Erling Sandmo :
"Ungeheuerlich - Seemonster in Karten und Literatur 1491-1895"
original "Uhyrlig"
2017, Olso
aus dem Norwegischen übersetzt von Sylvia Kall
2018, Nagel & Kimche
91 Seiten - dickes ausgeschnittenes Cover durch das ein Fischmonster-Auge lugt + 2 Seiten Quellen
ISBN : 978-3-312-01094-3
Phantasievolle Tiere der Wasserwelt die auf Karten die sich in Norwegens Büchereien befinden sind hier liebevoll beschrieben und erläutert. Kapitelweise wird auf zwei Seiten das ausgewählte mehr oder minder gefährliche Wassermonster beschrieben und auf den folgenden zwei Seiten ist die schöne Abbildung dazu.
Bischof Erik Pontoppidan und Olaus Magnus sind die Grundlagen für das meiste Getier. In die Beschreibungen geht einerseits katholische Bewertung von gar fürchterlichen Verbrechen wie Sinnlichkeit einher; andererseits wird auch auf Übersetzungsfehler eingegangen die dann zu ziemlich schrägen Umsetzungen führten. Andere Übersetzer von Grundlagentexten sind weniger klerikal unterwegs.
Es werden Superriesenkraken beschrieben, phantasievoll zusammengesetzte Fabelwesen, singende Wesen die wir aus der Odyssee kennen aber in den Norden reklamiert werden, verschiedene Walarten die Jonas beherbergt hatten, etc.
Das schmale Buch mit gutem hartem Einband ist entzückend und macht es macht Spaß einerseits den Angstphantasien der Menschen auf dem Meer zu folgen, aber mir noch mehr die faszinierenden Zeichnungen zu betrachten. Viel Freunde dabei !
Erling Sverdrup Sandmo wurde am 6. November 1963 geboren. Er ist Historiker, Musikkritiker und hat eine Radiosendung. Außerdem ist der Professor für Geschichte und Archäologie an der Universität Oslo.
Samstag, 15. September 2018
Dienstag, 11. September 2018
Antonio Tabucchi : "Erklärt Pereira"
Antonio Tabucchi :
"Erklärt Pereira" - eine Zeugenaussage
original "sostiene Pereira"
1994, Feltrinelli Mailand
Aus dem Italienischen von Karin Fleischhanderl
1995, Carl Hanser Verlag
201 Seiten
ISBN 3-446-18298-5
Pereira, ein rundlicher Kulturjournalist in Portugal mit Faible für französische Autoren des 19. Jahrhunderts wird mit einem jungen Mann, den er als Praktikenten beschäftigt, bekannt. Dieser engagiert sich für die Republikaner im benachbarten Spanien, und das 1938 in der Zeit des Guernica-Angriffs. Während der Journalist versucht in seiner Welt zu bleiben, indem er französische Autoren übersetzt und Nachrufe plant, Omelette verspeist und Limonade trinkt, was auf 190 Seiten geschieht, bricht in den letzten Seiten die Brutalität der Realität in seine Wohnung ein, der junge Mann wird gefoltert und stirbt, worauf Pereira eine List für den Nachruf über den jungen Mann anwendet und sein Verschwinden plant.
Als Kunstgriff ist immer wieder "erklärt Pereira" in den Erzählstrom eingefügt, als ob er das Geschehen jemandem erzählte oder etwas beweisen muß.
Pereira ist Witwer, und unterhält sich mit dem Photo seiner Frau. Offen sprechen kann er mit einem lange bekannten Priester und später einem Arzt in einem Erholungsspital; sonst hält er sich mit dem Sprechen zurück, und versinkt lieber im Übersetzen. Der Roman liest sich gemütlich, Literatur und Philosophie und die Überlegungen über das 'hegemonische Ich' werden gepflegt.
Die Welt des Praktikanten und seiner Freundin, die sich beide für die Nationalisten und gegen Franco entschieden haben, sind ihm fremd. Erst als sich die spanische Kirche auf die Seite Francos schlägt, das Dorf Guernica zerstört wird und der vertrauensselige Praktikant in seiner Wohnung getötet wird, gewinnt der Roman an Geschwindigkeit und Wendigkeit.
Personen der Handlung sind Pereira, der Herausgeber der Zeitung, die Hausmeisterin (und wahrscheinlich Polizeispitzel der Salazar-Diktatur), Praktikant Rossi und seine Freundin Martha. Orte sind Lissabon, und Gegenden am Land oder am Meer.
