Edmund de Waal :
"Der Hase mit den Bernsteinaugen" - Das verborgene Erbe der Familie Ephrussi
original "The Hare with the Amber Eyes. A Hidden Inheritance"
2010, Chatto & Windus, London
Aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer
2011, Paul Zsolnay Verlag
340 Seiten inkl. Vorwort + 2 Seiten Dank
ISBN 978-3-352-05556-8
Ausgehend von einem Geschenk seines Großonkels, 264 Netsuke (kleine japanische Schnitzereien aus Holz oder Elfenbein, die gemütlich in einer geschlossenen Hand Platz haben und ursprünglich am Kimono getragen wurden) erzählt der Autor die Geschichte seiner Familie : der Efrussi /Ephrussi, indem er hauptsächlich der Geschichte dieser 264 Stück Handwerkskunst in seiner Familie folgt.
Das erste Kapitel ist Paris und seinem Groß-Groß-Onkel Charles gewidmet, das zweite Kapitel Wien und seinen Urgroßeltern Victor und Emmy, dann folgen gemischt verschiedene Stationen z.B. seine Großmutter über Niederlande-Frankreich-Schweiz nach England, andere Familienmitglieder nach USA, und Japan, bis er an die Wurzeln seiner Familie zurück nach Odessa fährt.
Spannend und haptisch wird erzählt wie Geld ermöglicht mit Gefühl und Freude zu sammeln und zu leben. Viel Platz ist Beschreibungen von Wohnungen, und Häusern und dem Landgut gewidmet, viel Platz den Einrichtungen, den Kleinigkeiten, den Bildern, der Farben in den Zimmern, und sonstige Kleinigkeiten wie Uhren um das berührbare Leben vorstellbar zu machen.
Der Bruch der nach dem Anschluß in Wien vollzogen wurde, läßt den Schluß zu, daß niemand innerhalb seiner Familie mit diesen brutalen Aktionen gerechnet hatte, denn sie wurden monetär und seelisch überrumpelt, und waren froh ihr Leben zu retten.
Seine Großmutter, die nach dem ersten Weltkriegt als eine der ersten Frauen studiert hatte, fuhr nach dem zweiten Krieg nach Wien, und bekam von der alten Kleiderfrau ausgehändigt, was sie retten konnte; es ist berührend, daß der Autor erst als der beim Schreiben des Buches nach ihr nachforschen wollte, von niemandem mehr den Familiennamen dieser Frau erfahren konnte.
Ausgehend von den Netsuke, und daß sein Groß-onkel in Japan lebte und starb - und damit die Netsuke einige Zeit wieder 'nach Hause kommeb', wird einiges über Japan erzählt. Auch Japan gehörte nach dem zweiten Weltkrieg zu den besiegten Nationen, und Ausverkauf alten Kulturgutes fand statt. Der Großonkel lernt viel über Japan und seine Kunst (hier gibt es viele neue Vokabel kennen zu lernen wie z.B. 'kakemoto' sind Rollbilder), und gab einiges an den Autor (und Keramik-Künstler) weiter.
Die 264 Kunstwerke kamen Mitte 19. Jahrhunderts über Charles Ephrussi in Paris in den Familie. Dieser hochgebildete kunstsinnige Mann wurde auch der "benediktinische Dandy aus der Rue Monceau" (Zitat Jules Laforgues) genannt. Wunderschön sind hier die Schilderungen des schöngeistigen Paris dieser Zeit, aus dem Charles hier Jahrzehnte lang sammelte. Heftig ist die Reflexion über die jahrelangen Dreyfuss-Intrigen.
Die Menschen sind gut vorstellbar geschrieben. Die Urgroßmutter Emmy ist gut fühlbar, auch Groß groß Onkel Charles, dafür Urgroßvater viktor eigentümlich wenig.
Das Buch ist spannend und sehr gut zu lesen. Die Übersetzung ist sehr sehr gut.
Viel Freude bei diesem Bericht über Kunst und Geschichte von Europa und Japan.
Edmund Arthur Lowndes de Waal wurde am 10. September 1964 in Nottingham, England geboren. Er lernte bereits in der Schule das Töpferhandwerk, studierte dies in Cambridge weiter und arbeitet als ein britischer Keramiker und jetzt auch Professor an der Uni Westminster. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.
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Donnerstag, 27. Oktober 2016
Sonntag, 27. April 2014
Cara Black : "Murder in Montmatre"
Cara Black :
"Murder in Montmatre"
305 Seiten
1 Seite mit dem Plan von Montmatre am Beginn des Buches
2005, Soho Press Inc, New York
298 Seiten
ISBN 978-1-56947-445-7
Auf deutsch heißt der Kriminalroman "Mord am Montmartre: Aimée Leduc läuft in die Falle" und ist 2014 beim Thiele Verlag erschienen.
Dieser sechste Kriminalroman der amerikanischen Autorin mit der Pirvatdetektivin Aimée Leduc spielt wie gewohnt in Paris. Es geht um die Menschen, Künstler, Lokale im Montmatre. Es ist feucht, kalt, windig, regnet viel und die meisten Menschen hier haben nicht viel zum Leben. Hintergrund sind die 90-er Jahr des 20. Jahrhunderts, in dem Internet noch was seltenes ist, ein Computer Bubenherzen höher schlagen läßt, und die ersten eigenartigen Überwachungsszenarien steigen.
