Posts mit dem Label 2016 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 2016 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 27. Juli 2025

Robert Harris : "Conclave"

 Robert Harris :
"Conclave"
2016, Hutchinson, Penguin, London
1 Seite Author's Note + 2 Seiten St Peter und Umgebung + 287 Seiten + 2 Seiten Acknowledgements
ISBN978-0-09-195917-3

Der Papst stirbt; Kardinal Lomelli erhält den auftrag das Konclave für die Papstwahl vorzubereiten und bis zur Wahl des Papstes zu organisieren. Auch für ihn stellt sich die Frage wer am ehesten das was er sich von einem Papst wünscht erfüllen kann, und wer nicht.
Zum Konklave kommen die Herren aus der Welt und werden sehr unterschiedlich geschildert. Auch ein junger Mann kommt, der erst heimlich vom verstorbenen Papst zum Kardinal erklärt worden war. Lomelli ist erstaunt, wie viele der Kardinäle diesen jungen Mann kennen, der in den gefährlichsten Gegenden der Welt für Barmherzigkeit gearbeitet hatte.
Lomelli entdeckt, daß der afrikanische leutselige Kardinal mit den meisten Chancen srkukellos eine Nonne verführt und sitzten gelassen hatte, was der verstorbene Papst auch gewußt hat. Unter den Notizen des verstorbenen Papstes finden sich auch Unterlagen, daß der jovial wirkende kanadische Kardinal schon zu Lebzeiten des Papstes begonnen hatte für seine Papstwahl Kardinäle zu schmieren. Gegen den letzten Favoriten, einen der die Rückständigkeit in der katholischen Kirche vertrtitt, werden trotz Bombendrohungen und einigen Attentaten in Rom, die Vision der Liebe die der heimliche Kardinal verbreitet wichtig, und er wird zum  Papst gewählt.
Im Schlußgespräch erzählt der neue Papst, daß er innere weibliche Organe hat und sich operieren lassen wollte.

Das Buch ist spannende geschrieben. Die Wahldurchgänge sind einerseits lähmend weil sehr reglementiert und dann wieder sehr spannend geschildert.

Meine Lieblingsstelle sind die Seiten auf denen genüßlich die verschiedenen Menschen und Typen an Kardinälen geschildert werden die auf das Konclave zuströmen : es gibt die plauderndern, die vergeistigten, die einzelnen, die in lauten Gruppen, die die zielgerecht streben, und die die fast über die eigenen Füße stolpern, die überheblichen und die schüchternen. 

Der Autor handelt auch die verschiedenen Fraktionen innerhalb der katholischen Kirche ab - die konservativen, die für die dritte Welt, die die wissen daß man offener werden muß, wobei hier auch Frauen gemeint werden. Die Kardinäle stehen für diese Fraktionen, und haben teilweise gezeichnende Namen.

Der verstorbene Papst ist etwas dem 33 Tage Papst nachempfunden, auch Kritik an der Finanz der Vatikanbank kommt durch.

Kardinal Lomelli ist als das spirituelle suchende beschrieben, den die Kirche aber immer auf sehr weltliche Stellen mit Organisation gesetzt hat; er akzeptiert daß die Kirche ihn dort braucht, versucht aber Zeit für Gespräche mit Gott zu finden.

Ich fand den Roman faszininierend; manche Fachausdrücke aus dem kirchen-kleidungs-vokabular mußte ich nachsehen. Viel Freude beim Lesen

Robert Dennis Harris  wurde am 7. März 1957 in Nottingham, England geboren;  er ist Journalist, Sachbuchautor und Schriftsteller und hat viele Bestseller in vielen Sprachen veröffentlicht.

Mittwoch, 14. August 2024

Beate Maly : "Tod am Simmering"

Beate Maly :
"Tod am Simmering"
2016, Emons Verlag
262 Seiten + 2 Seiten Nachwort
ISBN 978-3-95451-995-8

Ernestine Kitsch, eine pensionierte Lateinlehrerin, erhält Karten für einen Tango-Kurs in einem illustren Hotel am Simmering, und hat als Begleitung den Apotheker Anton Böck auserkoren. Im Hotel treffen sie auf einen Arzt und seine Schwester, eine Bankierswitwe und Sohn, Industriellen Ehepaar und Industriellen Familie, einen Chemiker, das Tanzpaar und seine Musiker und sehr wenig Personal im Hotel. Bereits am ersten Abend prallen die Temperamente und intolerante arroganten Manieren aufeinander, was Ernestine mit Neugier für Menschen lebhaft stimmt. In der ersten Nacht wird ein besonders unangenehmer Mann ermordet und alle Beteiligten finden sich eingeschneit im Hotel. Ernestine organisiert mit ihrer natürlichen Autorität Untersuchungen und Gespräche, ein zweiter Mord passiert, bis am Schluß die Lösung kommt.

Neu für mich waren die Informationen, daß Ende des ersten Weltkrieges chemischen Waffen in Kombination eingesetzt wurden, das "Buntschießen" genannt wurde und hier viele Soldaten und Zivilisten um eine weitere erbärmliche Art starben; einige wurden mit diesen chemischen Versuchen reich.

In die Kriminalgeschichte ist eingebaut, daß die sozialistische Arbeiterpartei Zulauf erhält damit Kinder überhaupt und bessere Ausbildungen erhalten (können). 

Die Typen und Menschen dieser Geschichte sind schön und detaillreich geschildert, ohne zu ausführlich zu werden. 

Eine Liebesgeschichte bahnt sich auch, und auch die zarten Bande zwischen Ernestine und Anton werden stärker.

Meist ist das österreichische Deutsch gewahrt, allerdings geht man in Österreich nicht die Treppe 'hoch', sondern die Stiegen 'hinauf'; leider ist hier das deutsche Lektorat zu hart vorgegangen, denn 'hoch gehen' heißt in Österreich wütend werden.

In Summe ist der Kriminalroman sehr gut geschrieben, er unterhält und informiert. Viel Freude beim Lesen !

Freitag, 31. Mai 2024

Fernando Aramburo : "Patria"

Fernando Aramburo :
"Patria"
Roman
original "Patria"
2016, Tusquets Editores, Barcelona
Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen
2018, Rowohlt Taschenbuch / 3. Auflage Oktober 2020
750 Seiten + 5 Seiten Glossar der baskischen Wörter und Redewendungen + 4 Seiten Inhaltsverzeichnis
ISBN 978-3-499-27361-2

Zwei Familien im Baskenland zur Zeit der Attentate der ETA und danach - bei einer ist ein Sohn aktiv bei der ETA und später inhaftiert, der anderen Familie fällt der Vater durch ein ETA-Attentat zum Opfer. In vielen zeitlichen Sprüngen wird die Zeit vor, während und nach den Attentaten für die Generation der Eltern und Kinder beschrieben, und auch die Frage gestellt was für jeden Baske sein bedeutet.

Bittori, die erkrankt ist und wissen möchte wer ihren Mann und Unternehmer Taxto letztendlich umgebracht hat, und ist mit ihrer Anwesenheit im Dorf 20 Jahre nach dem Ereignis eine stumme unangenehme Erinnerung an die Ermordung. Deren Sohn Xavier ist Arzt geworden; die Tochter Nerea hat Jus studiert, und hat nach einigen Beziehungen einen sehr gut aussehenden Mann (nicht Basken) geheiratet.

