Donnerstag, 26. November 2015

Nancy C. Davis : "The Escapee and the Case of the Cat-Napper"

Nancy C. Davis :
"The Escapee and the Case of the Cat-Napper" (A Pattie Lansbury Cat Cozy Mystery Series Book 3)
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 204 Seiten
ISBN-Quelle für Seitenzahl: 1508621853
Sprache: Englisch
ASIN: B00TWRIK8Q

In diesem Download werden zwei Geschichten erzählt. Beide handeln von Patricia Lansbury, einer Frau mit zwei erwachsenen Söhnen, die mit 11 Katzen in einem netten kleinen Dorf in Yorkshire lebt.

In Geschichte Nr. 1 werden der Ausbruch einen Gefangenen, dessen Gefangennahme ihrem Polizistensohn den Ruf gekostet hat, und mysteriöse Einbrüche in ihr Haus miteinander verquickt. Es geht aber doch nur um eine wunderbare Katze.
In Geschichte Nr. 2 hat sich Pat als Tierärztin für Kleintiere selbstständig gemacht, kämpft mit den Tücken der Technik wie Handy und Computer und erfährt von steigenden Katzendiebstählen im Ort. Ein neuer kleiner Kater im Haus namens Churchill hilft hier bei der Lösung.

Die Geschichten sind kurz und liebevoll, aber weder spannend noch sonst mitreißend geschrieben. die Stars sind die vielen Katzen mit ihren Charakteren; es gibt einige aufgelesene Exemplare bei Pat, auch eine drei-beinige Katzenpersönlichkeit ist dabei.

Pat ist genau in ihrem Leben und ihrem Tagesablauf geschildert, in Geschichte eins kommen auch der jüngere Sohn mit Schwiegertochter und Enkelkind zu Besuch, die Nachbarn sind nett, ein freundlicher Polizist steht mit Rat und Tat zur Seite, und ein mysteriöser reicher Unternehmer hat sich heimlich ein Rückzugsgebiet nahe dem Ort geschaffen. In Geschichte zwei ist kommen ein Tierarzt für große Tiere und weiter Nachbarn dazu.

Als Teetrinker war es unterhaltsam zu lesen, daß die Einladung nicht zu Tee erfolgt sondern zu Darjeeling oder Assam; die standardmäßigen Biscuits oder Sandwiches fehlen nicht.

Das Englisch war für mich gut lesbar und nicht verschraubt oder kompliziert; bei einigen für mich neuen Vokabeln stand im e-book-Wörterbuch immer wieder erklärend 'informel 17.cent' oder sonst eine nicht brandneue Jahreszahl.

In Summe eine kleine Unterhaltung, die nicht anstrengt und die gut in den Öffentlichen zu lesen ist und ablenkt. Meow !
 
Nancy C. Davis ist Autorin und Heilmasseuse. Sie praktiziert im schönen südlichen Kalifornien und genießt die Gesellschaft der Katzen Zada and Zelda. Als Autorin hat sie einige Buchserien laufend : die Patricia Lansbury und Vanessa Abbot und Millie Holland Serien.

Dienstag, 17. November 2015

J. S. Fletcher : "Dead Men's Money"

J. S. Fletcher :
"Dead Men's Money"
Dateigröße: 1490 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 226 Seiten
Sprache: Englisch
ASIN: B00JXQZTZ8

Das Buch ist 1920 geschrieben worden und spielt in Berwick-upon-Tweed, einer Stadt am Fluß Tweed in Northumberland (zwischen England und Schottland).

Der Anwaltsgehilfe Hugh Moneylaws erzählt die Geschichte aus seiner Sichtweise, in einer etwas altertümlichen Sprache die auch andere als die schulenglischen Satzstellungen hat .

Zu Hugh Moneylaws Mutter kommt ein neuer Hausgast : James Gilverthwaite, der zwar freundlich aber sonst zurückhaltend ist. Als Hugh ihm einen Gefallen tut und etwas ausrichten soll, findet Hugh den gesuchten Herrn ermordet vor. Der Hausgast verstirbt am Fieber. Polizei und Anwalt Mr. Lindsey ermitteln und stellen Fragen nach Zusammenhängen. Sir Gilbert Carstairs - ein Erbe der erst seit kurzer Zeit im Schloß wohnt - interessiert sich für die Ermittlungen. Weitere Figuren wie ein Bankmann, ein weiterer Anwalt und zwei Buttler (ein alter und ein neuer) tauchen auf, Gold wird gefunden und es gibt auch weitere Ermordete und Kidnapping von Hughs Sweetheart Maisie Dunlop. Im Gewitter erfolgt die - im Vergleich zur Länge des Roman - kurze Erklärung der Morde.