Aimée steigt ein, nachdem eine ihrer besten Freundinnen Laure beschuldigt wird, bei einem Polizeieinsatz ihren Kollegen Jacques erschossen zu haben. Aus ihrer Pistole kam der tödliche Schuß. Sie wird abgeschirmt und mit Medikamenten zugedröhnt, während Aimée auf die Suche geht. Ein Bub könnte etwas gesehen haben. Ein korsischer Musiker taucht auf. Ein korsischer Barbesitzer wird ermordet. Ein Musikproduzent nutzt seine Beziehungen. Show down auf der vorletzten Seite.
Bei einem privaten Handlungsstrang - der Todes ihre Vaters - taucht ein wichtiges Puzzlestück zu seiner posthumen Entlastung auf.
Aimées Liebesleben hat Schwankungen: Freund Guy geht, und ein neuer Mann verwirrt sie.
Aimée selber wird als attraktive, modebewußte Frau beschrieben, kochen ist nicht ihr Metier, aber sie kann sich verteidigen. Und Kater Miles Davis lebt bei ihr.
Das Thema der Bombenangst durch korsische Separatisten taucht auf. Flüge werden gestrichen. Für Menschen aus Korsika ist es zeitweise unangenehm in Frankreich zu leben. Andere Korsen führen ihre Privatfehde. Und wieder geht es um Waffen, Waffenschmuggel und Menschen, die unter der Hand reich werden durch den dortigen Bürgerkrieg.
Die Szenerien sind nicht das reiche, schimmernde, goldene Paris, sondern eines bei dem ich an Picassos blaue Phase denken mußte. Vieles wird dunkel, grau, schwarz, blau, düster gezeichnet.
Probleme hatte ich mit den Abkürzungen französischer Polizei- und semi-Polizei-Einheiten (flics - o.k, aber mecs?).
In Summe ein spannendes Buch, das einiges an 'Action' bietet, aber durchaus logisch ist. Viel Spaß beim Lesen !
Cara Black wurden in Chicago geboren. Sie hatte verschiedene Jobs und studierte in Tokyo chinesische Geschichte. Ihre Liebe zu Frankreich begann mit dem Französisch Unterricht, worauf viele Besuche in Paris erfolgten.
"Murder in Montmatre"
305 Seiten
1 Seite mit dem Plan von Montmatre am Beginn des Buches
2005, Soho Press Inc, New York
298 Seiten
ISBN 978-1-56947-445-7
Auf deutsch heißt der Kriminalroman "Mord am Montmartre: Aimée Leduc läuft in die Falle" und ist 2014 beim Thiele Verlag erschienen.
Dieser sechste Kriminalroman der amerikanischen Autorin mit der Pirvatdetektivin Aimée Leduc spielt wie gewohnt in Paris. Es geht um die Menschen, Künstler, Lokale im Montmatre. Es ist feucht, kalt, windig, regnet viel und die meisten Menschen hier haben nicht viel zum Leben. Hintergrund sind die 90-er Jahr des 20. Jahrhunderts, in dem Internet noch was seltenes ist, ein Computer Bubenherzen höher schlagen läßt, und die ersten eigenartigen Überwachungsszenarien steigen.
Aimée steigt ein, nachdem eine ihrer besten Freundinnen Laure beschuldigt wird, bei einem Polizeieinsatz ihren Kollegen Jacques erschossen zu haben. Aus ihrer Pistole kam der tödliche Schuß. Sie wird abgeschirmt und mit Medikamenten zugedröhnt, während Aimée auf die Suche geht. Ein Bub könnte etwas gesehen haben. Ein korsischer Musiker taucht auf. Ein korsischer Barbesitzer wird ermordet. Ein Musikproduzent nutzt seine Beziehungen. Show down auf der vorletzten Seite.
Bei einem privaten Handlungsstrang - der Todes ihre Vaters - taucht ein wichtiges Puzzlestück zu seiner posthumen Entlastung auf.
Aimées Liebesleben hat Schwankungen: Freund Guy geht, und ein neuer Mann verwirrt sie.
Aimée selber wird als attraktive, modebewußte Frau beschrieben, kochen ist nicht ihr Metier, aber sie kann sich verteidigen. Und Kater Miles Davis lebt bei ihr.
Das Thema der Bombenangst durch korsische Separatisten taucht auf. Flüge werden gestrichen. Für Menschen aus Korsika ist es zeitweise unangenehm in Frankreich zu leben. Andere Korsen führen ihre Privatfehde. Und wieder geht es um Waffen, Waffenschmuggel und Menschen, die unter der Hand reich werden durch den dortigen Bürgerkrieg.
Die Szenerien sind nicht das reiche, schimmernde, goldene Paris, sondern eines bei dem ich an Picassos blaue Phase denken mußte. Vieles wird dunkel, grau, schwarz, blau, düster gezeichnet.
Probleme hatte ich mit den Abkürzungen französischer Polizei- und semi-Polizei-Einheiten (flics - o.k, aber mecs?).
In Summe ein spannendes Buch, das einiges an 'Action' bietet, aber durchaus logisch ist. Viel Spaß beim Lesen !
Cara Black wurden in Chicago geboren. Sie hatte verschiedene Jobs und studierte in Tokyo chinesische Geschichte. Ihre Liebe zu Frankreich begann mit dem Französisch Unterricht, worauf viele Besuche in Paris erfolgten.
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