Die andere Familie besteht aus Mirren mit ihrem Mann Joxian und deren drei Kinder. Der älteste Sohn Joxe Mari hat sich bald der ETA angehängt, war in Frankreich im Exil und bei einigen Attentaten im Baskenland beteiligt; letztendlich ist er im Gefängnis. Tochter Arantxa hat auch einen Spanier (Nicht-Basken) geheiratet und zwei Kinder mit ihm; sie hatte im Urlaub einen massiven Schlaganfall, der ihren wachen und eigenwilligen Geist in einen maroden Körper sperren will; der jüngste Sohn Gorka geht bald in die Literatur und veröffentlicht Werke auf Euskara, arbeitet später in einem baskischen Radiosender, schließt sich aber von Gewaltausübung aus.

Es geht auch um die Frage der Amnestie für aggressive ETA-Mitglieder, die aus den Gefängnissen entlassen werden sollen. Während die Familien dieser darauf hoffen, protestieren die Familien der Getöteten dagegen, auch weil diese in der Gemeinschaft gemobbt wurden und werden. Die Rolle der nicht immer christlich liebenden und vermittelnden Kirche, sondern  - hier gegen die Familie des Getöteten - auch mobbenden Priester wird skizziert.

Freundschaften zerbrechen innerhalb kurzer Momente und finden eigentlich nicht mehr zusammen.

In den Kapiteln werden die verschiedenen Sichtweisen der fünf und vier Familienmitglieder beschrieben. Manche die sich einfach nur klein machen wollen  andere die einen Weg suchen, manche streiten, andere versuchen zu handeln, manche wollen einfach nur ihre normale Arbeit machen ohne dafür verurteilt oder getötet zu werden.

Die Menschen sind gut geschildert und deren Temperamente, Launen und Charakteristika entstanden wie ein Film vor meinen Augen. Auch die verschiedenen Lebensräume wie Kleinstadt, Stadt, fremde Orte zum Verstecken, Studienstadt sind gut beschrieben.

Unter die Haut gingen mir die Einsamkeit der Witwe, und die Kälte wie mit ihr umgegangen ist.

Ich habe länger an dem Buch gelesen, und durchaus Zeit gebraucht bis ich mich bei den Personen der Handlung und den Zeitsprüngen ausgekannt habe.

In Summe ein starker und sehr eindrücklicher Roman bei dem klar wird, welche Verletzungen politische Geschehen für Familien und Gesellschaft haben. 

Fernando Aramburu Irigoyen wurde am 4. Jänner 1959 in San Sebastián geboren. Der Autor studierte in Saragossa panische Philologie, lebt seit 1984 in Hannover  und arbeitete zunächst als Spanischlehrer. Seit 2009 verfasst er ausschließlich Bücher sowie Beiträge für spanische Zeitungen. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.Er spricht fließend deutsch. Sein erster war 'Roman Fuegos con limón' (1996) (Limonenfeuer)(2009).  

"Patria" wurde mittlerweile  in 20 Sprachen übersetzt, und ist als Serie in Spanien verfilmt worden.

Freitag, 17. November 2023

Elena Ferrante : "Meine geniale Freundin"

Elena Ferrante :
"Meine geniale Freundin" -Band 1/ Kindheit, frühe Junged
Roman
original "L'amica geniale"
2011, Edizione e/o, Rom
Aus dem Italienischen von Karin Krieger
2016, Suhrkamp
406 Seiten - 5 Seiten mit handelnden Personen
ISBN 978-3-518-42553-4

Im Prolog erzählt die Ich-Person, Lenuccia genannt Lenù oder Elena Greco, daß der Sohn von Raffaela Cerullo, genannt Lina oder Elena, seine Mutter sucht, weil sich die beiden seit mehr als sechzig Jahren kennen. Hier startet die Rückblende in die Kindheit.

Kindheit heißt hier eines der Armenviertel Neapels - konkret Rione - , in denen die Familien eher unter sich bleiben und sehr vorsichtig sind, wenn es um Familien mit Machteinfluß geht. Manche Familien gehen leise mit Problemen um, andere sehr laut. Elena Greco ist das Kind eines Pförtners und wird in der Schule sehr gefödert, während Lila Cerullo keine Förderung bekommt aber durch viel Lesen viel Wissen und Logik kombiniert, und damit Elena damit für schulische Leistungen herausfordert. Die beiden Mädchen werden enge Freundinnen, wobei Lila Elena auch menschlich zu neuen Grenzen bringt.
Während Elena weiterhin in die Schule gehen darf und schönes Italienisch lernt, Latein und später auch Griechisch, muß Lila ihrem Vater und Bruder im Schuhladen helfen. Sie hat Ideen für neue schöne Schuhe, die ihr Bruder nach viel Mühen zusammenbringt.
Elena macht einen Kururlaub auf Ischia, und wird hübsch; Lila entwickelt sich zu einer interessanten Schönheit und verlobt sich mit Stefano Carracci, der ihr verspricht ihre Schuhideen umzusetzen und ihrer Familie zu helfen.
Bei der Hochzeit entdeckt sie, daß ihr Ehemann sie belogen hat, da das Geld von der verhaßten Familie Solara kommt, die mit der Mafia zusammenarbeitet, und alle anderen Familien unter Druck setzt.

In dem Buch sind 10 Familien aufgezählt, was viel hilft die Namen und Zusammenhänge halbwegs im Überblick zu halten. Ich habe mir schwer getan die vielen Familien- und Mädchennamen zu behalten.
Dieser Roman ist der erste von vier Teilen.

Die Menschen und ihre Leben sind spannend beschrieben. Die meisten Familien sind arm, Kleider werden lange gepflegt, und die meisten Menschen haben Arbeit die wenig Einkommen bringt.

Die Freundschaft der beiden Mädchen wird schön beschrieben, in ihrem Gegensatz von brav und blond zu hager und blitzenden Augen.

Der Roman ist dicht geschreiben, die Szenerien liefen vor meinem geistigen Auge. Viel Freude beim Lesen.

Elena Ferrante, geboren am 4. April 1943 in Neapel, ist  ein Pseudonym einer italienischen Schriftstellerin, die es geschafft hat seit den 1990-er Jahrn anonym zu bleiben. Die Interviews werden ausschließlich schriftlich geführt. 1992 erschien ihr erster Roman "L'amore molesto", der 1994 auf deutsch, und dann nochmals 2018 übersetzt wurde. "L'amica geniale" ist der erste Band einer Tetralogie.

