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Dienstag, 11. September 2018

Antonio Tabucchi : "Erklärt Pereira"

Antonio Tabucchi :
"Erklärt Pereira" - eine Zeugenaussage
original "sostiene Pereira"
1994, Feltrinelli Mailand
Aus dem Italienischen von Karin Fleischhanderl
1995, Carl Hanser Verlag
201 Seiten
ISBN 3-446-18298-5

Pereira, ein rundlicher Kulturjournalist in Portugal mit Faible für französische Autoren des 19. Jahrhunderts wird mit einem jungen Mann, den er als Praktikenten beschäftigt, bekannt. Dieser engagiert sich für die Republikaner im benachbarten Spanien, und das 1938 in der Zeit des Guernica-Angriffs. Während der Journalist versucht in seiner Welt zu bleiben, indem er französische Autoren übersetzt und Nachrufe plant, Omelette verspeist und Limonade trinkt, was auf 190 Seiten geschieht, bricht in den letzten Seiten die Brutalität der Realität in seine Wohnung ein, der junge Mann wird gefoltert und stirbt, worauf Pereira eine List für den Nachruf über den jungen Mann anwendet und sein Verschwinden plant.

Als Kunstgriff ist immer wieder "erklärt Pereira" in den Erzählstrom eingefügt, als ob er das Geschehen jemandem erzählte oder etwas beweisen muß.

Pereira ist Witwer, und unterhält sich mit dem Photo seiner Frau. Offen sprechen kann er mit einem lange bekannten Priester und später einem Arzt in einem Erholungsspital; sonst hält er sich mit dem Sprechen zurück, und versinkt lieber im Übersetzen. Der Roman liest sich gemütlich, Literatur und Philosophie und die Überlegungen über das 'hegemonische Ich' werden gepflegt.
Die Welt des Praktikanten und seiner Freundin, die sich beide für die Nationalisten und gegen Franco entschieden haben, sind ihm fremd. Erst als sich die spanische Kirche auf die Seite Francos schlägt, das Dorf Guernica zerstört wird und der vertrauensselige Praktikant in seiner Wohnung getötet wird, gewinnt der Roman an Geschwindigkeit und Wendigkeit.

Personen der Handlung sind Pereira, der Herausgeber der Zeitung, die Hausmeisterin (und wahrscheinlich Polizeispitzel der Salazar-Diktatur), Praktikant Rossi und seine Freundin Martha. Orte sind Lissabon, und Gegenden am Land oder am Meer.

Es fallen viele Namen von Autoren und Philosophen die mir nicht immer etwas gesagt haben. Beispielsweise sind genannt : Francois Mauriac (französischer Schriftsteller; 1885 - 1970), Filippo Marinetti (italienischer Schrifsteller, Futurist 1876 - 1944), Georges Bernanos (französischer Schriftsteller, 1888 - 1948), Gabriele D'Annunzio (italienischer Schrifsteller, Symbolist; 1863 - 1938), Alphonse Daudet (französischer Schriftsteller; 1840 - 1897).

Das Buch war nicht einfach zu Lesen. Die Welt des dicken einsamen Mannes bietet nicht viel Abwechslung. Faszinierend wie er den Krieg im Nachbarland komplett ausklammert.

Das Buch wurde 1995 mit Marcello Mastroianni in der Rolle des Dr. Pereira verfilmt.

Antonio Tabucchi wurde am 24. September 1943 in Pisa geboren. Er lernte portugiesisch, als er an der Universität in Genua studierte. er war Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Übersetzer. Sein erstes Buch erschien 1975 in Italien (" Piazza d'Italia"). Er starb am 25. März 2012 in Lissabon.

Mittwoch, 6. August 2014

Cristina Garcia : "Träumen auf Kubanisch"

Cristina Garcia :
"Träumen auf Kubanisch"
Roman
original "Dreaming in Cuban"
1992, Alfred A. Knopf, New York
Aus dem Amerikanischen von Carina von Enzenberg und Hartmut Zahn übersetzt
1994, S. Fischer Verlag Gmbh, Frankfurt
263 Seiten + 1 Seite Inhaltsverzeichnung + 1 Seite Stammbaum
ISBN 3-10-024406-0

Drei Generationen von Frauen sind die wichtigen Menschen in diesem Roman über Kuba mit Ausläufern nach USA.

