Martin Suter :
"Der Koch"
Roman
2010, Diogenes
285 Seiten + 16 Seiten Maravans Rezepte + 1 Seiten Quellen + 2 Seiten Dank
ISBN 978-3-257-23999-7
In diesem Roman geht es um überraschend viel Kochen. Maravan, ein Flüchtling aus Sri Lanka, hilft in einem Haubenlokal in der Schweiz in der Küche. Zu Hause hatte er von seiner Großmutter Kochen mit vielen Gewürzen und Sinnlichkeit gelernt - ein Wissen das er in der Schweiz nicht als Beruf einsetzen kann. Nachdem er für seine Arbeitskollegin Andrea gekocht hatte, verliert er die Arbeit. Er versucht durch das Netzwerk der Flüchtlinge aus Sri Lanka zu überleben und kommt mit einer militanten Gruppe in Kontakt. Gemeinsam mit der Arbeitskollegin entsteht die Idee zu erotischem Essen in zehn Gängen, das bei Ehepaaren die ihre Beziehung in Stimmung bringen wollen, und auch Geschäftsmännern mit Berufsunterhalterinnen Erfolg hat. Während Andrea eine Professionelle gut gefällt, kommt Maravan einem Geschäft auf die Spur, bei dem Waffen nach Sri Lanka geschmuggelt werden, was einem lieben Verwandten das Leben kostete.
In vielen und intensiven Absätzen wird das Kochen von Maravan beschrieben. Faszinierend sind die Mischungen aus Gewürzen und die Ideologie der Sinnlichkeit, die dahinter steckt. Allerdings konnte ich mit dem Spiel mit Essenzen und Parfüms die über das Essen geträufelt werden, wenig anfangen.
Hintergründe sind die Kämpfe in Sri Lanka und im Herbst 2008 die Bankenkrise, die sich zur internationalen Wirtschaftskrise auswächst. Die Wirtschaftskrise ist bekannt; neu waren die Erzählungen über die Gruppen die in Sri Lanka teilweise mit unendlicher Gewalt gegen eigene und fremde Menschen umgehen. Die Finanzierung der Kämpfe läuft über mafia-ähnliche Strukturen, die Schutzgelder erpressen.
Die Menschen sind intensiv geschildert : Maravan als großer ruhiger Mensch mit ruhiger Ausstrahlung, Ándrea als attraktive Frau die auf Frauen steht, Dallmann ein rücksichtloser sinnlicher Wirtschaftsmensch, Makeda ein schöne afrikanische Professionelle, und Sandana eine junge Frau aus Sri Lanka die behutsam die engen geistigen Grenzen der Gemeinschaft öffnet.
Der Roman ist spannend geschrieben und hat mich bis ein Uhr Nacht wach gehalten bis ich wußte wie die Geschichte ausgeht. Viel Freude beim Lesen !
Martin Suter wurde am 29. Februar 1948 in Zürich geboren. Er war erfolgreicher Werbetexter und Drehbuchautor. 1997 sattelte er komplett auf Schriftsteller um als sein Roman "Small World" Durchbruch hatte. Mittlerweile sind 14 Romane und einige Drehbücher erschienen. Er lebt in Zürich, auf Ibiza und in Guatemala.
Donnerstag, 22. Juni 2017
Donnerstag, 15. Juni 2017
Juan Gómez Bárcena : "Der Himmel von Lima"
Juan Gómez Bárcena :
"Der Himmel von Lima"
Roman
original "El Cielo de Lima"
2014, Editorial Salto de Página, S.L. Madrid
Aus dem Spanischen von Steven Uhly
2016, Secession Verlag für Literatur, Zürich
308 Seiten
ISBN 978-3-905951-95-0
Der Roman führt durch vier Kapitel : Komödie - eine Liebesgeschichte - eine Tragödie - Ein Gedicht. José und Carlos sind reiche junge Männer in Lima (Peru) die sich als Dichter sehen, statt sich auf die Nachfolge in den Firmen der Väter vorzubereiten. Um näher an einen bewunderten Dichter in Spanien heranzukommen erfinden sie eine junge Frau, in deren Namen sie dem Dichter bewundernde Briefe zu schreiben mit dem Ziel ein Gedicht dafür zu erhalten. Die Briefe gehen 1904 / 05 noch per schiff, die Damen sind entweder elegant zurückhaltend oder in Bordellen beschrieben. Die jungen Möchte-gern-Dichter holen sich Ratschläge bei Magister Cristóbal, der auf dem Hauptplatz von Lima als Schreiber für Analphabeten und für Verliebte agiert. Der Dichter im fernen Spanien schreibt immer zärtlicher und verliebter, José und Carlos zerstreiten sich, der Dichter plant ein Schiff zu nehmen und die erfundene junge Frau darf endlich an Schwindsucht sterben.
Der Schreibstil ist langsam und bewußt. Der Autor nimmt sich Zeit das damalige Peru, seine alte Oberschicht, die Neureichen, die Hobbies der Reichen, aber auch Politik die Arbeitern etwas menschenwürdiges Leben zugestehen möchte, und Bordelle bei denen dieser Ehrgeiz nicht vorhanden ist zu beschreiben.