Freitag, 30. Juni 2023

Ivo Andric : "Wesire und Konsuln"


Ivo Andric :
"Wesire und Konsuln"
Roman
original "Travnicka hronika"; 1945 fertig geschrieben
The Ivo Andric foundation, Beograd, Serbia
Deutsch von Hans Thurn, überarbeitet von Katharina Wolf-Grießhaber
2016, Paul Zsolnay Verlag (erstmals 1961 auf deutsch)
5 Seiten Prolog + 622 Seiten + 3 Seiten Epilog aus 1942 + 4 Seiten Verzeichnis fremder Ausdrücke + 12 Seiten Nachwort von Karl-Markus Gauß
ISBN 978-3-552-05802-6

Jean Daville wird 1806 unter Napoleon in die Stadt Tavnik gesetzt. Dort ist er der erste französische Konsul, der erste Konsul überhaupt, der sich in diesem Ort mit den örtlichen Gegebenheiten, dem dortigen Sultan, den dortigen Begs, Menschen mit vier verschiedenen Religionen, und vielen Stämmen auseinander setzten muß.
Zur Unterstützung ist ihm als Kanzler des Fossés zugeteilt, der weltoffen und vertrauensselig durch die Stadt und Gegend reitet und versucht in Kontakt mit den Menschen vor Ort zu kommen.
César d'Avenat ist als Übersetzter zuteilt und ein intriganter Mensch.

Viel später entsendet auch Kaiser Franz aus Österreich seinen Botschafter nach Travnik. Oberst Joseph von Mitterer hat auch Familie, allerdings keine so unterstützende, sondern eher kapriziöse.
Ihm zur Seite steht als Dolmetscher und Büroangestellter Nikola Rotta, ein Mensch aus einfachsten Verhältnissen, der es mit Arbeit und Strebsamkeit geschafft hat, die Karriereleiter so weit zu erreichen; als mißmutischer und hochmütiger Mensch hat er es nicht einfach. 
1811 kommt ein neuer Konsul - der gutaussehende, perfekte aber kalte Oberstleutnant von Paulich.

Nach der Niederlage Napoleons und den Verhandlungen im Wiener Kongreß 1815 werden beide Konsulate aufgelöst, und die Region lebt ihr gewohntes Leben weiter.

Den Botschaftern aus Frankreich und Österreich steht der lokale Wesir gegenüber, der meist zur Strafe nach Travnik entsandt wird. Diese Botschafter sind menschlich komplett unterschiedlich. Während  Mechmed-Pascha ein betont joviale Oberfläche hat unter der er bedenkenlos Menschen beseitigt, ist der Ibrahim-Pascha ein nachdenklicher Mensch der seine großen Schmerzen beim Bewegen verbirgt und loyal zu seinem ehemaligen Herrn, Selim III, mit dem er auch untergehen wird. Der dritte Wesir Ali-Pascha ist ein Mann des Militärs, der sofort Leute einer Liste folgend enthaupten läßt

Der Roman ist grandios geschrieben. Sowohl die Landschaft mit langem dunklen Winter, aber schönen Periode in Frühling-Sommer-kurzen Herbst, der das Gärtnern erlaubt sind spürbar beschrieben.
Auch die unterschiedlichen Menschen in der Stadt mit vier unterschiedlichen Religionen, mehreren Stämmen, allen Schichten von besoffenem Sänger bis quasi Arzt, die Agas und Alteingesessenen.
Selbst die Fratres sind unterschiedlich und variantenreich gezeichnet.

Viel Zeit ist für die Beschreibungen der Persönlichkeiten aufgewandt. Sie sind nicht nur körperlich beschreiben, sondern in ihrem Wandel und wie sie versuchen sich an die vielen Ungemütlichkeiten und Mühsale vor Ort anzupassen. 

Bei diesem Buch war ich gefordert jede Zeile bewußt zu lesen; einen Absatz einfach quer zu lesen, ging für mich beim Lesen nicht. Es zahlt sich für mich aus Zeit beim Lesen dieses Buches aufzuwenden.

In Summe ist das Buch nicht nur geschichtlich wichtig, da es Verständnis für die aktuellen Probleme dieser Region bringt, sondern auch für mich grandios geschrieben. Viel Freude beim Lesen !

Samstag, 4. März 2023

Mercedes Rosende : "Krokodilstränen"

Mercedes Rosende :
"Krokodilstränen"
Kriminalroman
original "El Miserere de los Cocodilos"
2016, Estuario Editora Montevideo
Aus dem Spanischen von Peter Kultzen
2018, Unionsverlag Zürich
216  Seiten
ISBN 978-3-293-00536-5

German und Sergio hatten entführt, die Gattin hat nicht gezahlt, German sitzt im Gefängnis weil die Gattin für ihn ausgesagt hatte. Der Name der Dame stimmte, aber es war nicht die Gattin - üppige Frau mit vielen Komplexen versus schlanke Frau, die alles hat. Ein Anwalt, der in Gut und Böse verwickelt ist, ist auch in einem Geldüberfall eingebunden; German soll fahren, ein brutaler ex-Häftling macht mit und eine der Ursulas, die von Geld träumt. Polizistin Leonilda möchte in der Polizei einiges richtig machen, und fühlt sich nicht unterstützt. 

Ursula, die Üppige, wurde von ihrem Vater immer wegen ihres Gewichts gemaßregelt, in ein dunkles Zimmer eingesperrt, und taucht auch nach seinem Tod immer wieder in Zwiegesprächen auf. Während sie sich auf ihr Übergewicht reduziert sieht, sind andere von ihrer üppigen Schönheit fasziniert. Langsam entwickelt sich, daß sie durchaus kriminelles Potential hat.
Ihr gegenüber werden einige Männer geschildert. Allen voran German, dem eigentlich die ganze Zeit nur schlecht ist, und dessen Lahmarschigkeit mich beim Lesen kribbelig gemacht hat. Es gibt weiters einen brutalen Gangster der vor nichts zurückschreckt. Mehrdimensional ist ein bestens gekleideter, mit allen Parteien vernetzer Anwalt, den selbst sein imbrünstig gelebtes Christentum vom Einsatz von Waffen bei einem Überfall abhält.

Krokodilstränen heißt das Buch, weil sie niemandem weiterhelfen (werden).

Der Kriminalroman ist spannend geschrieben und hat in der zweiten Hälfte Drive. Die Personen sind gut vorstellbar geschildert. Das Ende bleibt offen.

Samstag, 15. Januar 2022

Florent Silloray : "Capa - die Wahrheit ist das beste Bild"

Florent Silloray :
"Capa - die Wahrheit ist das beste Bild"
original "Capa - l'Etoile filante"
2016, Casterman, Brüssel
Aus dem Französischen von Anja Kootz
2017 Knesebeck, München
81 Seiten
ISBN 978-3-95728-067-1

Endre Friedmann, Künstlername als Photograph Robert Capa, blickt auf sein Leben zurück. In braun-schwarz-weißen Bildern wird sein Leben in Ungarn, dann Frankreich, Bürgerkriegszeit in Spanien, USA, Mexico, D-Day in der Normandie, japanische Invasion in China, Indiochine, Gründung der Photoagentur Magnum und dazwischen die großen Lieben in seinem Leben, photographin Gerda und Schauspielerin Ingrid erzählt. Daß er gerne teuer lebte, trank und beim Poker verlor wird nicht ausgelassen.
Faszinierend ist die Sehnsucht des Photographen nach dem intensiven Teilhaben am kriegerischen und politischen Geschehen photographieren zu dürfen - und wie er in Rußland und China behindert wurde. 

