Carmen Stephan :
"Mal Aria"
2012, S. Fischer Verlage
200 Seiten
ISBN: 978-3-10-075141-6
In diesem dichten, spannenden und eindrücklichen Roman in 13 Kapiteln erzählt ein Mosquito - genauer ein weiblicher Anopheles - wie er die Krankheitserreger überträgt, begleitet seinen letzten Menschen und schildert nebenbei die Medizingeschichte über die Malaria bis zur Entdeckung die Erreger und Transporteure der Krankheit.
Carmen und Carl machen einen Ausflug in den Regenwald. Dort wird Carmen von der Stechmücke gestochen, der sie zuvor begleitet hat und ihr auch weiterhin treu zu Seite steht. Es ist gerade Dengue-epidemie und niemand nimmt sich die Mühe das Blut der jungen Frau zu untersuchen, oder sie abzutasten. In 13 Tagen baut sie ab, ihre Organe zerlegen sich und erst am Schluß dechiffriert ein Arzt die Symptome richtig.
Während Carmen zerfällt erinnert sich ihr Geist an Momente aus ihrem Leben, wie die Großeltern in Bayern, ihren Freund Carl den sie schon früher nach Deutschland zurückgeschickt hatte und daß sie im Regenwald doch keine Riesenfrösche gesehen hat.
Malaria galt lange als "römische Krankheit", da der Körper um die Geißeln loszuwerden sehr hohes Fieber entwickelt. 'Mal Aria' heißt schlechte Luft, weil man dachte daß die schlechte Luft in den Tropen die Menschen erkranken lassen. Die Italiener, dann die Franzosen, dann ein beharrlicher Engländer und am Schluß wieder ein Italiener forschten über zwei Jahrhunderte bis zuerst der Erreger (die Geißeln) und dann der Transporter (die Anopheles .. ) klar war. Alle Methoden die Mücken zu vernichten haben sie stärker, resistenter gemacht.
Bis heute muß die Krankheit rasch erkannt und behandelt werden. In Afrika gilt der Spruch : es ist solange Malaria bis keine andere Krankheit bestätigt ist. Die fiktive junge Frau im Roman in Brasilien hatte nicht das Glück.
Der Roman wird aus der Ich-Sicht des Mosquito erzählt, der sich aus irgendeinen Grund um Carmen sorgt. Er spürt das Blut der jungen Frau, kann die Gedanken mitbekommen und erzählt ihre Gefühle und Gedanken.
Dazwischen springen die Gedanken zur Geschichte der Malaria und wie Menschen einerseits mit Insekten umgehen (Angst, Mosquitonetz, Ekel auch wenn das Tier erschlagen worden war) und Abgrenzungen zwischen Insekt und Mensch (wann von Gott geschaffen, welche Hirnleistung möglich und der Mensch nicht nutzt sondern drücken läßt, was Insekten [viel] und Menschen [wenig] leisten). Diese infragestellenden Absätze sind hochinteressant und schwingen nach dem Lesen noch länger nach.
In Summe ein großartiges Buch, das mich die ganze Lesezeit fasziniert hat. Ich kann es nur wärmstens empfehlen.
Carmen Stephan, geboren am 1. August 1974 in Bayern, wohnt in München. Sie arbeitet einige Zeit als Journalistin für Zeitschriften. Sie lebte als Autorin für mehrere Jahre in Rio de Janeiro. 2005 erschien der Geschichtenband 'Brasília Stories'
Samstag, 27. Juli 2013
Samstag, 13. Juli 2013
Carsten Sebastian Henn : "Die letzte Reifung"
Carsten Sebastian Henn :
"Die letzte Reifung" - ein kulinarischer Krimi
2011, Pendo Verlag / Piper Verlag München
280 Seiten Krimi
12 Seiten Rezepte mit Käse
6 Seiten Grundbegriffe für Käse
ISBN 978-3-86612-252-9
Dieser Krimi machte Spaß zu lesen. Der Professor radelt durch das schöne Burgund, hat seinen Terrier Benno von Saber im Transportkorb und spürt dem Mord an einer genialen Käserin nach. Mithilfe seines Verwandten Jan/Jean und des Hamburger Taxifahrers und Rockers Pit löst der diesen und auch die Folgemorde und erzählt viel über Käseproduktion, Käsehandel und Machtgefüge innerhalb der französischen Käseszene.
Das Buch unterhielt mich gut. Die Personenschilderungen machen Freude und sind durchaus mit Ironie gezeichnet. Daß ausgerechnet ein Deutscher einen Lehrstuhl für Kulinaristik durchgesetzt hat, wird liebevoll auf die Schaufel gehoben. Die Käser sind unterschiedlich gezeichnete, fast schon charikaturhafte Gestalten. Der Dorfpolizist, der Bürgermeister, sein Bruder der Dorfpriester ist ... sie alle sind humorvoll geschildert.
