politischen oder fantasiesüchtigen Ansätzen waren (im Gegensatz zu vielen Berichten davor. Sie beschrieben ebenfalls wie schlecht mit den Indios umgegangen wurde).
In den Städten galten wie in Frankreich und Spanien übertriebene Ehr-Regeln, die auch hier zu Problemen führten.

Der zweite Strang geht um Isabel Gramesón, verheiratet seit 1741 mit Jean Godin (Neffe von Louis Godin), die es als Frau durch den unwirtlichen Amazonas von Ecuador bis Französisch-Guyana schaffte um nach mehr als zwanzig Jahren endlich wieder ihren Ehemann zu treffen.

Während mich die Kapitel, in denen die Wissenschaft um die Vermessung der Welt (und persönliche Befindlichkeiten) diskutierte, der Einfluß von Politik und Religion, die Arroganz und Brutalität mit der Militär und Kirche in Südamerika vorging und damit viele Indio-Stämme auslöschte sehr faszinierte, hat mich die bellitristische Art wie über Isabel Gramesón und die Liebesgeschichte, sowie die Religiösität der Dame geschrieben wurde, abgestossen.

Die fünfzehn Kapitel sind mit alten Stichen, die Portraits und Landkarten zu diversen Zeitpunkten zeigen ergänzt. Einige zeigen auch die Meßinstrumente die über die Meere und durch die Berge geschleppt wurden. 

Der Autor ist Journalist / Wissenschaftsjournalist. Leider fand ich kein Geburtsdatum von ihm. 2001 erschien sein Buch "Mad in America", 2011 erschien "Anatomy of an Epidemic".

Samstag, 22. Januar 2022

Pierre Lagrange : "Düstere Provence"

Pierre Lagrange :
"Düstere Provence" - Ein neuer Fall für Albin Leclerc
2020, Scherz / S. Fischer Verlag
404 Seiten + Karten auf der Innenseite des einschlagbaren Covers mit der Provence
ISBN 978-3-651-02500-4

Band 5 für den Polizeiberater Ablin Leclerc, seinen Mops Tyson, Freundin, Tochter, Enkeltochter, und sein Polizeiteam.
Louis Rey ist nach 25 Jahren aus Gefägnnis gelassen worden. Der ehemalige Drogen-king war von vielen Leuten verraten worden, wofür er sich genußvoll rächt. Drei grauslich zugerichtete Leichen sind bereits entdeckt, als der ehemalige Polizist Leclerc die Tatsachen durchschaut und eine ehemalige Freundin, die Gattin des verstorbenen Drogenbarons, Flores besucht. Ein Versuch dem Ex-häftling ein Geständnis und gleichzeitig dem aktuellen jungen Drogenbaron die aktuellen Schmuggeltricks zu entlocken wird inszeniert. Im Showdown gibt es einige Tote.
Im Nebenstrang geht es wieder um Albins Tochter, deren gewalttätiger bald Ex-Ehemann wiederholt das Leben seiner Frau verschlechtern möchte.
Albin unterhält sich immer wieder mit Mops Tyson, wobei der Mops in kursiv antwortet. Oft geht es um das Interesse des Mopses an einer Möpsin, aber auch um Zweibeiner.

Albin ist meist gemtülich mit gutem Kaffee unterwegs. Flores, deren Familie mit Drogen handelt, wird als trainierte schöne Frau geschildert, die fast alles für ihre Familie tut; daß sie zuerst zur Unterhaltung von Männern gearbeitet hatte, und hier bereits Kontakt mit Albin ist etwas spürbar.

Die Geschichte ist spannend erzählt, auch wenn sie mir zwischendurch zu reißerisch ist. Viel Spaß beim Lesen !

Samstag, 15. Januar 2022

Florent Silloray : "Capa - die Wahrheit ist das beste Bild"

Florent Silloray :
"Capa - die Wahrheit ist das beste Bild"
original "Capa - l'Etoile filante"
2016, Casterman, Brüssel
Aus dem Französischen von Anja Kootz
2017 Knesebeck, München
81 Seiten
ISBN 978-3-95728-067-1

Endre Friedmann, Künstlername als Photograph Robert Capa, blickt auf sein Leben zurück. In braun-schwarz-weißen Bildern wird sein Leben in Ungarn, dann Frankreich, Bürgerkriegszeit in Spanien, USA, Mexico, D-Day in der Normandie, japanische Invasion in China, Indiochine, Gründung der Photoagentur Magnum und dazwischen die großen Lieben in seinem Leben, photographin Gerda und Schauspielerin Ingrid erzählt. Daß er gerne teuer lebte, trank und beim Poker verlor wird nicht ausgelassen.
Faszinierend ist die Sehnsucht des Photographen nach dem intensiven Teilhaben am kriegerischen und politischen Geschehen photographieren zu dürfen - und wie er in Rußland und China behindert wurde. 