Wichtige Teile wie "Mexican Suitcase" und auch daß 11 Photos bei dem Wasser im D-Day brauchbar waren, sind gezeichnet; kleine Details wie  Heirat für Staatsbürgerschaft ebenfalls.

Die Graphic novel ist spannend und zieht in den Bann, sowohl von der Geschichte, also auch den dynamischen zeichnen.

Viel Freude beim Lesen und Betrachten der Zeichnen !

Samstag, 4. Dezember 2021

Clarice Lispector : "Aber es wird regnen"

Clarice Lispector :
"Aber es wird regnen" - sämtliche Erzählungen II
original "Todos os contos"
2016, Editora Rocco Ltda
Herausgegeben von Benjamin Moser
Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Luis Ruby
2020, Pinguin Verlag
Band I war 2019 auf deutsch erschienen
253 Seiten + 3 Seiten Inhaltsverzeichnis + 2 Seiten Auflistung der Originaltitel + 6 Anhang (bibliographische Notizen)
Lesebändchen !
ISBN 978-3-328-60095-4

In diesem Band sind kurze und lange Erzählungen gesammelt. Die Geschichten sind zwischen bezaubernd bis sehr unter die Haut gehend; manche wirken lange nach. Die Erzählungen sind über einen längeren Zeitraum entstanden. 

Von den vielen Geschichten zogen mich vor allem "Wo wart ihr in der Nacht", "Brasilia" und "Bericht vom Ding" zogen mich in ihren Bann.

In den Geschichten ist viel von Einsamkeit und kleinen und großen Unglücken der Menschen zu lesen. Es gibt wenig Hoffnung.

Ich habe einige Monate an den Geschichten gelesen, weil sie weder einfach noch schnell zu lesen waren, und sehr eindrücklich sind. 

In Summe ein sehr intensives, sehr empfehlenswertes Buch. Viel Freude an diesen Erzählungen.

 Clarice Lispektor (eigentlich Chaja Pinkussowna Lispektor) wurde am 10 Dezeber 1920 in Tschetschelnyk / Ukraine geboren. Die Familie kam 1922 in Brasilien an. Sie arbeitete als Lehrerin und schrieb Artikel. 1944 erschien ihr erster Roman "Perto do coração selvagem" (Nahe dem wilden Herzen). Nach der Scheidung schrieb sie weiter Artikel, betrieb eine Zeitschrift, und machte Interviews. Sie starb am 9. Dezember 1977 in Rio de Janeiro / Brasilien.

Donnerstag, 18. November 2021

Grégoire Hervier : "Vintage"

Grégoire Hervier :
"Vintage"
original: "Vintage"
2016, Au diable vauvert
Aus dem Französischen von Alexandra Baisch und Stefanie Jacobs
2019, Diogenes Verlag
392  Seiten + 1 Seite Inhaltsverzeichnis + 1 Seite Credits
ISBN 978-3-257-24450-2 

Thomas Dupré erzählt in ich-form, wie er aus Paris mit einer seltenen Gitarre nach England geschickt wird. Im Schloß erwartet ihn ein Lord im Rollstuhl und beauftragt ihn eine seltene Gitarre, deren Existenz ungesichert ist, für seine Sammlung zu finden. Thomas reist nach USA, fährt durch die Gegend, trifft einen trunksüchtigen Gitarrensammler, reist nach New Orleans, trifft eine engagierte Musikstudentin in Mississippi die auf der Suche nach einem Künstler ist, von dem es nur Demobänder mit grandiosem Klang gibt. Dieser Musiker war mit dieser Gitarre abgebildet worden, was zu weiterer Recherche führt. Am Schluß gibt es diese Gitarre .....

Das Buch ist für Blues Gitarren Fans ideal. Die Ich-person spielt Gitarre, fachsimpelt über alte und neue Gitarren, erzählt von Riffs, von Übergängen innerhalb von Songs, und von wunderbaren Gitarrenspielerlebnissen. 

Inhaltlich geht es um die "Gibson Moderne", eine Gitarre, die 1957 als Prototyp entstand, damals aber nicht in die Produktion übernommen wurde, aber zu grandiosem Klang inspirierte.
Faszinierend war für mich die Recherche nach dem Musiker "Li Grand Zombi Robertson", den es so nicht wirklich gab, aber mit seinem Lebenslauf und als seinen Klang suchende Persönlichkeit eine grandiose Komposition ist.

In Summe ein spannender Roman. Viel Spaß beim Lesen !

Grégoire Hervier wurde 1977 in Villeneuve-Saint-Georges im Département Val-de-Marne geboren. Sein erster Roman "Scream Test" erschien 2006, 2009 erschien "Zen City". 2020 erschien "Dark was the night" 

Freitag, 17. September 2021

Yann Sola : "Tödlicher Tramontane"

Yann Sola :
"Tödlicher Tramontane" - ein Südfrankreich Krimi
2016, Kiepenhauer &Witsch
346 Seiten
ISBN 978-3-462-04868-1

Perez, rundlicher Gastronom mit Hang zum Detektiv, geht an der Cote Vermeille den Gerüchten um eine exorbitanten Hafenerweiterung und der Explosion eines Schiffes nach. Noch engagierter ist er, als eine sehr gute Freundin von ihm bedroht wird, und verschwindet. Bei der Suche nach Unterlagen zu den Gerüchten über Hafenerweiterung, die alles charismatische der Gegend kosten würde, tappt er zuerst ein Falle, später sucht er sich Hilfe bei einem einflußreichen Mann mit Bodygard. Am Schluß wird eine alte Rechnung mit einem zutiefst unsympathischen Menschen beglichen, einige größenwahnsinnige Menschen verhaftet und ein wirklich reicher Mann stellt sicher, daß der Charme des Ortes und seine Umgebung gewahrt bleibt.
Parallel gibt es viel über das excellente Essen und Trinken der Gastro um Perez zu lesen. Alle Zutaten sind vom Feinsten, oft über Schleichwege aus dem benachbarten Spanien gebracht. Sein Anspruch an Weintrinker, daß diese gewissen "Trinkintelligenz" mitbringen sollten, denn Wein schmeckt nun mal unterschiedlich je nach Jahrgang, hat mich gut unterhalten.

Die Geschichte spielt zur Zeit des Tramontane / Tramontana, einem Wind der an den Nerven zerrt und und alle unruhig macht. Alles Schlechte und Unangenehme wird sofort auf die Launen dieses Windes geschoben. Ort der Handlung ist meist Banyuls sur Mer, und die Berge dahinter.

Das Projekt mit dem rücksichtslos Natur gesprengt, und willkürlich ergänzt werden soll, wobei nur einige wenige profitieren und den großen Gewinn teilen wollen, ist erschreckend.

Interessant ist, daß dieser Teil Südfrankreichs Nord-Katalonien ist. Sprachfetzen in dem Buch sind katalonisch. Hier möchte ich geschichtliches Nachlesen

Dieser Roman ist mit viel Schwung geschrieben und macht Spaß zu lesen, und brachte mich oft zum Kichern. Viel Freude beim Lesen !

Yann Sola ist das Pseudonym des Romanautors Werner Köhler. Er lebt und arbeitet in Deutschland und an der Côte Vermeille, im äußersten Südwesten Frankreichs, in unmittelbarer Nähe zur spanischen Grenze.