Im Mittelpunkt stehen für mich José und Carlos. Beide sind reich, aber Carlos' Vater hat sich vom Kautschukarbeiter hinaufgearbeitet. Er versucht seinen Sohn zum Mann zu machen und fast peinlich in die bessere alt-reiche Gesellschaft zu bringen. Während Jose kein Problem hat die Bordelle zu besuchen, ist es eines für Carlos. Da Carlos eine schönere Handschrift nachmachen kann und somit die erfundene 'Georgina Hübner'-Briefe schreibt, nennt ihn José halb scherzhaft halb ärgernd 'Carlota' was v.a. in der jungen Männer Runde zum Problem escaliert. José ist der verwegenere der beiden, sammelt aber die Briefe des angeschwärmten Dichters; Carlos erfindet als Bub einen imaginären Freund, weshalb er auch eher das Gespür hat wie sich die erfundene Frau verhalten könnte.
Faszinierend finde ich die Gestalt des Magister Cristóbal, der nach einem Krieg als Schreiber am Hauptplatz zurückkehrt. Die Kapitel in denen er den beiden jungen Männern über den Reiz und Nicht-Reiz der Frauen die Chemie zwischen Mann und Frau zu erklären sucht sind sehr unterhaltsam.
Eigenartig sind die Stellen in denen Carlos zu einer Hure geht. Die anderen Mädchen/Frauen in dem Haus haben Namen, nur die die er besucht ist/bleibt namenlos.
Der Schriftsteller vergleicht Liebesgeschichten aus der Literatur wobei "María" von Jorge Isaacs aus Kolumbien neu für mich war.
Für diesen Roman sollte man sich Zeit nehmen, denn er ist nicht einfach von links oben nach recht unten zu lesen; ich habe ihn aber genossen. Viel Freude beim Lesen !
"Der Himmel von Lima"
Roman
original "El Cielo de Lima"
2014, Editorial Salto de Página, S.L. Madrid
Aus dem Spanischen von Steven Uhly
2016, Secession Verlag für Literatur, Zürich
308 Seiten
ISBN 978-3-905951-95-0
Der Roman führt durch vier Kapitel : Komödie - eine Liebesgeschichte - eine Tragödie - Ein Gedicht. José und Carlos sind reiche junge Männer in Lima (Peru) die sich als Dichter sehen, statt sich auf die Nachfolge in den Firmen der Väter vorzubereiten. Um näher an einen bewunderten Dichter in Spanien heranzukommen erfinden sie eine junge Frau, in deren Namen sie dem Dichter bewundernde Briefe zu schreiben mit dem Ziel ein Gedicht dafür zu erhalten. Die Briefe gehen 1904 / 05 noch per schiff, die Damen sind entweder elegant zurückhaltend oder in Bordellen beschrieben. Die jungen Möchte-gern-Dichter holen sich Ratschläge bei Magister Cristóbal, der auf dem Hauptplatz von Lima als Schreiber für Analphabeten und für Verliebte agiert. Der Dichter im fernen Spanien schreibt immer zärtlicher und verliebter, José und Carlos zerstreiten sich, der Dichter plant ein Schiff zu nehmen und die erfundene junge Frau darf endlich an Schwindsucht sterben.
Der Schreibstil ist langsam und bewußt. Der Autor nimmt sich Zeit das damalige Peru, seine alte Oberschicht, die Neureichen, die Hobbies der Reichen, aber auch Politik die Arbeitern etwas menschenwürdiges Leben zugestehen möchte, und Bordelle bei denen dieser Ehrgeiz nicht vorhanden ist zu beschreiben.
Im Mittelpunkt stehen für mich José und Carlos. Beide sind reich, aber Carlos' Vater hat sich vom Kautschukarbeiter hinaufgearbeitet. Er versucht seinen Sohn zum Mann zu machen und fast peinlich in die bessere alt-reiche Gesellschaft zu bringen. Während Jose kein Problem hat die Bordelle zu besuchen, ist es eines für Carlos. Da Carlos eine schönere Handschrift nachmachen kann und somit die erfundene 'Georgina Hübner'-Briefe schreibt, nennt ihn José halb scherzhaft halb ärgernd 'Carlota' was v.a. in der jungen Männer Runde zum Problem escaliert. José ist der verwegenere der beiden, sammelt aber die Briefe des angeschwärmten Dichters; Carlos erfindet als Bub einen imaginären Freund, weshalb er auch eher das Gespür hat wie sich die erfundene Frau verhalten könnte.
Faszinierend finde ich die Gestalt des Magister Cristóbal, der nach einem Krieg als Schreiber am Hauptplatz zurückkehrt. Die Kapitel in denen er den beiden jungen Männern über den Reiz und Nicht-Reiz der Frauen die Chemie zwischen Mann und Frau zu erklären sucht sind sehr unterhaltsam.
Eigenartig sind die Stellen in denen Carlos zu einer Hure geht. Die anderen Mädchen/Frauen in dem Haus haben Namen, nur die die er besucht ist/bleibt namenlos.
Der Schriftsteller vergleicht Liebesgeschichten aus der Literatur wobei "María" von Jorge Isaacs aus Kolumbien neu für mich war.
Für diesen Roman sollte man sich Zeit nehmen, denn er ist nicht einfach von links oben nach recht unten zu lesen; ich habe ihn aber genossen. Viel Freude beim Lesen !
