Georgette Heyer :
"Liebe unverzollt"
original "The Toll-Gate"
1954, William Heinemann London
berechtigte Übertragung aus dem Englischen von Emi Ehm
1965 / Auflage 1980, Rowohlt Taschenbuch Verlag
272 Seiten
ISBN 3-499-1201-0
Captain Jack Staple büxt nach einer Familienfeier aus. Er landet durch den Regen in einer Zoll-Station, in der ein Bub Hilfe braucht. Ab hier entspinnt sich die Geschichte zwischen Jack und Nell Stornaway, den Bösewichtern Henry Stornaway und seinem Freund Coate, dem ältere Squire des Schlosses, dem Straßenräuber Jerry und einem Polizisten auf Schatzsuche. Ergänzend bevölkern eine Kinderfrau, ein treuer Knecht, ein guter geschniegelter Freund, etc. die Szenerie. Im Gegensatz zu vielen anderen Roman der Autorin findet hier aber auch Mord und Gewalt inkl. ziemlicher Rauferei statt.
Die Liebesgeschichte zwischen den beiden eigenwilligen Menschen Jack und Nell ist mit viel Humor aber auch zartem Gefühl beschrieben. Auch die zweite Liebesgeschichte zwischen einer konservativen Kinderfrau und einem Straßenräuber ist wegen der unterschiedlichen Personenführung sehr witzig und unterhaltend.
Zeit der Handlung ist geschätzt 1817.
Ich schätze die feinen Liebesromane von dieser Autorin, weil sie die englische Gesellschaft fein mit ihren Doppelbödigkeiten, gesellschaftlichen Usancen und Schwierigkeiten beschreibt und mit Humor die Gecken mit ihren Kleidungsunsinn dem Schmunzeln preisgibt; und habe nach langen Jahren es sehr genossen diesen wieder einmal zu lesen. Viel Freude auch anderen !
Georgette Heyer wurde am 16. August 1092 in Wimbledon geboren. Sie begann früh Romane zu schreiben, da sie zuerst ihre Geschwister, dann ihre Familie ernährte/ernähren mußte. Ihren Mädchennahmen behielt sie als Autorenpseudonym. Bekannt ist sie für ihre Liebensromane die zwischen 1752 und 1825 spielen, sie schrieb auch Thriller. Ihr wirkliches Interesse galt allerdings dem Mittelalter. Sie starb am 5 Juli 1974 in London.
Samstag, 21. Januar 2017
Georgette Heyer : "Liebe unverzollt"
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Mittwoch, 18. Januar 2017
Max Oban : "Tod in Salzburg"
Max Oban :
"Tod in Salzburg"
Kriminalroman
2014, Verlag Federfrei, Marchtrenk (Oberösterreich)
234 Seiten + 2 Seiten gezeichneter Salzburg Plan "wie Paul Peck ihn fühlt" + 1 Seite Glossar Österreichisch-Deutsch
ISBN 978-3-902784-16-2
Der bücherlesende, sinnenfreudige Ex-Manager Paul Peck ist seit einem Jahr Detektiv in Salzburg. Als die Tochter und Geschäftsführerin verschwindet wird er vom Vater beauftragt sie zu finden. Er stochert in der Firma, in der Ehe, der Familie und im Liebesleben nach und befördert einiges an Ungereimtheiten zu Tage. Es gibt weitere Leichen und wüste Schlägereien bis er der richtigen Fährte eines ungeklärten Mordes auf die Spur kommt.
Die Personen sind gut und detailreich geschildert. Paul Peck selber als ex-Manager, der nicht mehr in Zeiten mit Orientierung nach Umsatzzahlen paßt, und in der Einfachheit halber immer schwarz gekleidet, aber mit roten Socken unterwegs ist. Als Entspannung kauft und liest er Bücher (Literatur) und hört klassische Musik. Er ist geschieden und hat ein Kind in der Steiermark.
Seit 15 Jahre ist die Buchhändlerin Sophia seine Freundin. Sie schaut auf Ernährung und hat ebenfalls aus einer älteren Beziehung ein Kind.
Von Seiten der Polizei gibt es einen zuerst vorsichtigen, dann eher zusammenarbeitenden Polizisten namens Funke.
Die Beteiligten der Firma sind unterschiedlich : der charismatische Seniorchef, seine energische Tochter mit Grundwerten die sie das Leben kosten, der gescheite, aber schlüpfrige Schwiegersohn, der erpressbare technische Leiter, die eisige-verblühte Assistentin des Schwiegersohns, die warmherzige Assistentin der Tochter, sind als Menschen gut vorstellbar.
Ort der Handlung ist Salzburg und der Raum um Salzburg. Die Spaziergänge von Paul Peck und die Busfahrten in der Stadt sind nachvollziehbar. Ein Ausflug nach Freilassing und einer nach Wien sind ebenfalls beschrieben - mit richtiger Geographie.
Die Geschichte ist gut lesbar und schön erzählt (bis auf die letzte Rauferei die mir zu detailreich war). Überlegungen, wer der oder die Täter waren, ist möglich.
Max Oban wurde 1947 in Oberösterreich geboren, arbeitete nach seinem Studium in Wien und Karlsruhe im Management eines internationalen Konzerns mit Sitz in Deutschland. Max Oban arbeitet heute als Dozent in Salzburg und Rosenheim, wo er Internationales Management und Marketing lehrt. Er lebt seit zwanzig Jahren in Salzburg.