Die gruppendynamischen Prozesse innerhalb des zwölf Personen zählenden Käseadels in Frankreich sowie des Professors Freunde und Rivalen aus Deutschland sind mit einem Hauch an Bösartigkeit geschildert. Auch die jahrhundertealten Konflikte zwischen Frankreich und Korsika finden Platz
Die Geschichte ist vielleicht etwas unlogisch, aber die Summe aus Käseinformation und gelungener Situationskomik machen den Krimi zu einem sehr empfehlenswerten und vergnüglichen (Urlaubs/Entspannungs-)Buch.
Carsten Sebastian Henn wurde 1973 in Köln geboren. Er lebt heute mit seiner Familie und 3 Katzen im Rheinland. Er schreibt kulinarische Krimis : entweder mit Meisterdetektiv Julius Eichendorff, oder mit dem Professor für Kulinaristik Herrn Adalbert Bietigheim sowie Hundekrimis mit Giacomo und Niccolo im Piemont. Wein ist nicht nur Krimi- sondern auch Lebensthema, weshalb der Autor auch ein Buch über Wein geschrieben hat, Mitglied bei Gault Millau WeinGuide Deutschland ist und selber Spitzenwein keltert.
Nachtrag : ich habe das Buch weitergeborgt und habe immer wieder vergnügtes lautes Auflachen vernommen :-)
"Die letzte Reifung" - ein kulinarischer Krimi
2011, Pendo Verlag / Piper Verlag München
280 Seiten Krimi
12 Seiten Rezepte mit Käse
6 Seiten Grundbegriffe für Käse
ISBN 978-3-86612-252-9
Dieser Krimi machte Spaß zu lesen. Der Professor radelt durch das schöne Burgund, hat seinen Terrier Benno von Saber im Transportkorb und spürt dem Mord an einer genialen Käserin nach. Mithilfe seines Verwandten Jan/Jean und des Hamburger Taxifahrers und Rockers Pit löst der diesen und auch die Folgemorde und erzählt viel über Käseproduktion, Käsehandel und Machtgefüge innerhalb der französischen Käseszene.
Das Buch unterhielt mich gut. Die Personenschilderungen machen Freude und sind durchaus mit Ironie gezeichnet. Daß ausgerechnet ein Deutscher einen Lehrstuhl für Kulinaristik durchgesetzt hat, wird liebevoll auf die Schaufel gehoben. Die Käser sind unterschiedlich gezeichnete, fast schon charikaturhafte Gestalten. Der Dorfpolizist, der Bürgermeister, sein Bruder der Dorfpriester ist ... sie alle sind humorvoll geschildert.
Die gruppendynamischen Prozesse innerhalb des zwölf Personen zählenden Käseadels in Frankreich sowie des Professors Freunde und Rivalen aus Deutschland sind mit einem Hauch an Bösartigkeit geschildert. Auch die jahrhundertealten Konflikte zwischen Frankreich und Korsika finden Platz
Die Geschichte ist vielleicht etwas unlogisch, aber die Summe aus Käseinformation und gelungener Situationskomik machen den Krimi zu einem sehr empfehlenswerten und vergnüglichen (Urlaubs/Entspannungs-)Buch.
Carsten Sebastian Henn wurde 1973 in Köln geboren. Er lebt heute mit seiner Familie und 3 Katzen im Rheinland. Er schreibt kulinarische Krimis : entweder mit Meisterdetektiv Julius Eichendorff, oder mit dem Professor für Kulinaristik Herrn Adalbert Bietigheim sowie Hundekrimis mit Giacomo und Niccolo im Piemont. Wein ist nicht nur Krimi- sondern auch Lebensthema, weshalb der Autor auch ein Buch über Wein geschrieben hat, Mitglied bei Gault Millau WeinGuide Deutschland ist und selber Spitzenwein keltert.
Nachtrag : ich habe das Buch weitergeborgt und habe immer wieder vergnügtes lautes Auflachen vernommen :-)
Labels:
2011,
Autor,
Essen,
Frankreich,
Genuß,
Humor,
Hund,
Krimi,
Trinken,
Unterhaltung
Mittwoch, 10. Juli 2013
Rupert Schöttle : "Täter im Frack"
Rupert Schöttle :
"Täter im Frack" - Das Rätsel um Hofmanns Erzählungen. Ein kriminalistischer Opernführer in fünf Akten
2003, Bibliophile Edition, Wien
163 Seiten
ISBN 3-9500956-3-2
Auf dem rabenschwarzen Bucheinband lächelt versonnen der gezeichnete Jacques Offenbach mit Cello im Arm am Leser knapp vorbei. Der Krimi spielt in Wien und bietet für Opernenthusiasten nette Unterhaltung.
Ein Mann stürzt vor die Wiener U-Bahn. Unfall oder Mord ? Die Inspektoren Vogel und Walz ermitteln und stossen bald auf die Geschichten die sich um das Entstehen von "Hoffmanns Erzählungen" in Paris und später auch in Wien ranken. Viele Menschen nahmen Einfluß auf das Werk, Offenbach mußte einiges ändern und starb mittendrin. Einige Schüler brachten dann Opernende zustande, aber keines paßt wirklich. Ein Genuß für Musikwissenschaftler und auch Operndirektoren, die gerne Sensationen aufführen möchten. Der cholerische Direktor (alles ist Fantasie) in der Wiener Staatsoper hatte verkündet, daß er die endgültige Fassung spielen lassen wird. Der zu Tode Gestürzte war ein wichtiger Weg zu den seltenen Unterlagen gewesen. Letztendlich werden weder die Frage ob Suizid oder Unfall oder Mord , noch die Fragen nach den Unterlagen der Oper gelöst.