Es fallen viele Namen von Autoren und Philosophen die mir nicht immer etwas gesagt haben. Beispielsweise sind genannt : Francois Mauriac (französischer Schriftsteller; 1885 - 1970), Filippo Marinetti (italienischer Schrifsteller, Futurist 1876 - 1944), Georges Bernanos (französischer Schriftsteller, 1888 - 1948), Gabriele D'Annunzio (italienischer Schrifsteller, Symbolist; 1863 - 1938), Alphonse Daudet (französischer Schriftsteller; 1840 - 1897).
Das Buch war nicht einfach zu Lesen. Die Welt des dicken einsamen Mannes bietet nicht viel Abwechslung. Faszinierend wie er den Krieg im Nachbarland komplett ausklammert.
Das Buch wurde 1995 mit Marcello Mastroianni in der Rolle des Dr. Pereira verfilmt.
Antonio Tabucchi wurde am 24. September 1943 in Pisa geboren. Er lernte portugiesisch, als er an der Universität in Genua studierte. er war Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Übersetzer. Sein erstes Buch erschien 1975 in Italien (" Piazza d'Italia"). Er starb am 25. März 2012 in Lissabon.
"Erklärt Pereira" - eine Zeugenaussage
original "sostiene Pereira"
1994, Feltrinelli Mailand
Aus dem Italienischen von Karin Fleischhanderl
1995, Carl Hanser Verlag
201 Seiten
ISBN 3-446-18298-5
Pereira, ein rundlicher Kulturjournalist in Portugal mit Faible für französische Autoren des 19. Jahrhunderts wird mit einem jungen Mann, den er als Praktikenten beschäftigt, bekannt. Dieser engagiert sich für die Republikaner im benachbarten Spanien, und das 1938 in der Zeit des Guernica-Angriffs. Während der Journalist versucht in seiner Welt zu bleiben, indem er französische Autoren übersetzt und Nachrufe plant, Omelette verspeist und Limonade trinkt, was auf 190 Seiten geschieht, bricht in den letzten Seiten die Brutalität der Realität in seine Wohnung ein, der junge Mann wird gefoltert und stirbt, worauf Pereira eine List für den Nachruf über den jungen Mann anwendet und sein Verschwinden plant.
Als Kunstgriff ist immer wieder "erklärt Pereira" in den Erzählstrom eingefügt, als ob er das Geschehen jemandem erzählte oder etwas beweisen muß.
Pereira ist Witwer, und unterhält sich mit dem Photo seiner Frau. Offen sprechen kann er mit einem lange bekannten Priester und später einem Arzt in einem Erholungsspital; sonst hält er sich mit dem Sprechen zurück, und versinkt lieber im Übersetzen. Der Roman liest sich gemütlich, Literatur und Philosophie und die Überlegungen über das 'hegemonische Ich' werden gepflegt.
Die Welt des Praktikanten und seiner Freundin, die sich beide für die Nationalisten und gegen Franco entschieden haben, sind ihm fremd. Erst als sich die spanische Kirche auf die Seite Francos schlägt, das Dorf Guernica zerstört wird und der vertrauensselige Praktikant in seiner Wohnung getötet wird, gewinnt der Roman an Geschwindigkeit und Wendigkeit.
Personen der Handlung sind Pereira, der Herausgeber der Zeitung, die Hausmeisterin (und wahrscheinlich Polizeispitzel der Salazar-Diktatur), Praktikant Rossi und seine Freundin Martha. Orte sind Lissabon, und Gegenden am Land oder am Meer.
Es fallen viele Namen von Autoren und Philosophen die mir nicht immer etwas gesagt haben. Beispielsweise sind genannt : Francois Mauriac (französischer Schriftsteller; 1885 - 1970), Filippo Marinetti (italienischer Schrifsteller, Futurist 1876 - 1944), Georges Bernanos (französischer Schriftsteller, 1888 - 1948), Gabriele D'Annunzio (italienischer Schrifsteller, Symbolist; 1863 - 1938), Alphonse Daudet (französischer Schriftsteller; 1840 - 1897).
Das Buch war nicht einfach zu Lesen. Die Welt des dicken einsamen Mannes bietet nicht viel Abwechslung. Faszinierend wie er den Krieg im Nachbarland komplett ausklammert.
Das Buch wurde 1995 mit Marcello Mastroianni in der Rolle des Dr. Pereira verfilmt.
Antonio Tabucchi wurde am 24. September 1943 in Pisa geboren. Er lernte portugiesisch, als er an der Universität in Genua studierte. er war Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Übersetzer. Sein erstes Buch erschien 1975 in Italien (" Piazza d'Italia"). Er starb am 25. März 2012 in Lissabon.