"Tod in Salzburg"
Kriminalroman
2014, Verlag Federfrei, Marchtrenk (Oberösterreich)
234 Seiten + 2 Seiten gezeichneter Salzburg Plan "wie Paul Peck ihn fühlt" + 1 Seite Glossar Österreichisch-Deutsch
ISBN 978-3-902784-16-2
Der bücherlesende, sinnenfreudige Ex-Manager Paul Peck ist seit einem Jahr Detektiv in Salzburg. Als die Tochter und Geschäftsführerin verschwindet wird er vom Vater beauftragt sie zu finden. Er stochert in der Firma, in der Ehe, der Familie und im Liebesleben nach und befördert einiges an Ungereimtheiten zu Tage. Es gibt weitere Leichen und wüste Schlägereien bis er der richtigen Fährte eines ungeklärten Mordes auf die Spur kommt.
Die Personen sind gut und detailreich geschildert. Paul Peck selber als ex-Manager, der nicht mehr in Zeiten mit Orientierung nach Umsatzzahlen paßt, und in der Einfachheit halber immer schwarz gekleidet, aber mit roten Socken unterwegs ist. Als Entspannung kauft und liest er Bücher (Literatur) und hört klassische Musik. Er ist geschieden und hat ein Kind in der Steiermark.
Seit 15 Jahre ist die Buchhändlerin Sophia seine Freundin. Sie schaut auf Ernährung und hat ebenfalls aus einer älteren Beziehung ein Kind.
Von Seiten der Polizei gibt es einen zuerst vorsichtigen, dann eher zusammenarbeitenden Polizisten namens Funke.
Die Beteiligten der Firma sind unterschiedlich : der charismatische Seniorchef, seine energische Tochter mit Grundwerten die sie das Leben kosten, der gescheite, aber schlüpfrige Schwiegersohn, der erpressbare technische Leiter, die eisige-verblühte Assistentin des Schwiegersohns, die warmherzige Assistentin der Tochter, sind als Menschen gut vorstellbar.
Ort der Handlung ist Salzburg und der Raum um Salzburg. Die Spaziergänge von Paul Peck und die Busfahrten in der Stadt sind nachvollziehbar. Ein Ausflug nach Freilassing und einer nach Wien sind ebenfalls beschrieben - mit richtiger Geographie.
Die Geschichte ist gut lesbar und schön erzählt (bis auf die letzte Rauferei die mir zu detailreich war). Überlegungen, wer der oder die Täter waren, ist möglich.
Max Oban wurde 1947 in Oberösterreich geboren, arbeitete nach seinem Studium in Wien und Karlsruhe im Management eines internationalen Konzerns mit Sitz in Deutschland. Max Oban arbeitet heute als Dozent in Salzburg und Rosenheim, wo er Internationales Management und Marketing lehrt. Er lebt seit zwanzig Jahren in Salzburg.
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Dienstag, 10. Januar 2017
Mieze Medusa : "Mia Messer"
Mieze Medusa :
"Mia Messer"
Roman
2012, Milena Verlag
210 Seiten + 1 Seite Stammbaum Baruzzi
ISBN 978-3-85286-218-7
(Maria) Mia Messer ist eine junge unauffällige Frau. Sie ist das Ergebnis einer schönen Zeit ihrer naiven Mutter mit einem charismatischen, verheirateten Mann, der noch dazu im Gefängnis sitzt und nichts von seiner unehelichen Tochter weiß. Mutter Johanna Bauernfeind hilft in der Bäckerei ihres Vaters im Niederösterreichischen aus, und verschafft ihrer Tochter den Zugang zur Klosterschule und dem Chor. Als ihre Teilnahme am Chor wegen Intrigen scheitert, büxt sie nach Wien aus - und landet zufällig genau in der Ganovenfamilie ihres unbekannten Vaters. Die Baruzzis nehmen das Mädchen unter ihre Fittiche und lehren ihr 'ihr' Handwerk, bis sie entdecken, daß die junge Frau beim Singen Wirkung auf Menschen hat. Mia's Unauffälligkeit gemeinsam mit technischer Unterstützung gibt ihr die Chance Bilderdiebstähle zu begehen, und sie spezialisiert sich auf Werke von Frauen. Fabio, einer aus der Clique, hilft ihr und auch Sophie, die Tochter des Hauses. Später kommt Ion dazu, der mit aus einer rumänischen Ganovenfamilie kommt und Sophie heiraten wird.
Diese Geschichte wird in Beobachtung von Mia, wie sie leise Lieder singt, erzählt und springt immer wieder im jetzt (im Museum ein Bild aus dem Rahmen schneiden, oder auf der Toilette versteckt warten, oder sich im Zimmer mit Verwandten verstecken) und im früher, wenn sie von der Schule in NÖ oder den Briefen der Mutter ins Gefängnis erzählt.
Mia bleibt durchsichtig, obwohl sie sich frei singen kann, laufen geht und erotisch unterwegs ist. Gegen Ende des Buches sagen ihr ihre Großmutter und Ion, daß sie so gewohnt ist nicht da zu sein, daß sie gar nicht auf de Ausdruck ihres Gesichtes acht gibt und darin dann gelesen werden kann. Ihr Vater ist ein weicher Charakter, seine Frau streng, eine Tante wird nur als "Strichmundfrau" beschrieben, die nur etwas ältere Sophie ist ein bunter Vogel die es in Partydrogen verschlägt aber unverläßlich ist, dafür sind Fabio und später Ion sind verläßlichen Elemente.
