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Montag, 15. Juni 2020

Andrea de Carlo : "Yucatan"

Andrea de Carlo :
"Yucatan"
Roman
original "Yucatan"
1986, Gruppo Editoriale
Aus dem Italienischen von Jürgen Bauer
1988/1991, Diogenes
250 Seiten
ISBN 978-3-257-219141-1

Dru Resnik, berühmter Regisseur aus ex-Yugoslavien, und sein britischer Assistent Dave, reisen in Amerika mit dem reichen Nesbitt, der einen Film produzieren möchte. Der Reise zwischen Los Angeles und Mexico schließen sich Nesbitts Freundin Elaine an, an der sich später deren Freundin Rickie anschließt. Eigentlich sollte sich Camaro, anschließen, und mit seiner Spiritualät einen neuen Film initiieren. Es kommen geheimisvolle Texte und Anrufe, die den Film inspirieren sollen. Dru, Dave, Nesbitt und Elaine fahren durch negative und positive Kraftorte in Mexico, billige und teure Hotels, billige und teure Gastronomiestätten; Dru gewinnt Frauen durch seine Ausstrahlung und läßt die anderen Männer damit stehen. Am Ende steht weder ein neuer Film, noch sonst etwas Neues.

In kursiv sind die Gedanken von Dru gesetzt, der sich mehr Initiative von Dave erhofft und seine Zweifel an seiner eigenen Kreativit für neue Filme hat.

Auf dem Cover der Rückseite wird von der Mystischen und metaphysischen seite Mittelamerikas geschrieben, was ich leider überhaupt nicht wahrgenommen habe.
Für mich ist der Roman ein Roadtrip von Suchende, mit ein bißchen Carlos Castaneda gewürzt. Für mich war auch der Weg der Reise kein Weg der Lernen brachte, da alle Positionen am Ende unverändert waren.
Etwas nervig war, daß der berühmte Regisseur fast alle hübschen Frauen in den Bann zieht.

Unterhaltsam ist das viele Herumfahren in den 80-er Jahren, ohne Handy, ohne Internet, dafür Offenheit für Spirituelles.

Leider ist mir der Roman zu langatmig geworden, und ich habe nur durchgehalten, weil ich wissen wollte welche Ende dem Autor eingefallen ist. Ein Lachanfall ist mir aber zuwenig.

Hoffentlich gefällt der Roman anderen Menschen besser als mir. 

Andrea De Carlo wurde am 11. Dezember 1952 in Mailand geboren. Er studierte Literaturwissenschaften, und arbeitete später als Photograph. 1981 erschienen sein bekannter  Roman "Creamtrain (Treno di panna)". Mittlerweile sind 20 Romane in 26 Sprachen übersetzt worden. Er ist auch als Rockmusiker und Maler künstlerisch kreativ, und arbeitete mit Fellini als Regieassistent.

Samstag, 7. April 2018

Antonio Ortuno : "Die Verbrannten"

Antonio Ortuno :
"Die Verbrannten"
original "La Fila India"
2013, Editoreal Océano Mexico
Aus dem Spanischen von Nora Haller
2015, Verlag Antje Kunstmann
199 Seiten
ISBN 978-3-95614-055-6

Die titelgebenden Verbrannten sind Menschen aus Mittelamerika, die versuchen über Mexiko in das Wunschland USA zu gelangen. Sie vertrauen sich Menschenhändlern an, die hier aber mit Mafiagruppen zusammenarbeiten. Das Buch startet mit der brutalen Schilderung des Abbrennens eines abgeschlossenen Lagers mit diesen Durchreisenden, unter Mithilfe von Waffen. In diesen fiktionalen Ort wird die Sozialhelferin Irma (genannt Negra) vom Nationalkommission für Migration (kurz NkM) zur Aufklärung geschickt. Die junge Mittelamerikanerin Yein hat überlebt; für sie strengt sich Irma an. Vor Ort findet sie einige Polizeibeamte wie den häßlich-charismatischen Vidal, Pirúli und einige Assistentinnen. Selbst ein lausiges Cafehaus gibt es in dem Ort mit hausgemachten Problemen der immer übergehenden Wasserleitung.
Rundherum erschiessen sich Mitglieder der Mafiagruppen El Sur oder El Rojos und wieder geht eine Flüchtlingsunterkunft in Flammen auf. Irma rettet kurzfristig Yein, die die Ermordung ihrer Landsleute rächt, bevor sie selbst einem Mafiamann zum Opfer fällt. Irma wird gewarnt jemals zurückzukommen und reist mit ihrer Tochter gemeinsam aus.

Das Buch ist hart, brutal, ohne Liebe, manchmal mit Überlebenswillen, aber oft mit grundsätzlicher Menschenverachtung.

