Beate Maxian :
"Der Tote vom Zentralfriedhof" - Die Sarah Pauli Reihe Band 4
2014, Goldmann / Random House
401 Seiten
ISBN 978-3-442-48069-2
Eine Fremdenführerin erscheint nicht zum Termin mit Sarah Pauli. Ein Sarg wurde entführt. Ein bekannter Restaurantbesitzer wird verdächtigt und Sarah Pauli ist wieder mitten in einer Mordgeschichte. Diesmal führt sie diese zu einem ehemaligen General mit besten Beziehungen, während sich ein bezahlter Bösewicht mit bösen Ohmen herumschlagen muß. Am Schluß wird die Fremdenführerin gerade noch rechtzeitig gefunden und Bösewichte und Hintergrundmenschen um Immobilien, Familienhaß und Vermögen werden entlarvt.
An Esoterik wird diesmal das Thema der gar nicht einfachen 'Magischen Quadrate' seit Leonardo da Vinci und seine astrologischen Bedeutungen und Verwendungen in der Architektur bis heute erläutert. Für Wien-Interessierte wird diesmal viel über das Schloß Neugebäude und ein wenig über den Zentralfriedhof erzählt.
Diesmal hat mich die Liebesgeschichte von Sarah Pauli und ihrem David eher genervt; die Szenen mit der eingesperrten Fremdenführerin gingen mir mehr unter die Haut.
Die Menschen wie der Restaurantbesitzer, der General und der rumänische Söldner waren interessant geschildert. Die Orte und Wege in Wien sind gut verfolgbar.
Der Krimi ist gut und rasch lesbar und spannend geschrieben. Viel Spaß beim Lesen !
Beate Maxian wurde am 22. August 1967 in München geboren. Seit 1995 lebt sie in Vöcklabruck (Oberösterreich). Sie ist Journalistin (ORF) und Moderatorin. 2005 erschien ihr erster Kriminalroman "Tote Lächeln", 2011 wurde der erste Band mit Sarah Pauli veröffentlich "Tödliches Rendezvous".
Montag, 22. Mai 2017
Montag, 15. Mai 2017
Frank Tallis : "Vienna Blood"
Frank Tallis :
"Vienna Blood" - Volume two of the Liebermann Papers
2007, Arrow Books, U.K.
474 Seiten + 2 Seiten Acknowledgment and Sources
ISBN 978-0-099-47132-5
Auf deutsch ist der Kriminalroman unter dem Titel "Wiener Blut" erschienen. Der Titel bezieht sich auf einen Absatz in dem der Walzer dieses Namens gespielt wird.
Psychiater Max(imilian) Liebermann und sein guter Freund Inspektor Oskar Rheinhardt sind wieder auf der Suche nach einem Mörder. Die Lieblingsschlange des Kaisers in Schönbrunn wurde zerschnitten, drei Huren und ihre Puffmutter in einem Bordell bestialisch ermordet, ein dunkelhäutiger Diener erdolcht - Die Wien geht die Angst um. Zuerst wird ein Schlächter verdächtigt, aber die damals noch neue Technik einer Blutuntersuchung beweist, daß nur jede Menge Tierblut an seinen Kleidern ist. Eine Aufführung der "Die Zauberflöte" in der Staatsoper wird zum Schlüssel um endlich der Lösung nach zu kommen. Liebermann und Rheinhardt, die beide gebildete Mittelschicht mit verschiedenen Religionen darstellen, beginnen sich mit Kreisen zu beschäftigen die Ausländer, Zureisende, Andersfärbige, Andersreligiöse und Freimaurer zutiefst hassen. In einer Bibliothek kommt es zum Showdown mit Fechtszene.
Die Kriminalgeschichte ist großzügig geschrieben, in der Menschen, ihren Beweggründen und Bewegungen Raum gegeben wird, ohne zu kitschig zu werden.