Wichtige Teile wie "Mexican Suitcase" und auch daß 11 Photos bei dem Wasser im D-Day brauchbar waren, sind gezeichnet; kleine Details wie  Heirat für Staatsbürgerschaft ebenfalls.

Die Graphic novel ist spannend und zieht in den Bann, sowohl von der Geschichte, also auch den dynamischen zeichnen.

Viel Freude beim Lesen und Betrachten der Zeichnen !

Donnerstag, 18. November 2021

Grégoire Hervier : "Vintage"

Grégoire Hervier :
"Vintage"
original: "Vintage"
2016, Au diable vauvert
Aus dem Französischen von Alexandra Baisch und Stefanie Jacobs
2019, Diogenes Verlag
392  Seiten + 1 Seite Inhaltsverzeichnis + 1 Seite Credits
ISBN 978-3-257-24450-2 

Thomas Dupré erzählt in ich-form, wie er aus Paris mit einer seltenen Gitarre nach England geschickt wird. Im Schloß erwartet ihn ein Lord im Rollstuhl und beauftragt ihn eine seltene Gitarre, deren Existenz ungesichert ist, für seine Sammlung zu finden. Thomas reist nach USA, fährt durch die Gegend, trifft einen trunksüchtigen Gitarrensammler, reist nach New Orleans, trifft eine engagierte Musikstudentin in Mississippi die auf der Suche nach einem Künstler ist, von dem es nur Demobänder mit grandiosem Klang gibt. Dieser Musiker war mit dieser Gitarre abgebildet worden, was zu weiterer Recherche führt. Am Schluß gibt es diese Gitarre .....

Das Buch ist für Blues Gitarren Fans ideal. Die Ich-person spielt Gitarre, fachsimpelt über alte und neue Gitarren, erzählt von Riffs, von Übergängen innerhalb von Songs, und von wunderbaren Gitarrenspielerlebnissen. 

Inhaltlich geht es um die "Gibson Moderne", eine Gitarre, die 1957 als Prototyp entstand, damals aber nicht in die Produktion übernommen wurde, aber zu grandiosem Klang inspirierte.
Faszinierend war für mich die Recherche nach dem Musiker "Li Grand Zombi Robertson", den es so nicht wirklich gab, aber mit seinem Lebenslauf und als seinen Klang suchende Persönlichkeit eine grandiose Komposition ist.

In Summe ein spannender Roman. Viel Spaß beim Lesen !

Grégoire Hervier wurde 1977 in Villeneuve-Saint-Georges im Département Val-de-Marne geboren. Sein erster Roman "Scream Test" erschien 2006, 2009 erschien "Zen City". 2020 erschien "Dark was the night" 

Samstag, 23. Oktober 2021

Jean-Yves Ferri + Didier Conrad: "Asterix und der Greif" (Asterix Band 39 )

Jean-Yves Ferri + Didier Conrad: "Asterix und der Greif" (Asterix Band 39 )
original "Astérix et le Griffon"
2021, Editions Albert René
aus dem Französischen übersetzt von Klaus Jöken
2021, Egmont Comic Collection
46 Seiten
ISBN 978-3770424399
 
Cäsar möchte einen Greif, den er nur von einer Amphore kennt, als Unterhaltung für den Zirkus in Rom, und schickt einen Geographen mit Unterstützung in die Wüste. Parallel sind Asterix, Obelix, Idefix und Miraculix ebenfalls in diese Richtung unterwegs, weil der dortige Schamane Terrine um Hilfe gebeten hat. In der Wüste sind Amazonen mit sehr unterschiedlichen Temperamenten, Figuren und Haartrachten am Entscheiden und Kämpfen - die Namen der kampftüchtigen Frauen und haushaltenden Männern sind übrigens zum Zerbröseln. Nach einigen diplomatischen Zwischenfällen befreit sich eine bildschöne gefangene Amazone gemütlich selbst, der Schamane wird mithilfe von Idefix befreit. Am Schluß gibt es zwei Feten.

Die Zeichnungen habe mich sehr gut unterhalten, die Phantasietiere sind schön, das Pferd das Obelix trägt hat eine eigene Linien, Miraculix ist diesmal mehr verkühlt als zaubernd.

Idefix schließt Freundschaft mit Wölfen, die entzückend gezeichnet ist; den armen Obelix aber in seiner Sorge um Idefix einiges kosten.

In Summe habe ich mich sehr gut beim ersten Lesen und Ansehen unterhalten, und werde vermutlich viele Feinheiten beim zweiten Durchgang entdecken. Viel Spaß !

