"Lucky Luke, Bd.53, Die Erbschaft von Rantanplan"
Autor : René Goscinny
Illustrator : Morris
original "L’héritage de Ran-Tan-Plan"
1973, Dargaud Editeur Paris
Übersetzerin : Gudrun Penndorf M.A.
Deutsche Textbearbeitung : Adolf Kabatek
Nachdruck 2009, Egmont Ehapa Verlag GmbH
ISBN 419796280550053
Nach Jahren hatte ich die Chance in Ruhe einen ganzen Band Lucky Luke zu lesen, zu betrachten und zu genießen.
Als Zusatzelement haben Zeichner und Autor die Chinesen im Chinesenviertel der Stadt eingebracht in der alle 'Volulteile' abgehandelt werden : Hund essen, Mafia, Gewalt, Feste mit Drachen, anderer Ehrenkodex.
Bevor sich in der Stadt alle an die Gurgel gehen taucht der Millionär wieder auf, und entdeckt seine Vorliebe für einen Kater der Stadt (der herrlich grantig gezeichnet ist).
Die 4 Daltons sind wie gewohnt streitend unterwegs - der cholerische Joe der über Averell schimpft, diesmal weil dieser aus Seife Pistolen schneidet, die täuschend echt aussehen. Oder weil Averell dauernd Hunger hat etc.
Rantanplan frißt in seinem Hunger einen wunderschönen Fliegenpilz, der ihm einen zwei-seiten-Rausch bringt, der sehr unterhaltsam gezeichnet ist.
Ich habe mich gut dabei unterhalten, ziehe aber Asterix und seine Geschichten gegen die Römer dem Westernhelden vor.
Morris hieß eigentlich Maurice de Bevere und wurde am 1. Dezember 1923 in Kortrijk geboren; er starb ab 16. Juli 2001 in Brüssel. Nach einer Zeichner-Ausbildung arbeitete Morris ab 1943 in einem Trickfilmstudio. 1945 trat er eine Stelle bei den 'Editions Dupuis', den Herausgebern des Comic-Magazins 'Spirou' an. Inspiriert durch die amerikanische Geschichte begann er mit der Arbeit an einem neuen Comic. Seine erste Lucky-Luke-Geschichte erschien 1946 im später sehr berühmten Spirou Almanach 1947. Das erste eigentliche Album erschien 1949. In New York lernte er Rene Goscinny kennen - ab 1955 arbeiteten die beiden gemeinsam an weiteren Lucky Luke Geschichten. Nach Goscinnys Tod folgten andere Autoren wie z.B. Le Hartog Van Bandake und Xavier Fauche.
René Goscinny wurde am 13. August 1926 in Paris geboren. Goscinny wuchs in Buenos Aires auf. René Goscinnys jüdische Eltern waren polnischer Abstammung mit französischer Staatsangehörigkeit. Nach dem Abitur arbeitete er zuerst als Hilfsbuchhalter und später als Zeichner in einer Werbeagentur. 1945 versuchte er in den USA als Zeichner bei Walt Disney unterzukommen, scheiterte aber ; allerdings startete er dort als Kinderbuch-Illustrator und lernte Morris kennen. 1950 entstand die Detektivserie "Dick Dicks", ab 1955 trabte "Lucky Luke" durch die Comics, ab 1951 zogen die Indianer durch die Welt und ab 1959 machte "Asterix" Cäsar das Leben schwer (beides mit Texter Albert Uderzo) und es entstand vieles andere mehr wie "Tim und Struppi". Der Künstler starb am 5. November 1977 in Paris.
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Montag, 17. August 2015
Freitag, 15. August 2014
Mario Vargas Llosa : "Der Hauptmann und sein Frauenbataillon"
Mario Vargas Llosa :
"Der Hauptmann und sein Frauenbataillon"
Roman
original "Pantaleón y las visitadores"
1973, Editorial Seix Barral S.A., Barcelona
Aus dem Spanischen von Heidrun Adler
1984, Suhrkamp Taschenbuch 959
copyright der deutschen Übersetzung - 1974 bei Claassen Verlag, Düsseldorf
278 Seiten
ISBN 978-3-518-37459-1
In diesem skurrillen bis bösartigen Roman nimmt Vargas Llosa das Militär mit seiner Doppelbödigkeit aufs Korn, bei dem Manneskraft gewünscht, aber sexuelles Leben tabu ist.
Der naive Unteroffizier Pantaleón Pantoja wird mit Ehefrau und Mutter nach Iquitos, ins heißblütige Amazonien mit seinen leidenschaftlichen Laretaniern entsandt, um Übergriffen der Soldaten auf die weibliche Bevölkerung Einhalt zu gebieten. Er wird beauftragt - im geheimen - die TBDGGK (TruppenBetreuungsDienst für Garnisonen, Grenzposten und andere Kommandos) aufzubauen. Gehorsam arbeitet er sich in das Milieu der Huren, "Wäscherinnen" und sonstige Gewerbe der Nacht ein, stellt Statistiken des durchschnittlichen Bedarfs an Zeit, Qualität je Soldat je Betreuerin. Das Projekt wird ein Erfolg, weil die Übergriffe zurückgehen.