Die Geschichte wird in mehreren Strängen erzählt. Hauptsächlich wird Irma (Negra) in ihrem Tun begleitet, wie sie sich vergeblich um die Überlebenden und die Angehörigen der Verbrannten kümmert, wie sie versucht ihre Tochter zu beschützen, die Annäherung an Vidal und das Erschrecken am Schluß.
Selten ist Yein zu vernehmen, auch wie sie am Schluß nur noch Rache antreibt.
Besonders umsymatisch und kleingeistig ist der Samenspender von Irmas Tochter, der als schlecht bezahlter Lehrer arbeitet; er scheut sich nicht eine Hilfesuchende zu vergewaltigen, dann als Hausmädchen für alles Mögliche zu halten und wundert sich als sie ihn ausraubt und verschwindet.
Zynisch lesen sich die offiziellen Berichte der Nationalkommission für Migration (kurz NkM).

In dem Roman sind Wut, Zorn, Enttäuschung, Verletzung, Brutalität, Gewalt, Selbstüberschätzung, Gnadenlosigkeit zu spüren, und alles geht unter die Haut. Es ist kein einfaches, aber ein empfehlenswertes Buch.

Antonio Ortuno wurde 1976 in Guadeljara (Mexico) geboren. Zuerst war er Journalist, bevor er sich dem schriftstllern zuwandte. 2006 erschien sein erster Roman 'El buscador de cabezas'.

Montag, 19. Februar 2018

Gabriel Garcia Marquez : "Zwölf Geschichten aus der Fremde"

Gabriel García Márquez :
"Zwölf Geschichten aus der Fremde"
original "Doce cuentos peregrinos"
1992, Mondadori, Madrid
Deutsch von Dagmar Ploetz und Dieter E. Zimmer
1993, Kiepenheuer & Witsch
212 Seiten
ISBN 3-462-02238-5

Im 'Prolog. Warum zwölf, warum fremd und warum Geschichten' (1992) erzählt der Autor von den Ideenfetzen für Romane und Erzählungen, dem Leben außerhalb seiner Heimat und wie diese Erzählungen oder Hörspielvorlagen entstanden sind. Berührt hat mich der Satz, daß er sich ein Schulheft bei seinen Kindern ausgeborgt hat um Ideen hineinzuschreiben.
* 'Gute Reise, Herr President' (1979) spielt in Bern und begleitet einen wohlgepflegten älteren Herrn, dem einer Operation bevorsteht. Eine Familie aus seiner Heimat kümmert sich zuerst berechnend, dann liebevoll um ihn.
* 'Die Heilige' (1981) ist eine Geschichte in Rom, in der junge kreative Menschen einem Mann begegnen der mit einem Kindersarg unterwegs ist und versucht das schöne schwebende Kind als Wunder heiligen sprechen zu lassen.
* 'Dornröschens Flugzeug' (1982) ist eine kurze Geschichte über eine schöne Frau, die der Erzähler im Flugzeug, während sie schläft, bewundert.
* In 'Ich vermiete mich zum Träumen' (1980) hat eine Frau einen Job als Traumdeuterin in Familien in Wien, in der Karabik; eine poetische Geschichte die verzaubert.
* 'Ich bin nur zum Telefonieren gekommen' (1978) macht Angst, weil eine Künstlerin durch eine Panne in einem Gefängnis für Verrückte landet und ihr Mann wegen Eifersucht nicht hilft. Ort ist Katalonien.
* 'Augustspuk' (1980) ist auch im Raum Barcelona angesiedelt und ist am Ende wirklich 'spooky'.
* In 'María dos Prazeres' (1979) berührt die Geschichte über eine alternde Prostituierte mit Hund, die sich um ihr Grab kümmert, bis sie feststellt, daß noch Liebe auf sie wartet. Ort ist Barcelona.
* in 'Siebzehn vergiftete Engländer' (1980) kehrt Prudencia Linero aus Südamerika nach Neapel zurück, möchte den Papst sehen und ist am Schluß glücklich daß sie keine Austernsuppe gegessen hat.
* 'Tramontana' (1982) ist ein Wind, der sich auch an den Nerven der Menschen in Katalonien auswirkt.
* 'Der glückliche Sommer der Frau Forbes' (1976) erzählt von der strengenden Frau Forbes als Kindermädchen von zwei ausgelassenen Buben am Strand von Sizilien
* Phantasievoll ist 'Das Licht ist wie das Wasser' (1978) wenn Kinder mit Tauchzeugs in der Wohnung eines Hochhauses unterwegs sind.
* 'Die Spur deines Blutes im Schnee' (1976) zieht sich zwischen Madrid bis Paris, als ein jung verheiratetes sehr verliebtes Ehepaar mit dem Auto unterwegs ist. Die schöne Ehefrau hatte sich an einer Rosendorne gestochen und tropft vor sich hin. Die Geschichte geht wie die meisten Geschichten in dem Buch nicht gut aus.