Der Kriminalroman ist bestens für Opernfans geeignet, auch wenn die Entstehungsgeschichte einige Male erzählt wird. Böse werden der cholerische Opernchef geschildert und Witze über seine Couch, ohne die eine Dame nicht an seinem Haus singen könne. Sympathie hat hier keinen Platz.
Sympathisch werden die Privatleben der beiden Polizeiinspektoren geschildert - der eine in einer eher unguten Ehe, der andere der eine Liebschaft mit einer Zeugin hat, die durchaus attraktiv und gepflegt ist.
Die Personenschilderungen gefallen mir sehr gut - der ältliche Connaisseur und Sammler von Noten in schönen Hietzing im kläffendem apricotfarbenen Pudel, die Kantinenwirtin in der Staatsoper, die arme Sekretärin des mehr als temperamentvollen Operndirektors und der treu an der Oper arbeitende Kapellmeister und Musikwissenschaftler etc.
In Summe in angenehmes Buch, das für mich leider etwas an Spannung fehlen läßt, aber nett unterhält.
Rupert Schöttle wurde 1957 in Mannheim geboren, bezog seine Cellisten-Ausbildung in Salzburg und Wien und spielt beim Wiener Staatsopernorchester/Wiener Philharmonikern.
"Täter im Frack" - Das Rätsel um Hofmanns Erzählungen. Ein kriminalistischer Opernführer in fünf Akten
2003, Bibliophile Edition, Wien
163 Seiten
ISBN 3-9500956-3-2
Auf dem rabenschwarzen Bucheinband lächelt versonnen der gezeichnete Jacques Offenbach mit Cello im Arm am Leser knapp vorbei. Der Krimi spielt in Wien und bietet für Opernenthusiasten nette Unterhaltung.
Ein Mann stürzt vor die Wiener U-Bahn. Unfall oder Mord ? Die Inspektoren Vogel und Walz ermitteln und stossen bald auf die Geschichten die sich um das Entstehen von "Hoffmanns Erzählungen" in Paris und später auch in Wien ranken. Viele Menschen nahmen Einfluß auf das Werk, Offenbach mußte einiges ändern und starb mittendrin. Einige Schüler brachten dann Opernende zustande, aber keines paßt wirklich. Ein Genuß für Musikwissenschaftler und auch Operndirektoren, die gerne Sensationen aufführen möchten. Der cholerische Direktor (alles ist Fantasie) in der Wiener Staatsoper hatte verkündet, daß er die endgültige Fassung spielen lassen wird. Der zu Tode Gestürzte war ein wichtiger Weg zu den seltenen Unterlagen gewesen. Letztendlich werden weder die Frage ob Suizid oder Unfall oder Mord , noch die Fragen nach den Unterlagen der Oper gelöst.
Der Kriminalroman ist bestens für Opernfans geeignet, auch wenn die Entstehungsgeschichte einige Male erzählt wird. Böse werden der cholerische Opernchef geschildert und Witze über seine Couch, ohne die eine Dame nicht an seinem Haus singen könne. Sympathie hat hier keinen Platz.
Sympathisch werden die Privatleben der beiden Polizeiinspektoren geschildert - der eine in einer eher unguten Ehe, der andere der eine Liebschaft mit einer Zeugin hat, die durchaus attraktiv und gepflegt ist.
Die Personenschilderungen gefallen mir sehr gut - der ältliche Connaisseur und Sammler von Noten in schönen Hietzing im kläffendem apricotfarbenen Pudel, die Kantinenwirtin in der Staatsoper, die arme Sekretärin des mehr als temperamentvollen Operndirektors und der treu an der Oper arbeitende Kapellmeister und Musikwissenschaftler etc.
In Summe in angenehmes Buch, das für mich leider etwas an Spannung fehlen läßt, aber nett unterhält.
Rupert Schöttle wurde 1957 in Mannheim geboren, bezog seine Cellisten-Ausbildung in Salzburg und Wien und spielt beim Wiener Staatsopernorchester/Wiener Philharmonikern.
Montag, 8. Juli 2013
Moritz Matthies (Pseud) : "Voll Speed"
Moritz Matthies (Pseud) :
"Voll Speed"
2013, Fischer Verlag GmbH, Frankfurt
294 Seiten
ISBN 978-3-651-0054-41
Dieser Roman ist der Folgeband von "Ausgefressen", in dem der Erdmännchenclan einiges in seinem Zoo erlebt hat und mich fast auf jeder Seite zum Lachen oder doch zum Kichern gebracht hatte.