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Freitag, 31. August 2018
Andrea Camilleri : "Jagd nach einem Schatten"
Andrea Camilleri :
"Jagd nach einem Schatten"
Roman
original "Inseguendo un'ombra"
2014, Sellerio editore, Palermo
Aus dem Italienischen von Annette Kopetzki
2018, Nagel & Kimche
195 Seiten
ISBN : 978-3-312-01086-8
Diese Jagd nach einem Schatten gilt einem Mann im 15 Jahrhundert. Geboren als Jude - vermutlich unter dem Namen Samuel Ben Nissim Abul Farag - merkt er die Nachteile als Juden in Sizilien, konvertiert - und nimmt den Namen Guglielmo Raimondo an-, wird mit Hetzpredigten gegen Juden und grandioser Rhetorik zu einem der Stars im Vatikan. Nach einer 'Verfehlung' - es wird Mord vermutet - flieht er zuerst nach Deutschland, und dann zurück diesmal in die Toskana, wo er unter dem Namen Flavio Mitridate, Übersetzer für Pico della Mirandola wird. Nachdem die Verfehlung nach Jahren wieder verfolgt wird, geht sein weiteres Schicksal unter - Camilleri hat einige Endvorschläge.
Camilleri geht hier auf Spuren anderer Schriftsteller und Historiker wie Leonardo Sciascia, und schreibt drei Kapitel in denen zuerst romanhaft wie gescheit, sprachengenial aber unangenehm und launenhaft der Mensch Samuel/Guglielmo/Flavio gewesen sein könnte / dürfte. In anderem Font arbeitet Camilleri die Unterschiede zwischen seiner Romanfigur und dem, was als es als Belegen gibt, auf.
Ob diese Menschen mit unterschiedlichem Namen wirklich ein Mensch sind, ist nicht geklärt. Geklärt ist die Homosexualität von Flavio, sowie eine Amoure die ihm vielleicht wichtig gewesen sein dürfte. Camilleri macht eine Liebesgeschichte daraus. Daß Flavio einen Liebensjungen vertraglich gesichert hat und diesen wiederholt einfordert, gilt als gesichert.
Die Menschen und Beziehungen im Vatikan zeichnen ein machtgieriges Beziehungsgerüst, in dem erotische Leidenschaften und Cliquen Jahrzehnte vor Luther und Papst Alexander VI den Kirchstaat diktieren.
Samuel/Guglielmo/Flavio ist das Zentrum des Romans. Ihm werden Gefühle, Gedanken und Handlungen im Roman angedichtet; seine Verwandlungen, sein Ehrgeiz und Geldgier sind die Angelpunkte seines Handelns. Einzig sympathisch wirkt seine Vorliebe für wunderbare Bücher.
Die Geschichte ist spannend erzählt, auch wenn etwas zu viele Fachvokabel wie Neophyt (bekehrter Jude), Sbirren (quasi Geheimpolizei in Rom/Vatikan) und v.a. lateinische Sätze aus dem Kirchenbereich, die ich mit den Resten meines Schullateins irgendwie sinnhaft übersetzen konnte. Sinngemäß wird oft im darauf folgenden Satz darauf hingewiesen und einigermaßen erklärt.
Das Buch ist für Menschen die sich gerne in die Renaissance einlesen vermutlich große Freude. Mich hat die Spannung und Ambivalenz zwischen Fantasie und Recherche fasziniert. Viel Freude beim Lesen !
Andrea Camilleri wurde am 6. September 1925 in Porto Empedocle auf Sizielien geboren. Er ist Drehbuchautor, Regisseur und ermutlich am bekanntesten als Schriftsteller. 1978 erschien sein erster Roman, 1994 sein erster Kriminalroman mit Commissario Montalbano (1999 auf Deutsch).
"Jagd nach einem Schatten"
Roman
original "Inseguendo un'ombra"
2014, Sellerio editore, Palermo
Aus dem Italienischen von Annette Kopetzki
2018, Nagel & Kimche
195 Seiten
ISBN : 978-3-312-01086-8
Diese Jagd nach einem Schatten gilt einem Mann im 15 Jahrhundert. Geboren als Jude - vermutlich unter dem Namen Samuel Ben Nissim Abul Farag - merkt er die Nachteile als Juden in Sizilien, konvertiert - und nimmt den Namen Guglielmo Raimondo an-, wird mit Hetzpredigten gegen Juden und grandioser Rhetorik zu einem der Stars im Vatikan. Nach einer 'Verfehlung' - es wird Mord vermutet - flieht er zuerst nach Deutschland, und dann zurück diesmal in die Toskana, wo er unter dem Namen Flavio Mitridate, Übersetzer für Pico della Mirandola wird. Nachdem die Verfehlung nach Jahren wieder verfolgt wird, geht sein weiteres Schicksal unter - Camilleri hat einige Endvorschläge.