Die Menschen und Szenerien klar bis kraftvoll gezeichnet und wunderbar vorstellbar. Nähe, Kälte, Liebe, Gewalt, Sehnsucht, Erotik, Wind, Sonne, etc. fast körperlich spürbar.

Auch wenn fast alle Geschichten in Europa spielen, ist die emotionale Nähe zu Lateinamerika vorhanden wenn mexikanische Erdbeben, Bolivien, und die Karibik genannt sind.

Mich haben die kraftvollen Geschichten, auch wenn sie manchmal traurig machen in den Bann gezogen.  Diese Freude wünsche ich auch anderen beim Lesen !

Gabriel José García Márquez wurde am 6. März 1927 in Aracataca (Kolumbien) geboren. Er begann Jus zu studieren, wandte sich aber bald der Literatur zu. Er arbeitete zuerst als Journalist, schrieb ein Buch über Fidel Castro (mit dem er sehr befreundet war). Sein erstes Werk dürfte "La hojarasca" (Laubsturm) aus 1955 sein.  1967 kam sein literarischer Durchbruch mit „Cien años de soledad“ ("100 Jahre Einsamkeit"). Er erhielt 1982 den Nobelpreis für Literatur. Sein Schreibstil ist der 'magische Realismus'. Er starb am 17. April 2014 in Mexico-Stadt, der Stadt seines Lebensmittelpunktes.

Freitag, 29. Dezember 2017

Ross Macdonald : "Unterwegs im Leichenwagen"

Ross Macdonald :
"Unterwegs im Leichenwagen"
Roman
original "The Zebra-Striped Hearse"
1962, Alfred A. Knopf New York
Neuübersetzung aus dem Amerikanischen von Karsten Singelmann
2017, Diogenes Verlag Zürich
402 Seiten + 6 Seiten Nachwort von Donna Leon
ISBN 978-3-527-3052-9

Der Krimi beginnt fast klassisch: reicher Colonel ersucht Privatdetektiv Lew Archer den neuen Freund der Tochter zu hinterfragen weil er vermutet, daß dieser nur hinter dem Familiengeld her ist. Archer besucht den jungen attraktiven Mann, der sich nur seinem Malen widmet. Dann bekommt die Geschichte Tempo, denn nach Familienkrach fährt das junge Paar weg. Archer sucht sie in Mexiko, entdeckte einige Leichen und ältere Morde, redet mit der echten Mutter der jungen reichen Frau, der neuen sympathischen Frau des Colonel, einer ex-freundin des Malers, und weiteren Menschen. Die Geschichte windet sich zwischen mexikanischen Dörfer, armen Spelunken, eleganten Badehäusern und teuren Villen, bis erst auf der vorvorletzen Seite einige alte Morde und ein Selbstmord aufgeklärt werden.

Die Geschichte wird spannend erzählt. Lew Archer erzählt die Handlung und Dialoge aus seiner Ich-sicht und seinen Eindrücken der Menschen, Einrichtungen und Örtlichkeiten aus seiner Sicht.

Die Menschen sind anschaulich geschildert in ihrer Art zu sprechen, sich anzuziehen und zu bewegen. Die Beobachtungen sind eher sachlich und weniger wertend. Sympathie oder anthipathie fließen in die Schilderungen ein. Während der cholerische, tyrannische Colonel fast sofort Anthipathie auslöst, ist seine zweite Frau Isobel die versucht fair und liebevoll zu bleiben als sehr sympathisch spürbar. Tochter Harriet ist leider nur reich, groß und eher ungelenk. Der künstlerisch talentierte Bruce Damian/Campion sieht gut aus, was er manchmal weiß, aber er lebt lieber seine künstlerischen Ambitionen. Das Schicksal der mollig-süßen Dolly die ein Kind geboren hat, aber ermordet wurde und auch der Mord an Ralph Simpson wird geklärt.

Während sofort berechnet wird, daß ein Künstler eine reiche Erbin nur wegen ihres Geldes interessant findet, kommt erst spät auf, daß ein gestandener Mann an kindlichen Frauen Gefallen findet, und hier eine Kette von Ereignissen auslöst.

Der englische Original Titel bezieht sich auf einen mit Streifen angemalten Leichenwagen, in dem junge Surf-wütige Leute den schönen Wellen die Küste entlang fahren und Archer immer wieder begegnen. Ein wichtiges Beweismittel fischen sie aus dem Meer.

Die Beschreibungen sind bildhaft. Die Atmosphäre sowohl im snobistischen Bereich als auch in der armseligen mexikansichen Stadt mit originellen Figuren ist spürbar.

Ich habe diesen Kriminalroman sehr genossen  ! Viel Freude beim Lesen !

Ross Macdold wurde am 13. Dezember 1915 unter dem Namen Kenneth Millar in Los Gatos (Kalifornien) geboren. Er wuchs in Ontario auf, studierte in Michigan, wo er war Dozent war, bevor er mit dem Schreiben von Kriminalromanen begann. 1946 erstand der Privatdetektiv 'Lew Archer' in einer Kurzgeschichte. 1949 erschien der erste Roman. Er starb am 11. Juli 1983 in Kalifornien.