Biographien von Autor und Illustrator bei Band 35 (Asterix bei den Pikten).

Donnerstag, 14. Oktober 2021

Peter May : "Die Katakomben von Paris"

Peter May :
"Die Katakomben von Paris" - Ein Fall für Enzo Mackay
original "Extraordinary People"
2006, Poisend Pen Press, Scottsdale AZ
Aus dem Englischen von Anke und Eberhard Kreutzer
2011, Rowohlt Taschenbuch Verlag
437 Seiten + 2 Seiten Danksagung
ISBN 978-3-499-25402-4

Den schottischen Forensiker Enzo Mackay hat die Liebe nach Frankreich gebracht, wofür seine Familie in Schottland zerbrochen war. Aufgrund einer Wette beginnt er nach dem Verbleib eines hochintelligenten Menschen oder deren Reste zu suchen, wobei ihm die Recherchen des Journalisten Raffin behilflich sind. In der Kirche, in die der letzte Kalendereintrag führt, findet er die erste Bestätigung seines Verdachtes. Später wird ihm von einem Koffer mit einem Schädel und fünf eigenartigen Utensilien erzählt. Enzo setzt diese fünf Elemente zu neuer Information zusammen - wobei er Hilfe durch das Wissen aus dem Internet hat. Nachdem ein zweiter Koffer mit weiteren Körperteilen und wieder einigen Utensilien gefunden wurde, wird ihm von der bildschönen berechnenden Justizministerin mitgeteilt, daß die weitere Recherche von Offiziellen übernommen wird. Quer durch Frankreich tauchen noch weitere Koffer mit Körperteilen und Hinweisen auf, es sterben noch einige Menschen gewaltsam, eine junge Frau verschwindet und es kommt zum Showdown in den Katakomben von Paris.

Enzo wird als großer Mann mit längeren Haaren, einer weißen Haarsträhne geschildert, der gerne trinkt, und mit Geld nicht umgehen kann. Er löst die Rätsel mit Leidenschaft, leider ist er bei seinen Damen, hier seine Töchter und auch bei Charlotte nicht ganz so erfolgreich. Der Journalist Raffin wird als gut aussehender, gut gekleideter Pariser Mann geschildert, der mit Coolness durch die Situationen geht. Tochter Sophie ist die Tochter seiner großen Liebe, die Enzo alleine aufgezogen hat, und die sich in einen nicht nur gut aussehenden Fitnesstrainer verliebt hat. Tochter Kirsty aus erster Ehe, ist spröder geschildert. Charlotte ist eine sehr gut aussehende Frau, Psychiaterin, Ex-freundin von Raffin, hilft Enzo einige zeitlang weiter.

Faszinierend ist der Hintergrund der Elite-Universität ENA, deren Ruf, deren Anspruch, das Wissen, daß dort alle Politiker und Wirtschaftstreibenden ausgebildet werden und später netzwerken werden. Enzo merkt an, daß es kein Wunder ist, daß die Politiker nicht mehr wissen, was das Volk möchte, wenn alle Politiker aller Parteien auf eine gemeinsame Elite-Universität gehen. 

Der Roman ist gut geschrieben. Auch wenn viel in der Gegend herumgefahren wird, sind die Ort vorstellbar, und auch die menschlichen Tragödien. Viel spaß beim Lesen !

Freitag, 17. September 2021

Yann Sola : "Tödlicher Tramontane"

Yann Sola :
"Tödlicher Tramontane" - ein Südfrankreich Krimi
2016, Kiepenhauer &Witsch
346 Seiten
ISBN 978-3-462-04868-1

Perez, rundlicher Gastronom mit Hang zum Detektiv, geht an der Cote Vermeille den Gerüchten um eine exorbitanten Hafenerweiterung und der Explosion eines Schiffes nach. Noch engagierter ist er, als eine sehr gute Freundin von ihm bedroht wird, und verschwindet. Bei der Suche nach Unterlagen zu den Gerüchten über Hafenerweiterung, die alles charismatische der Gegend kosten würde, tappt er zuerst ein Falle, später sucht er sich Hilfe bei einem einflußreichen Mann mit Bodygard. Am Schluß wird eine alte Rechnung mit einem zutiefst unsympathischen Menschen beglichen, einige größenwahnsinnige Menschen verhaftet und ein wirklich reicher Mann stellt sicher, daß der Charme des Ortes und seine Umgebung gewahrt bleibt.
Parallel gibt es viel über das excellente Essen und Trinken der Gastro um Perez zu lesen. Alle Zutaten sind vom Feinsten, oft über Schleichwege aus dem benachbarten Spanien gebracht. Sein Anspruch an Weintrinker, daß diese gewissen "Trinkintelligenz" mitbringen sollten, denn Wein schmeckt nun mal unterschiedlich je nach Jahrgang, hat mich gut unterhalten.