Camilleri geht hier auf Spuren anderer Schriftsteller und Historiker wie Leonardo Sciascia, und schreibt drei Kapitel in denen zuerst romanhaft wie gescheit, sprachengenial aber unangenehm und launenhaft der Mensch Samuel/Guglielmo/Flavio gewesen sein könnte / dürfte. In anderem Font arbeitet Camilleri die Unterschiede zwischen seiner Romanfigur und dem, was als es als Belegen gibt, auf.
Ob diese Menschen mit unterschiedlichem Namen wirklich ein Mensch sind, ist nicht geklärt. Geklärt ist die Homosexualität von Flavio, sowie eine Amoure die ihm vielleicht wichtig gewesen sein dürfte. Camilleri macht eine Liebesgeschichte daraus. Daß Flavio einen Liebensjungen vertraglich gesichert hat und diesen wiederholt einfordert, gilt als gesichert.
Die Menschen und Beziehungen im Vatikan zeichnen ein machtgieriges Beziehungsgerüst, in dem erotische Leidenschaften und Cliquen Jahrzehnte vor Luther und Papst Alexander VI den Kirchstaat diktieren.
Samuel/Guglielmo/Flavio ist das Zentrum des Romans. Ihm werden Gefühle, Gedanken und Handlungen im Roman angedichtet; seine Verwandlungen, sein Ehrgeiz und Geldgier sind die Angelpunkte seines Handelns. Einzig sympathisch wirkt seine Vorliebe für wunderbare Bücher.
Die Geschichte ist spannend erzählt, auch wenn etwas zu viele Fachvokabel wie Neophyt (bekehrter Jude), Sbirren (quasi Geheimpolizei in Rom/Vatikan) und v.a. lateinische Sätze aus dem Kirchenbereich, die ich mit den Resten meines Schullateins irgendwie sinnhaft übersetzen konnte. Sinngemäß wird oft im darauf folgenden Satz darauf hingewiesen und einigermaßen erklärt.
Das Buch ist für Menschen die sich gerne in die Renaissance einlesen vermutlich große Freude. Mich hat die Spannung und Ambivalenz zwischen Fantasie und Recherche fasziniert. Viel Freude beim Lesen !
Andrea Camilleri wurde am 6. September 1925 in Porto Empedocle auf Sizielien geboren. Er ist Drehbuchautor, Regisseur und ermutlich am bekanntesten als Schriftsteller. 1978 erschien sein erster Roman, 1994 sein erster Kriminalroman mit Commissario Montalbano (1999 auf Deutsch).
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Samstag, 25. August 2018
Mario Giordano : "Tante Poldi und die sizilianischen Löwen"
Mario Giordano :
"Tante Poldi und die sizilianischen Löwen"
Kriminalroman
2016, Bastei Lübbe
362 Seiten
ISBN 978-3-404-17414-0
Der Kriminalroman findet auf Sizilien und in München statt. Tante Leopoldine aus München, eine muntere ehemalige Kostümausstatterin beim Fernsehen, beschließt nach dem Tod ihres italienischen Mannes auf dessen Heimatinsel Sizilien zu ziehen und dort zu leben. Mit Humor, Alkohol, Offenheit und Bereitschaft wirkliches Italienisch zu lernen öffnen sich ihr die Pforten der Nachbarschaft und Umgebung. Sie trifft eine junge bildhübsche französische Nachbarin auf deren Landgut, einen schmierigen Garten- und Hausgestalter, einen älteren Adeligen der Hölderlinfan ist, eine griesgrämige Besitzerin einer Eisdiele und auch den attraktiven Commissario Montana, der den Mord an einem hilfsbereiten jungen Mann lösen soll.
Die Geschichte wird erzählt, indem sie dem jungen Neffen ihre Gefühle, Erwartungen, Eindrücke und Wünsche erzählt - unterhaltsam durchsetzt mit bayrischen und italienischen Ausdrücken. Der beschriebene Neffe ist der Autor - bei den Figuren dürfte der Autor ins familiäre Nähkästchen greifen.
Sizilien und die Menschen sind mit viele Zuneigung erzählt. Liebevoll macht sich der Autor über die 'Italianita' und 'bella Figura' (immer gut ausschauen und die Würde wahren) lustig. Vergnüglich lesen sich die Ansichten der Poldi über das Anziehen und bringt damit zu Lachen (und auch zum Nachdenken).
Etwas Erotik wird saftig bayrisch geschildert.
Bei dem Kriminalroman ist mitraten nach dem Mörder möglich, auch wenn die Lösung sehr überraschend war.
Der Stil ist sehr unterhaltsam und bringt zum lauten Auflachen. Das Buch ist für einen verregneten Sommertag bestens geeignet. Viel Spaß beim Lesen !