Juan Gómez Bárcena wurde am 5. Dezember 1984 in Santander (Spanien) geboren. Er studierte Literaturtheorie und Vergleichende Literatur sowie Geschichte in Madrid und auch Philosophie. Er arbeitet als spanischer Autor, Literaturkritiker und Dozent für 'Kreatives Schreiben'. Derzeit lebt er in Barcelona.
Sonntag, 11. Juni 2017
Hrsg Alexander Groh, Daniel Resch und Alexandra Rotter : "Das Buch - Buch"
"Das Buch - Buch" - über das Verlegen
herausgegeben von Alexandra Rotter, Alexander Groh und Daniel Resch
2017, Edition Grünanger Wien (Website ist in Konzeption)
113 Seiten + 5 Seiten Biografien
ISBN 978-3902678348
Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der 'Werkstätte Buchverlag 2013/14' unternehmen hier den Versuch über Verlagswesen (v.a. die Neugründung), über Buchmedien und auch etwas aus Autorensicht in kleinen feinen Artikeln zu formulieren und sich damit auseinanderzusetzten. Ein Graphiker hat den schmalen kleinen Band in klares Schwarz-Weiß ohne Schnörkel gesetzt.
Ausgangspunkt war daß alle Werkstatt-Teilnehmer wissen wollten wie man zu einem eigenen Verlag kommt. Vornweg - es geht nicht um Finanzierung, sondern um Begeisterung und wie bleibt man am Ball, hier am Umsatz. Eine Verlegerin wurde hier interviewt, ein Professor mit einigen gescheiterten Verlagsprojekten kommt zu Wort, ein Herausgeber einer Zeitschrift zeigt seine Liebe zu Texten und ist berührend in seinem Engagement um Veröffentlichung von Literatur, und der Leiter der Werkstatt der das Rüstzeug zur Verlagsgründung und etwas Nachdenken wie man wenigstens einige Fehler vermeiden kann weitergeben will, bringt mit pointierten Aussagen manche Probleme auf den Punkt.
Bei den Medien geht es auch um das e-book aber vor allem um die Veröffentlichung, Speicherung und zur Verfügungsstellung wissenschaftlicher Texte. Wer so wie ich von diesem Thema vorher keine Ahnung hatte liest mit steigender Faszination über eine Welt aus Pflichtveröffentlichungen, anerkannten Plattformen, teuren und preiswerteren Veröffentlichungsansätzen. Problematisch wird es mit dem Thema Speichern-auf-lange-Zeit und Zugriffsgarantien. hochinteressant !
Im dritten Bereich geht es über Autoren, bei denen ein 'echter' Schreiber (weil Journalist und Schriftsteller), eine 'echte' Schriftstellerin, eine Ghostwriterin, eine Schulbuchautorin ihre Erfahrungen zusammenfassen. Hier sind vier komplett unterschiedliche Ansätze über Texte schreiben (ohne die Buchverlage sinnlos sind) angeboten.
Die Texte sind unterschiedlich einfach oder mühsam zu lesen, da jede/r Verfasser/in seinen/ihren persönlichen Stil hat.
Sehr gut hat mir das Interview mit Walter Famler gefallen der meint "was nicht auch physisch vorhanden ist, wird irgendwann gänzlich verschwunden sein"; und sich damit für das gedruckte Buch ausdrückt !?
Aufgefallen ist mir daß in mehreren Artikeln die Rede davon ist, daß Adjektive wenig zu nutzen oder zu streichen sind. Schade denn ich mag die gute Nutzung von passenden Eigenschaftswörtern.
Mir ist bei dem Buch aufgefallen, daß es meist ums Wort oder um Texte geht. Die Thematik von Bildern/Photos/Illustrationen oder gar Photobänden/Cartoons/Zeichnungen/Comics/Mangas wird nur gestreift. Eine im Buch interviewte Verlegerin gibt ihre Bücher ausschließlich als gedrucktes Buch heraus, da sie in Illustrationen investiert; ein bei der Buch-Präsentation anwesender Schriftsteller hat gar keine Bilder in seinem E-book (wie auch wenn es hier keinen gemeinsamen Codex gibt, wie aus einem Artikel der Print-Buch und e-book miteinander vergleicht zu lernen ist)
In Summe eine hochinteressante Sammlung verschiedener Texte zum Thema Buch-Verlag.
Bei den Biographien geht mir ein ca. Geburtsjahr der Beteiligten ab, denn ich hätte gerne gewußt ob die Verfasser und Herausgeber entweder der Generation 'Nachkriegszeit (Buch ist rar und wertvoll)', oder der Generation 'gesättigte Zeit aber noch kein Computer dafür ist Buchkauf etwas selbstverständliches geworden', oder der Generation 'mit Joy-Stick-aufgewachsen und weniger Buch lesen' angehören.