Die Geschichte spielt zur Zeit des Tramontane / Tramontana, einem Wind der an den Nerven zerrt und und alle unruhig macht. Alles Schlechte und Unangenehme wird sofort auf die Launen dieses Windes geschoben. Ort der Handlung ist meist Banyuls sur Mer, und die Berge dahinter.

Das Projekt mit dem rücksichtslos Natur gesprengt, und willkürlich ergänzt werden soll, wobei nur einige wenige profitieren und den großen Gewinn teilen wollen, ist erschreckend.

Interessant ist, daß dieser Teil Südfrankreichs Nord-Katalonien ist. Sprachfetzen in dem Buch sind katalonisch. Hier möchte ich geschichtliches Nachlesen

Dieser Roman ist mit viel Schwung geschrieben und macht Spaß zu lesen, und brachte mich oft zum Kichern. Viel Freude beim Lesen !

Yann Sola ist das Pseudonym des Romanautors Werner Köhler. Er lebt und arbeitet in Deutschland und an der Côte Vermeille, im äußersten Südwesten Frankreichs, in unmittelbarer Nähe zur spanischen Grenze.

Sonntag, 29. August 2021

Goscinny, Uderzo, Molden : "Es Brojeggd" - Asterix redt Wienerisch 5

"Es Brojeggd"  - Asterix redt Wienerisch 5
Gschichtl : René Goscinny
Büdln : Albert Uderzo
original "Le Domaine des Dieux" / "Die Trabantenstadt" (15. Band)
1971/1999, Hachette Livre
aus dem Französischen übersetzt von Gudrun Penndorf M.A.
Iwadrogn von Ernst Molden
2020, Egmont Berlin
44 Seiten + 1 Seite "klaans Glossarium"
ISBN 978-3-7704-4014-6

'Die Trabantenstadt' hat es ins Wienerische geschafft, und wurde zur "Großfeldsiedlung". Liebevoll bis bösartig hat Ernst Molden bei der fünfte Geschichte um das gallische "Deafö"/Uatschaft" - diesmal mit dem ehrgeizigen Architekten Quadratus - die Dialoge ins Wienerische übertragen.

Idefix wird Rattla genannt, die römischen Soldaten versuchen sich mit einem Gschnaasfestl herauszureden, und die Gallier versuchen es wieder mit Geschäftstüchtigkeit.

Viel Spaß und Auflachen beim Lesen !

Biographien bei "Köölch uman Asterix" - Asterix redt Wienerisch.(13. Nov 2018)

Samstag, 4. Juli 2020

Anthony Coles : "Ein Gentlemen in Arles - mörderische Machenschaften"

Anthony Coles :
"Ein Gentlemen in Arles - mörderische Machenschaften" - ein Provence-Krimi
Peter-Smith-Reihe-1
original "A Retirement Disturbed"
2016, CreateSpace Independent Publishing Platform
Aus dem Englischen von Michael Windgasse
2019, Piper Verlag Gmbh
355 Seiten
ISBN 978-3-23206-7

Peter Smith hat sich mit seinem Windspiel Arthur in die Provence zurückgezogen und möchte seine Pension genießen. Durch Zufall wird er in einen Mord hineingezogen, und plötzlich interessieren sich die unterschiedlichsten Menschen für ihn und sein Wissen. Auf der einen Seite ist es die wunderschöne, reiche, charmante Witwe des Toten, auf der anderen Seite ziemlich gewaltbereite obskure Gestalten. Während ihm die Witwe die Geschichte der Camargue näher bringt, und ihm Treffen mit ihr wohl tun, eröffnen ihm die anderen Menschen die Sichtweise zu anderen lokalen Mafia-ähnlichen Gruppierungen, wobei die Familie der Witwe ebensoviel Macht in der Camargue hat.
Der Ermordete war ein glänzender Geschäftsmann gewesen, der geschickt EU-Förderungen gelenkt hat, aber vorallem eine unsittliche Neigungen hatte.
Am Schluß ist werden die Mörder zwar nicht erwischt, aber es bleibt das wohltuende Gefühl, daß die Welt ein paar böse Menschen weniger hat.

Peter Smith und eine alter Freund von ihm, der geheimdienstmäßig informiert ist, werden als typische Engländer mittleren Alters geschildert, denen es zuhause einfach zu kalt ist.
Die Witwe ist eine schöne gescheite reiche Frau, die ihn fast immer bezaubert.

Der Roman ist gut lesbar, die Zeit fliegt beim Lesen dahin. Ort, Menschen und Essen in diesem Roman sind gut vorstellbar.

Viel Spaß beim Lesen !