Der Aufbau der Geschichte erfolgt langsam und die Personen der Handlung kommen fächerartig dazu, und werden kurz aber nicht nachhaltig geschildert.
Orte der Handlung sind die Stadt Berwick und Umgebung die mit Bahn erreichbar ist, auf Schiff im weiten Meer, eine Art Floß, und der Wald des Schloßes.

Exkurs: es gab in den 1920- und 1930- Jahren ein "Golden Age of Detective Fiction", in der die Autoren einem bestimmten Stil folgten und meist "who-dun-it" Krimis waren.
Hier ist ein Auszug aus Wikipedia auf Englisch dazu : "
"must have as its main interest the unravelling of a mystery; a mystery whose elements are clearly presented to the reader at an early stage in the proceedings, and whose nature is such as to arouse curiosity, a curiosity which is gratified at the end."
Knox's "Ten Commandments" (or "Decalogue") are as follows:
  1. The criminal must be mentioned in the early part of the story, but must not be anyone whose thoughts the reader has been allowed to know.
  2. All supernatural or preternatutral agencies are ruled out as a matter of course.
  3. Not more than one secret room or passage is allowable.
  4. No hitherto undiscovered poisons may be used, nor any appliance which will need a long scientific explanation at the end.
  5. No Chinaman must figure in the story.
  6. No accident must ever help the detective, nor must he ever have an unaccountable intuition which proves to be right.
  7. The detective himself must not commit the crime.
  8. The detective is bound to declare any clues which he may discover.
  9. The "sidekick" of the detective, the Watson, must not conceal from the reader any thoughts which pass through his mind: his intelligence must be slightly, but very slightly, below that of the average Reader.
  10. Twin brothers, and doubles generally, must not appear unless we have been duly prepared for them.   "
Mit den zweiten Weltkrieg änderten sich die Geschichten; es gibt jetzt immer noch Autoren die in diesem Stil schreiben; angeblich v.a. in Japan."

Der Schreibstil ist eher gelassen und gemessen. Der Autor läßt sich Zeit und es werden immer wieder Vokabel verwendet die in gängigen Büchern, oder Fernsehserien unbekannt sind.

Das Lesen diese Buches erfordert etwas Zeit, da sich die Geschichte langsam entwickelt und trotz durchaus spannender Szenen wie am Schiff, im Schloßturm und ganz am Ende keine Hektik erzeugt.

Wer ist eine langsamere Art des Schreibens und eine etwas eigentümliche Sprache eintauchen möchte ist hier gut aufgehoben. Mitraten wer welche Morde begangen hat, ist möglich.

Joseph Smith Fletcher wurde als Sohn eines Geistlichen am 7. Februar 1863 geboren. Er studierte Recht und wurde dann Journalist   Sein erster künstlerischer Ausdruck waren Gedichte, is er sich historischen Geschichten zuwandte. 1914 begann er seine erste Detektivgeschichte. war ein britischer Journalist und Schriftsteller. Er schrieb über 230 Bücher mit einem breiten Angebot von Sachbüchern bis 'Fiction'. Er galt als einer der führenden Schriftstellern von Detektivgeschichten im "goldenen Zeitalter".  An early book was the 1909 collection, The Adventures of Archer Dawe. His other works include: Andrewlina (1889), The Winding Way (1890), The Wonderful City (1894), In the Days of Drake (1897), At the Blue Bell Inn (1898), The Fear of the Night (1903) and Paradise Court (1908).
Er war mit einer irischen Schriftstellerin verheiratet und starb am 30. Jänner1935.

Sonntag, 15. November 2015

Fredrika Gers : "Gut getroffen"

Fredrika Gers :
"Gut getroffen" - Holzhammer ermittelt / Ein Alpen-Krimi
2014, Rowohlt Taschenbuch Verlag
281 Seiten
ISBN 978-3-499-26850-2

Dieser Alpenkrimi ist der dritte mit Hauptwachtmeister Franz Holzhammer und Christine.