Celia, die Großmutter erlebt die Doppelbödigkeit ihres Vaters der zwei Familien hatte und die nach Havanna abgeschoben wird. Sie erlebt Liebe, heiratet einen anderen, gebiert drei Kinder und wird Fan von 'El Lider' Castro und der Revolution. Sie ist mit Kuba verwurzelt aber Realistin.
Ihr Sohn Javier geht in die damalige CSSR, heiratet und bekommt dort eine Tochter, die Celia nie sieht.
Die älteste, die Tochter Lourdes, verliebt sich in einen reichen jungen Mann und verläßt Kuba nach der Revolution. Sie baut eine Bäckerei in New York auf, hat Erfolg, ernährt Mann und künstlerische Tochter Pilar. Sie hat mit dem toten Vater spirituellen Kontakt, ihe Tochter mit Celia.
Anders ist die zweite Tochter Felicia, die Gefühl für Übersinnliches hat. Sie bringt Zwillingen auf die Welt und später einen Sohn, Ivanito. Sie fühlt sich zu den mystischen Riten hingezogen und stirbt kurz nach der Initiation.
Pilar und Lourdes besuchen Celia. Pilar findet ihr Wurzeln, während Lourdes die Stätten der Vergangenheit aufsucht und Verfall findet; und sich nach New York sehnt. Sie hilft Ivanito außer Landes. Am Schluß löst sich Celia auf.

Das Buch ist vielschichtig mit einem Gemisch aus Geschichte, Landeskunde, starken Persönlichkeiten, und Spiritualität der Yoruba. Mich haben die Erzählungen der unterschiedlichen Gesellschaften, Gruppen und Menschen in Kuba am meisten fasziniert.

Liebe ist ein großes Thema, aber keiner ist glücklich damit. Celia schreibt ihrer alten Liebe nie abgeschickte Briefe nach Spanien, ihr Mann ist deshalb eifersüchtig, Lourdes fühlt sich von den Eltern ungeliebt und geht ihren eigenen Weg, Felicia hüllt sich in eine andere als die irdische Welt, und erleidet Schiffbruch in ihren Beziehungen, nur Ivanito ist ihr nahe und eine gute Freundin.

Es ist ein starkes Buch für das sich der Leser/die Leserin Zeit nehmen sollte. Mich haben die Beschreibungen gefangen genommen, die Ausflüge Celia in Gedicht Lorcas fasziniert. Viel Freude beim Lesen !

Cristina García wurde am 4 Juli 1958 in Havanna geboren - ihre Mutter ist Kubanerin, ihr Vater aus Guatemala.1961 Flucht der Familie nach New York. Sie studierte "International Relations", begann aber nach einem kurzen Ausflug ins Marketing bei einem Weltkonzert als Journalistin. 1983 bis 1990 arbeitete sie für das 'Time Magazin'. Seit diesem Zeitpunkt schreibt sie Romane. 1992 erschien "Dreaming in Cuban", das sofort großen Erfolg hatte, 1997 "The Agüero Sisters", 2003 "Monkey Hunting", 2007 "A Handbook to Luck" und 2010 "The Lady Matador's Hotel". Auf deutsch sind "Träumen auf Kubanisch" und "Die Agüero Schwestern" erschienen. Sie lebt derzeit in Los Angeles.