Mario Giordano wurde am 30. Mai 1963 in München geboren. Er studierte Psychologie und Philosophie in Düsseldorf. Er schreibt Roman, Kinderbücher und Drehbücher (Tatort, Schimanski etc.).
"Tante Poldi und die sizilianischen Löwen"
Kriminalroman
2016, Bastei Lübbe
362 Seiten
ISBN 978-3-404-17414-0
Der Kriminalroman findet auf Sizilien und in München statt. Tante Leopoldine aus München, eine muntere ehemalige Kostümausstatterin beim Fernsehen, beschließt nach dem Tod ihres italienischen Mannes auf dessen Heimatinsel Sizilien zu ziehen und dort zu leben. Mit Humor, Alkohol, Offenheit und Bereitschaft wirkliches Italienisch zu lernen öffnen sich ihr die Pforten der Nachbarschaft und Umgebung. Sie trifft eine junge bildhübsche französische Nachbarin auf deren Landgut, einen schmierigen Garten- und Hausgestalter, einen älteren Adeligen der Hölderlinfan ist, eine griesgrämige Besitzerin einer Eisdiele und auch den attraktiven Commissario Montana, der den Mord an einem hilfsbereiten jungen Mann lösen soll.
Die Geschichte wird erzählt, indem sie dem jungen Neffen ihre Gefühle, Erwartungen, Eindrücke und Wünsche erzählt - unterhaltsam durchsetzt mit bayrischen und italienischen Ausdrücken. Der beschriebene Neffe ist der Autor - bei den Figuren dürfte der Autor ins familiäre Nähkästchen greifen.
Sizilien und die Menschen sind mit viele Zuneigung erzählt. Liebevoll macht sich der Autor über die 'Italianita' und 'bella Figura' (immer gut ausschauen und die Würde wahren) lustig. Vergnüglich lesen sich die Ansichten der Poldi über das Anziehen und bringt damit zu Lachen (und auch zum Nachdenken).
Etwas Erotik wird saftig bayrisch geschildert.
Bei dem Kriminalroman ist mitraten nach dem Mörder möglich, auch wenn die Lösung sehr überraschend war.
Der Stil ist sehr unterhaltsam und bringt zum lauten Auflachen. Das Buch ist für einen verregneten Sommertag bestens geeignet. Viel Spaß beim Lesen !
Mario Giordano wurde am 30. Mai 1963 in München geboren. Er studierte Psychologie und Philosophie in Düsseldorf. Er schreibt Roman, Kinderbücher und Drehbücher (Tatort, Schimanski etc.).
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Dienstag, 21. August 2018
Kate Moore : "Felix - Die Bahnhofskatze"
Kate Moore :
"Felix - Die Bahnhofskatze"
original "Felix - The Railway Cat"
2017, Penguin Books
Aus dem Englischen von Jochen Schwarzer
2018, Knaur Taschenbuch
334 Seiten + 3 Seiten Einleitung + 6 Seiten Epilog
ISBN 978-3-426-78951-3
Auf dem Cover ist eine wunderschöne grünäugige schwarz-weiße Katze mit langen weißen Schnurrbarthaaren, die ein Bahnhofskapperl über einem Ohr trägt.
Diese wahre Geschichte geht um eine schöne Katze die Huddersfield, Yorkshire, lebt. Einige engagierte Mitarbeiter haben sich drei Jahre um eine Katze als Mäusebekämpferin engagiert, bis endlich das schwarz-weiße flauschige Etwas 2011 zum Bahnhof kam. Liebevoll wird erzählt wie die Menschen am Bahnhof ihr langsam den Bahnhof als ihr Terrain bewußt machen, sie pflegen und sich um sie kümmern. In weiteren Kapiteln wird beschrieben wie sie den Bahnhof immer mehr als ihr Reich betrachtet, und gelassen zuerst auf die vielen Pendler und später auf die Journalisten reagiert.
Die Geschichte ist unterhaltsam erzählt und sehr mit dem Verständnis eines Menschen für das königliche Benehmen, das Katzen an den Tag legen können.
Die Menschen rundherum sind freundlich beschrieben, auch die wichtigen Menschen die wegen beruflicher Veränderung oder Tod aus dem Leben der Katze verschwanden.
Im Mittelteil des Buches sind 8 Seiten mit Photos von Felix seit dem Anbeginn bis aus der Zeit als berühmte Bahnhofskatze.
Das Buch ist ideal für Katzenfreaks, die Verständnis haben daß sich das Leben nur um eine Katze dreht. Viel Spaß beim Lesen - miau :-)
Kate Moore wurde in Northampton (England) geboren. Sie wuchs in Peterborough auf und studierte Englische Literatur an der Universitöt in Warwick. Sie schreibt in verschiedenen Genres von biographien und Geschichte; sie ist auch Ghostwriterin und war an der Spitze eines Buchverlagshauses. Einige Zeit trat sie als Theaterschauspielerin auf. Derzeit lebt sie in London.