Der rundliche Hauptwachtmeister Franz Holzhammer muß in Berchtesgaden um die Weihnachtszeit einige Rätsel und auch einen Mord lösen. Die Rätsel sind Überfälle und gestohlene Brauchtumsgewänder aus Fell mit Glocken; der Mord ist an einem unangenehmen Orthopäden der bei den Nachbarn nur noch unbeliebt ist. Gemeinsam mit Christine, einer Psychologin aus dem Norden Deutschland, und Matthias, ihrem Freund aus Berchtesgaden, geht er mithilfe eines jungen geschickten Polizisten (und zu trotz gegen den eher oberflächlichen Polizeichef vor Ort) der Rercherche nach.
Am Schluß ist der Mord gelöst, der Raub einer Häßlichkeit aus dem 1000-jährigen Reich und einiger sündhaft teuren nutzlosen Esoterik-Wässerchen geklärt, Weihnachten mit Freunden und Familie gut erlebt und auch das Brauchtum ausgekostet.

Die Personen sind treffend und gut vorstellbar, manches leicht im Klischee, aber passend beschrieben. Es mangelt nicht an Seitenhieben auf die örtliche Informationsstruktur (die beste Ehefrau hier vor Ort, die Tante die nicht schlafen kann, der Damenverein etc.), die bestens informiert ist und manchmal persönliche Beziehungen über den Datenschutz stellt, was der Geschwindigkeit der Aufklärung sehr dienlich ist. Sympathisch ist, daß der Hauptwachtmeister nicht findet, daß er recht haben muß, sondern durchaus ein Gefühl für Gerechtigkeit behalten hat. Seinem Chef, der aus München versetzt worden war und ein schlechtes Gespür für das Anpassen an neue Gegebenheiten hat, ist eine wunderbar unterhaltende Figur.
Die Handlung ist durchaus nachvollziehbar und das warum und wieso wer wem hilft ebenso.

Am meisten hat mich die Sprache unterhalten. Wenn z.B. ein Auto "breitbratzig" parkt, oder ein Gamsbüschel am Hut mit dem Haarbüschel des Yeti verglichen wird, mußte ich sehr Schmunzeln. Mit Genuß wird auf das weihnachtliche Brauchtum eingegangen, die Buttnmandln erklärt und der Christbaum/Weihnachtsbaum-behang beschrieben. Auch die Schwierigkeiten mit sehr bayerischen Ausdrücken und mehr der konsonantenfrei Umgang mit ihr wird auch auf die sprachliche Schaufel genommen.

Ich habe das Buch genossen und bin lesend - lachend auf dem Sofa gesessen. Diesen Spaß wünsche ich anderen Lesern und Leserinnen ebenfalls !

Fredrika Gers wurde in Hamburg geboren (leider finde ich kein Geburtsjahr). Sie war Bankkauffrau, Schiffsmaklerin, und ist jetzt Werbetexterin und Autorin. Seit 2003 lebt sie in Bayern. Der erste Roman erschien 1995- "Lange Leitung".  Seit 2012 ermittelt sie mit 'Hauptwachtmeiste Franz Holzhammer'.

Montag, 9. November 2015

Heike Wolpert : "Schönheitsfehler"

Heike Wolpert :
"Schönheitsfehler"
Kriminalroman
2015, Gmeiner Verlag
240  Seiten
ISBN 978-3-8392-1693-4

Ein schöner schwarz-weißer Kater mit gelben Augen und imponierenden Schnurrbarthaaren sieht dem Betrachter vom Cover in die Augen - ein wenig konzentriert und grantig ist der Blick. Kater Socke ist hier gemeinsam mit einigen Charaktern von Nachbarskatzen beschäftigt bei einem Mordfall zu helfen, wobei er sich bei dem Hauptkommissar gemütlich einquartiert.

Auf den Ebenen Polizei, Katzen und einer ich-stimme die einen Schönheitschirurgen stalkt wird die Krimigeschichte erzählt, in der dieser Schönheitschirurg ermordet wird. Eigentlich sollte der Mord jemand anderem in die Schuhe geschoben werden, was allerdings nicht aufgeht. Hintergrund des Mordes sind Machenschaften zwischen Schönheits- und Pharmabranche.

Die Katzen sind unterschiedlich charakterisiert : Kater Socke (schwarz mit weißen Pfötchen) mit ramponiertem Schweif ist meist durchaus gutmütig bis es ihm reicht, die graue Nachbarskatze Clooney ist rundlich und wunderbar verfressen, ihr Sohn Chismo liebt Fernsehen, Perserkatze Suleika ist eine liebevolle Schönheit, ein weiterer Kater durchaus hilfreich weil er mit seinem kleinen Mensch derzeit lesen lernt..