Witzigerweise wurde ich beim Lesen dieses Buches in der U-Bahn zum zweiten Mal seit ich diesen Blogg habe auf das Buch das ich gerade lese angesprochen (das erste war "Empty Minds - Texte von John Cage" gewesen)
herausgegeben von Alexandra Rotter, Alexander Groh und Daniel Resch
2017, Edition Grünanger Wien (Website ist in Konzeption)
113 Seiten + 5 Seiten Biografien
ISBN 978-3902678348
Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der 'Werkstätte Buchverlag 2013/14' unternehmen hier den Versuch über Verlagswesen (v.a. die Neugründung), über Buchmedien und auch etwas aus Autorensicht in kleinen feinen Artikeln zu formulieren und sich damit auseinanderzusetzten. Ein Graphiker hat den schmalen kleinen Band in klares Schwarz-Weiß ohne Schnörkel gesetzt.
Ausgangspunkt war daß alle Werkstatt-Teilnehmer wissen wollten wie man zu einem eigenen Verlag kommt. Vornweg - es geht nicht um Finanzierung, sondern um Begeisterung und wie bleibt man am Ball, hier am Umsatz. Eine Verlegerin wurde hier interviewt, ein Professor mit einigen gescheiterten Verlagsprojekten kommt zu Wort, ein Herausgeber einer Zeitschrift zeigt seine Liebe zu Texten und ist berührend in seinem Engagement um Veröffentlichung von Literatur, und der Leiter der Werkstatt der das Rüstzeug zur Verlagsgründung und etwas Nachdenken wie man wenigstens einige Fehler vermeiden kann weitergeben will, bringt mit pointierten Aussagen manche Probleme auf den Punkt.
Bei den Medien geht es auch um das e-book aber vor allem um die Veröffentlichung, Speicherung und zur Verfügungsstellung wissenschaftlicher Texte. Wer so wie ich von diesem Thema vorher keine Ahnung hatte liest mit steigender Faszination über eine Welt aus Pflichtveröffentlichungen, anerkannten Plattformen, teuren und preiswerteren Veröffentlichungsansätzen. Problematisch wird es mit dem Thema Speichern-auf-lange-Zeit und Zugriffsgarantien. hochinteressant !
Im dritten Bereich geht es über Autoren, bei denen ein 'echter' Schreiber (weil Journalist und Schriftsteller), eine 'echte' Schriftstellerin, eine Ghostwriterin, eine Schulbuchautorin ihre Erfahrungen zusammenfassen. Hier sind vier komplett unterschiedliche Ansätze über Texte schreiben (ohne die Buchverlage sinnlos sind) angeboten.
Die Texte sind unterschiedlich einfach oder mühsam zu lesen, da jede/r Verfasser/in seinen/ihren persönlichen Stil hat.
Sehr gut hat mir das Interview mit Walter Famler gefallen der meint "was nicht auch physisch vorhanden ist, wird irgendwann gänzlich verschwunden sein"; und sich damit für das gedruckte Buch ausdrückt !?
Aufgefallen ist mir daß in mehreren Artikeln die Rede davon ist, daß Adjektive wenig zu nutzen oder zu streichen sind. Schade denn ich mag die gute Nutzung von passenden Eigenschaftswörtern.
Mir ist bei dem Buch aufgefallen, daß es meist ums Wort oder um Texte geht. Die Thematik von Bildern/Photos/Illustrationen oder gar Photobänden/Cartoons/Zeichnungen/Comics/Mangas wird nur gestreift. Eine im Buch interviewte Verlegerin gibt ihre Bücher ausschließlich als gedrucktes Buch heraus, da sie in Illustrationen investiert; ein bei der Buch-Präsentation anwesender Schriftsteller hat gar keine Bilder in seinem E-book (wie auch wenn es hier keinen gemeinsamen Codex gibt, wie aus einem Artikel der Print-Buch und e-book miteinander vergleicht zu lernen ist)
In Summe eine hochinteressante Sammlung verschiedener Texte zum Thema Buch-Verlag.
Bei den Biographien geht mir ein ca. Geburtsjahr der Beteiligten ab, denn ich hätte gerne gewußt ob die Verfasser und Herausgeber entweder der Generation 'Nachkriegszeit (Buch ist rar und wertvoll)', oder der Generation 'gesättigte Zeit aber noch kein Computer dafür ist Buchkauf etwas selbstverständliches geworden', oder der Generation 'mit Joy-Stick-aufgewachsen und weniger Buch lesen' angehören.
Witzigerweise wurde ich beim Lesen dieses Buches in der U-Bahn zum zweiten Mal seit ich diesen Blogg habe auf das Buch das ich gerade lese angesprochen (das erste war "Empty Minds - Texte von John Cage" gewesen)
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Samstag, 27. Mai 2017
Jorge Bucay : "Komm, ich erzähl dir eine Geschichte"
Jorge Bucay :
"Komm, ich erzähl dir eine Geschichte"
original "Déjame que tu cuente ..."
1999, Editorial del Nuevo Extremo, Buenos Aires
Aus dem Spanischen von Stephanie von Harrach
2007, Fischer Taschenbuch Verlag
275 Seiten + 2 Seiten Inhaltsverzeichnis
ISBN 978-3-296-17092-0
Demian, ein junger Mann mit vielen Fragen, kommt nach Besuch bei einigen Therapeuten zu dem dicklichen Jorge, der ihm auf seine Fragen und Probleme im Alltag, mit Geschichten antwortet. Manche Geschichten sind zwei Seiten lang, manche auch länger - aber sie haben oft überraschendes Ende.