Einige strippende Frauen werden beschrieben, deren Bewegungen aber auch wie unterschiedlich sie sind.
Faszinierend finde ich den Strang mit dem Singen. Mia hat innere Lieder mit denen sie sich quasi unsichtbar schalten kann. Im Strip-lokal singt es sie automatisch ohne nachzudenken welches Lied passen kann, und macht damit Stimmung.
Ort der Handlung sind Wien, irgendwo in Niederösterreich, im Zug, in Basel und noch ein Museum. Die Örtlichkeiten sind gut vorstellbar, wenn auch alle etwas grau und nicht farbig.
Bilder folgender Künstlerinnen werden bewegt : Amy Antin, Maria Lassnig, Macheiner, Oswald, Niki de St. Phale.
Die Sprache ist gut verständlich, ab und zu etwas salopp. Witzig fand ich das Vokabel 'hibbelig'.
Der Roman ist gut geschrieben. Es zog mich in die Geschichte hinein, weil ich wissen wollte ob Mia es sich beweisen kann und die richtige Hilfe findet. Happy end im Jane Austen Sinne gibt es nicht.
Viel Freude beim Lesen !
Mieze Medusa (eigentlich Doris Mitterbacher) wird 1975 in Schwetzingen (Deutschland) geboren. Sie zählt zu den fixen Größen in der österreichischen Hip-Hop- und Poetry-Slam-Szene, organisiert und moderiert seit 2004 verschiedene Poetry Slam Formate.
2008 erschien ihr erster Roman "Freischnorcheln" im Milena Verlag.
"Mia Messer"
Roman
2012, Milena Verlag
210 Seiten + 1 Seite Stammbaum Baruzzi
ISBN 978-3-85286-218-7
(Maria) Mia Messer ist eine junge unauffällige Frau. Sie ist das Ergebnis einer schönen Zeit ihrer naiven Mutter mit einem charismatischen, verheirateten Mann, der noch dazu im Gefängnis sitzt und nichts von seiner unehelichen Tochter weiß. Mutter Johanna Bauernfeind hilft in der Bäckerei ihres Vaters im Niederösterreichischen aus, und verschafft ihrer Tochter den Zugang zur Klosterschule und dem Chor. Als ihre Teilnahme am Chor wegen Intrigen scheitert, büxt sie nach Wien aus - und landet zufällig genau in der Ganovenfamilie ihres unbekannten Vaters. Die Baruzzis nehmen das Mädchen unter ihre Fittiche und lehren ihr 'ihr' Handwerk, bis sie entdecken, daß die junge Frau beim Singen Wirkung auf Menschen hat. Mia's Unauffälligkeit gemeinsam mit technischer Unterstützung gibt ihr die Chance Bilderdiebstähle zu begehen, und sie spezialisiert sich auf Werke von Frauen. Fabio, einer aus der Clique, hilft ihr und auch Sophie, die Tochter des Hauses. Später kommt Ion dazu, der mit aus einer rumänischen Ganovenfamilie kommt und Sophie heiraten wird.
Diese Geschichte wird in Beobachtung von Mia, wie sie leise Lieder singt, erzählt und springt immer wieder im jetzt (im Museum ein Bild aus dem Rahmen schneiden, oder auf der Toilette versteckt warten, oder sich im Zimmer mit Verwandten verstecken) und im früher, wenn sie von der Schule in NÖ oder den Briefen der Mutter ins Gefängnis erzählt.
Mia bleibt durchsichtig, obwohl sie sich frei singen kann, laufen geht und erotisch unterwegs ist. Gegen Ende des Buches sagen ihr ihre Großmutter und Ion, daß sie so gewohnt ist nicht da zu sein, daß sie gar nicht auf de Ausdruck ihres Gesichtes acht gibt und darin dann gelesen werden kann. Ihr Vater ist ein weicher Charakter, seine Frau streng, eine Tante wird nur als "Strichmundfrau" beschrieben, die nur etwas ältere Sophie ist ein bunter Vogel die es in Partydrogen verschlägt aber unverläßlich ist, dafür sind Fabio und später Ion sind verläßlichen Elemente.
Einige strippende Frauen werden beschrieben, deren Bewegungen aber auch wie unterschiedlich sie sind.
Faszinierend finde ich den Strang mit dem Singen. Mia hat innere Lieder mit denen sie sich quasi unsichtbar schalten kann. Im Strip-lokal singt es sie automatisch ohne nachzudenken welches Lied passen kann, und macht damit Stimmung.
Ort der Handlung sind Wien, irgendwo in Niederösterreich, im Zug, in Basel und noch ein Museum. Die Örtlichkeiten sind gut vorstellbar, wenn auch alle etwas grau und nicht farbig.
Bilder folgender Künstlerinnen werden bewegt : Amy Antin, Maria Lassnig, Macheiner, Oswald, Niki de St. Phale.
Die Sprache ist gut verständlich, ab und zu etwas salopp. Witzig fand ich das Vokabel 'hibbelig'.
Der Roman ist gut geschrieben. Es zog mich in die Geschichte hinein, weil ich wissen wollte ob Mia es sich beweisen kann und die richtige Hilfe findet. Happy end im Jane Austen Sinne gibt es nicht.
Viel Freude beim Lesen !
Mieze Medusa (eigentlich Doris Mitterbacher) wird 1975 in Schwetzingen (Deutschland) geboren. Sie zählt zu den fixen Größen in der österreichischen Hip-Hop- und Poetry-Slam-Szene, organisiert und moderiert seit 2004 verschiedene Poetry Slam Formate.