"Felix - Die Bahnhofskatze"
original "Felix - The Railway Cat"
2017, Penguin Books
Aus dem Englischen von Jochen Schwarzer
2018, Knaur Taschenbuch
334 Seiten + 3 Seiten Einleitung + 6 Seiten Epilog
ISBN 978-3-426-78951-3
Auf dem Cover ist eine wunderschöne grünäugige schwarz-weiße Katze mit langen weißen Schnurrbarthaaren, die ein Bahnhofskapperl über einem Ohr trägt.
Diese wahre Geschichte geht um eine schöne Katze die Huddersfield, Yorkshire, lebt. Einige engagierte Mitarbeiter haben sich drei Jahre um eine Katze als Mäusebekämpferin engagiert, bis endlich das schwarz-weiße flauschige Etwas 2011 zum Bahnhof kam. Liebevoll wird erzählt wie die Menschen am Bahnhof ihr langsam den Bahnhof als ihr Terrain bewußt machen, sie pflegen und sich um sie kümmern. In weiteren Kapiteln wird beschrieben wie sie den Bahnhof immer mehr als ihr Reich betrachtet, und gelassen zuerst auf die vielen Pendler und später auf die Journalisten reagiert.
Die Geschichte ist unterhaltsam erzählt und sehr mit dem Verständnis eines Menschen für das königliche Benehmen, das Katzen an den Tag legen können.
Die Menschen rundherum sind freundlich beschrieben, auch die wichtigen Menschen die wegen beruflicher Veränderung oder Tod aus dem Leben der Katze verschwanden.
Im Mittelteil des Buches sind 8 Seiten mit Photos von Felix seit dem Anbeginn bis aus der Zeit als berühmte Bahnhofskatze.
Das Buch ist ideal für Katzenfreaks, die Verständnis haben daß sich das Leben nur um eine Katze dreht. Viel Spaß beim Lesen - miau :-)
Kate Moore wurde in Northampton (England) geboren. Sie wuchs in Peterborough auf und studierte Englische Literatur an der Universitöt in Warwick. Sie schreibt in verschiedenen Genres von biographien und Geschichte; sie ist auch Ghostwriterin und war an der Spitze eines Buchverlagshauses. Einige Zeit trat sie als Theaterschauspielerin auf. Derzeit lebt sie in London.
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Katze,
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Freitag, 17. August 2018
Melinda Mullet : "Whisky mit Mord"
Melinda Mullet :
"Whisky mit Mord"
Kriminalroman
original "Single Malt Murder"
2017, Alibi
aus dem Englischen von Ulrike Seeberger
2018, Aufbau Verlag
375 Seiten
ISBN : 978-3-7466-3391-6
Abigail Logan erbt von ihrem Onkel eine kleine feine Distillerie in Schottland, die sich endlich zu rentieren beginnt. Sie erhält mehrere böse Briefe, um sie von der Übernahme abzuhalten und einem der Angebote zuzuschieben. Allerdings sind die Menschen vor Ort teilweise mehr daran interessiert, daß sie die Destillerie in den Highlands erhält. Knistern mit Grant, der "Nase" in der Distellerie ist, sorgt für weiteres Unbehagen. Ein Mord findet statt, die Polizei sucht nach dem Mörder, sie sucht gemeinsam mit ihrem Terrier Liam nach Antworten und stolpert über die ziemlich gefährliche Lösung.
Die Geschichte ist in Ich-Form mit den Gedanken und Gefühlen von Abi(gail) erzählt. Flüssig und unterhaltsam sind die Menschen denen sie begegnet geschildert. Ihr Uraltfreund Patrick als ihr Alter Ego sowie der treue Hund stehen ihr zur Seite.
Der charmante Duff, seine eher bissige Mutter Shioban, die liebenswürdige Fergie, die tarkräftige Ärztin Kerstin, sowie in der Distellerie Grant, Cam, Hunter etc und einige Kaufinteressenten von japanischen Millionär in Kilt, dem italienischen sinnesfreundige Menschen und einem zwielichten Mann, der vor unverholenen Drohnungen nicht zurückschreckt, wird ein breites Spektrum an Charakteren zu Lesen angeboten.
Es wird hier einiges über Whiskyherstellung, sowie die Geschichte einiger Distillerien erzählt. Betonung haben hier die Highland Whiskys; den getorften Whiskys wird hier keine Sympathie geschenkt (leider).
Die Geschichte wird schwungvoll erzählt und Mitraten wer hinter der Intrige gegen Abi steht und wer der Mörder ist, ist gut möglich.