Die Geschichten sind aus vielen Kultur- und Religionskreisen der Welt - auch Saint-Exupery schaut ums Eck'. Oft ist ein weiser Mensch dabei, der Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt. Manche Geschichten bezaubern durch Humor, und erfreuen damit; andere bringen zu Nachdenken.
Die Kapitel über Lügen, sich-die-Welt-zurecht-biegen, Phantasiewelt-leben, Lügen-bringt-wem-was-? brachten mich zum Grübeln. Es geht um Liebe, Anerkennung, den Weg-finden, Erwartungen-zurückschrauben etc ...
Ich habe dieses Buch vornehmlich vor dem Einschlafen gelesen, da mir die freundliche Gelassenheit gut getan hat. Manchmal schien es so, als sei so etwas wie Liebe zu spüren.
In Summe für mich ein wunderbares Buch. Diese Freude wünsche ich auch anderen Leserinnen und Lesern.
Jorge Bucay wurde am 30. Oktober 1949 in Buenos Aires, Argentinien, geboren. Sein familiärer Background ist kulturell gemischt, da er aus einer Familie mit arabisch-jüdischen Wurzeln stammt und in einem überwiegend christlichen Viertel von Buenos Aires aufwuchs. Er studierte Medizin und Psychoanalyse und ist heute einer der einflussreichsten Gestalttherapeuten des Landes.
"Komm, ich erzähl dir eine Geschichte"
original "Déjame que tu cuente ..."
1999, Editorial del Nuevo Extremo, Buenos Aires
Aus dem Spanischen von Stephanie von Harrach
2007, Fischer Taschenbuch Verlag
275 Seiten + 2 Seiten Inhaltsverzeichnis
ISBN 978-3-296-17092-0
Demian, ein junger Mann mit vielen Fragen, kommt nach Besuch bei einigen Therapeuten zu dem dicklichen Jorge, der ihm auf seine Fragen und Probleme im Alltag, mit Geschichten antwortet. Manche Geschichten sind zwei Seiten lang, manche auch länger - aber sie haben oft überraschendes Ende.
Die Geschichten sind aus vielen Kultur- und Religionskreisen der Welt - auch Saint-Exupery schaut ums Eck'. Oft ist ein weiser Mensch dabei, der Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt. Manche Geschichten bezaubern durch Humor, und erfreuen damit; andere bringen zu Nachdenken.
Die Kapitel über Lügen, sich-die-Welt-zurecht-biegen, Phantasiewelt-leben, Lügen-bringt-wem-was-? brachten mich zum Grübeln. Es geht um Liebe, Anerkennung, den Weg-finden, Erwartungen-zurückschrauben etc ...
Ich habe dieses Buch vornehmlich vor dem Einschlafen gelesen, da mir die freundliche Gelassenheit gut getan hat. Manchmal schien es so, als sei so etwas wie Liebe zu spüren.
In Summe für mich ein wunderbares Buch. Diese Freude wünsche ich auch anderen Leserinnen und Lesern.
Jorge Bucay wurde am 30. Oktober 1949 in Buenos Aires, Argentinien, geboren. Sein familiärer Background ist kulturell gemischt, da er aus einer Familie mit arabisch-jüdischen Wurzeln stammt und in einem überwiegend christlichen Viertel von Buenos Aires aufwuchs. Er studierte Medizin und Psychoanalyse und ist heute einer der einflussreichsten Gestalttherapeuten des Landes.
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Montag, 22. Mai 2017
Beate Maxian : "Der Tote vom Zentralfriedhof"
Beate Maxian :
"Der Tote vom Zentralfriedhof" - Die Sarah Pauli Reihe Band 4
2014, Goldmann / Random House
401 Seiten
ISBN 978-3-442-48069-2
Eine Fremdenführerin erscheint nicht zum Termin mit Sarah Pauli. Ein Sarg wurde entführt. Ein bekannter Restaurantbesitzer wird verdächtigt und Sarah Pauli ist wieder mitten in einer Mordgeschichte. Diesmal führt sie diese zu einem ehemaligen General mit besten Beziehungen, während sich ein bezahlter Bösewicht mit bösen Ohmen herumschlagen muß. Am Schluß wird die Fremdenführerin gerade noch rechtzeitig gefunden und Bösewichte und Hintergrundmenschen um Immobilien, Familienhaß und Vermögen werden entlarvt.
An Esoterik wird diesmal das Thema der gar nicht einfachen 'Magischen Quadrate' seit Leonardo da Vinci und seine astrologischen Bedeutungen und Verwendungen in der Architektur bis heute erläutert. Für Wien-Interessierte wird diesmal viel über das Schloß Neugebäude und ein wenig über den Zentralfriedhof erzählt.
Diesmal hat mich die Liebesgeschichte von Sarah Pauli und ihrem David eher genervt; die Szenen mit der eingesperrten Fremdenführerin gingen mir mehr unter die Haut.
Die Menschen wie der Restaurantbesitzer, der General und der rumänische Söldner waren interessant geschildert. Die Orte und Wege in Wien sind gut verfolgbar.
Der Krimi ist gut und rasch lesbar und spannend geschrieben. Viel Spaß beim Lesen !