2008 erschien ihr erster Roman "Freischnorcheln" im Milena Verlag.
Donnerstag, 5. Januar 2017
Esmahan Aykol : "Bakschisch"
Esmahan Aykol :
"Bakschisch"
Roman
original "Kelepir Ev"
2003, Everest Yayinlari, Istanbul
Aus dem Türkischen von Antje Bauer
2004, Diogenes Verlag, Zürich
329 Seiten
ISBN 3-257-06443-8
Kati Hirschel, Buchhändlerin im Kuledibi (einem Stadtteil Istanbuls), ist im zweiten Band auf Mördersuche. Ein Mann dem sie einen Aschenbecher wegen einer Wohnung an den Kopf geworfen hatte, ist ermordet worden und sie war die erste Verdächtige. Quelle und Unterstützung ist ein ehemaliger Freund, der Polizist Batuhan. Gespräche mit Verwandten des ermordeten Osman wie ein Bruder, eine Ex-Freundin und die jetzige schwangere Freundin sind wiederholte Gesprächspartner, bis sie auf die Ursache des Sterbens an einer an sich harmlosen Schutzverletzung.
Parallel wird geschildert wie Wohnungen deren Eigentümer nicht mehr ermittelbar sind, unter der Hand neue Eigentümer finden und wie Bakschisch zu verteilen ist.
Witzig und humorvoll sind die Gespräche mit dem Polizisten beschrieben, die zwischen Informationsweitergabe, flirten, Machismo, deutschem Temperament wechseln. Die Frauen vor Ort sind sinnlich und auch fröhlich beschrieben, auch wenn die Ex-Freundin Habibe nicht mehr so munter ist, dafür aber die schwangere Inci umso mehr ihre heimlichen Liebhaber lebt. Eindrücklich sind der Besuch bei einem übergewichtigen Beamten der klar den Weg des Geldes sieht, sowie einem wirklich hohen Politiker dem sein Temperament dazwischen kommt.
Der aktuelle Freund/Liebhaber Katis Selim ist Handelsanwalt, hat Glatze und sein Umfeld ist altmodisch, was Kati manchmal ziemlich auf die Nerven geht.
Die Menschen sind gut vorstellbar.
Istanbul ist ziemlich chaotisch beschrieben. Es wimmelt nur so von Namen wie Beyoglu, Besiktas, Karaköy und anderen Stadtteilnamen, die besser oder schlechter sind. Kati geht oft zum Friseur und Nagelpflege, weil das türkische Frauen angeblich tun. Die Szenen in denen die Teejungen beschrieben werden, oder Auseinandersetzung mit Kaffee sind sehr unterhaltsam.
Der Roman ist 2003 geschrieben, in dem weibliche Hauptperson mit enger Bluse, Rock mit Schlitz und hohen Stöckelschuhen durch die Stadt geht und beschreibt wie offen das Stadtleben ist (im Vergleich dazu wie es vor 15 Jahren gewesen sei). Als Leser 2016/17 fragt man sich wie offen das Leben derzeit in Istanbul mit sehr religiös-verhüllenden Menschen und steigender Polizeikontrolle ist. Auch 2003 wird eine Partei genannt die die religiösen Werte v.a. für Frauen stärken möchte und hier die Frauen losschickt.
Der türkische Titel heißt übersetzt "Schnäppchenhäuser".
Der Roman ist gut geschrieben, und wärmt v.a. in kalten Wintertagen. Viel Spaß beim Lesen !
Esmahan Aykol wurde 1970 in Edirne geboren. Sie studierte Jus in der Türkei und macht ein Postgradudate in Deutschland. Eine Freundin und sie starteten ein Projekt mit einer Bar, das fehlschlug. Die Freundin öffnete dann eine Buchhandlung und sie bekannt nach ihrer Arbeit als Journalistin Krimi zu schreiben. Der erste Roman mit Kati Hirschen "Kitapçı Dükkânı "(2001, dt.: Hotel Bosporus) wurde zum Erfolg. Die deutschen Ausgaben ihrer Bücher überarbeitet die Autorin, Sie wohnt sowohl in Istanbul als auch in Berlin, und hat auch die deutsche Staatsbürgerschaft.
"Bakschisch"
Roman
original "Kelepir Ev"
2003, Everest Yayinlari, Istanbul
Aus dem Türkischen von Antje Bauer
2004, Diogenes Verlag, Zürich
329 Seiten
ISBN 3-257-06443-8
Kati Hirschel, Buchhändlerin im Kuledibi (einem Stadtteil Istanbuls), ist im zweiten Band auf Mördersuche. Ein Mann dem sie einen Aschenbecher wegen einer Wohnung an den Kopf geworfen hatte, ist ermordet worden und sie war die erste Verdächtige. Quelle und Unterstützung ist ein ehemaliger Freund, der Polizist Batuhan. Gespräche mit Verwandten des ermordeten Osman wie ein Bruder, eine Ex-Freundin und die jetzige schwangere Freundin sind wiederholte Gesprächspartner, bis sie auf die Ursache des Sterbens an einer an sich harmlosen Schutzverletzung.
Parallel wird geschildert wie Wohnungen deren Eigentümer nicht mehr ermittelbar sind, unter der Hand neue Eigentümer finden und wie Bakschisch zu verteilen ist.