Freitag, 28. Oktober 2016

Juan Pablo Villalobos : "Fiesta in der Räuberhöhle"

Juan Pablo Villalobos :
"Fiesta in der Räuberhöhle"
Roman
original "Fiesta en la madriguera"
2010, Anagrama Barcelona
Aus dem Spanischen von Carsten Regling
2011, Berenberg Berlin
71 Seiten
ISBN 978-3-937845-45-0

Aus der Ich-Sicht erzählt der 14-jährige Bub Tochtli wie er fast ohne Menschen aber in viel Reichtum und Gewalt aufwächst. Sein Vater, genannt Yolcaut, dürfte ein Mafia-Boss sein, die Leibwächter Mitzli und Chichilkuali sind nebenbei seine Spielkameraden, es gibt nur wenige Anstellte von denen einige stumm sind.
Der Bub sammelt Hüte, will ein liberianisches Zwergnilpferd (die streng geschützt sind) und darf teilweise nicht einmal Fernseh-sehen, weil gerade Greueltaten des Vaters gebracht werden.
Kurze Zeit ist der gebildete Lehrer Mazatzin da, der ihm von den Werten und Kultur der Samurais erzählt. Leider ist der Lehrer nicht das was er ist, und spät zeigt der Vater dem Sohn seine Waffen, mit denen er handelt.

Empathielos wird diese skurrile Geschichte erzählt, in der Erzähler Geschehnisse der Gegenwart und Vergangenheit entweder in pathetisch oder erbärmlich einteilt. Die Franzosen mit ihrer Guillotine sind ihm wichtig, weil sie den Königen die Krone vor der Enthauptung vom Kopf nehmen. Schräg ist das Ende, in dem wieder Kronen am Kopf bestellt sind.
Die Safari ist eine einzige Unterhaltung, genauso wie die unterschiedlichen Schießwaffen aus aller Herren Länder; begeistert ist er von einer kleinen Pistole mit kleinen Kugeln - päff.

Die Namen sind ziemlich ungewohnt, aber die Geschichte ist sehr gut zu lesen. In meinem Kopf liefen ziemlich bunte Zeichentrickfilme zu dem Geschehen ab.
Viel Spaß beim Lesen !

Biographie von Juan Pablo Villalobos bei "Quesadillas"  / 6. Oktober 2016

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Juan Pablo Villalobos : "Quesadillas"

Juan Pablo Villalobos :
"Quesadillas"
Roman
original "Si viviéramos en lugar normal"
2012, Editorial Anagrama, Barcelona
Aus dem Spanischen von Carsten Regling
2014, Berenberg Verlag, Berlin
127 Seiten + 2 Seiten Verpflichtung und Dank + 4 Seiten Glossar des Autors + 2 Seiten Anmerkungen
ISBN 978-3-937834-73-3
  
Orest erzählt als zweitältester seiner Familie vom Leben in einem Container, den Gerangel am Familientisch um Käse-quesadillas, Vaters Gefluche über die Politik und seine Geschwister Aristoteles, Archilochos, Kallimachos, Elektra und die zwei-eigigen Zwillingen Kastor und Pollux. Zum Überleben sind Quesadillas, Teigtaschen mit Käse, das wichtigste.
Orest geht in eine schlechte Klosterschule, bekommt ein polnisches verwöhntes Einzelkind als Nachbarn, haut mit Aristoteles ab um die Zwillinge zu suchen und sich dann einige Monate durchs Land zu schlagen. Heimgekehrt muß er dem Nachbarn helfen, der Vater verschläft die politischen Veränderungen und der Container wird zerstört, worauf die Familie beim Melonen züchtenden Großvater Unterschlupf sucht.

Diese ziemlich schrägen Szenariien werden aus Ich-Perspektive von Orest, genau Oreo, geschildert. Er versucht immer wieder wortreich zu überleben, und wird immer wieder durch die körperliche Kraft des älteren Bruders gebremst.

Politisch räumt er mit der Unfähigkeit aber Beliebtheit mancher mexikanischer Präsidenten auf. Das Phlegma, die Sturheit und die absolute Unwillen seines Vaters auf die Veränderungen des Baugrundes sind faszinierend, ebenso wie er dann eine ziemlich hirnverbrannte Aktion etwas Neues aufzubauen startet.

Die Menschen oder auch Typen sind scharf und schrägt gezeichnet.

Der schräge Humor hat mich gut unterhalten. Viel Freude beim Lesen !

Juan Pablo Villalobos  wurde 1973 in Guadalajara, Mexiko geboren. Er studierte Marktforschung und spanische Literatur und lebt in Barcelona. Dort leitet er eine Firma für elektronische Produkte.

