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Montag, 9. November 2015

Heike Wolpert : "Schönheitsfehler"

Heike Wolpert :
"Schönheitsfehler"
Kriminalroman
2015, Gmeiner Verlag
240  Seiten
ISBN 978-3-8392-1693-4

Ein schöner schwarz-weißer Kater mit gelben Augen und imponierenden Schnurrbarthaaren sieht dem Betrachter vom Cover in die Augen - ein wenig konzentriert und grantig ist der Blick. Kater Socke ist hier gemeinsam mit einigen Charaktern von Nachbarskatzen beschäftigt bei einem Mordfall zu helfen, wobei er sich bei dem Hauptkommissar gemütlich einquartiert.

Auf den Ebenen Polizei, Katzen und einer ich-stimme die einen Schönheitschirurgen stalkt wird die Krimigeschichte erzählt, in der dieser Schönheitschirurg ermordet wird. Eigentlich sollte der Mord jemand anderem in die Schuhe geschoben werden, was allerdings nicht aufgeht. Hintergrund des Mordes sind Machenschaften zwischen Schönheits- und Pharmabranche.

Die Katzen sind unterschiedlich charakterisiert : Kater Socke (schwarz mit weißen Pfötchen) mit ramponiertem Schweif ist meist durchaus gutmütig bis es ihm reicht, die graue Nachbarskatze Clooney ist rundlich und wunderbar verfressen, ihr Sohn Chismo liebt Fernsehen, Perserkatze Suleika ist eine liebevolle Schönheit, ein weiterer Kater durchaus hilfreich weil er mit seinem kleinen Mensch derzeit lesen lernt..

Bei den Menschen wird hauptsächlich Kommissar Peter Flott geschildert, der mit seiner Truppe auf der Jagd ist. In der Truppe sind auch die liebenswürdige Lisa und eine temperamentvolle Italienerin. Dem Pathologen macht der Fall Probleme weil der den Hochzeitstag gründlich vermasselt. Eine sympathische Tierärztin taucht auf, eine Geliebte des Ermordeten die auf Model macht, der Ex-Freund der Geliebten der in die Sache verwickelt erscheint, der Pharmachef wird glatt geschildert und ein Chemiker ist ziemlich den Alkohol verfallen.
Namenlos bleibt die Gestalt an der eine billige Schönheitsoperation gründlich schiefgegangen ist, und die dadurch entstellt wurde, was nicht nur Änderungen zum Schlechten in ihrem Privatleben verursacht.

Eine Liebesgeschichte beim Kommissar entsteht, bei anderen Paaren entwickeln sich die Gefühle auseinander. Eine Hundeliebe findet auch statt, was die Katzen sehr befremdet.

Was den Katzen an denken und sprechen in die Schnauze gelegt wird, ist unterhaltsam, aber menschlich. Als Katzenfan habe ich das Buch an einem Abend durchgelesen und mich dabei gut amüsiert. Viel Spaß beim Lesen - raaau !

Heike Wolpert wurden 1966 in Bad Mergentheim (Baden-Württemberg/Deutschland) geboren.
Sie machte eine Ausbildung zur Datenverarbeitungskauffrau und arbeitet als Softwareentwicklerin. Interesse an Krimigeschichten war immer vorhanden. 2009 lief ihr und ihrem Mann ein Kater zu -> Socke. Alle leben in Hannover. "Schönheitsfehler" ist ihr erster Krimi.

Mittwoch, 25. Mai 2011

Virginie Brac : "In den Nächten brütet still der Tod"

Virginie Brac :
"In den Nächten brütet still der Tod" - Ein Fall für Véra Cabral
original "Notre-Dames des barjots"
2002, Éditions Fleuve Noir
Deutsch von Kerstin Krolak
2006, Rowohlt Taschenbuch Verlag
351 Seiten
ISBN 978-3-499-24242-7

Ein spannende Geschichte die mit einem grauslichen Mord beginnt, und Frau Dr. Véra Cabral, eine junge Psychiaterin in einem Krisenzentrum begleitet, bis sie am Schluß den Mord löst.

Umfeld ist ein Krankenhaus, in dem jede Menge Menschen Machtspiele spielen und vom Aufstieg träumen. Hier versteckt der kommende große Mann Prof. Russel seinen Sohn, der verdächtig ist eine junge Frau ermordet zu haben. Leider ist der Mann von Drogen gedämpft - Psychiater und Neurologen kümmern sich abwechselnd um ihn. Es sei nur verraten - er hat den Mord nicht beganngen.

Nebenbei entwickelt sich eine Zusammenarbeit zwischen Véra und Hugo, dem Neurologen, basierend auf Kontakten die sie zu Studienzeiten miteinander hatten. Andere Nebengeschichte ist Transversiten gewidmet und der Hilfe an Frauen am ältesten Gewerbe. Last but not least finden bunte Szenen aus der aus Portugal stammenden Familie von Véra Platz und die Psychiaterin schlägt sich mit einer Steuerprüfung herum, an der der Steuerberater von ihr und ihrem etwas zwielichtigen Bruder Schuld ist.

Der Krimi ist schön und flüssig geschrieben, und hat Drive der weitertreibt.
Manche der Personen sind genau gezeichnet und gut vorstellbar, manche bleiben Klischees, was aber nicht wirklich stört.

In der Ausgabe ist der Kapitelanfang originell gelöst: die Seite ist jeweils eine Stadt in der Nacht - also ziemlich schwarz - und im unteren Drittel startet das Kapitel in weißen Lettern.

Den spannenden Roman/ Thriller / Krimi kann ich gerne empfehlen.