Dienstag, 12. November 2013

Fernando Vallejo : "Die Madonna der Mörder"

Fernando Vallejo :
"Die Madonna der Mörder"
original "La Virgen de los Sicarios"
1994, Verlag Santilla, Santafé de Bogotá
aus dem kolumbianischen Spanisch von Klaus Laabs
2000, Paul Zsolnay Verlag Wien
161 Seiten
ISBN 3-552-04988-6

Ein älterer Herr, ein Grammatikprofessor, erlebt eine Liebe mit ein jungen schönen Mann mit grünen Augen. Alexis ist Mörder, er kommt aus einer der vielen Mörderbanden in Medellín und kann nichts anderes als punktgenau schießen. Der ältere Herr - Fernando - schildert seine Liebe zu dem Jungen, die Banden in Medellín, die Drogenkriege, das erschießen Pablo Escobars, das Bereichern mancher katholischer Herren damit sie nach Rom kommen dürfen, und immer wieder Gewalt bei der es einfach nur ums Behaupten geht. Die Gewalt trifft alle : Taxifahrer die zu laut Musik hören, Taxifahrer die leider etwas gesehen haben, faule Serviererinnen, Schwangere die zufällig auf der Straße sind etc. Als Alexis erschossen wird, bringt er in noch rasch in ein Krankenhaus und vergräbt sich dann. Später trifft er Wilmar, auch ein schöner Junge mit grünen Augen, der Mörder ist. Ihm wird offenbart, daß er Alexis umgebracht hat. Er kann den Grund akzeptieren und möchte raus aus der Stadt - gemeinsam mit Wilmar. Leider ist eine Kugel rascher und trifft den jungen Mann. Jetzt geht er alleine aus der Stadt.

Das Buch ist in Ich-form aus der Sicht des älteren Herrn, dem die Musik zu laut, die Fernsehserien zu dumm, die Polizisten zu bestechlich und die katholischen Kirchenmänner zu raffgierig und zu wenig menschlich sind. Die Kirchen sind das einzig beständige. Dorthin geht er alleine oder gemeinsam. Manche Kirchen liebt er weil dort 'sein' Gott ist, andere sind so leblos, daß er 'seinen' Gott dort nicht vermutet.

Die Gewalt, die Drogenkriegen, die Bandenkriege, Beobachtungen über Viertel in Medellín die man besser nicht betritt werden klar, sachlich und ohne moralische Bewertung geschrieben. Kühl werden Gemetzel zwischen Banden vor Kirchen erzählt - inklusive Kollateralschaden, denn die Menschen die es zufällig auch erlegt, zählen nicht.
Für die Jungen, die Mörder, sind nur Markenwaren wie Jeans, Schuhe, Leiberln, Stereoanlage und Riesenfernseher wichtig; und Kühlschränke - die amerikanischen die Eis machen können.

Die Metaphern bringen mitunter zum Schmunzeln, wenn er z.B. einen lauten Fernseher tollwütig nennt.

Mich hat das Buch fasziniert. Ich habe dann wieder einiges über die Zeit der 90-er Jahr in Kolumbien nachgelesen. Der Stil ging mir unter die Haut. Ich kann den Roman nur empfehlen.

Fernando Vallejo wurde am 24. Oktober 1942 in Antioquia, einem Teilbezirk von Medellín geboren. Er studierte Biologie. Nachdem er einen Film über die Gewalt in Kolumbien in Mexico gedreht hatte, zog er 1971 wegen Schwierigkeiten in Kolumbien nach Mexico. 2007 wurde er mexikanischer Staatsbürger. Er hat Biographien geschrieben, Romane, über Grammatik und diverse hochdotierte renommierte Preise erhalten. Und er ist Filmemacher.

Dienstag, 10. Juli 2012

Lisa Haddock : "Falsche Korrektur"

Lisa Haddock :
"Falsche Korrektur"
original "Editited out"
1994, The Naiad Press, Inc
aus dem amerikanischen Englisch von Elisabeth Brock
1996, Verlag Frauenoffensive, München
1 Seite mit handelnden Personen inkl. 2 Kater der Protagonistin
181 Seiten
ISBN 3-88104-278-4

Der Krimi ist eine rasch lesbare Geschichte in der die Zeitungskorrektorin Carmen Ramirez in einem Kaff in Oklahoma eine alte Mordgeschichte auflöst.