Samstag, 17. Januar 2015

Gabriel Trujillo Munoz : "Tijuana Blues"

Gabriel Trujillo Munoz :
"Tijuana Blues"
die vier Kurzromane sind gemeinsam unter "El Festin de los cuervos"
2002, Norma Ediciones Mexico-Stadt erschienen
Aus dem Spanischen von Sabine Giersberg
2006, Unionsverlag Zürich
253 Seiten
ISBN 978-3-293-00359-0

Die vier Kurzgeschichten sind in Mexicali nahe der amerikanischen Grenze lokalisiert. Der Anwalt    Miguel Ángel Mogado für Menschenrechte, der aus Mexicali kommt aber in den Vereinigten Staaten lebt ist mit vier unterschiedlichen Fällen beauftragt. Informationen kommen vom Feind-Freund, charakterisiert durch den FBI Mann Harry Jeremy Dávalos; und aus einer Gruppe Harley fahrender Männer, den "Cuervos" die in Mexicali Gutes tun und von Jimmy angeführt wird.

In "Mezquito Road" klärt er den Mord an dem versoffenen, spielsüchtigen Heriberto auf, dessen Witwe den posthumen schlechten Ruf bereinigen möchte. Letztendlich war er am falschem Platz bei einem Drogendeal gewesen.

In "Tijuana City Blues" geht Morgado der Geschichte des Kunsttischlers El Güero nach, dessen Vater mit dem Schriftsteller Burroughs befreundet war und verschwunden war. Morgado findet den Vater, einen ehemaligen Spion den das Doppelleben der Vergangenheit ziemlich egal ist.

"Loverboy" ist der Spitzname für einen verrückten jungen Mann, der mit einer berechnenden Frau Kinder entführt, Organe entnimmt und diese betuchten amerikanischen Eltern mit kranken Kindern verkauft. Leider bleiben die mexikanischen Kinder auf der Strecke, und Menschen die sich dagegen wehren auch. Am Schluß siegt eine eigenartige 'Gerechtigkeit'.

In "Laguna Salada" wird in der gleichnamigen Wüste ein männlicher Leichnam mit Füllfeder gefunden. Der Chef der "Chuervos" hilft hier bei der Aufarbeitung kräftig mit. Am Schluß stellt sich heraus, daß Radioaktivität die jemand anderen beseitigen sollte auch hier effektiv verscharrt worden war.

Die Geschichten sind gerade und schörkellos erzählt. Es gibt keine Nebenstränge.
Die Stimmung ist als trocken geschildert, Leben wird durch Alkohol und Sex gezeigt. Sex ist männlich geschildert und machte mir beim Lesen keinen Spaß.
Herzlichkeit und Wärme kommen nur bei den Kindern auf, und wenn es um Kunst geht.

Mich hat die Direktheit durchaus in die Geschichten hineingezogen. Gutes Hineinversinken !

Gabriel Trujillo Muñoz, geboren 1958 in Mexicali im Norden Mexikos, war ursprünglich Chirurg und hat heute eine Professur in Kommunikationswissenschaften an der Universidad Autónoma de Baja California inne. Seinen ersten Kriminalroman schrieb er 1987. Als Schriftsteller gilt er als Vertreter der »frontera«, als »die Stimme der Baja«.

Montag, 30. Juni 2014

Elmer Mendoza : "Das Pazifische Kartell"

Elmer Mendoza :
"Das Pazifische Kartell"
Kriminalroman
original "La prueba del ácido"
2010, Tusquets, S.A.Barcelona
Aus dem Spanischen von Matthias Strobel
2012, Suhrkamp Taschenbuch Verlag Berlin
304 Seiten
ISBN 978-3-518-46307-9

In dem eher düsteren Kriminalroman geht der Polizist Eduardo Mendieta, genannt "el Zurdo" (weil er Linkshänder ist), der Suche nach dem Mörder einer wunderschönen Prostituierten nach. Der Hintergrund der Romans sind die steigende Macht der Drogenkartelle, deren mörderische Kriege, und Bestechungen bei Polizei und Politikern in dem mexikanischen Bundesstaat Sinaloa .

Mendieta, wird als eher müder, zweifelnder Mensch geschildert. Trotzdem läßt er sich von der Schönheit der halbbrasilianischen Mayra einfangen, von der viele Männer mit noch viel mehr Macht ebenfalls fasziniert sind. Er und sein Team geben entgegen der Anweisungen seines Chefs nicht mehr zu ermitteln (warum wird nicht beantwortet) nicht auf und fragen solange nach bis auch ein anderer Frauenmord gelöst wird.