Viel Spaß beim Lesen (auch ohne feinem Whisky in der Nase).
Melinda Mullet ist in Dallas auf die Welt gekommen, und war Anwältin bevor sie aufs Krimischreiben umstieg. Jetzt lebt sie in Washington. Auf Englisch sind bereits drei Krimimalromane ,die sich alle mit Whisky beschäftigen, erschienen.
"Whisky mit Mord"
Kriminalroman
original "Single Malt Murder"
2017, Alibi
aus dem Englischen von Ulrike Seeberger
2018, Aufbau Verlag
375 Seiten
ISBN : 978-3-7466-3391-6
Abigail Logan erbt von ihrem Onkel eine kleine feine Distillerie in Schottland, die sich endlich zu rentieren beginnt. Sie erhält mehrere böse Briefe, um sie von der Übernahme abzuhalten und einem der Angebote zuzuschieben. Allerdings sind die Menschen vor Ort teilweise mehr daran interessiert, daß sie die Destillerie in den Highlands erhält. Knistern mit Grant, der "Nase" in der Distellerie ist, sorgt für weiteres Unbehagen. Ein Mord findet statt, die Polizei sucht nach dem Mörder, sie sucht gemeinsam mit ihrem Terrier Liam nach Antworten und stolpert über die ziemlich gefährliche Lösung.
Die Geschichte ist in Ich-Form mit den Gedanken und Gefühlen von Abi(gail) erzählt. Flüssig und unterhaltsam sind die Menschen denen sie begegnet geschildert. Ihr Uraltfreund Patrick als ihr Alter Ego sowie der treue Hund stehen ihr zur Seite.
Der charmante Duff, seine eher bissige Mutter Shioban, die liebenswürdige Fergie, die tarkräftige Ärztin Kerstin, sowie in der Distellerie Grant, Cam, Hunter etc und einige Kaufinteressenten von japanischen Millionär in Kilt, dem italienischen sinnesfreundige Menschen und einem zwielichten Mann, der vor unverholenen Drohnungen nicht zurückschreckt, wird ein breites Spektrum an Charakteren zu Lesen angeboten.
Es wird hier einiges über Whiskyherstellung, sowie die Geschichte einiger Distillerien erzählt. Betonung haben hier die Highland Whiskys; den getorften Whiskys wird hier keine Sympathie geschenkt (leider).
Die Geschichte wird schwungvoll erzählt und Mitraten wer hinter der Intrige gegen Abi steht und wer der Mörder ist, ist gut möglich.
Viel Spaß beim Lesen (auch ohne feinem Whisky in der Nase).
Melinda Mullet ist in Dallas auf die Welt gekommen, und war Anwältin bevor sie aufs Krimischreiben umstieg. Jetzt lebt sie in Washington. Auf Englisch sind bereits drei Krimimalromane ,die sich alle mit Whisky beschäftigen, erschienen.
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Übersetzerin
Sonntag, 5. August 2018
Marie-Sabine Roger : "Das Leben ist ein listiger Kater"
Marie-Sabine Roger :
"Das Leben ist ein listiger Kater"
Roman
original "Bon rétablissement"
2012, Èditions du Rouergue
Aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer
2014, Atlantik Verlag
217 Seiten
ISBN 978-3-455-60002-5
Jean-Pierre ist Witwer und findet sich in einem Krankenbett wieder. Der Polizist bemüht sich herauszubekommen was passiert ist. Ein studierender Stricher hatte ihn aus der Seine gefischt. Ein rundliches Mädchen kommt ihn im Zimmer besuchen und borgt sich einfach seinen Computer aus. Seine Familie nervt ihn.
Sein rauhbeiniger Charme - er war viel auf Schiffen unterwegs gewesen - kommt bei den Krankenschwestern gut an; bei den Ärzten weniger.
Humorvoll bis zynisch erzählt er vom Krankenhausalltag; traurig auf seine Ehe, in der seine Frau wegen unerfülltem Kinderwunsch immer mehr von ihm abdriftete, und die alleine starb als er weit entfernt war.
Am Schluß gibt es vier Menschen mit denen er in Kontakt bleiben möchte und dafür auch etwas tut.
Die Geschichte ist aus Ich -Sicht erzählt, weil Jean-Pierre an seinen Memoiren formuliert. Eigentlich nerven ihn alle - vor allem die Familie und das manierenlose runde Mädchen Maeva. Nur der Polizist Maxime der nicht aufgibt um das Rätsel um seinen Unfall zu lösen und der junge Mann Camille, der ihn aus der Seine gefischt hat, kommen durch seine harte Schale. Aus seiner Schulzeit poppt eine alte Freundschaft mit Serge auf, die mit ziemlich skurrillen e-mail-verkehr dargestellt wird.