Bei den Menschen wird hauptsächlich Kommissar Peter Flott geschildert, der mit seiner Truppe auf der Jagd ist. In der Truppe sind auch die liebenswürdige Lisa und eine temperamentvolle Italienerin. Dem Pathologen macht der Fall Probleme weil der den Hochzeitstag gründlich vermasselt. Eine sympathische Tierärztin taucht auf, eine Geliebte des Ermordeten die auf Model macht, der Ex-Freund der Geliebten der in die Sache verwickelt erscheint, der Pharmachef wird glatt geschildert und ein Chemiker ist ziemlich den Alkohol verfallen.
Namenlos bleibt die Gestalt an der eine billige Schönheitsoperation gründlich schiefgegangen ist, und die dadurch entstellt wurde, was nicht nur Änderungen zum Schlechten in ihrem Privatleben verursacht.

Eine Liebesgeschichte beim Kommissar entsteht, bei anderen Paaren entwickeln sich die Gefühle auseinander. Eine Hundeliebe findet auch statt, was die Katzen sehr befremdet.

Was den Katzen an denken und sprechen in die Schnauze gelegt wird, ist unterhaltsam, aber menschlich. Als Katzenfan habe ich das Buch an einem Abend durchgelesen und mich dabei gut amüsiert. Viel Spaß beim Lesen - raaau !

Heike Wolpert wurden 1966 in Bad Mergentheim (Baden-Württemberg/Deutschland) geboren.
Sie machte eine Ausbildung zur Datenverarbeitungskauffrau und arbeitet als Softwareentwicklerin. Interesse an Krimigeschichten war immer vorhanden. 2009 lief ihr und ihrem Mann ein Kater zu -> Socke. Alle leben in Hannover. "Schönheitsfehler" ist ihr erster Krimi.

Dienstag, 3. November 2015

Theresa Prammer : "Wiener Totenlieder"

Theresa Prammer :
"Wiener Totenlieder" - Kriminalroman
2015, Marion von Schröder Verlage / Ullstein Buchverlage Berlin
368 Seiten + 2 Seiten Danksagung
ISBN 978-3-547-71209-4

Die Hauptfigur, Carlotta / Lotta Fiori, führt in der Ich-Form durch den Großteil des Buches. Sie ist gescheiterte Sängerin in das sie von ihrer berühmten Sänger-mutter geschoben wurde, ist bei der Aufnahmeprüfung zur Polizei durchgefallen und arbeitet als Kaufhausdetektivin; ihr Liebesleben ist auch eher ein Scherbenhaufen. Nachdem in der Oper ein Unfall und ein Mord geschehen waren, werden sie und ein ehemaliger Polizist als Statisten in das Musikhaus eingeschleust um die Interna zu erfahren. Hier sind einige interessante bis eigenartige Persönlichkeiten versammelt. Parallel kommt Lotte ihr ungeordnetes Liebesleben in die Quere und sie rauft sich mit dem ehemaligen Polizisten Konrad Fürst, der das Verschwinden seiner Tochter nie überwunden hat, zusammen. Der Showdown findet erwartungsgemäß in der Oper statt.

Das Buch wurde mit dem Wiener Leo-Perutz Preis 2015 ausgezeichnet. Da ich den Schreibstil von Leo Perutz (1885 - 1957) als sehr dicht und schön empfand, hatte ich mir ähnliche Wirkung bei diesem Buch vorgestellt und wurde ziemlich enttäuscht.
Der Krimi ist rasch und gut lesbar.
Leider fängt mich die geschilderte Opernatmosphäre nicht ein, da mir Wiener Staatsoper als Stehplatzlerin etwas vertraut ist und ich erst durch den Lebenslauf der Autorin entdeckt habe, daß sie vermutlich ihre Inspiration aus der Wiener Volksoper gezogen hat.