Carmen Ramirez lebt mit 2 Kater bei ihrer Großmutter und wird beauftragt einem Chefjournalisten beim Beschreiben alter Morde behilflich zu sein. Eine Schülerin, die Tochter eines bekannten Kirchenmannes, sei von einer lesbischen Lehrerin vor Jahren ermordet worden. Die Lehrerin hatte eine Woche später Selbstmord begangen, was als Schuldgeständnis ausgelegt wird. Einseitige Berichterstattung bringen Carmen dazu in ihrer Freizeit zu recherchieren. Mithilfe ihrer neuen Liebe Julia stochert sie Fragen stellend herum, wird bedroht und nach einiger Aktion wird der alte Mordfall gelöst. Mißbrauch und Geldgier waren die Motive.

Schön sind die Beschreibungen wie in den 90-er Jahren in Akten recherchiert wird, es auch damals bereits Computerabstürze gab, im Zeitungswesen damals händisch Beistriche oder sonstiges Grammatikalisches korrigiert worden ist.

Die Personen sind unterschiedlich greifbar - Carmen und Julia sehr, die Großmutter als baptistisch verknöcherte Frau bereits weniger, die Redakteure teilweise gut. Die Orte sind klar - wie die kleinen Garagenwohnungen von Carmen, die besseren Häuschen mit Vorgarten und auch das Lesbencafe, wo mit einem Alibi für die damals beschuldigte Lehrerin aufgewartet wird (es aber damals niemanden interessiert hatte).

Der Krimi hat Drive und ich habe ihn in einem durch- und ausgelesen. Ich wünsche viel Krimivergnügen.

Mittwoch, 23. Juni 2010

Hannelore Hippe : "Niedere Frequenzen"

Hannelore Hippe :
"Niedere Frequenzen"
1994, Giftmelange - die Krimireihe im Wiener Frauenverlag / Band 3
283 Seiten
ISBN 3-85286-004-0

Leicht geschriebener Krimi, der streckenweise etwas mühsam (konstruiert) wirkt, aber schön in die Szenerien hineinzieht.

Gunda Korwitz, Sekretärin in einem Sender, liest gerne Krimis. Der Chef ihrer Kollegin wird ermordet. Später auch seine Sekretärin. Eine attraktive Kommisarin recherchiert. Gunda fährt nach Wales, weil ein wichtiger Philosoph dort gelebt hatte, aber entführt und ermordet worden war. Es stellt sich heraus, daß ein anderer Mann im Sender die Dissertationsunterlagen seiner Geliebten genutzt hatte um mit diesem Philosphen ein Interview zu fälschen. Da diese Tatsache ans Licht zu kommen droht, hat er kurzerhand die Entdecker ermordet.

Eher kühler Krimi, der für mich keine Gefühl der Dichtheit erzeugte.
Dabei sind die Menschen und das Ambiente schön gezeichnet, sodaß die Protagonisten fast bildhaft vor mir sind. Sowohl das deutsche Umfeld mit wunderbar kochendem Freund von Gunda, essen gehen, Fitnessstudio, bis zu Kantine im Sender als auch der Ausflug nach Wales mit Landschaft, Ruinen, Landgasthaus sind klar beschrieben, ohne daß es pickt.

Die titelgebenden 'Niederen Frequenzen' werden kurz in einem Artikel genannt, sind für mich aber kein Schlüssel zum Buch.

PS: ob es den Wiener Frauenverlag noch 2010 gibt, habe ich leider nicht herausbekommen

Dienstag, 20. April 2010

Guillermo Arriaga : "Der süße Duft des Todes"


Guillermo Arriaga :
"Der süße Duft des Todes"
original "Un dulce olor a muerte"
1994 Editorial Planeta, Mexiko
aus dem mexanischen Spanisch von Susanna Mende
2001, Unionsverlag Zürich
201 Seiten
2 Seiten Begegnung Guillermo Arriaga und Susanna Mende
2 Seiten Arriaga über Arriaga
ISBN 3-293-00278-1

Ein spannendes Buch, das erzählt wie durch eine dumme Bemerkung eines Dorfbewohners der junge Ladenbesitzer Ramon gezwungen wird den Mord an einer jungen Frau durch Mord an einem Unschuldigen zu rächen.