Samstag, 24. April 2021

Andreas Schnabel : "Tod unter Pinien"

Andreas Schnabel :
"Tod unter Pinien" - Mallorca-Krimi
2016, emons Verlag
227 Seiten + 2 Setiten Plan von Mallorca vorne
ISBN 978-3-95451-827-2

Menschen werden trickreich ermordet, indem kunstvoll Unfälle inszeniert werden. 'Residente' Michael Berger und seine Verlobte Kriminalkommisarin (und Gräfin in spe) Rosa werden verfolgt, Tante Auguste zieht einige Fäden und Wolfshund Shakespeare rettet seine Menschen vor einer giftigen Schlange. Inspector Cristobal Garcia Vidal und seine Comisaria Carmen Lucas gehen einer koreanischen Gang nach und decken ein dunkles Kapitel Mallorcas auf, als 1976 während des Putschversuchs des Militärs einige alte Rechnungen mit Brutalität und Mord beglichen wurden, und endlich Gebeine gefunden werden können. Immerhin ein Geheimnis kann gelüftet werden, ein anderes wird durch Politik und Beziehungen von oben endgültig begraben.
Unterhaltsame Momente bieten die situationen mit Filou dem Schwein, die mich sehr zum Lachen brachten.

Dieser Band ist der siebente, der auf den Balearen spielt, und der zweite den ich gelesen habe. Leider war es diesmal für mich mühsamer die Namen und Personen, und wer mit wem wie verbunden ist, zu verfolgen. 

Es werden einige grandiose Schiffsarten genannt, und nautisches erzählt. Manche Szenen bringen auch hier zum Schmunzeln.

Die kurz gehaltenen Abschnitte in denen die Geschichte um den versuchten Militärputsch und die Grausamkeiten einer Nacht erzählt wird, gehen unter die Haut. Die politischen Lager und verfeindeten Familien haben sich nicht verändert, vorallem da eine der Familien immer noch Macht besitzt.

In Summe ein Kriminalroman, der auch das Fernweh nach Urlaub und Sonne deckt. Viel Spaß beim Lesen. !

Samstag, 4. Juli 2020

Anthony Coles : "Ein Gentlemen in Arles - mörderische Machenschaften"

Anthony Coles :
"Ein Gentlemen in Arles - mörderische Machenschaften" - ein Provence-Krimi
Peter-Smith-Reihe-1
original "A Retirement Disturbed"
2016, CreateSpace Independent Publishing Platform
Aus dem Englischen von Michael Windgasse
2019, Piper Verlag Gmbh
355 Seiten
ISBN 978-3-23206-7

Peter Smith hat sich mit seinem Windspiel Arthur in die Provence zurückgezogen und möchte seine Pension genießen. Durch Zufall wird er in einen Mord hineingezogen, und plötzlich interessieren sich die unterschiedlichsten Menschen für ihn und sein Wissen. Auf der einen Seite ist es die wunderschöne, reiche, charmante Witwe des Toten, auf der anderen Seite ziemlich gewaltbereite obskure Gestalten. Während ihm die Witwe die Geschichte der Camargue näher bringt, und ihm Treffen mit ihr wohl tun, eröffnen ihm die anderen Menschen die Sichtweise zu anderen lokalen Mafia-ähnlichen Gruppierungen, wobei die Familie der Witwe ebensoviel Macht in der Camargue hat.
Der Ermordete war ein glänzender Geschäftsmann gewesen, der geschickt EU-Förderungen gelenkt hat, aber vorallem eine unsittliche Neigungen hatte.
Am Schluß ist werden die Mörder zwar nicht erwischt, aber es bleibt das wohltuende Gefühl, daß die Welt ein paar böse Menschen weniger hat.

Peter Smith und eine alter Freund von ihm, der geheimdienstmäßig informiert ist, werden als typische Engländer mittleren Alters geschildert, denen es zuhause einfach zu kalt ist.
Die Witwe ist eine schöne gescheite reiche Frau, die ihn fast immer bezaubert.

Der Roman ist gut lesbar, die Zeit fliegt beim Lesen dahin. Ort, Menschen und Essen in diesem Roman sind gut vorstellbar.

Viel Spaß beim Lesen !

Freitag, 22. Mai 2020

Albert Sánchez Pinol : "Der Untergang Barcelonas"

Albert Sánchez Pinol :
"Der Untergang Barcelonas"
Roman
original "VICTUS. Barcelona 1714"
2012, Edicions La Campana, Barcelona
Aus dem Spanischen von Susanne Lange
2016, Fischer Verlag Frankfurt - Taschbuchausgabe
695 Seiten + 2 Seiten Vorbemerkung + 4 Seiten Chronologie des spanischen Erbfolgekrieges + 11 Seiten Verzeichnis der Personen
ISBN 978-3-596-19773-6

Der Autor führt uns anhand der halbfiktiven Gestalt des Martí Zuviria durch die zweite Hälfte des spanischen Erbfolgekrieges Anfang des 18. Jahrhunderts, und auch die Unverträglichkeit zwischen Katalanen und Kastillanen. Martí Zuviria, kurz Zuvi genannt, wird in Frankreich von einem der Großen der Baumeister der Stadtmauern, Sebastian Vauban, in die Ingenieurskunst eingeführt. Nach dessen Tod beteiligt sich Zuvi zuerst auf der Seite der Franzosen und Spanier, dann auf Seite der Österreicher und Katalanen, und am Schluß an der Verteidigung Barcelonas gegen alle. Der Autor nutzt eine fiktive Gefangennahme um das Geschehen der Franzosen-Spanier beschreiben zu können, bis Barcelona fällt.

Das Buch ist in drei große Kapitel unterteilt.
In "Veni" ist Zuvi der unbeherrschte versoffene Jugendliche, der nur Unsinn und Frauen im Kopf hat, der aber Schloß Bazoches das Beobachten, das Denken, und Planen lernt.
In "Vedi" zieht er mit den Heeren durch Spanien, lernt Herzog Beswick, Don Antonio Villaroel, Rafael Casanova, Miliquet Ballester und andere großherzige und letztklassige Menschen auf dem Schachbrett des aktuellen Krieges kennen. Auch die privat für ihn wichtigen Menschen treffen in diesem Kapitel zusammen. Allerdings bleibt er unbeherrscht und versoffen.
In "Victus" geht es um die letzten 14 Monate bis Barcelona fällt, in der die Verzweiflung, die Sturheit der Menschen aber auch die arrogante Dummheit der regierenden Oberschicht mit viel Leidenschaft beschrieben wird.

Der Roman ist dicht, emotional, und packend geschrieben. Obwohl ich Kriegsbeschreibungen nicht mag, haben mich die Schilderungen der Kriegs-Ingenieurskunst, die verschiedenen Ansätze des Schlachten führens, und die Probleme zwischen Militär und Fehleinschätzungen von Politik, fasziniert.
Die Sympathie liegt bei den Katalanen, die damals bereits 200 Jahre von den Kastillern ungerecht behandelt wurden; es gibt zu große Unterschiede zwischen den Werten, der Art des Lebens um hier ein schönes Zusammen zu finden. Der Fall Barcelonas am 11. September 1714 hat weitere Ungerechtigkeiten als Folge. Mir war nicht klar gewesen, daß die aktuelle Unabhängigkeitsbewegung der Katalanen (2019/2020) eigentlich jahrhundertealte Wurzeln hat.