Beate Maxian wurde am 22. August 1967 in München geboren. Seit 1995 lebt sie in Vöcklabruck (Oberösterreich). Sie ist Journalistin (ORF) und Moderatorin. 2005 erschien ihr erster Kriminalroman "Tote Lächeln", 2011 wurde der erste Band mit Sarah Pauli veröffentlich "Tödliches Rendezvous".
"Der Tote vom Zentralfriedhof" - Die Sarah Pauli Reihe Band 4
2014, Goldmann / Random House
401 Seiten
ISBN 978-3-442-48069-2
Eine Fremdenführerin erscheint nicht zum Termin mit Sarah Pauli. Ein Sarg wurde entführt. Ein bekannter Restaurantbesitzer wird verdächtigt und Sarah Pauli ist wieder mitten in einer Mordgeschichte. Diesmal führt sie diese zu einem ehemaligen General mit besten Beziehungen, während sich ein bezahlter Bösewicht mit bösen Ohmen herumschlagen muß. Am Schluß wird die Fremdenführerin gerade noch rechtzeitig gefunden und Bösewichte und Hintergrundmenschen um Immobilien, Familienhaß und Vermögen werden entlarvt.
An Esoterik wird diesmal das Thema der gar nicht einfachen 'Magischen Quadrate' seit Leonardo da Vinci und seine astrologischen Bedeutungen und Verwendungen in der Architektur bis heute erläutert. Für Wien-Interessierte wird diesmal viel über das Schloß Neugebäude und ein wenig über den Zentralfriedhof erzählt.
Diesmal hat mich die Liebesgeschichte von Sarah Pauli und ihrem David eher genervt; die Szenen mit der eingesperrten Fremdenführerin gingen mir mehr unter die Haut.
Die Menschen wie der Restaurantbesitzer, der General und der rumänische Söldner waren interessant geschildert. Die Orte und Wege in Wien sind gut verfolgbar.
Der Krimi ist gut und rasch lesbar und spannend geschrieben. Viel Spaß beim Lesen !
Beate Maxian wurde am 22. August 1967 in München geboren. Seit 1995 lebt sie in Vöcklabruck (Oberösterreich). Sie ist Journalistin (ORF) und Moderatorin. 2005 erschien ihr erster Kriminalroman "Tote Lächeln", 2011 wurde der erste Band mit Sarah Pauli veröffentlich "Tödliches Rendezvous".
Montag, 15. Mai 2017
Frank Tallis : "Vienna Blood"
Frank Tallis :
"Vienna Blood" - Volume two of the Liebermann Papers
2007, Arrow Books, U.K.
474 Seiten + 2 Seiten Acknowledgment and Sources
ISBN 978-0-099-47132-5
Auf deutsch ist der Kriminalroman unter dem Titel "Wiener Blut" erschienen. Der Titel bezieht sich auf einen Absatz in dem der Walzer dieses Namens gespielt wird.
Psychiater Max(imilian) Liebermann und sein guter Freund Inspektor Oskar Rheinhardt sind wieder auf der Suche nach einem Mörder. Die Lieblingsschlange des Kaisers in Schönbrunn wurde zerschnitten, drei Huren und ihre Puffmutter in einem Bordell bestialisch ermordet, ein dunkelhäutiger Diener erdolcht - Die Wien geht die Angst um. Zuerst wird ein Schlächter verdächtigt, aber die damals noch neue Technik einer Blutuntersuchung beweist, daß nur jede Menge Tierblut an seinen Kleidern ist. Eine Aufführung der "Die Zauberflöte" in der Staatsoper wird zum Schlüssel um endlich der Lösung nach zu kommen. Liebermann und Rheinhardt, die beide gebildete Mittelschicht mit verschiedenen Religionen darstellen, beginnen sich mit Kreisen zu beschäftigen die Ausländer, Zureisende, Andersfärbige, Andersreligiöse und Freimaurer zutiefst hassen. In einer Bibliothek kommt es zum Showdown mit Fechtszene.
Die Kriminalgeschichte ist großzügig geschrieben, in der Menschen, ihren Beweggründen und Bewegungen Raum gegeben wird, ohne zu kitschig zu werden.
"Vienna Blood" - Volume two of the Liebermann Papers
2007, Arrow Books, U.K.
474 Seiten + 2 Seiten Acknowledgment and Sources
ISBN 978-0-099-47132-5
Auf deutsch ist der Kriminalroman unter dem Titel "Wiener Blut" erschienen. Der Titel bezieht sich auf einen Absatz in dem der Walzer dieses Namens gespielt wird.
Psychiater Max(imilian) Liebermann und sein guter Freund Inspektor Oskar Rheinhardt sind wieder auf der Suche nach einem Mörder. Die Lieblingsschlange des Kaisers in Schönbrunn wurde zerschnitten, drei Huren und ihre Puffmutter in einem Bordell bestialisch ermordet, ein dunkelhäutiger Diener erdolcht - Die Wien geht die Angst um. Zuerst wird ein Schlächter verdächtigt, aber die damals noch neue Technik einer Blutuntersuchung beweist, daß nur jede Menge Tierblut an seinen Kleidern ist. Eine Aufführung der "Die Zauberflöte" in der Staatsoper wird zum Schlüssel um endlich der Lösung nach zu kommen. Liebermann und Rheinhardt, die beide gebildete Mittelschicht mit verschiedenen Religionen darstellen, beginnen sich mit Kreisen zu beschäftigen die Ausländer, Zureisende, Andersfärbige, Andersreligiöse und Freimaurer zutiefst hassen. In einer Bibliothek kommt es zum Showdown mit Fechtszene.