Die Personen sind griffig und gut vorstellbar geschildert : die chaotische Lotta (sie haßt es Carlotta genannt zu werden) mit Hang zum Alkohol; der ehemalige Freund und Polizist Johannes; Konrad Fürst als Clown, ex-Polizist, trauernder Vater, der kocht um nicht zu saufen; die Übermutter und Sängerin Maria Fiore mit der sie auch nach dem Tod immer noch verglichen wird; ein Sopranistin die Charisma und schöne Stimme hat; ein Tenor der was mit der Mutter gehabt hat; ein Bühnenbildner der mit ihr verlobt gewesen war; Polizist Krump der einiges an Hilfeleistung gut zu machen hat; die Souffleuse die spindeldürr ist; die charismatische Direktorin die nichts anbrennen läßt (schon gar nicht Ballettdamen); sowie ein aufgewecktes Bühnenkind das Cher und Barbra Streisand liebt.
Immer wieder taucht eine verwirrte Frau auf - sie kennt das Spiel von Lotta, bei dem sie Lieblingsfarbe, ein Essen und Lieblingszahl beim Anblick von Menschen diese kategorisiert. Wie nah Lotta dieser Frau ist wird auch am Schluß aufgelöst.

Kursiv sind Kapitel eingeschoben, in denen ein verzweifeltes Kind mit seinem Alpträumen fertig werden muß. Diese Kapitel sind dicht und stimmig geschrieben, und es ist nachvollziehbar, daß Vertrauen ein rares Gut wird. Dieser Faden wird am Ende des Buches gelöst.

Wer als Unterhaltung und Entspannung einen netten Kriminalroman - inkl. who-dun-it-Raten - lesen möchte ist hier sicher gut aufgehoben; leider hält die Opernatmosphäre nicht den Erwartungen eines Opernnarren stand.

Theresa Prammer wurde 1974 in Wien geboren. Sie ist Schauspielerin - u.a am Wiener Burgtheater und in der Volksoper, bei Film und Fernsehen; und engagiert sich in den Komödienspielen Neulengbach. Ihr erster Roman erschien 2013 : 'Die Rettung der Regenwürmer'. 2015 der erste Krimi mit Privatermittlerin Carlotta Fiore.

Sonntag, 25. Oktober 2015

Adolf Opel : "Wo mir das Lachen zurückgekommen ist"

Adolf Opel :
"Wo mir das Lachen zurückgekommen ist - Auf Reisen mit Ingeborg Bachmann"
2001, Langen Müller / Herbigs Verlagsbuchhandlung GmbH, München
208  Seiten + 1 Seite Quellen- und Bildnachweis
ISBN 3-784-2830-4

In Tagebuch- und damit ich-form erzählt der Autor von seinen Reisen die er ab Jänner 1964 in Bezug auf Ingeborg Bachmann und mit ihr unternommen hat. Auf Besuch in Berlin im Jänner entstanden Ideen zu Reisen nach Prag und über Griechenland nach Äygpten. Beides haben sie auch wirklich unternommen : sie haben das graue Prag erlebt und mit Flauberts Beschreibungen unterstützt vieles von Ägypten gesehen. Im Juni 1964 reisen sie wieder über Griechenland zurück und das Buch endet - mit einer Stichwortliste wann die beiden danach noch in Verbindung miteinander waren.

Mich hat die Sprache und die Art und weise des Lebens in diesem geschilderten halben Jahr in einer Künstler- und Kreativenszene sehr fasziniert. Es werden bereits anerkannte, halbberühmte Menschen geschildert, und auch welche, in deren Zukunft doch keine Berühmtheit gelebt wird. Es ist verzaubernd wie diese Menschen ein Gemisch aus Wissen, Bildung mit Neugier mischen, wie selbstverständlich französisch und spanisch eingeflochten wird (ohne Übersetzung als Fußnote) und wie vergnüglich manche Berühmtheiten mehr oder weniger liebevoll gezeichnet werden.
Erstaunlich war zu lesen wie der Autor um die Hauptperson Frau Bachmann quasi 'herumgetanzt' und sorgsam versucht hat ihr alles so schön und wenig schmerzvoll zu machen (wenn dies nicht wahr ist, ist es zumindest sehr schön zu lesen).
Die große Dichterin, die viele aufgrund ihrer Art mit Worten wunderbar umzugehen, lieben und schätzen wird nach einer offenbar nicht gelungen Beziehung geschildert. Sie ist als sensibler, unsicherer Mensch gezeichnet, für den manches in dieser 'rauhen' Welt zuviel (geworden) sein dürfte.