Hineinverwoben ist die Geschichte eines Mannes der als Gringo gilt, Mexikaner ist und Verbindungen zu Waffen und sonst gewünschten Waren (keine Menschen) hat. Wen er mit was beliefert und wenn er wie wann in Falle oder die Waffe tappen läßt liest sich etwas eigen, dürfte aber nicht ganz der Phantasie entsprungen sein.
Dieser Hintergrund mit durchaus realen menschenverachtenden Handlungen aus Drogenkartellen, sowie die Ohnmacht der Polizei dürften wenn man den Nachrichtenmedien trauen darf, mehr als real sein.

Mich haben die vielen Namen ziemlich verwirrt. Wer war jetzt Lokalbesitzer, wer ist Politiker, wer handelt mit Waffen oder sonst was ? Die Story hat mich interessiert, v.a. da wirklich erst auf der vorvorletzten Seite der Mörder erkannt wird.

Es gibt einige Leichen. Viele Waffenbegriffe werden benutzt.
Freude am Leben findet statt. Entweder mithilfe wunderschöner käuflicher Frauen oder mit Essen und Trinken. Einige der Gerichte die genannt werden, dürften sehr wohlschmeckend sein (zB. Aguachile; oder Machaca das verarbeitet wird).

Der Stil ist gemischt. Manchmal gibt es nur Satzfetzen, die aneinandergereiht ein Telephongespräch ergeben - oder Tempo machen. Dann wieder Passage in denen Schilderungen ihren Platz haben - wie z.B. über die Sammlung berühmter zerbrochener Guitarren eines der wichtigen Nebendarsteller.

Orte der Handlung sind die Hauptstadt Culiacán und ein Ort am Pazifik - Mazatlán.
Die Menschen sind zwar vorstellbar, aber nicht ganz greifbar für mich. Eine Nebenfigur, ein heruntergekommener Möchtegernboxer, war ziemlich mühsam in seiner einseitigen Phantasiewelt, ist aber der Mensch der ähnlich wie Mendieta mit seinen Zweifeln am meisten Konturen hat.

Mich hat das Buch trotz seiner Düsterkeit und Schießereien angesprochen, da die Geschichte ihren Zug hat, und der Mörder entdeckt wird. Ich kann das Buch jedem der sich für vermutlich aktuelle Mexico interessiert und Krimi mit mehreren Strängen lesen möchte, gut empfehlen !

Élmer Mendoza wurde am 6. Dezember 1949 in Culiacán (Sinaloa/Mexico) geboren. Er schreibt Kurzgeschichten und Romane und hate 2010 einen Lehrstuhl für Literatur an der Autonomen Universität in Sinola. Im Internet fand ich das Genre der "Narcoliteratura" (wortwörtlich : Drogenliteratur), dem der Autor zurechnet wird.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Vilma Fuentes : "Strassen der Wunder"

Vilma Fuentes :
"Strassen der Wunder"
Roman
original : "El Autobús"
1995, Editorial Mortiz, Mexico, Actes Sud
Deutsch von Michael Hofmann
1996, Frankfurter Verlagsanstalt
300 Seiten mit 16 Kapiteln
ISBN 3-627-00047-1

In 16 Kapiteln erzählt die Autorin verschiedene Stationen ihrer Kindheit in der Stadt Mexico, wie sie die Welt als Kind erlebt hat und die Umwelt wahrgenommen hat. Die großen Menschen, großen Busse und Straßen und v.a. die Phantasiewelt im Kopf sind Bestandteile der Kindheit.

Sie ist Pingo, muß Lesen und Schreiben lernen - das erstere schafft sie mühelos, das zweite fällt ihr noch jahrelang schwer. Aber endlich kann sie Bücher lesen - Bücher die sie dem bewunderten Nachbarsbuben und ihrer kleinen Schwester vorliest oder erzählt (weil sie da spannender macht als wenn sie nur vorliest).
Sie erzählt vom Busfahrer, der alle Mädchen die er fahrt mehr oder minder liebevoll auf die Schaufel nimmt, die Lehrerin im Bus die auf Benehmen achten soll; von verschiedenen Nonnen als Lehrerinnen und von Mitschülerinnen. Die Freundinnen wechseln - sie lernt mit den Freundinnen auch die Eltern kennen, die manchmal ganz anderes als ihre Eltern in einer kleinen Wohnung sondern in einem großen Haus mit schönem Garten wohnen.
Die Welt der Straßen aus dem Bus gesehen beflügeln ihre Phantasie. Sie gewähren Einblick in andere Stadtviertel, andere Häuser, andere Höfe und Gärten.
Der rasante Wohnungsboom mit alten Häusern die rasch geschliffen und zu neuen Gebäuden hochgezogen werden, zieht vor ihren Augen ab. Durch mehrmaliges Übersiedeln erzählt sie von den unterschiedlichen "Vecindades".
Von zwei Hochzeiten erzählt sie - in einer wird eine 16-jährige mit einem unattraktiven älteren Mann verheiratet und hat plötzlich ein ausdrucksloses altersloses Gesicht, bei der anderen wird tuschelnd vom Selbstmord der Braut einige Zeit nach der Hochzeitsreise erzählt.