Die Geschichte ist humorvoll erzählt. Erst langsam wird klar wie sehr sich Jean-Pierre zurückgezogen hat und Menschen nicht mehr um sich haben möchte. Sein kauziger Charme und seine direkte Art machen es nicht einfach für sein Umfeld; daß er sein Herz am rechten Fleck hat ist aber auch klar.
Es macht Spaß die Charaktere zu beobachten, bei den Schilderungen des Krankenhausalltages vergeht der Spaß manchmal. Ort der Handlung ist ein Krankenzimmer.
Immer wieder werden Schriftsteller genannt. Manche sind weltweit bekannt, andere mehr frankophilen Leserinnen und Lesern.
Der französische Originaltitel heißt übersetzt "Gute Gesserung". Kater gibt es einen in der Geschichte; er fügt einige Puzzlestücke zusammen und trägt einen originellen Namen.
In Summe ein Roman, der die Seele wärmt und Hoffnung auf Freunde und liebevolle Menschen macht. Viel Freude beim Lesen !
Marie-Sabine Roger wurde am 19. September 1957 in Bordeeaux geboren. Sie war Lehrerin in der Vorschule als das erste Buch eröffentlicht wurde. Mittlerweile ist sie ausschließlich Roman- und Kinderbuchautorin und hat über 30 Romane und 50 Kinderbücher veröffentlicht. Sie hat einige Zeit in Québec, Madagaskar und La Réunion gelebt.
"Das Leben ist ein listiger Kater"
Roman
original "Bon rétablissement"
2012, Èditions du Rouergue
Aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer
2014, Atlantik Verlag
217 Seiten
ISBN 978-3-455-60002-5
Jean-Pierre ist Witwer und findet sich in einem Krankenbett wieder. Der Polizist bemüht sich herauszubekommen was passiert ist. Ein studierender Stricher hatte ihn aus der Seine gefischt. Ein rundliches Mädchen kommt ihn im Zimmer besuchen und borgt sich einfach seinen Computer aus. Seine Familie nervt ihn.
Sein rauhbeiniger Charme - er war viel auf Schiffen unterwegs gewesen - kommt bei den Krankenschwestern gut an; bei den Ärzten weniger.
Humorvoll bis zynisch erzählt er vom Krankenhausalltag; traurig auf seine Ehe, in der seine Frau wegen unerfülltem Kinderwunsch immer mehr von ihm abdriftete, und die alleine starb als er weit entfernt war.
Am Schluß gibt es vier Menschen mit denen er in Kontakt bleiben möchte und dafür auch etwas tut.
Die Geschichte ist aus Ich -Sicht erzählt, weil Jean-Pierre an seinen Memoiren formuliert. Eigentlich nerven ihn alle - vor allem die Familie und das manierenlose runde Mädchen Maeva. Nur der Polizist Maxime der nicht aufgibt um das Rätsel um seinen Unfall zu lösen und der junge Mann Camille, der ihn aus der Seine gefischt hat, kommen durch seine harte Schale. Aus seiner Schulzeit poppt eine alte Freundschaft mit Serge auf, die mit ziemlich skurrillen e-mail-verkehr dargestellt wird.
Die Geschichte ist humorvoll erzählt. Erst langsam wird klar wie sehr sich Jean-Pierre zurückgezogen hat und Menschen nicht mehr um sich haben möchte. Sein kauziger Charme und seine direkte Art machen es nicht einfach für sein Umfeld; daß er sein Herz am rechten Fleck hat ist aber auch klar.
Es macht Spaß die Charaktere zu beobachten, bei den Schilderungen des Krankenhausalltages vergeht der Spaß manchmal. Ort der Handlung ist ein Krankenzimmer.
Immer wieder werden Schriftsteller genannt. Manche sind weltweit bekannt, andere mehr frankophilen Leserinnen und Lesern.
Der französische Originaltitel heißt übersetzt "Gute Gesserung". Kater gibt es einen in der Geschichte; er fügt einige Puzzlestücke zusammen und trägt einen originellen Namen.
In Summe ein Roman, der die Seele wärmt und Hoffnung auf Freunde und liebevolle Menschen macht. Viel Freude beim Lesen !
Marie-Sabine Roger wurde am 19. September 1957 in Bordeeaux geboren. Sie war Lehrerin in der Vorschule als das erste Buch eröffentlicht wurde. Mittlerweile ist sie ausschließlich Roman- und Kinderbuchautorin und hat über 30 Romane und 50 Kinderbücher veröffentlicht. Sie hat einige Zeit in Québec, Madagaskar und La Réunion gelebt.
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