Diesmal finden Ray und Rufus in einem Superboot, als sie durch die Kanalisation sausen eine Männerleiche. Detektiv Phil, der wieder von der Partie ist, erkennt in ihm seinen ehemaligen Detektivpartner. Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf. Ray der mit Besorgnis sieht, daß seine jüngeren Brüder nicht nur von Traubenzucker high sind, sieht auch daß sich seine Clanmitglieder und andere Bewohner des Zoos mit irgendeiner Droge überfordern. Seinen Bruder rettet nur der Biß einer Schlange. Am Schluß findet die Polizei den Grund für Mord und die Drogen.
Leider ist das Buch diesmal nicht so lustig wie der erste Band. Ray benimmt sich mehr wie ein frecher, pubertierender, hormongesteuerter Jüngling aber ohne den Charme des ersten Buches. Auch Rufus hat sich geändert - er ist kein Bücher-Erdmann mehr, sondern ein technisch raffinierter Erdmann der sich bei Schiffsbau, Überwachnungskameras etc. bestens auskennt. Rocky, der erstgeborene und kampforientierte Clanführer, hat mittlerweile gelernt, seine jüngeren Brüder nicht mehr zu schlagen, wenn sie anderer Meinung sind. Auch Elsa, die angeschwärmte Chinchilladame, gibt es noch - für Ray.
Die Geschichte ist etwas verrückt. Die Aktion in der Kanalisation und die Kämpfe gegen die Ratten sind witzig.
In Summe ein unterhaltsames Buch, mit Humor, aber leider nach dem ersten Band etwas enttäuschend und mir etwas zu sex-fixiert.
"Voll Speed"
2013, Fischer Verlag GmbH, Frankfurt
294 Seiten
ISBN 978-3-651-0054-41
Dieser Roman ist der Folgeband von "Ausgefressen", in dem der Erdmännchenclan einiges in seinem Zoo erlebt hat und mich fast auf jeder Seite zum Lachen oder doch zum Kichern gebracht hatte.
Diesmal finden Ray und Rufus in einem Superboot, als sie durch die Kanalisation sausen eine Männerleiche. Detektiv Phil, der wieder von der Partie ist, erkennt in ihm seinen ehemaligen Detektivpartner. Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf. Ray der mit Besorgnis sieht, daß seine jüngeren Brüder nicht nur von Traubenzucker high sind, sieht auch daß sich seine Clanmitglieder und andere Bewohner des Zoos mit irgendeiner Droge überfordern. Seinen Bruder rettet nur der Biß einer Schlange. Am Schluß findet die Polizei den Grund für Mord und die Drogen.
Leider ist das Buch diesmal nicht so lustig wie der erste Band. Ray benimmt sich mehr wie ein frecher, pubertierender, hormongesteuerter Jüngling aber ohne den Charme des ersten Buches. Auch Rufus hat sich geändert - er ist kein Bücher-Erdmann mehr, sondern ein technisch raffinierter Erdmann der sich bei Schiffsbau, Überwachnungskameras etc. bestens auskennt. Rocky, der erstgeborene und kampforientierte Clanführer, hat mittlerweile gelernt, seine jüngeren Brüder nicht mehr zu schlagen, wenn sie anderer Meinung sind. Auch Elsa, die angeschwärmte Chinchilladame, gibt es noch - für Ray.
Die Geschichte ist etwas verrückt. Die Aktion in der Kanalisation und die Kämpfe gegen die Ratten sind witzig.
In Summe ein unterhaltsames Buch, mit Humor, aber leider nach dem ersten Band etwas enttäuschend und mir etwas zu sex-fixiert.
Labels:
2013,
Autor,
AutorIn-Pseudonym,
Deutschland,
Erdmännchen,
Humor,
Tiere
Samstag, 29. Juni 2013
Mary L. Longworth : "Mord in der Rue Dumas"
Mary L. Longworth :
"Mord in der Rue Dumas" - Ein Provence Krimi
original "Murder in the Rue Dumas"
2012, Penguin Books, New York
aus dem Amerikanischen von Helmut Ettinger
2013, Aufbau Taschenbuch Verlag GmbH & co KG
342 Seiten
ISBN 978-3-7466-2932-2
Dieser Kriminalroman erzählt eine vergnügliche Geschichte die viel in der Provence spielt, Ausflüge nach Italien macht und im Universitäts- und Stipendiatsmilieu spielt. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz, Essensgenuß noch weniger.
Untersuchungsrichter Antoine Verlaque, ein gutaussehender erfolgreicher Mann löst hier seinen zweiten Fall. Er wird gerufen um den Mord an einem Theologieprofessor in Aix-en-Provence aufzuklären. Dieser hatte genüßlich seine Macht ausgespielt als er seine Pensionierung zuerst angekündigt und dann widerrufen hatte, und als er die Anwärter auf das "Dumas"-Stipendium gegeneinander ausspielte. An Verdächtigen besteht bereits auf der Universität kein Mangel, als sich dann noch herausstellt, daß der ausgewiesene Gallé-Vasensammler auch eine Fälschung besessen hatte, wird das mögliche Täterfeld noch erweitert. Nach einem Kurzbesuch ins nahegelegene Italien werden Mord und Fälschungshintergrund aufgeklärt.