Die Kriminalgeschichte ist großzügig geschrieben, in der Menschen, ihren Beweggründen und Bewegungen Raum gegeben wird, ohne zu kitschig zu werden.
Die Menschen sind unterschiedlichst.
Dem Titelgebenden Max Liebermann wird der meiste Platz eingeräumt: er ist verlobt und nicht wirklich glücklich. Fein wird beschrieben wie er damit umgeht, und wie die Gesellschaft mit seiner Entscheidung umgeht. Mir als Musikfan haben die Stellen in denen er Musik genießt bzw, mit dem Inspektor gemeinsam musiziert sehr gut gefallen. Als Psychiater sucht er auch den großen Freud auf. Neue Ideen werden entwickelt. Die Kapitel in denen er einen Patienten der in Liebe zu einer unerreichbaren Erzherzogin entbrannt ist schildert sind faszinierend; erschreckend eine altmodische Methode psychisch kranke Menschen durch Drehungen sogenannt zu kurieren.
Der Inspektor hat einen freundlichen Untergebenen, und einen mieselsüchtigen Vorgesetzten. Er selbst geht seinen Weg und versucht den Mord zu klären. Er ist ein wirklich guter Freund Liebermanns, der ihm als Mensch und Polizist zur Seite steht und seine Denkansätze zu schätzen weiß.
Die Künstler und Literaten aus dem deutsch-tümelden Bereich sind gut vorstellbar, auch wenn es fasziniert daß Menschen mit Hunde- oder Rattengesicht beschrieben werden. Künstler zerbrechen an ihrem Anspruch genial zu sein, aber zu bemerken, daß sie mittelmäßig sind.
Die stolzen Uhlanen sind in dem Buch die Soldaten deren Benehmen mit Arroganz, Selbstgefälligkeit, und eigenartigen Werten mit Duellen und Ehrenmorden auffallen.
Es wird viel aus Wien beschrieben wie das Burgtheater, das Rathaus, die schwebende Straßenbahn, etc. Stimmungsmäßig ist festgehalten, daß die Freimaurer auch politisch bedroht sind, und sehr versteckt ihren Werten und Ritualen nachgehen müssen. Wien ist geographisch gut geschildert und als Wienerin sind die Wege und Strecken gut nachvollziehbar.
Die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten werden beschrieben. Max Liebermann lebt als gebildeter Mensch in seiner Schichte aber lernt viel aus anderen Leben durch seine Arbeit . Er erlebt auch die Oper in der Loge und genießt Gustav Mahler als Dirigent. Das Elend der Prostituierten, die verrauchten billigen Lokale sowie das Vegetieren der ganz Armen in den Kanälen unterhalb der Stadt wird bildhaft eingefangen.
Die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten werden beschrieben. Max Liebermann lebt als gebildeter Mensch in seiner Schichte aber lernt viel aus anderen Leben durch seine Arbeit . Er erlebt auch die Oper in der Loge und genießt Gustav Mahler als Dirigent. Das Elend der Prostituierten, die verrauchten billigen Lokale sowie das Vegetieren der ganz Armen in den Kanälen unterhalb der Stadt wird bildhaft eingefangen.
Das Buch ist schönem reichen vielfältigen Englisch geschrieben. Ich habe jede Menge neuer schöner Adjektive und Redewendungen kennen gelernt (darunter einige Vokabel für 'durchsichtig').
Ich habe zwar länger an dem Buch gelesen, es aber sehr genossen. Viel Freude auch anderen Leserinnen und Lesern !
Frank Tallis, wurde am 1 September 1958in London geboren. Er ist klinischer Psychologe mit Spezialisierung auf Zwangsstörungen. Er schreibt sowohl Fachliteratur, als auch Kriminalgeschichten und Fantasyromane (diese allerdings unter dem Autorennamen 'F. R. Tallis')
Ich habe zwar länger an dem Buch gelesen, es aber sehr genossen. Viel Freude auch anderen Leserinnen und Lesern !
Sonntag, 7. Mai 2017
Christiane Franke, Cornelia Kuhnert : "Mörderjagd mit Inselblick"
Christiane Franke, Cornelia Kuhnert :
"Mörderjagd mit Inselblick" - Ein Ostfriesenkrimi
2017, Rowohlt Taschenbuchverlag
265 Seiten + 10 Seiten Rezepte + 1 Seite Danksagung + 3 Seiten Stammpersonal
ISBN: 978-3-499-29061-9
In dem mittlerweile vierten Band findet die Mörderjagd von Rosa, Rudi und Henner bei einem Krimi-autoren-Festival auf diversen Inseln statt. Henner ist auf Kur und versucht allen Verkupplungsversuchen der Familie auszuweichen. Rudi hat Probleme weil sein direkter Vorgesetzter krank ist, und der Ersatz sich zu profilieren versucht. Bleibt Rosa in deren Gegenwart drei Autoren versterben, und die alles versucht hier den Mörder und seine Methode(n) zu entlarven. Ihre Gespräche mit den Autoren, und Kritikern sind amüsant zu lesen, bis am Schluß der Mörder entlarvt wird.