Witzig und humorvoll sind die Gespräche mit dem Polizisten beschrieben, die zwischen Informationsweitergabe, flirten, Machismo, deutschem Temperament wechseln. Die Frauen vor Ort sind sinnlich und auch fröhlich beschrieben, auch wenn die Ex-Freundin Habibe nicht mehr so munter ist, dafür aber die schwangere Inci umso mehr ihre heimlichen Liebhaber lebt. Eindrücklich sind der Besuch bei einem übergewichtigen Beamten der klar den Weg des Geldes sieht, sowie einem wirklich hohen Politiker dem sein Temperament dazwischen kommt.
Der aktuelle Freund/Liebhaber Katis Selim ist Handelsanwalt, hat Glatze und sein Umfeld ist altmodisch, was Kati manchmal ziemlich auf die Nerven geht.
Die Menschen sind gut vorstellbar.
Istanbul ist ziemlich chaotisch beschrieben. Es wimmelt nur so von Namen wie Beyoglu, Besiktas, Karaköy und anderen Stadtteilnamen, die besser oder schlechter sind. Kati geht oft zum Friseur und Nagelpflege, weil das türkische Frauen angeblich tun. Die Szenen in denen die Teejungen beschrieben werden, oder Auseinandersetzung mit Kaffee sind sehr unterhaltsam.
Der Roman ist 2003 geschrieben, in dem weibliche Hauptperson mit enger Bluse, Rock mit Schlitz und hohen Stöckelschuhen durch die Stadt geht und beschreibt wie offen das Stadtleben ist (im Vergleich dazu wie es vor 15 Jahren gewesen sei). Als Leser 2016/17 fragt man sich wie offen das Leben derzeit in Istanbul mit sehr religiös-verhüllenden Menschen und steigender Polizeikontrolle ist. Auch 2003 wird eine Partei genannt die die religiösen Werte v.a. für Frauen stärken möchte und hier die Frauen losschickt.
Der türkische Titel heißt übersetzt "Schnäppchenhäuser".
Der Roman ist gut geschrieben, und wärmt v.a. in kalten Wintertagen. Viel Spaß beim Lesen !
Esmahan Aykol wurde 1970 in Edirne geboren. Sie studierte Jus in der Türkei und macht ein Postgradudate in Deutschland. Eine Freundin und sie starteten ein Projekt mit einer Bar, das fehlschlug. Die Freundin öffnete dann eine Buchhandlung und sie bekannt nach ihrer Arbeit als Journalistin Krimi zu schreiben. Der erste Roman mit Kati Hirschen "Kitapçı Dükkânı "(2001, dt.: Hotel Bosporus) wurde zum Erfolg. Die deutschen Ausgaben ihrer Bücher überarbeitet die Autorin, Sie wohnt sowohl in Istanbul als auch in Berlin, und hat auch die deutsche Staatsbürgerschaft.
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Übersetzerin
Freitag, 30. Dezember 2016
Leonardo Finotti : "A Collection of Latin American Modern Architecture"
Leonardo Finotti :
"A Collection of Latin American Modern Architecture"
2016, Lars Müller Publishers, Zürich
104 Seiten Photos + Karte Südamerika + 4 Seiten Beschriftungen + 3 Seiten Text Barry Bergdoll + 3 Seiten von Leonardo Finotti
ISBN 978-3-03778-503-4
Die seitengroßen Photographien diese Buches in A4 - Querformat zeigt Gebäude meist aus dem südamerikanischen Modernismo zwischen 1930 und 1980. Der Charme der Gebäude aus Beton bis Ziegel manchmal im Grünen oder mitten im Stadtdschungel funktioniert durch die schönen Photos.
Die Architekturphotographien sind aus Montevideo (Uruguay), Valparaíso (Chile), Asunción (Paraguay), Sao Paulo (Brasilien), Belo Horizonte (Brasilien), Lima (Peru), Bogotá (Kolumbien), Ciudad de México (Mexico), La Habana (Kuba).
Die Gebäude sind Wohnblöcke, Friedhof, Einkaufszentren, Schulen, Kirchen und sonst privat sowie öffentliche Gebäude.
Aus Valparaíso gibt es keine bunten Häuser, für die die Stadt den UNESCO-schutz hat.
Aber in Belo Horizonte sind einige der Architekturen von Oscar Niemeyer zu sehen.
Aus Ciudad de Mexico sind Gebäude mit mexikanischen alten Dekor gezeigt - ein Theater, eine Bibliothek und ein anderes öffentliches Gebäude.
Das Cover ist leuchtend grün und hat die Silhouette Lateinamerikas eingestanzt. Die Photographien sind faszinierend und reizen, selbst hinzufliegen und sich die Gebäude anzusehen. Viel Freude beim Ansehen und Genießen.
Leonardo Finotti wurde 1977 geboren. Er studierte Architektur in Uberlândia (Brasilien) und wurde dann Photograph. Mittlerweile verbindet er beides und hat als Photograph mehrere Ausstellungen gefüllt.
"A Collection of Latin American Modern Architecture"
2016, Lars Müller Publishers, Zürich
104 Seiten Photos + Karte Südamerika + 4 Seiten Beschriftungen + 3 Seiten Text Barry Bergdoll + 3 Seiten von Leonardo Finotti
ISBN 978-3-03778-503-4
Die seitengroßen Photographien diese Buches in A4 - Querformat zeigt Gebäude meist aus dem südamerikanischen Modernismo zwischen 1930 und 1980. Der Charme der Gebäude aus Beton bis Ziegel manchmal im Grünen oder mitten im Stadtdschungel funktioniert durch die schönen Photos.