Es gibt deftige, erotische Beschreibungen, auch die Kriegswirren und Kollaterralschäden herum sind handfest beschrieben.

Die Menschen in dem Roman werden mit starken Beschreibungen entweder sympathisch - unsympathisch, fähig - unfähig, charismatisch - uninteressant, loyal - illoyal - situationselastisch oder mit starken Vorlieben und Vorurteilen beschrieben.
Die Liebe, Frauen, eine wichtige Frau (Amelis), Kindersatz in Form eines verwahrlosten Buben (Anfan) und eines Zwerges (Nan) bilden die emotionale Familie die Zuvi eine Art von Rückhalt gibt.

Humor blitzt auf wenn besonders einfältige Adelige beschrieben werden, unfähige Oberste oder die fiktive Gestalt, der das Buch diktiert wird.

Als roter Faden zieht sich die Suche Zuvi-s nach dem sogenannten "Mystere" durch das Buch. Es geht bei diesem Geheimnis um eine zugrundeliegenden Wert der Kriegs-Ingenieurskunst, von dem Zuvis Lehrer immer wieder sprechen, und das Zuvi erst ganz am Schluß entschlüsselt.
Spannend ist die Anerkennung und Rivalität der Kriegsingenieure untereinander. Tätowierungen zeigen den Rang an, der Anerkennung erzeugt, aber auch Neid.

In dem Buch sind auch Abbildungen von Barcelona und dem Kriegsgeschehen untergebracht, die helfen das Geschehen zu verstehen.

In Summe ein starkes, großartiges Buch, das ist gerne weiterempfehle !

Albert Sánchez Piñol wurde am 11 Juli 1965 in Barcelona geboren. Er begann Jus zu studierte, beendet dann aber sein Studium der Anthropologie. Er schreibt meist auf katalanisch, das oben genannte Buch ist bis jetzt das einzige, das er auf spanisch geschrieben hat. 2000 erschien sein erstes Buch 'Compagnie difficili'. Mit 'La pell freda', auf dt. "Rausch der Stille" kam 2002 sein Druchbruch (ich habe das Buch am 31. Mai 2012 in den Blogg gehängt).

Samstag, 29. Februar 2020

Ada Dorian : "Betrunkene Bäume"

Ada Dorian :
"Betrunkene Bäume"
Roman
Ullstein Verlage 2016 / 2018 Taschenbuchausgabe
263 Seiten
ISBN 978-3-548-29050-8

Erich in Hamburg, dessen Augen immer weniger funktionieren, trifft auf die Jugendliche Katharina, die aus dem Haushalt mit der Mutter abgehaut ist und der ein machtgieriger Mann mit Drogen hilft. Katharina hat Verständnis für seine Liebe zu den Bäumen, und dafür, daß er sein Schlafzimmer fast in einen Wald verwandelt hat. Jahrzehnte zuvor hat Erich den Welt in Sibirien gemeinsam Wolodja, und dessen Hund Laika, die Undurchdringlichkeit der Wälder kennen gelernt. Dort lernte er auch seine spätere Frau Dascha kennen, die in Deutschland unglücklich war. Erich schafft es mit seiner letzten Verbindung nach Rußland, Katharina einen Wunsch betreffend des Vaters zu erfüllen.

In schöner Sprache wird diese Geschichte von Menschen in ihrer eigenen Welt und ihrer Kommunikationslosigkeit erzählt. Katharina sehnt sich nach ihrem Vater der meist außerhalb Deutschlands arbeitet und hat einen netten Schulkameraden. Erich träumt von seinen Bäumen damals ins Rußland, den Menschen dort, seiner Frau die nicht mehr ist. Wolodja ist nur Vergangenheit aber mit seiner blinden Vertrautheit mit dem Wald faszinierend. Daschas Tochter Irina macht in Deutschlnd karriere, versucht ihrem Vater zu helfen, und versteht spät welche Hilfe er wirklich möchte.

Die Region in Rußland, hier Srednekolymsk, mußte ich mit dem Finger auf der Landkarte suchen. Wie in dem Roman über Permafrost und schwankenden Bäume, die wie betrunken wirken,  geschrieben wird, fängt die Stimmung wunderschön ein.

Die Figuren des Roman und die Schilderungen der Bäume und der Einsamkeit zieht nach den ersten etwas mähsamen Seiten in den Bann. Ein wunderbares Lesevergnügen ! 

Ada Dorian  wurde am 12. September 1981 in Hannnover geboren. Sie studierte an der Universität Osnabrück Literarutwissenschaften und Philosophie. 2009 erschien der erste Roman "Frühling zwischen den Stühlen". "Betrunkene Bäume" wurde am Ingeborg Bachmann Preis vorgelesen.

Montag, 17. Februar 2020

Claudio Paglieri : "Kein Vorteil für Commissario Luciani"

Claudio Paglieri :
"Kein Vorteil für Commissario Luciani"
Roman
original "Delitto e rovescio"
2016, Editione Piemme Mailand
Aus dem Italienischen von Christian Försch
2017, Aufbau Verlag
363 Seiten + 2 Seiten Danksagung
ISBN 978-3-7466-3348-0

In dem sechsten Band mit dem Marco Luciani, ist er nicht mehr Commissario in Italien, sondern Privatier in Barcelona und lebt mit seinem Sohn vom vermieten einer Wohnung an Touristen. Ein Freund beauftragt ihn nach einer vermißten schönen erwachsenen Tochter zu suchen, die aus einem Tenniskamp bei Barcelona verschwunden ist.
Parallel und in Rückblenden wird das Leben dieser Tochter Martina geschildert, wie sie sich dem Tennis entzieht und ins Leben mit reichen Männern, gemeinsam mit Freundin Irina, abrutscht.
Am Ende lebt ein Mädchen, eines ist tot, einige der bösen Jungs werden erwischt und Luciani schafft es das Angebot der Mutter seines Sohnes eine Art Familie zu leben, anzunehmen.

Es kommen mir zu viele Sexszenen vor. Es ist unverständlich warum Luciani wirklich mit fast jeder jungen Frau ins Bett gehen muß, abgesehen davon, daß die Szenen nicht einmal erotisch sind.

Die Frauen sind alle entweder wunderschön und supersexy oder häßlich. Die Enttäuschungen der Mädchen Irina und Martina gehen allerdings unter die Haut.
Bei den Männern wird leider auch in den Klischeetopf gegriffen - entweder knackig oder alt und faltig oder verkrüppelt.

Der original italienische Titel heißt wortwörtlich eigentlich "Delikt und Rückhand", und geht damit mehr auf den starken Tennisbezug als die deutsche Übersetzung ein. Die Kapitel sind mit Satz eins, Satz zwei etc. und Tie Break übertitelt.

Das Buch werden nur Sportfans - Tennis und fußball - genießen können, da die wichtigen Tennisspielerinnen und -spieler mit Vor- und Nachteilen genannt werden, und drei Seiten Fußballmatch geschildert werden.