In den Erzählungen wird die Welt eines (heranwachsenden) Kindes geschildert. Wie aufregend, und wie sehr aktuell und teilweise riesig die Welt sein kann. Wie klein und manchmal schäbig sie sein kann wird nur kurz angerissen. Sie bewertet nicht, wenn sie die Welt und Werte aus der Nonnenschule beschreibt. Schön ist wenn sie den jetzt großen Straßen der Stadt Mexico beschreibt, auch wenn diese nunmehr die großen Durchzugsstraßen ohne den Charme dieser Kinderjahre sind.

Die Personen sind gut vorstellbar geschildert : die Tante die im Büro arbeitet und raucht, die Freundinnen, der Buschauffeur, der Nachbarsbub der seinen Analphabetismus stolz verbirgt etc.

Das Buch ist in angenehm großen Lettern gedruckt, die kein Augenweh machen.

In Summe ein schön lesbares Buch, das ein bißchen in die Zeiten der Kindheit als vieles noch geheimnisvoll schien führt.



Vilma Fuentes wurde am 22. August 1949 in Mexiko geboren. Sie ist seit 1969 Mitglied im 'Centre Mexicain d'Écrivains '. Seit 1975 lebt sie in Paris und arbeitet als Journalistin, Übersetzerin und Literaturkritikerin, inkl. für die mexikanische Wochenzeitschrift 'La Jornada'. Als Schriftstellerin hat sie 1995 'L'autobus de Mexico', 2001 'King Lopitos', 2008 'Des Châteaux en enfer' 2009, 'Gloria (Minos)'  und 'La Castaneda (Minos)', 2011 'Les Greffiers du diable' und 2012 'Calzada de Los Misterios (Letras Mexicanas)' veröffentlicht.

Donnerstag, 8. November 2012

Sabina Berman : "Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte"

Sabina Berman :
"Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte"
original "La mujer que buceó dentro del corazón del mundo"
2010, Ediciones Destino, Barcelona
aus dem Spanischen von Angelica Ammar
2011, S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt
299 Seiten
ISBN 978-3-10-021609-9

Der verzaubernde Roman in dem wunderschönen türkisblauen Umschlag erzählt von einer jungen Frau, die erst durch Zuneigung/Zuwendung ihrer Tante mit ihrem Autismus umgehen lernt und aus dieser Sicht das Meer, das Leben (und Vernichten) von Thunfischen kennen und lieben lernt. Eine wunderbare Geschichte, die in Bann zieht und trotz Fischtötens verzaubert.

Karen wird von ihrer Tante Isabell in einer ererbten Haus in Mexiko im Keller gefunden. Sie bemüht sich der bereits jugendlichen Sprechen beizubringen, ihre Denken zu formulieren und mit Menschen trotz ihres Autismus so normal wie möglich umzugehen.
Tante Isabell ist die Eigentümerin mehrerer Thunfischfabriken, und ermöglicht ihrer Nichte diese anzusehen. Sie entdeckt dort ihre Liebe zum Tauchen und Mitschwimmen mit den Fischen.
Mit ihrer Empathie für Tiere, Ausschalten von Verständnis für menschliches Denken und Fühlen gemischt mit sehr logischem Denken entwickelt Karen Methoden die Thunfischfischerei schonend für Delphine und relativ streßfrei für die zu tötenden Thunfische zu entwickeln. Es gibt Rückschläge, aber aufgrund von superreichen, entsetzlich verwöhnten Sushi-fans plötzlich riesige Erfolge zu verzeichnen. Die Naturschützer schlagen zu und sie entwickelt die Idee vom Paradies für Fische - sehr zum Mißfallen ihrer Geschäftspartner, die nicht ihre Erlebnisse im Meer und mit den Fischen teilen (können).

Der Roman ist in Ich-Form geschrieben. Da das erste Wort, das Karen lernte Ich ist bedeutet es sehr viel für sie. Es ist faszinierend wie sie beschreibt wie sie mit den Menschen und deren oberflächlichen Ausdrucken umgeht; fast witzig wenn sie beschreibt wie sie lernt was welcher Gesichtsausdruck heißen soll und lernt diese Gesichter zu kopieren, um sich mit nicht-autisten leichter zu tun.

Kares Auseinandersetzung mit der Wissenschaft und Philosphie hat ganz eigene kognitive Zugänge. Descartes empfiehlt sie zu verbrennnen; viel hält sie von Darwin - der vermutlich wie sie und auch Einstein ein Autist gewesen sein dürfte.

Schön sind die Beschreibungen wie sie im Meer schwimmt, mit den Thunfischen Nase-schubsen spielt, und wie sie die Tiefe des Meeres wahrnimmt.

Ich habe das Buch sehr genossen und kann es Lesern und Leserinnen, die ein Gefühl für Zauber, das Meer, und auch andere Gedankenansätze zu arrivierter Philosophie vertragen nur sehr empfehlen. Achtung: Leser taucht gedanklich fast mit !