Daß parallel ein geistiger Mann, Pater Francisco, eine Sekte aufbaut in der zuerst Tiere, später aber auch Menschen ans Kreuz genagelt werden, beunruhigt die Bevölkerung dann weniger.
Da die Betreuerin nur für die niederen Chargen des Militärs requiriert werden, sorgt bei höheren Rängen und abgelegenen Dörfern für Unmut, da jeder vermeint hier Rechte zu haben. Die Climax ist der Überfall auf ein Schiff mit Damentransport, einer Toten, einer emotionalen Abschiedsrede von Pantaléon und "Pantilandia" wird von den Militärs, weil es dem Ruf schadet, gestrichen. Der naive Offizier in die kälteste Region des Landes geschickt.
Stilistisch ist das Buch unterschiedlich aufgebaut. Auf der einen Seite klare Berichte an das Militär und Aufträge, erzürnte Briefe vom Militärkaplan, und sprudelnde von Pochita der Ehefrau des Unteroffiziers. Dazwischen Kapitel in denen fast die Absätze zwischen den handelnden Personen springen, und die es erfordern sehr wachsam mitzulesen wer jetzt gerade dran ist. Allerdings fand ich die Komik hier sehr gut und hat mich durchgetragen.
Befremdend fand ich die Tatsache, daß den Betreuerinnen fast ein acht Stunden durchgängiger Job zugemutet wird. Auch der nicht unwichtige Punkt daß hier verhütet werden sollte, ist hier offenbar nicht bekannt.
Die Absätze über das hysterische Wirken der Anhänger des Franciscos, der am Schluß stirbt, waren eigen. Was das Kreuzigen von Getier bringen soll, geht unter. Die Energie dieser Massen ist lange stärker, als die Macht und Waffen der Soldaten.
Die Personen sind durchaus vorstellbar geschildert - von den verschiedenen mehr oder minder verlogenen oberen Rängen im Militär, ein schmieriger bestechlicher Journalist, die unterschiedlichen 'Betreuerinnen', die Aufpasser, ein guter Freund von Pantaleon, Frau Leonor die bemutterne nervende Mutter von ihm und die liebenswerte Pochita, Frau von Pantaleón.
In Summe ein grandioses Buch, das zwar konzentriert zu lesen ist, aber die Spannung hält. Viel Vergnügen !
Mario Vargas Llosa wurde 1936 in Areqipa, Peru als Kind einer spanischern Mutter und eines peruanischen Vaters geboren. Er ist Schriftsteller, Journalist und in liberalen Partein aktiv; seine Wahl zu Präsendenten scheiterte. Der "Hauptann und sein Frauenbataillon" ist sein fünfter Roman; 2013 ist sein 22. erschienen. Er lebt in Lima und Madrid.
"Der Hauptmann und sein Frauenbataillon"
Roman
original "Pantaleón y las visitadores"
1973, Editorial Seix Barral S.A., Barcelona
Aus dem Spanischen von Heidrun Adler
1984, Suhrkamp Taschenbuch 959
copyright der deutschen Übersetzung - 1974 bei Claassen Verlag, Düsseldorf
278 Seiten
ISBN 978-3-518-37459-1
In diesem skurrillen bis bösartigen Roman nimmt Vargas Llosa das Militär mit seiner Doppelbödigkeit aufs Korn, bei dem Manneskraft gewünscht, aber sexuelles Leben tabu ist.
Der naive Unteroffizier Pantaleón Pantoja wird mit Ehefrau und Mutter nach Iquitos, ins heißblütige Amazonien mit seinen leidenschaftlichen Laretaniern entsandt, um Übergriffen der Soldaten auf die weibliche Bevölkerung Einhalt zu gebieten. Er wird beauftragt - im geheimen - die TBDGGK (TruppenBetreuungsDienst für Garnisonen, Grenzposten und andere Kommandos) aufzubauen. Gehorsam arbeitet er sich in das Milieu der Huren, "Wäscherinnen" und sonstige Gewerbe der Nacht ein, stellt Statistiken des durchschnittlichen Bedarfs an Zeit, Qualität je Soldat je Betreuerin. Das Projekt wird ein Erfolg, weil die Übergriffe zurückgehen.
Daß parallel ein geistiger Mann, Pater Francisco, eine Sekte aufbaut in der zuerst Tiere, später aber auch Menschen ans Kreuz genagelt werden, beunruhigt die Bevölkerung dann weniger.