Als Urlaubslektüre ist das Buch gut geeignet, ich werde allerdings kein zweites Buch dieses Autors lesen. Für Sportfans - viel Spaß beim Lesen ! 

Claudio Paglieri wurde am 26. September 1965 in Genua geboren. Er ist Journalist und Schriftsteller. 1996 erschien sein erstes Werk, ein satirischer nicht auf deutsch erschieneneer Roman. 2005 erschien Band 1 mit Commissario Luciani.

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Georg Gracher : "Kiebitzjagd"

Georg Gracher :
"Kiebitzjagd"
Kriminalroman
2016, Emons Verlag GmbH
243 Seiten + 2 Seiten Glossar
ISBN 978-3-95451-971-2

In einem Seminar, das gestreßte Menschen wieder auf Ruhe und Besinnung bringen sollte, wird bei einem meditativen Spaziergang eine Frau getötet. Die Polizei entdeckt, daß einige Beteiligte nicht den Lebenslauf leben den sie angeben. Ein pädophiler Priester ist vorhanden, eine Drogensüchtige, Opfer und Täter eines dubiosen Handels mit Wertpapieren, und mindestens zwei Menschen sind gute Schauspieler. Leider gibt es noch einen Toten und zwei Menschen werden außer Gefecht gesetzt, bis einer der Polizisten einer Geheimdienstsache auf die Spur kommt.

Die Menschen, die hier in Ruhe und schöner Landschaft (Pinzgau) zusammentreffen, sind sehr unterschiedlich geschildert. Vor Ort ist der etwas überhebliche aber gescheite Jesuitenpater Franz Mayer, ihm zur Seite steht eine attraktive Schwester Elisabetta die energisch zupackt, der etwas unsympathische Bruder Nikodemus und eine alte Freundin vor Ort. Als Besucher kommen die verhärmte Bankfrau Fliegenschnee, die schöne aber unstete Journalistin Barzani, die unglückliche Ärztin Unbescheid, der überreizte Manager Rauner, der ewig besser wissende Headhunter Pökelschot, der junge Wirtschaftstreuhandanwärter Schatzmann und der ehemalige Vizebürgermeister Krautstingl. Als Polizisten werden der sehr attraktive aber kühle Inspektor Vogelsang sowie der große vierschrötige Major Redl, und später durchsetzungsfähige und ortskundige Major Jacobi den anderen Personen gegenübergestellt.
Ich habe beim Lesen die Personen immer wieder durcheinander gebracht, was aber der Spannung keinen Abbruch tat.

Das Gemisch aus Wirtschaftskriminalität, in die Pädophilie gemengt wird, später Drogen, bis alles in einer etwas eigenartigen Mischung aus Vatikan und Geheimpolizei endet. Mitraten des 'who dunnit' ist möglich. Viel Spaß beim Lesen.

Georg Gracher wurde 1949 in Bad Gastein geboren. Er unterrichtete Deutsch und Geschichte in Bad Hofgastein. In der Pension schreibt er Kriminalromane - als erster erschien 2009 der Alpenkrimi "Hahnbalz".

Samstag, 30. November 2019

Robert Galbraith (Pseud.) : "Die Ernte des Bösen"

Robert Galbraith (Pseud.) :
"Die Ernte des Bösen"
 Roman
"Career of Evil"
2015, Brown Group Book
Aus dem Englischen von Wulf Bergner, Christoph Göhler und Kristof Kurz
2016, Blanvalent Verlag
Lesebändchen
654 Seiten
ISBN 978-3-7645-0574-5

Cormorans Strikes Assistentin Robin Ellacott bekommt ein abgeschnittenes Bein zugeschickt. Cormoran hat drei Verdächtige, und alle wollen sich eigentlich an ihm rächen. Da die offizielle Polizei kein Engagement zeigt, machen sich Robin und Cormaran auf die Suche nach drei sehr unsympathischen Männern, die sich alle durch Mißbrauch, Manipulation und Ausnutzen von Menschen auszeichnen. Während Robins Verlobter vor Eifersucht tobt, fahren Detektiv und Assistenin durchs Land, besuchen Menschen in sehr desolaten Lebensverhältnissen und versuchen damit dem Phantom auf die Spur zu kommen. Der Frauen zerschnippelnde Bösewicht schafft es kurz an Robin heranzukommen, bis dann doch eine Falle zuklappt.

Die Geschichte ist sehr flüssig geschrieben, auch wenn mir die drei unsypathischen Bösewichte immer wieder durcheinander geraten. In eigenen Kapiteln sind die Gedanken und Aktionen des tatsächlichen Mörders geschildert, der seiner Wut auf Cormoran freien Lauf läßt.

Faszininierend wird das Leben von Cormorans Mutter als Popstar-grupie beschrieben, und wie der ungute Stiefvater vieles falsch einschätzte.
Ich wurde das Gefühl nicht los, daß Robins Verlobter Matthew, der bieder und gutaussehend und etwas hinterhältig geschildert wird, von der Autorin gerollt wird.
Heftig ist die Vorgeschichte Robins, die sie aus dem Profilerwunsch gekippt hatte.

Den Kapiteln sind Zeilen aus der Cultband Blue Öyster Cult vorangestellt, die manchmal passen, manchmal aber gar nicht.

In Summe hat es mir Spaß gemacht den dritten Band mit diesen Protagonisten zu lesen, weil er so spannend geschrieben ist. Viel Freunde beim Lesen !

Bio siehe Robert Galbraith (Pseud.) : "Der Ruf des Kuckucks"

Mittwoch, 10. Juli 2019

Lenz Koppelstätter : "Die Stille der Lärchen"

Lenz Koppelstätter :
"Die Stille der Lärchen" - ein Fall für Commissario Grauner
2016, Verlag Kiepenheuer Witsch Köln
298 Seiten - erste Innenseite mit Plan des Ultentales - Innenseite des Rückencovers mit Plan von Südtirol
ISBN 978-3-462-04734-9

Eine wunderschöne junge Frau sitzt ermordet an Lärchen, das zum Aufbrechen alter Vorurteile, alter Geschichten und aktueller bis dahin nicht anerkannter Brutalitäten führt. Commissario Grauner der aus Südtirol stammt und Ispettore Saltapepe, der aus Neapel versetzt worden war, sehen sich den Einflüssen des sehr konservativen Pfarrers, dem trauernden Großvater der Toten, einem mächtigen Wirtschaftstreibenden des Tales, einem schützenden Vater und alten Geschichten der Jahrhundertwende um die Dichterfamilie Mann gegenüber. Grauner und Saltapeppe rollen das Leben um die Familie der Toten und des Hauptverdächtigen auf, und setzen sich selbst einigen Gefahren aus. Der Tod der jungen Frau wird aufgelöst, und auch einiges anderes was falsch gelaufen war, wird wieder zurecht gerückt.

Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und überrascht im Ende.
Dieser Kriminalroman ist der zweite Band mit den Herren Grauner und Saltapepe.