In einem mexikanischen Dorf, das von Landwirtschaft lebt, fern von modernen Errungenschaften wie z.B. elektrischem Strom, wird der Leichnam eines hübschen Mädchens gefunden. Einer der Umstehenden meint zu Ramon daß sei doch seine Freundin gewesen, und da er sich nicht wehrt ist einige Stunden später im Dorf klar, daß er die Ermordung 'seiner' Freundin zu rächen hat. Der zu Ermordente ist ein Wanderverkäufer, der ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau im Dorf hat, und beobachtet worden war (der Beobachter behauptetet, daß das Mädchen Adela mit dem Wanderverkäufer gesehen habe).
Der Dorfpolizist Justino findet zwar heraus daß das Mädchen eine Liebschaft hatte (und vermutlich von diesem Mann getötet worden war), auch daß die Schuhabrücke vor Ort nicht mit denen des Wanderverkäufers Gitano zusammenpassen, aber er hat gelernt dem Leben (und der Dorfehre) seinen Lauf zu lassen.
Einige der Dorfbewohner versuchen Ramon bei der Vorbereitung auf den Mord zu helfen, organsieren mit ihm ein Gewehr, bis ihm der Tierschlachter zeigt wo das Herz liegt, an einem Stier trainiert und ihm einen Eispickel leiht (etwas ähnliches war vermutlich auch die Mordwaffe an dem Mädchen gewesen).
Nach vollbrachtem Mord, muß Ramon das Dorf verlassen - da ihn sonst die Polizei findet.

Das Buch schildert wie die Menschen in Tampico leben, in welchen Wohnverhältnissen sie leben, wie die Familien- und Dorfstrukturen funktionieren, bis zur Art des Essens (Gürteltierspeck; Seebrasse mit Brot, in grobem Salz und ausgepresster Zitrone). Landwirtschaft und Tierzucht wird geschildert - die Bilder der Trockenheit bzw. die brütende "klebrige" Hitze sind fast spürbar.

Die Kapitel/Absätze sind kurz und genau auf diesen einen Menschen konzentriert, dessen meist ziemlich eingefahrere Situation beleuchtet wird. Auskommen aus der Situation ist/scheint nicht möglich - alles folgt vorgeschriebenen/ausgetretenen Strukturen: egal ob eine verheiratete Frau nicht betrügt, oder die Mutter des Ramon zusehen muß wie er zum Mörder wird und dann verschwinden muß, bis zum Polizisten, der Wahrheit nach den internen Dorfgesetzen stellen muß (auch wenn ihm vermutlich sein Vorgesetzter dann Probleme machen wird).

Adela bleibt für mich ein ungreifbarer Schatten, Ramon wird als lieber weicher Mensch, der sich nicht nein sagen traut, geschildert und damit noles volens das tut was man von ihm erwartet, der ehebrechende Wanderhändler Gitano wird für mich greifbar, genauso wie der verwitwete Polizist und andere Dorfbewohner mit ihren Geschichten wie der blinde Rutilio mit seinen Hühnern, oder Juan der in den Vereinigten Staaten sein Glück gesucht hatte aber wegen des Lohnes verraten worden war etc....

Eigen wie sich Ramon, der Adela nur fünf mal gesehen hatte, aber nie mit ihr gesprochen hatte, in eine Phantasiewelt flüchtet, in dem sie zu sehen, zu hören und v.a. zu spüren vermag, aber erst als ihm ihre Liebe angedichtet wird. Nur diese nebulose Welt ermöglicht ihm die Rolle des Mörder aus Ehre durchzuziehen.

Natürlich ist die Nähe zu Marquez' "Chronik eines angekündigten Todes" nahe, aber die Erzählweise ist für mich unterschiedlich, wenngleich mich beide Bücher neugierig gehalten haben.

Ich kann das Buch nur empfehlen - v.a. in der Winterzeit, denn die Beschreibungen von Hitze wärmten mich, und es ist eine spannende Geschichte trotz der Hoffnungslosigkeit die nachher bleibt.