Da die Betreuerin nur für die niederen Chargen des Militärs requiriert werden, sorgt bei höheren Rängen und abgelegenen Dörfern für Unmut, da jeder vermeint hier Rechte zu haben. Die Climax ist der Überfall auf ein Schiff mit Damentransport, einer Toten, einer emotionalen Abschiedsrede von Pantaléon und "Pantilandia" wird von den Militärs, weil es dem Ruf schadet, gestrichen. Der naive Offizier in die kälteste Region des Landes geschickt.
Stilistisch ist das Buch unterschiedlich aufgebaut. Auf der einen Seite klare Berichte an das Militär und Aufträge, erzürnte Briefe vom Militärkaplan, und sprudelnde von Pochita der Ehefrau des Unteroffiziers. Dazwischen Kapitel in denen fast die Absätze zwischen den handelnden Personen springen, und die es erfordern sehr wachsam mitzulesen wer jetzt gerade dran ist. Allerdings fand ich die Komik hier sehr gut und hat mich durchgetragen.
Befremdend fand ich die Tatsache, daß den Betreuerinnen fast ein acht Stunden durchgängiger Job zugemutet wird. Auch der nicht unwichtige Punkt daß hier verhütet werden sollte, ist hier offenbar nicht bekannt.
Die Absätze über das hysterische Wirken der Anhänger des Franciscos, der am Schluß stirbt, waren eigen. Was das Kreuzigen von Getier bringen soll, geht unter. Die Energie dieser Massen ist lange stärker, als die Macht und Waffen der Soldaten.
Die Personen sind durchaus vorstellbar geschildert - von den verschiedenen mehr oder minder verlogenen oberen Rängen im Militär, ein schmieriger bestechlicher Journalist, die unterschiedlichen 'Betreuerinnen', die Aufpasser, ein guter Freund von Pantaleon, Frau Leonor die bemutterne nervende Mutter von ihm und die liebenswerte Pochita, Frau von Pantaleón.
In Summe ein grandioses Buch, das zwar konzentriert zu lesen ist, aber die Spannung hält. Viel Vergnügen !
Mario Vargas Llosa wurde 1936 in Areqipa, Peru als Kind einer spanischern Mutter und eines peruanischen Vaters geboren. Er ist Schriftsteller, Journalist und in liberalen Partein aktiv; seine Wahl zu Präsendenten scheiterte. Der "Hauptann und sein Frauenbataillon" ist sein fünfter Roman; 2013 ist sein 22. erschienen. Er lebt in Lima und Madrid.
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Skurrilität,
Übersetzerin
Donnerstag, 8. Juli 2010
Rafael Arozarena : "Mararía"

Rafael Arozarena :
"Mararía"
1973, unter Mararía
Verlag Noguer, Barcelona
aus dem Spanischen von Gerta Neuroth übersetzt
1998, Gustav Lübbe Verlag GmbH
232 Seiten
1 Seite Glossar
4 Seiten Nachwort der Übersetzerin
ISBN 3-7857-1503-X
Es ist ein sprödes Buch bei dem man so langsam weiterkommt wie man durch den Sand waten kann, oder bei Hitze einen kargen Berg erklettert. Es ist die Geschichte einer wunderschönen Frau auf einer Insel in einer Männergesellschaft, die zwar Erwartungen für das Schöne entzündet aber keiner damit glücklich wird.
Ort des Romanes ist die Insel Lanzerote, die als Skelett eines Kamels beschrieben wird, der Kampf ums Überleben in einem Dorf mit Gasthaus, Landwirtschaft, aber von dem die Männer weggehen um als Matrosen zu arbeiten.
Sprunghaft wird durch Erzählungen von ausschließlich Männern die Geschichte einer wunderschönen jungen Frau erzählt, die im Alter nur noch abends außer Haus geht und den Ruf als Hexe hat.
Sie hatte eine Kind von einem Mann, wollte einen anderen heiraten der am Tag der Hochzeit von betrunkenen Männern ihres Dorfes spaßhalber erschlagen wurde, verlor ihren Sohn an das Meer das ihn nicht mehr hergab, und bewahrte ihre Würde und ihre kerzengerade Haltung aber auch das Feuer in ihren Augen bis ins hohe Alter.
Männer wollten sie heiraten, sie besitzen, mit ihr angeben, verloren durch sie Berechnung oder Ziele aus den Augen, oder beteten sie einfach nur an.
Die Erzähler sind der Gasthausbesitzer, der Bucklige, der Pfarrer, ein Landbesitzer, ein Matrose der mittellos heimkehrt, ein Arzt am Strand etc. Andere Frauen haben keine Chance und hier auch keine Stimme zur Äußerung.
Die Geschichte fasziniert, aber sie ist trocken und spröde wie die baumlosen Berge, die herumliegende Gerippe der Tiere, und erst langsam baut sich auf warum die kerzengerade Gestalt, vor der sich die Hunde fürchten, so ein Faszinosum birgt.
Das Buch ist jedem zu empfehlen der sich die Zeit und Lust nimmt, langsam eine Landschaft und auch Art des Lebens auf sich einwirken zu lassen und dabei die Personenschilderungen zu genießen.
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