Dienstag, 20. April 2010

Guillermo Arriaga : "Der süße Duft des Todes"


Guillermo Arriaga :
"Der süße Duft des Todes"
original "Un dulce olor a muerte"
1994 Editorial Planeta, Mexiko
aus dem mexanischen Spanisch von Susanna Mende
2001, Unionsverlag Zürich
201 Seiten
2 Seiten Begegnung Guillermo Arriaga und Susanna Mende
2 Seiten Arriaga über Arriaga
ISBN 3-293-00278-1

Ein spannendes Buch, das erzählt wie durch eine dumme Bemerkung eines Dorfbewohners der junge Ladenbesitzer Ramon gezwungen wird den Mord an einer jungen Frau durch Mord an einem Unschuldigen zu rächen.

In einem mexikanischen Dorf, das von Landwirtschaft lebt, fern von modernen Errungenschaften wie z.B. elektrischem Strom, wird der Leichnam eines hübschen Mädchens gefunden. Einer der Umstehenden meint zu Ramon daß sei doch seine Freundin gewesen, und da er sich nicht wehrt ist einige Stunden später im Dorf klar, daß er die Ermordung 'seiner' Freundin zu rächen hat. Der zu Ermordente ist ein Wanderverkäufer, der ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau im Dorf hat, und beobachtet worden war (der Beobachter behauptetet, daß das Mädchen Adela mit dem Wanderverkäufer gesehen habe).
Der Dorfpolizist Justino findet zwar heraus daß das Mädchen eine Liebschaft hatte (und vermutlich von diesem Mann getötet worden war), auch daß die Schuhabrücke vor Ort nicht mit denen des Wanderverkäufers Gitano zusammenpassen, aber er hat gelernt dem Leben (und der Dorfehre) seinen Lauf zu lassen.
Einige der Dorfbewohner versuchen Ramon bei der Vorbereitung auf den Mord zu helfen, organsieren mit ihm ein Gewehr, bis ihm der Tierschlachter zeigt wo das Herz liegt, an einem Stier trainiert und ihm einen Eispickel leiht (etwas ähnliches war vermutlich auch die Mordwaffe an dem Mädchen gewesen).
Nach vollbrachtem Mord, muß Ramon das Dorf verlassen - da ihn sonst die Polizei findet.

Das Buch schildert wie die Menschen in Tampico leben, in welchen Wohnverhältnissen sie leben, wie die Familien- und Dorfstrukturen funktionieren, bis zur Art des Essens (Gürteltierspeck; Seebrasse mit Brot, in grobem Salz und ausgepresster Zitrone). Landwirtschaft und Tierzucht wird geschildert - die Bilder der Trockenheit bzw. die brütende "klebrige" Hitze sind fast spürbar.

Die Kapitel/Absätze sind kurz und genau auf diesen einen Menschen konzentriert, dessen meist ziemlich eingefahrere Situation beleuchtet wird. Auskommen aus der Situation ist/scheint nicht möglich - alles folgt vorgeschriebenen/ausgetretenen Strukturen: egal ob eine verheiratete Frau nicht betrügt, oder die Mutter des Ramon zusehen muß wie er zum Mörder wird und dann verschwinden muß, bis zum Polizisten, der Wahrheit nach den internen Dorfgesetzen stellen muß (auch wenn ihm vermutlich sein Vorgesetzter dann Probleme machen wird).

Adela bleibt für mich ein ungreifbarer Schatten, Ramon wird als lieber weicher Mensch, der sich nicht nein sagen traut, geschildert und damit noles volens das tut was man von ihm erwartet, der ehebrechende Wanderhändler Gitano wird für mich greifbar, genauso wie der verwitwete Polizist und andere Dorfbewohner mit ihren Geschichten wie der blinde Rutilio mit seinen Hühnern, oder Juan der in den Vereinigten Staaten sein Glück gesucht hatte aber wegen des Lohnes verraten worden war etc....

Eigen wie sich Ramon, der Adela nur fünf mal gesehen hatte, aber nie mit ihr gesprochen hatte, in eine Phantasiewelt flüchtet, in dem sie zu sehen, zu hören und v.a. zu spüren vermag, aber erst als ihm ihre Liebe angedichtet wird. Nur diese nebulose Welt ermöglicht ihm die Rolle des Mörder aus Ehre durchzuziehen.

Natürlich ist die Nähe zu Marquez' "Chronik eines angekündigten Todes" nahe, aber die Erzählweise ist für mich unterschiedlich, wenngleich mich beide Bücher neugierig gehalten haben.

Ich kann das Buch nur empfehlen - v.a. in der Winterzeit, denn die Beschreibungen von Hitze wärmten mich, und es ist eine spannende Geschichte trotz der Hoffnungslosigkeit die nachher bleibt.