Die Architekturphotographien sind aus Montevideo (Uruguay), Valparaíso (Chile), Asunción (Paraguay), Sao Paulo (Brasilien), Belo Horizonte (Brasilien), Lima (Peru), Bogotá (Kolumbien), Ciudad de México (Mexico), La Habana (Kuba).
Die Gebäude sind Wohnblöcke, Friedhof, Einkaufszentren, Schulen, Kirchen und sonst privat sowie öffentliche Gebäude.
Aus Valparaíso gibt es keine bunten Häuser, für die die Stadt den UNESCO-schutz hat.
Aber in Belo Horizonte sind einige der Architekturen von Oscar Niemeyer zu sehen.
Aus Ciudad de Mexico sind Gebäude mit mexikanischen alten Dekor gezeigt - ein Theater, eine Bibliothek und ein anderes öffentliches Gebäude.
Das Cover ist leuchtend grün und hat die Silhouette Lateinamerikas eingestanzt. Die Photographien sind faszinierend und reizen, selbst hinzufliegen und sich die Gebäude anzusehen. Viel Freude beim Ansehen und Genießen.
Leonardo Finotti wurde 1977 geboren. Er studierte Architektur in Uberlândia (Brasilien) und wurde dann Photograph. Mittlerweile verbindet er beides und hat als Photograph mehrere Ausstellungen gefüllt.
Montag, 26. Dezember 2016
Andrea Schacht : "Katzen Weihnacht"
Andrea Schacht :
"Katzen Weihnacht"
2008, Aufbau Verlag GbmH
* "Die himmlische Weihnachtskatze"
2003, Rütten & Loening Berlin
* "Die Katze und der Weihnachtsengel"
2005, Rütten & Loening Berlin
99 Seiten + 107 Seiten
ISBN 978-4-746-2499-0
In dem Buch sind zwei Katzengeschichten, die beide um Weihnachten angesiedelt sind.
In der "himmlischen Weihnachtskatze" kommt eine bildhübsche dreifarbige Wunderkatze auf die Welt, die hier einem Mädchen verhilft, daß ihr Vater wieder liebevoll wird und eine neue Frau - die Katzen liebt - findet. Nebenbei erfüllt die Katze Wünsche, wird von dummen Buben gejagt und hilft dem schwarzen Kater auch zu einer liebevollen Familie.
In "Katze und Weihnachtsengel" fällt ein Engel aus den Wolken, verändert eine Großmutter ihr Leben und ein verwöhnter schwarzer Kater büxt aus weil er sich nicht mehr als Puppe verkleiden möchte. Erzengel Michael wird ausgesandt, den Engelbengel zu finden, der sich durch die praktische und nicht hysterische Hilfe der Großmutter überraschend gut auf der Welt zurecht findet und vielen Menschen und Katzen helfen kann. Als Gegengewicht ist auch ein böser Dämon auf der Welt, der allen schwarzen Katzen ans Fell möchte. Auch hier geht alles gut aus.
Menschen und Orte der Handlung sind gut vorstellbar, wobei den liebevollen Menschen etwas mehr Raum gegeben wird. Wie im klassischen Märchen geht für die 'Guten' alles gut aus, und die 'Bösen' nicht.
Die Darstellung des Himmels mit den Figuren auf den Wolken ist sehr unterhaltsam, wenn sie auch für puristische Christen zu frech sein dürfte. Für andere sind die Szenen zum Kichern einladend.
Es sind wunderbare Geschichten mit wunderbaren Katzen - 'Sternchen' als Himmelskatze stelle ich mir wunderschön vor. Die Geschichten sind gut lesbar und tun bei den Grauslichkeiten der Welt rundherum einfach gut. Viel Freude dabei - miau !
Andrea Schacht wurde 1956 in Schleswig-Holstein geboren. Sie studierte Werkstofftechnik und Betriebswirtschaft und war anschließend im industriellen Großanlagenbau tätig. Seit 1992 widmet sie sich nur noch dem Schreiben - inspiriert durch einen schwarzen Hotelkater im Urlaub. 1994 erschien der erste Katzenroman, dann Roman deren Heldin im Mittelalter lebt. Schacht lebt in Wachtberg (Nordrhein - Westfalen).
"Katzen Weihnacht"
2008, Aufbau Verlag GbmH
* "Die himmlische Weihnachtskatze"
2003, Rütten & Loening Berlin
* "Die Katze und der Weihnachtsengel"
2005, Rütten & Loening Berlin
99 Seiten + 107 Seiten
ISBN 978-4-746-2499-0
In dem Buch sind zwei Katzengeschichten, die beide um Weihnachten angesiedelt sind.
In der "himmlischen Weihnachtskatze" kommt eine bildhübsche dreifarbige Wunderkatze auf die Welt, die hier einem Mädchen verhilft, daß ihr Vater wieder liebevoll wird und eine neue Frau - die Katzen liebt - findet. Nebenbei erfüllt die Katze Wünsche, wird von dummen Buben gejagt und hilft dem schwarzen Kater auch zu einer liebevollen Familie.