Die Geschichte ist schön geschrieben, und ist mit bißchen Muße schön zu genießen. Die Personenschilderungen sind vielfältig an Temperament, Interessen, Intellektualität, familiärem Background. Auf den Ebenen Liebe, Ehe, Beziehungen, Flirts sind auch alle vorhanden.
Die Orte der Handlung sind detailliert geschildert und gut vorstellbar. Auch die auftragen oder gekochten oder geplanten lukullischen Köstlichkeiten sind so plastisch, daß beim Lesen Gusto entstehen kann.
Die Welt der theologischen Fakultäten in 21. Jahrhundert, in Zeiten der Sparsamkeit, aber auch die geistigen Dispute zwischen den verschiedenen spirituellen 'Lagern' macht Vergnügen zu Verfolgen.
In Summe ein empfehlenswertes Buch, das ich mir als Geschenk in meinem Freundeskreis gut vorstellen kann.
"Mord in der Rue Dumas" - Ein Provence Krimi
original "Murder in the Rue Dumas"
2012, Penguin Books, New York
aus dem Amerikanischen von Helmut Ettinger
2013, Aufbau Taschenbuch Verlag GmbH & co KG
342 Seiten
ISBN 978-3-7466-2932-2
Dieser Kriminalroman erzählt eine vergnügliche Geschichte die viel in der Provence spielt, Ausflüge nach Italien macht und im Universitäts- und Stipendiatsmilieu spielt. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz, Essensgenuß noch weniger.
Untersuchungsrichter Antoine Verlaque, ein gutaussehender erfolgreicher Mann löst hier seinen zweiten Fall. Er wird gerufen um den Mord an einem Theologieprofessor in Aix-en-Provence aufzuklären. Dieser hatte genüßlich seine Macht ausgespielt als er seine Pensionierung zuerst angekündigt und dann widerrufen hatte, und als er die Anwärter auf das "Dumas"-Stipendium gegeneinander ausspielte. An Verdächtigen besteht bereits auf der Universität kein Mangel, als sich dann noch herausstellt, daß der ausgewiesene Gallé-Vasensammler auch eine Fälschung besessen hatte, wird das mögliche Täterfeld noch erweitert. Nach einem Kurzbesuch ins nahegelegene Italien werden Mord und Fälschungshintergrund aufgeklärt.
Die Geschichte ist schön geschrieben, und ist mit bißchen Muße schön zu genießen. Die Personenschilderungen sind vielfältig an Temperament, Interessen, Intellektualität, familiärem Background. Auf den Ebenen Liebe, Ehe, Beziehungen, Flirts sind auch alle vorhanden.
Die Orte der Handlung sind detailliert geschildert und gut vorstellbar. Auch die auftragen oder gekochten oder geplanten lukullischen Köstlichkeiten sind so plastisch, daß beim Lesen Gusto entstehen kann.
Die Welt der theologischen Fakultäten in 21. Jahrhundert, in Zeiten der Sparsamkeit, aber auch die geistigen Dispute zwischen den verschiedenen spirituellen 'Lagern' macht Vergnügen zu Verfolgen.
In Summe ein empfehlenswertes Buch, das ich mir als Geschenk in meinem Freundeskreis gut vorstellen kann.
Labels:
2012,
2013,
Autorin,
Essen,
Frankreich,
Krimi,
Kultur,
Liebe,
Provence,
Übersetzer,
Universität
Donnerstag, 27. Juni 2013
Howard L. Anderson : "Albert - Ein glorreiches Schnabeltier"
Howard L. Anderson :
"Albert - Ein glorreiches Schnabeltier"
Roman
original "Albert of Adelaide"
2012, Twelve, New York
aus dem Amerikanischen von Georg Deggerich
2013, Ullstein Buchverlage GmbH
260 Seiten
2 Seiten Vorwort und 1 Seite Mitwirkende
In den Buchinnenseiten Karte Australiens mit der Route von Albert
ISBN 978-3-550-08894-0
Als ich das Buchcover mit einer Zeichnung eines aufrecht sitzenden Schnabeltieres (Platypus) mit Hut und Flasche unter dem Arm sah, habe ich gedacht hier eine nette posierliche Geschichte lesen zu dürfen. Nett und posierlich ist der Roman nicht, sondern eine Geschichte von Tieren mit sehr menschlichem Verhalten, einigen Toten aber doch einem Sieg des "Guten".