Die beiden Polizisten sind gut vorstellbar in ihrerm Temperament und Vorlieben geschildert. Die vier Zeilen. in denen der Südtiroler Grauner leidenschaftlich auf italienisch flucht, bringen fast zu Lachen. Die Namen die er seinen Kühen gegeben hat, bringen zu Lachen. Die Probleme mit der Mafia brachten den Neapolitaner nach Südtirol, das ihn immer wieder überfordert. Seine Leidenschaft für einfache gute Spaghetti pomodoro ohne extra Zutaten ist berührend.
Beide sind als halbwegs angenehmem Polizisten geschildert, die um die Aufklärung des Falles bemüht sind, und danach trachten möglichst vielen Vorurteilen auszuweichen.

Es wird die Geschichte des Ultentales erzählt, das um die Jahrhundertwende ähnlich wie der Semmering für seine Erholung berühmt gewesen war. Ein österreichischer Arzt sorgte hier lange für das Wohl seiner überreizten und kranken Patienten.

Gegenpol ist ein übertriebenes Projekt, das einem Unternehmer in dem Buch anfällt, bei dem dieser auch gewissenlos an Grundstücke und Wasserbesitz kommen möchte.
Beängstigend ist auch die Figur des Pfarrers der engstirnig die Bevölkerung des Tales gegen einen jungen nicht-angepassten etwas kranken Mann aufwiegeln möchte, und keinerlei Gewissensprobleme entwickelt.

In Summe ein sehr empfehlenswerter Kriminalroman. Viel Spaß beim Lesen !

Lenz Koppelstätter wurde 1982 in Bozen geboren. Er wuchs in Bozen und Tramin in Südtirol auf und studierte in Bologna und Berlin. Zuerst arbeitete als Journalist, 2015 erschien der erste Band mit Commissario Grauner "Der Tote am Gletscher", 2020 soll der fünfte Kriminalroman in dieser Serie erscheinen.

Sonntag, 7. April 2019

Bernd Flessner : "Der Radieschen-Mörder"

Bernd Flessner :
"Der Radieschen-Mörder" - ein perfider Garten-Krimi
2016, BLV Buchverlag gmbH München
  Seiten
ISBN 978-3-8354-1395-5

Der zwangspensionierte Walter Dollinger, der seinen Garten liebevoll und umweltfreundlich hegt und pflegt, sieht den Garten eines Mordopfers und zieht andere Schlüsse aus der Länge der Paradeispflanzenranken als die Polizei. Kommissar Schwerdtfeger der den ganzen Gartnerverein als tatverdächtig ansieht, das etepetete Mordopfer getötet zu haben, sieht vieles anders. Herr Dollinger, seine Frau Erika und die mündliche Zeitung des Ortes gehen auf Recherche. Am Schluß kommt die Polizei gerade rechtzeitig.

Wenn man als Leser/Leserin etwas Ahnung von Planzen, Blumen, Gemüsepflanzen und Garten hat, liest sich der Roman sehr vergnüglich. Bei dem liebevoll die Schnecken herunterpflücken, wird es auch andere Meinungen als die des Protagonisten geben.
Witzig sind die Gartner-Typen geschildert, von gemütlichen wie der Hauptperson bis zu solchen die alle Pflanzen millimetergenau aussetzen und nachkorrigieren.

Ort der Handlung ist ein Ort irgendwo im schönen Bayern, oder Franken.
Als Menscherln werden aus dem Hauptpersonen noch die Tratschgans/'mündliche Zeitung' des Ortes, einige Vereinsmeier, der Schnapsbrenner des Ortes und Paketauslieferer gemütlich aufs Korn genommen.

Radieschen sind wichtig, weil eines im Mund des Mordopfers steckt, und Herr Dollinger und noch paar Menschen diese als Warnung auf prominenten Orten im Garten vorfinden.

Der Krimi ist mit viel Humor geschrieben und bringt zum Lachen. Mitraten wer der Morder ist, ist möglich. Viel Spaß beim Lesen !

Dr. Bernd Flessner wurde am 24. November 1957 in Göttingen geboren. Er wuchs in Ostfriesland auf, und studiert später Theater- und Medienwissenschaften, Germanistik und Geschichte in Erlangen. Er schreibt wissenschaftliche Bücher, Literaturkritiken, Krimis, Science-Fiction und Kinderbücher und lehrte einige Zeit Germinastik an der Universität in Erlangen. Seit 2011 ist er Mitarbeiter im Zentralinstitut für Wissenschaftsreflexion und Schlüsselqualifikationen (ZiWiS).

Donnerstag, 7. März 2019

Ash (Austrian Superheroes) : #1 "Wiener Blut"

Ash (Austrian Superheroes) :
#1 "Wiener Blut" - "Erster Einsatz für Captain Austria Jr, Lady Heumarkt, Donauweibchen und Der Bürokrat" + Lady Heumarkt "Schatten der Vergangenheit"
2016, Contentkaufmann Verlag, 2. Auflage
32 Seiten
ISBN 978-3-950402735

Frauen, die am Handy telephonieren, werden in Wien attackiert: ein wunderschöner Basilisk ist als Attentäter gezeichnet. Vier Menschen mit Superkäften : 'Captain Austria jr'  - eigentlich Student Kurt Koller, 'Donauweibchen' - eigentlich Diana, 'Lady Heumarkt' - eigentlich Irene - und 'Der Bürokrat' - eigentlich ein Hofrat und Professor - machen sich daran den Basilisken zu jagen und merken, daß ihre Kräfte zu klein sind.
Im "Schatten der Vergangenheit" wird erzählt, daß die jetztige "Lady Heumarkt" ein normales, etwas schüchternes Mädchen gewesen war, das Erdbeeren nach aus der Kontrolle geratene Genversuchen gegessen hatte, worauf sich Kraft und Aussehen änderten.

Erst in #4 wird übrigens der Fall gelöst, als das Leben des Basilisks mit Hilfe des Wiener Rathausmannes, der extra für diesen Fall vom Rathaus hupft, aufgelöst wird.

In dem Comic werden nette feine Kleinigkeiten gezeichnet und im Text gesetzt. Der Hinweis auf den Wolpertinger bringt zum Auflachen, und der EKH-fluch des Basilisken amüsiert.

Ort ist eindeutig Wien, was spaß macht sich die Details der Zeichnungen anzusehen. Manche Touristen werden auf die Schaufel genommen. Bei der Polizei wird auch Humor eingesetzt.

Zeichnerisch gefällt mir der Basilisk am besten. Auch das Donauweibchen finde sehr schön und humorvoll gezeichnet.

Mittlerweile gibt es #17 mit den Austrian Superheroes.
Viel Spaß beim Lesen, beim Zeichnungen genießen !

Creative Direktor : Thomas Aigelsreiter * 1972, Absolvent der Meisterklasse Graphik-Design
Chef-Illustrator : Andi Paar * 1986, Kolleg Graphik Design
Autor : Harald Havas *1964, journalist, Autor, Übersetzer
Illustration "Wiener Blut" : Frans Stummer * 1966, Absolvent der Akademie des graphischen Gewerbes
Illustration "Lady Heumarkt" : Lenny Grosskopf, Comic-Klasse Kunstschule Wien
Illustration "Lady Heumarkt" : Verena Loisel * 1993, Comic-Klasse Kunstschule Wien