In "Katze und Weihnachtsengel" fällt ein Engel aus den Wolken, verändert eine Großmutter ihr Leben und ein verwöhnter schwarzer Kater büxt aus weil er sich nicht mehr als Puppe verkleiden möchte. Erzengel Michael wird ausgesandt, den Engelbengel zu finden, der sich durch die praktische und nicht hysterische Hilfe der Großmutter überraschend gut auf der Welt zurecht findet und vielen Menschen und Katzen helfen kann. Als Gegengewicht ist auch ein böser Dämon auf der Welt, der allen schwarzen Katzen ans Fell möchte. Auch hier geht alles gut aus.
Menschen und Orte der Handlung sind gut vorstellbar, wobei den liebevollen Menschen etwas mehr Raum gegeben wird. Wie im klassischen Märchen geht für die 'Guten' alles gut aus, und die 'Bösen' nicht.
Die Darstellung des Himmels mit den Figuren auf den Wolken ist sehr unterhaltsam, wenn sie auch für puristische Christen zu frech sein dürfte. Für andere sind die Szenen zum Kichern einladend.
Es sind wunderbare Geschichten mit wunderbaren Katzen - 'Sternchen' als Himmelskatze stelle ich mir wunderschön vor. Die Geschichten sind gut lesbar und tun bei den Grauslichkeiten der Welt rundherum einfach gut. Viel Freude dabei - miau !
Andrea Schacht wurde 1956 in Schleswig-Holstein geboren. Sie studierte Werkstofftechnik und Betriebswirtschaft und war anschließend im industriellen Großanlagenbau tätig. Seit 1992 widmet sie sich nur noch dem Schreiben - inspiriert durch einen schwarzen Hotelkater im Urlaub. 1994 erschien der erste Katzenroman, dann Roman deren Heldin im Mittelalter lebt. Schacht lebt in Wachtberg (Nordrhein - Westfalen).
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Freitag, 23. Dezember 2016
Michelle de Kretser : "Der Fall Hamilton"
Michelle de Kretser :
"Der Fall Hamilton"
original "The Hamilton Case"
2003, Verlag Knopf (Australien)
Aus dem Englischen von Anke Caroline Burger
2006, Klett Cotta Verlag
300 Seiten
ISBN 3-608-93740-4
In dem Roman geht es anhand von Sam (eigentlich Stanley Alban Marriott) Obeysekere, seiner Mutter Maud und seinem Sohn Harry um die Geschichte Sri Lankas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als zuerst die Briten die Herrschaft auf der Insel innehatten, und diese dann an die Kämpfe zwischen Tamilen und Singhalesen abgeben mußten. Sam ist zwar dunkelhäutig aber britisch bis ins Detail, während seine Mutter als Kind und im Alter die Weisheit der Eingesessenen lebt und dazwischen durch ihre Schönheit den Menschen auf der Nase tanzt, während sein Sohn Harry sich komplett aus dem System ausklinkt und in England Vegetarier wird. Am Schluß wird klar, daß Sam wunderbar in Details war, aber nie den großen Zusammenhang erkannte.
Der Hauptteil der Geschichte ist Sam gewidmet, der in einer Familie mit Geld aber auch Verschwendung aufwächst, eine Schwester Claudia hat die er innig lieb und einen Bruder der früh stirbt. Im Internat lernt er Jaya kennen, der später sein Schwager, dann Politiker wird, und Shiva (Shivanathan) der genauso wie Sam Jus studiert und später Geschichten (unwahr und exotisch) schreibt. Sam eine Karriere im Staatsdienst vor sich die er sich mit seinen Schlußfolgerungen um den Mord an dem Farmer Hamilton verbaut, als hier das ewige Mißtrauen gegen eingeborene Dienstboten, die Oberhoheit der Briten, sich ändernde Zeiten gegeneinander spielen. Seine Heirat mit der reichen häßlichen Leela macht ihn nicht glücklich, aber es gibt spät Sohn Harry, der sich gar nicht den Wünschen von Sam entwickelt.
Kapitelweise wird das Leben von Sams Mutter Maud beschrieben, die es durch große Schönheit und Extravaganz schafft bewundert zu werden. Als gleichzeitig Alter und Armut kommen entwickelt sie sich zur wunderlichen Alten die in Glitzergewändern durch die Wälder streift. Diese Kapitel haben eigenen Charme da hier viele Baum- und Tiernamen vorkommen.
Hintergrund ist der Geschichte von Ceylon, in der von den holländischen Einwanderern und Stolz erzählt wird, dann den Briten, und den Unterschieden zwischen Tamilen und Singhalesen. Die Loslösung der Briten von Indien und den Lösungen im Norden die Haß sähen und zu blutigen Konflikten führen, sind nur kurz genannt. Auf der Insel verschieben sich die Machtverhältnisse zugunsten der ursprünglichen Einwohner.
Die Menschen sind gut vorstellbar beschrieben. Sam bleibt brav, seine Mutter schildernd, seine Schwester durchsichtig und zart, Kurzzeit-Schwager Jaya als dickes schleimiges Ekelpaket mit grandioser wetterwendischer Rhetorik, das Kind Harry dem die Welt der Mutter und Großmutter wichtig ist, Pater/der Vater Sams der ein großer Verschwender war, die unterschiedlichen Helferleins im Gut mitten im Nirgendwo im Regenwald, oder im Haus am Meer das nur Sam liebt.
Leider gibt es keinen Glossar um die verschiedenen Ausdrücke die vermutlich typisch für Sri Lanka sind oder waren und die Essen, Herrschaft - Dienerschaft, und anderes beschreibt nachzuschlagen. Das ist schade weil es den Charme des Buches ausmacht, daß diese Ausdrücke zwar unübersetzt und immerhin kursiv gedruckt im Text stehen.