Der Titelheld Albert ist aus dem Tiergarten in Adelaide ausgebrochen weil ihm das Leben dort, mit geplantem Essen, dummen Menschengesichtern und keiner Rückzugsmöglichkeit auf die Nerven ging. Leider hat er auf dem Weg ins "alte Australien" zu wenig Flüssigkeit in die Wüste mitgenommen. Jack, ein Wombat in Mantel, mit Pistole, Teeblättern und Sardinenbüchsen rettet ihn. In einem Schnapsladen in einer Stadt lernt Albert die beiden Bandicoots (Nasenbeutler, die Ratten ziemlich ähnlich sehen) Roger und Alvin kennen - zwei eher unverläßliche Zeitgenossen. Als Jack den Schnapsladen und irrtümlich die halbe Stadt niederbrennt, erklärt das Känguru, dem der Schnapsladen gehörte und der ausgewiesener Beuteltierfreund (also Schnabeltierfeind) ist, Albert zum Feind und läßt ihn steckbrieflich suchen. Albert und Jack trennen sich sicherheitshalber. Albert gerät in den Hinterhalt zweier Krimineller : des Possums Theodore und des Wallabys Bertram. Wallabys haben einen schlechten Ruf in Australien - auf Bertram trifft er zu. Albert wird von TJ gerettet. TJ ist ein kämpferischer, auf Sauberkeit bedachter Waschbär aus Chicago, der sich irrtümlich auf ein Schiff nach Australien gerettet hat. Daß er kämpfen kann, sichert ihm den Respekt der Dingos die sonst wenig Respekt vor anderen haben und Feinde auffressen. In einer Schlacht kämpfen der Schnapsladenbesitzer und die zwei Kriminellen mit Wallabys gegen Albert, TJ, Jack, die Dingos und Muldoon. Muldoon ist ein tasmanischer Teufel (was eh schon selten ist) und ein legendärer Kämpfer. Er ist ein ehemaliger Freund von Jack, der versucht hatte bei einem Kampf mit Feuer zu helfen und so sich und seinen Freund gefährdet und ziemlich verletzt hatte. Nach der Schlacht, bei der 'die guten' siegen, gibt es einige Tote zu betrauern, TJ sucht sich ein Schiff um wieder nach Chicago zu fahren und Albert sucht weiter das "alte Australien".
Die eher skurrile Geschichte ist gut zu lesen, bzw. lief bei mir als Zeichentrickfilm vor meinem geistigen Auge ab. Die Charaktäre sind tw. schön gezeichnet. Manche bleiben flach. Als Versuch kleine 'happy ends' zu schreiben sind in dem Roman wenn Jack und Muldoon an ihre frühere Freundschaft wieder anknüpfen, bzw. TJ nach einer ziemlichen Keilerei von seinen Freunden wieder geheilt wird. Auch Weichheit und Verrat haben Platz in den Beobachtungen.
Böse beobachtet ist wenn das Schild vor dem Schnapsladen beschrieben wird, in dem nur Beuteltiere Eintritt haben. Albert kann mit einem Trick hinein. Böse ist es auch wenn Albert entdeckt, daß die Kriminellen Possum & Wallaby das Wasser der Dingos vergiften und er als wasserliebendes Tier dieses nur abscheulich finden kann.
Es ist keine wirklich nette Geschichte, aber Menschen die Australien kennen und mögen durchaus zu empfehlen.
"Albert - Ein glorreiches Schnabeltier"
Roman
original "Albert of Adelaide"
2012, Twelve, New York
aus dem Amerikanischen von Georg Deggerich
2013, Ullstein Buchverlage GmbH
260 Seiten
2 Seiten Vorwort und 1 Seite Mitwirkende
In den Buchinnenseiten Karte Australiens mit der Route von Albert
ISBN 978-3-550-08894-0
Als ich das Buchcover mit einer Zeichnung eines aufrecht sitzenden Schnabeltieres (Platypus) mit Hut und Flasche unter dem Arm sah, habe ich gedacht hier eine nette posierliche Geschichte lesen zu dürfen. Nett und posierlich ist der Roman nicht, sondern eine Geschichte von Tieren mit sehr menschlichem Verhalten, einigen Toten aber doch einem Sieg des "Guten".
Der Titelheld Albert ist aus dem Tiergarten in Adelaide ausgebrochen weil ihm das Leben dort, mit geplantem Essen, dummen Menschengesichtern und keiner Rückzugsmöglichkeit auf die Nerven ging. Leider hat er auf dem Weg ins "alte Australien" zu wenig Flüssigkeit in die Wüste mitgenommen. Jack, ein Wombat in Mantel, mit Pistole, Teeblättern und Sardinenbüchsen rettet ihn. In einem Schnapsladen in einer Stadt lernt Albert die beiden Bandicoots (Nasenbeutler, die Ratten ziemlich ähnlich sehen) Roger und Alvin kennen - zwei eher unverläßliche Zeitgenossen. Als Jack den Schnapsladen und irrtümlich die halbe Stadt niederbrennt, erklärt das Känguru, dem der Schnapsladen gehörte und der ausgewiesener Beuteltierfreund (also Schnabeltierfeind) ist, Albert zum Feind und läßt ihn steckbrieflich suchen. Albert und Jack trennen sich sicherheitshalber. Albert gerät in den Hinterhalt zweier Krimineller : des Possums Theodore und des Wallabys Bertram. Wallabys haben einen schlechten Ruf in Australien - auf Bertram trifft er zu. Albert wird von TJ gerettet. TJ ist ein kämpferischer, auf Sauberkeit bedachter Waschbär aus Chicago, der sich irrtümlich auf ein Schiff nach Australien gerettet hat. Daß er kämpfen kann, sichert ihm den Respekt der Dingos die sonst wenig Respekt vor anderen haben und Feinde auffressen. In einer Schlacht kämpfen der Schnapsladenbesitzer und die zwei Kriminellen mit Wallabys gegen Albert, TJ, Jack, die Dingos und Muldoon. Muldoon ist ein tasmanischer Teufel (was eh schon selten ist) und ein legendärer Kämpfer. Er ist ein ehemaliger Freund von Jack, der versucht hatte bei einem Kampf mit Feuer zu helfen und so sich und seinen Freund gefährdet und ziemlich verletzt hatte. Nach der Schlacht, bei der 'die guten' siegen, gibt es einige Tote zu betrauern, TJ sucht sich ein Schiff um wieder nach Chicago zu fahren und Albert sucht weiter das "alte Australien".