Der Krimi ist gemütlich und rasch zu lesen. Die Personen - bekannte und neue - sind markant und freundlich geschildert, selbst wenn es Ekelpakete sind. Das Essen bei Henners Mutter im Rahmen der Familie ist mit üppigem Essen und Intrigen sehr unterhaltsam beschrieben.
Im Hintergrund wird die Wichtigkeit von Kritikern, Lesungen der Romane beschrieben, aber auch was das unüberlegte Geschreibe in einer Internetzeitung ausmachen kann. Das Hickhack zwischen begabten und leider weniger begabten Autoren ist heftig und löst Negatives aus.
Mord mittels Grünkohlpraline stelle ich mir aber eher nicht g'schmackig vor.
Leider kenne ich mich in Ostfriesland nicht aus, aber die Beschreibungen von Ebbe und Flut, dem Glitzern des Meeres sind spannend. Bei den Namen der Inseln bin ich leider ausgestiegen.
Ich hätte mir auch durchaus ein Glossar auf den letzten Seiten mit ostfriesisch - Schriftdeutsch gewünscht. (z.B. daß Jever eine Biermarke ist weiß leider nicht jeder).
In Summe ist es ein sehr unterhaltsamer Roman der genau das richtige für ein verregnetes Wochenende oder nach einem anstrengenden Tag ist. Viel Spaß beim Lesen !
Christine Franke wurde 1963 an der Nordseeküste geboren und lebt auch jetzt noch dort. Zuerst arbeitete sie als Bankkauffrau, bis 2000 ihr Erstling erschien. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin und Herausgeberin arbeitet sie als Dozentin für kreatives Schreiben.
Cornelia Kuhnert wurde 1956 Hannover geboren, lebt auch jetzt noch dort. Sie studierte Germanistik und Geschichte. und arbeitete dann als Lehrerin und im Stadtrat. Sie hat bereits einige Kriminalromane veröffentlicht.
Gemeinsam erschienen : Band 1 "Krabbenbrot und Seemannstod" erschien 2014, "Der letzte Heuler"(2015) und "Miss Wattenmeer singt nicht mehr" (2016).
"Mörderjagd mit Inselblick" - Ein Ostfriesenkrimi
2017, Rowohlt Taschenbuchverlag
265 Seiten + 10 Seiten Rezepte + 1 Seite Danksagung + 3 Seiten Stammpersonal
ISBN: 978-3-499-29061-9
In dem mittlerweile vierten Band findet die Mörderjagd von Rosa, Rudi und Henner bei einem Krimi-autoren-Festival auf diversen Inseln statt. Henner ist auf Kur und versucht allen Verkupplungsversuchen der Familie auszuweichen. Rudi hat Probleme weil sein direkter Vorgesetzter krank ist, und der Ersatz sich zu profilieren versucht. Bleibt Rosa in deren Gegenwart drei Autoren versterben, und die alles versucht hier den Mörder und seine Methode(n) zu entlarven. Ihre Gespräche mit den Autoren, und Kritikern sind amüsant zu lesen, bis am Schluß der Mörder entlarvt wird.
Der Krimi ist gemütlich und rasch zu lesen. Die Personen - bekannte und neue - sind markant und freundlich geschildert, selbst wenn es Ekelpakete sind. Das Essen bei Henners Mutter im Rahmen der Familie ist mit üppigem Essen und Intrigen sehr unterhaltsam beschrieben.
Im Hintergrund wird die Wichtigkeit von Kritikern, Lesungen der Romane beschrieben, aber auch was das unüberlegte Geschreibe in einer Internetzeitung ausmachen kann. Das Hickhack zwischen begabten und leider weniger begabten Autoren ist heftig und löst Negatives aus.
Mord mittels Grünkohlpraline stelle ich mir aber eher nicht g'schmackig vor.
Leider kenne ich mich in Ostfriesland nicht aus, aber die Beschreibungen von Ebbe und Flut, dem Glitzern des Meeres sind spannend. Bei den Namen der Inseln bin ich leider ausgestiegen.
Ich hätte mir auch durchaus ein Glossar auf den letzten Seiten mit ostfriesisch - Schriftdeutsch gewünscht. (z.B. daß Jever eine Biermarke ist weiß leider nicht jeder).
In Summe ist es ein sehr unterhaltsamer Roman der genau das richtige für ein verregnetes Wochenende oder nach einem anstrengenden Tag ist. Viel Spaß beim Lesen !
Christine Franke wurde 1963 an der Nordseeküste geboren und lebt auch jetzt noch dort. Zuerst arbeitete sie als Bankkauffrau, bis 2000 ihr Erstling erschien. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin und Herausgeberin arbeitet sie als Dozentin für kreatives Schreiben.
Cornelia Kuhnert wurde 1956 Hannover geboren, lebt auch jetzt noch dort. Sie studierte Germanistik und Geschichte. und arbeitete dann als Lehrerin und im Stadtrat. Sie hat bereits einige Kriminalromane veröffentlicht.
Gemeinsam erschienen : Band 1 "Krabbenbrot und Seemannstod" erschien 2014, "Der letzte Heuler"(2015) und "Miss Wattenmeer singt nicht mehr" (2016).
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