Der Roman ist stark und eindrücklich. Auch wenn man mit dem Leben auf dieser Insel und dem geschichtlichen Hintergrund nicht vertraut ist, zieht es in diesen Roman mit seinen Menschen und dem feuchten Klima und verschiedenartigen Essen hinein. Viel Freude beim Lesen !
Michelle de Kretser wurde am 11. November 1957 in Sri Lanka (Ceylon) geboren und wanderte mit 14 nach Australian aus. Sie studierte Literaturwissenschaft und Französisch in Melbourne und Paris. Dann arbeitete sich als Lektorin für ein Reise Magazin und begann zu schreiben. 1999 erschien der erste Roman "The Rose Grower" (auf deutsch 'Rosenzüchterin von Montsignac' bei Rütten und Loening 2001).
"Der Fall Hamilton"
original "The Hamilton Case"
2003, Verlag Knopf (Australien)
Aus dem Englischen von Anke Caroline Burger
2006, Klett Cotta Verlag
300 Seiten
ISBN 3-608-93740-4
In dem Roman geht es anhand von Sam (eigentlich Stanley Alban Marriott) Obeysekere, seiner Mutter Maud und seinem Sohn Harry um die Geschichte Sri Lankas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als zuerst die Briten die Herrschaft auf der Insel innehatten, und diese dann an die Kämpfe zwischen Tamilen und Singhalesen abgeben mußten. Sam ist zwar dunkelhäutig aber britisch bis ins Detail, während seine Mutter als Kind und im Alter die Weisheit der Eingesessenen lebt und dazwischen durch ihre Schönheit den Menschen auf der Nase tanzt, während sein Sohn Harry sich komplett aus dem System ausklinkt und in England Vegetarier wird. Am Schluß wird klar, daß Sam wunderbar in Details war, aber nie den großen Zusammenhang erkannte.
Der Hauptteil der Geschichte ist Sam gewidmet, der in einer Familie mit Geld aber auch Verschwendung aufwächst, eine Schwester Claudia hat die er innig lieb und einen Bruder der früh stirbt. Im Internat lernt er Jaya kennen, der später sein Schwager, dann Politiker wird, und Shiva (Shivanathan) der genauso wie Sam Jus studiert und später Geschichten (unwahr und exotisch) schreibt. Sam eine Karriere im Staatsdienst vor sich die er sich mit seinen Schlußfolgerungen um den Mord an dem Farmer Hamilton verbaut, als hier das ewige Mißtrauen gegen eingeborene Dienstboten, die Oberhoheit der Briten, sich ändernde Zeiten gegeneinander spielen. Seine Heirat mit der reichen häßlichen Leela macht ihn nicht glücklich, aber es gibt spät Sohn Harry, der sich gar nicht den Wünschen von Sam entwickelt.
Kapitelweise wird das Leben von Sams Mutter Maud beschrieben, die es durch große Schönheit und Extravaganz schafft bewundert zu werden. Als gleichzeitig Alter und Armut kommen entwickelt sie sich zur wunderlichen Alten die in Glitzergewändern durch die Wälder streift. Diese Kapitel haben eigenen Charme da hier viele Baum- und Tiernamen vorkommen.
Hintergrund ist der Geschichte von Ceylon, in der von den holländischen Einwanderern und Stolz erzählt wird, dann den Briten, und den Unterschieden zwischen Tamilen und Singhalesen. Die Loslösung der Briten von Indien und den Lösungen im Norden die Haß sähen und zu blutigen Konflikten führen, sind nur kurz genannt. Auf der Insel verschieben sich die Machtverhältnisse zugunsten der ursprünglichen Einwohner.
Die Menschen sind gut vorstellbar beschrieben. Sam bleibt brav, seine Mutter schildernd, seine Schwester durchsichtig und zart, Kurzzeit-Schwager Jaya als dickes schleimiges Ekelpaket mit grandioser wetterwendischer Rhetorik, das Kind Harry dem die Welt der Mutter und Großmutter wichtig ist, Pater/der Vater Sams der ein großer Verschwender war, die unterschiedlichen Helferleins im Gut mitten im Nirgendwo im Regenwald, oder im Haus am Meer das nur Sam liebt.
Leider gibt es keinen Glossar um die verschiedenen Ausdrücke die vermutlich typisch für Sri Lanka sind oder waren und die Essen, Herrschaft - Dienerschaft, und anderes beschreibt nachzuschlagen. Das ist schade weil es den Charme des Buches ausmacht, daß diese Ausdrücke zwar unübersetzt und immerhin kursiv gedruckt im Text stehen.
Der Roman ist stark und eindrücklich. Auch wenn man mit dem Leben auf dieser Insel und dem geschichtlichen Hintergrund nicht vertraut ist, zieht es in diesen Roman mit seinen Menschen und dem feuchten Klima und verschiedenartigen Essen hinein. Viel Freude beim Lesen !
Michelle de Kretser wurde am 11. November 1957 in Sri Lanka (Ceylon) geboren und wanderte mit 14 nach Australian aus. Sie studierte Literaturwissenschaft und Französisch in Melbourne und Paris. Dann arbeitete sich als Lektorin für ein Reise Magazin und begann zu schreiben. 1999 erschien der erste Roman "The Rose Grower" (auf deutsch 'Rosenzüchterin von Montsignac' bei Rütten und Loening 2001).
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