Die eher skurrile Geschichte ist gut zu lesen, bzw. lief bei mir als Zeichentrickfilm vor meinem geistigen Auge ab. Die Charaktäre sind tw. schön gezeichnet. Manche bleiben flach. Als Versuch kleine 'happy ends' zu schreiben sind in dem Roman wenn Jack und Muldoon an ihre frühere Freundschaft wieder anknüpfen, bzw. TJ nach einer ziemlichen Keilerei von seinen Freunden wieder geheilt wird. Auch Weichheit und Verrat haben Platz in den Beobachtungen.
Böse beobachtet ist wenn das Schild vor dem Schnapsladen beschrieben wird, in dem nur Beuteltiere Eintritt haben. Albert kann mit einem Trick hinein. Böse ist es auch wenn Albert entdeckt, daß die Kriminellen Possum & Wallaby das Wasser der Dingos vergiften und er als wasserliebendes Tier dieses nur abscheulich finden kann.
Es ist keine wirklich nette Geschichte, aber Menschen die Australien kennen und mögen durchaus zu empfehlen.
Labels:
2012,
2013,
Abenteuer,
Australien,
Autor,
Humor,
Roman,
Skurrilität,
Tiere,
Übersetzer
Samstag, 15. Juni 2013
Jordi Sierra i Fabra : "Tod in Havanna"
Jordi Sierra i Fabra :
"Tod in Havanna"
Distelkrimi
original "Cuba, la noche de la jinetera"
1996,
aus dem spanischen von Horst Rosenbauer
2000, Distel Verlag
270 Seiten
ISBN 3-923208-42-1
Der Journalist Daniel Ros wird nach Kuba geschickt, um die Story seines Kollegen und Freundes fertig zu schreiben. Dieser Freund Estanis war an einer Dosis Rauschgift gestorben, was bei seiner Umgebung Befremden auslöst. Daniel geht in Havanna auf die Suche nach einer Frau, von der er nur ein Photo und ein rotes Stückchen Unterwäsche gefunden hat. Daniel sieht viele attraktive kubanische Frauen, die versuchen mit Liebe aus dem Land zu kommen. Sie definieren sich als "Jinetera" - Sex ist Lebensfreude, Geld ist nett aber steht nicht an erster Stelle. Auch ihm geht die Nähe einer dieser schönen sinnlichen Frauen ziemlich unter die Haut.
Es ist Mitte der 90-jahre Jahre des 20. Jahrhunderts, und wieder versuchen viele Kubaner auf abenteuerlichen Instrumenten das Meer nach Miami zu ihren Familien zu erreichen. Die Armut auf der Insel ist vielen zu viel, was Flucht oder Attentatsversuche auf Castro nach sich zieht. Fast wird Daniel in so ein Attentat verwickelt.
Auf den letzten Seiten löst Daniel das Rätsel um das Rauschgift in seines Freundes Blut.
90-er Jahre des 20. Jahrhunderts heißt, daß Handy, Internet oder sonstige rasche Kommunikation noch nicht üblich sind. Daniel findet Nachrichten bei der Rezeption oder daheim im Barcelona auf dem Anrufbeantworter. Orientierung im Auto findet noch anhand von Straßenkarten statt.
Die Frauen sind als schön geschildert, Männer vorhanden aber deren Schilderung geht unter. Mir sind zuviele Sexszenen beschrieben.
Die Armut mancher Szenerien mit ausgemergelten, harten, brutalen Gestalten im Gegensatz zu den Hotellandschaften mit Pool, Drinks und anschmiegsamen jungen Frauen ist hart. Das Leben des Erotiktouristen mit seiner Dummheit und seinem abgeschottet-sein von der kargen Umgebung dürfte ziemlich den Punkt getroffen haben.
Die Geschichte geht leider in zuviel Erotik und wiederholtem Jinetera-erklären unter. Der Roman ist aber trotzdem unterhaltend, und mit seiner Art Kuba zu beschreiben auf diese Insel neugierig machend.
Jordi Sierra i Fabra wurde am 26. Juni 1947 in Barcelona geboren. Er ist ein spanischer Jugendbuchautor und Autor von Kriminalromanen und schreibt auf castillan und catalan.