Exkurs über Ingeborg Bachmann :  Ingeborg Bachmann wurde ab 25. Juni 1926 in Klagenfurt geboren und starb am 17. Oktober 1973 in Rom. Sie studierte Philosophie, Psychologie, Germanistik und Rechtswissenschaften, schrieb Geschichten, Gedichte, Hörspiele, Libretti und Prosatexte. Wichtige Männer in ihrem Leben waren Wiener Essayist und Literaturkritiker Hans Weigel, Komponist Hans Werner Henze und der Autor Max Frisch. Berühmt ist sie u.a. für Prosawerke wie "der Fall Franka" (1966), "Malina" (1971), Libretti für "Der junge Lord" und "Der Prinz von Homburg" und viele Gedichte und Erzählungen.

Die Schilderungen von Prag Mitte der 60-er Jahre mit den damaligen Besuchsproblemen beim Visum und wie unterschiedlich die Menschen dort waren gehen unter die Haut. Ganz anders ist Athen und die Menschen dort geschildert : faszinierend wie der Autor die Häuser, die Antiquitäten und dortige Künstlerszene beschreibt. Ägypten ist unterschiedlich mit Leben am Hausboot, in schlechten und sehr guten Hotels, Wüste mit Kamelknochen, und der vermutlich letzten Bootsfahrt zu Abu Simbel bevor diese beeindruckenden Riesenstatuen zu ihrem jetzigen Ort Transport vor der Flutung für den Stausee transportiert wurden.

Mich hat der Zauber dieser Reisen und Art und Weise der beiden Reisenden gemeinsam mit Flauberts Tagebuch über Ägypten fasziniert. Ich wünsche auch anderen Lesern und Leserinnen das gleiche Vergnügen.

Adolf Opel wurden am 12. Juni 1935 in Wien geboren. Er studiert zwischen 1953 und 1959 an der Universität Wien und der State University of Iowa (Iowa City, USA) Psychologie, Literatur- und Theater- und Filmwissenschaften Ab 1956 war er Journalist, Kritiker und Auslandskorrespondent und schrieb auch Theaterstücke, Radio-Features und Musicals. Er reiste auch viel.

Samstag, 17. Oktober 2015

Michael Böckler : "Mord in bester Lage"

Michael Böckler :
"Mord in bester Lage - Ein Weinkrimi aus Südtirol"
2014, Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH
372 Seiten + langer Anhang mit Glossar, Lokalen und Rezepten
ISBN 978-3-499-26772-7

In diesem zweiten Band mit Emilio Ritzfeld-Hechenstein. einem deutschen Baron, der sich als Detektiv verdingt und seit dem ersten Band mit einer schönen Frau und Winzerin in Eppan bei Bozen in Südtirol lebt, hat er einige Aufgaben zu lösen :
in einem neu gesetzten Weingarten werden die Setzlinge unbiologisch vergiftet, die beste Freundin seiner Lebensgefährtin verschwindet, er kümmert sich um einen rumänischen Buben und verfolgt am Schluß einen im Wahn verstrickten Mann, der sich an Beteiligten aus einem Kinderstreich aufs Grausamste rächt.

Genußreich führt Emilio durch Lokale und fein gekelterte Weinsorten, erzählt von Bozen und seinem Umland und genießt seit eher gemütliches Leben und die durchaus faule Tagesgestaltung. Freundin Phina ist nicht nur bildschön sondern auch aktiv und arbeitet mit biologischen Mitteln um den Weingarten ertrag- und erfolgreich zu halten.  Parallel wird beschrieben wie der Täter vorgeht, was in ihm vorgeht und was ihn antreibt.

Die Lokale, die Landschaft, und die Menschen sind gut vorstellbar geschildert. Manchmal ist mir das lukullische Leben mit durchaus teurem Essen und excellenten Wein zu viel; das Gegengewicht ist der rumänische, etwas verwahrloste Junge Mitica, der erst mit Emilios tatkräftiger Hilfe wieder Boden unter den Füßen bekommt und ihm umgekehrt immer wieder im richtigen Moment zur Seite steht.

In Summe ein gut lesbares Buch das zur Entspannung gut geeignet ist; kommende Novemberabende werden von der sommerlichen Wärme des Buches erwärmt werden können. Viel Spaß beim Lesen !

Michael Böckler wurde am 2. Oktober 1949 in Berlin geboren. Er studierte in 'München Kommunikationswissenschaften, Soziologie und Theaterwissenschaft. Hauptberuflich ist der Autor Mitinhaber einer Agentur für Kommunikationsberatung in München. Der erste Kriminalroman dürfte 2001 erschienen sein : "Wer stirbt schon gerne in Italien ?"