Von 1972 bis 2006 hat er über 400 Bücher verfasst, wobei er mit 12 Jahren seinen ersten Roman veröffentlichte . Er hat viele Bücher für Kinder und Jugendliche veröffentlich und eine lange Liste an Romanen für Erwachsene. Für sein Engagement für Kinder- und Jugendliteratur hat er viele Preis erhalten. Im Jahr 2004 gründete er zur Nachwuchsförderung die Fundación Jordi Sierra i Fabra in Barcelona und die Fundación Taller de Letras Jordi Sierra i Fabra in Medellin (Kolumbien). Viele seiner Bücher wurden außer ins Deutsche auch ins Englische, Französische, Russische, Koreanische, Chinesische und in andere Sprachen übersetzt. Einzelne Werke wurden verfilmt oder für die Bühne bearbeitet.
auf deutsch gibt/gab es :
Ungebeten Gäste (Cambio de cerebro). Ravensburger Buchhandl. 1998.
Der letze Miwok-Indianer: (El último verano miwok). Signal 1989
Tod in Havanna (Cuba, la noche de la jinetera). Distel 2000
Gauditronix. Dressler 2009 ([978-3791519098]
1970 hat er als Musikkommentator begonnen. Mittlerweiler ist er ist Gründer mehrerer Musikzeitschriften wie beispielsweise Disco Exprés, Extra, oder Súper Pop (ab 1977) und gilt als Experte für spanische Pop- und Rockmusik.
"Tod in Havanna"
Distelkrimi
original "Cuba, la noche de la jinetera"
1996,
aus dem spanischen von Horst Rosenbauer
2000, Distel Verlag
270 Seiten
ISBN 3-923208-42-1
Der Journalist Daniel Ros wird nach Kuba geschickt, um die Story seines Kollegen und Freundes fertig zu schreiben. Dieser Freund Estanis war an einer Dosis Rauschgift gestorben, was bei seiner Umgebung Befremden auslöst. Daniel geht in Havanna auf die Suche nach einer Frau, von der er nur ein Photo und ein rotes Stückchen Unterwäsche gefunden hat. Daniel sieht viele attraktive kubanische Frauen, die versuchen mit Liebe aus dem Land zu kommen. Sie definieren sich als "Jinetera" - Sex ist Lebensfreude, Geld ist nett aber steht nicht an erster Stelle. Auch ihm geht die Nähe einer dieser schönen sinnlichen Frauen ziemlich unter die Haut.
Es ist Mitte der 90-jahre Jahre des 20. Jahrhunderts, und wieder versuchen viele Kubaner auf abenteuerlichen Instrumenten das Meer nach Miami zu ihren Familien zu erreichen. Die Armut auf der Insel ist vielen zu viel, was Flucht oder Attentatsversuche auf Castro nach sich zieht. Fast wird Daniel in so ein Attentat verwickelt.
Auf den letzten Seiten löst Daniel das Rätsel um das Rauschgift in seines Freundes Blut.
90-er Jahre des 20. Jahrhunderts heißt, daß Handy, Internet oder sonstige rasche Kommunikation noch nicht üblich sind. Daniel findet Nachrichten bei der Rezeption oder daheim im Barcelona auf dem Anrufbeantworter. Orientierung im Auto findet noch anhand von Straßenkarten statt.
Die Frauen sind als schön geschildert, Männer vorhanden aber deren Schilderung geht unter. Mir sind zuviele Sexszenen beschrieben.
Die Armut mancher Szenerien mit ausgemergelten, harten, brutalen Gestalten im Gegensatz zu den Hotellandschaften mit Pool, Drinks und anschmiegsamen jungen Frauen ist hart. Das Leben des Erotiktouristen mit seiner Dummheit und seinem abgeschottet-sein von der kargen Umgebung dürfte ziemlich den Punkt getroffen haben.
Die Geschichte geht leider in zuviel Erotik und wiederholtem Jinetera-erklären unter. Der Roman ist aber trotzdem unterhaltend, und mit seiner Art Kuba zu beschreiben auf diese Insel neugierig machend.
Jordi Sierra i Fabra wurde am 26. Juni 1947 in Barcelona geboren. Er ist ein spanischer Jugendbuchautor und Autor von Kriminalromanen und schreibt auf castillan und catalan.
Von 1972 bis 2006 hat er über 400 Bücher verfasst, wobei er mit 12 Jahren seinen ersten Roman veröffentlichte . Er hat viele Bücher für Kinder und Jugendliche veröffentlich und eine lange Liste an Romanen für Erwachsene. Für sein Engagement für Kinder- und Jugendliteratur hat er viele Preis erhalten. Im Jahr 2004 gründete er zur Nachwuchsförderung die Fundación Jordi Sierra i Fabra in Barcelona und die Fundación Taller de Letras Jordi Sierra i Fabra in Medellin (Kolumbien). Viele seiner Bücher wurden außer ins Deutsche auch ins Englische, Französische, Russische, Koreanische, Chinesische und in andere Sprachen übersetzt. Einzelne Werke wurden verfilmt oder für die Bühne bearbeitet.
auf deutsch gibt/gab es :
Labels:
1996,
2000,
Autor,
Erotik,
Journalismus,
Krimi,
Kuba,
Politik,
Romanze,
Übersetzer
Abonnieren
Posts (Atom)