"Vienna Blood" - Volume two of the Liebermann Papers
2007, Arrow Books, U.K.
474 Seiten + 2 Seiten Acknowledgment and Sources
ISBN 978-0-099-47132-5
Auf deutsch ist der Kriminalroman unter dem Titel "Wiener Blut" erschienen. Der Titel bezieht sich auf einen Absatz in dem der Walzer dieses Namens gespielt wird.
Psychiater Max(imilian) Liebermann und sein guter Freund Inspektor Oskar Rheinhardt sind wieder auf der Suche nach einem Mörder. Die Lieblingsschlange des Kaisers in Schönbrunn wurde zerschnitten, drei Huren und ihre Puffmutter in einem Bordell bestialisch ermordet, ein dunkelhäutiger Diener erdolcht - Die Wien geht die Angst um. Zuerst wird ein Schlächter verdächtigt, aber die damals noch neue Technik einer Blutuntersuchung beweist, daß nur jede Menge Tierblut an seinen Kleidern ist. Eine Aufführung der "Die Zauberflöte" in der Staatsoper wird zum Schlüssel um endlich der Lösung nach zu kommen. Liebermann und Rheinhardt, die beide gebildete Mittelschicht mit verschiedenen Religionen darstellen, beginnen sich mit Kreisen zu beschäftigen die Ausländer, Zureisende, Andersfärbige, Andersreligiöse und Freimaurer zutiefst hassen. In einer Bibliothek kommt es zum Showdown mit Fechtszene.
Die Kriminalgeschichte ist großzügig geschrieben, in der Menschen, ihren Beweggründen und Bewegungen Raum gegeben wird, ohne zu kitschig zu werden.
Die Menschen sind unterschiedlichst.
Dem Titelgebenden Max Liebermann wird der meiste Platz eingeräumt: er ist verlobt und nicht wirklich glücklich. Fein wird beschrieben wie er damit umgeht, und wie die Gesellschaft mit seiner Entscheidung umgeht. Mir als Musikfan haben die Stellen in denen er Musik genießt bzw, mit dem Inspektor gemeinsam musiziert sehr gut gefallen. Als Psychiater sucht er auch den großen Freud auf. Neue Ideen werden entwickelt. Die Kapitel in denen er einen Patienten der in Liebe zu einer unerreichbaren Erzherzogin entbrannt ist schildert sind faszinierend; erschreckend eine altmodische Methode psychisch kranke Menschen durch Drehungen sogenannt zu kurieren.
Der Inspektor hat einen freundlichen Untergebenen, und einen mieselsüchtigen Vorgesetzten. Er selbst geht seinen Weg und versucht den Mord zu klären. Er ist ein wirklich guter Freund Liebermanns, der ihm als Mensch und Polizist zur Seite steht und seine Denkansätze zu schätzen weiß.
Die Künstler und Literaten aus dem deutsch-tümelden Bereich sind gut vorstellbar, auch wenn es fasziniert daß Menschen mit Hunde- oder Rattengesicht beschrieben werden. Künstler zerbrechen an ihrem Anspruch genial zu sein, aber zu bemerken, daß sie mittelmäßig sind.
Die stolzen Uhlanen sind in dem Buch die Soldaten deren Benehmen mit Arroganz, Selbstgefälligkeit, und eigenartigen Werten mit Duellen und Ehrenmorden auffallen.
Es wird viel aus Wien beschrieben wie das Burgtheater, das Rathaus, die schwebende Straßenbahn, etc. Stimmungsmäßig ist festgehalten, daß die Freimaurer auch politisch bedroht sind, und sehr versteckt ihren Werten und Ritualen nachgehen müssen. Wien ist geographisch gut geschildert und als Wienerin sind die Wege und Strecken gut nachvollziehbar.
Die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten werden beschrieben. Max Liebermann lebt als gebildeter Mensch in seiner Schichte aber lernt viel aus anderen Leben durch seine Arbeit . Er erlebt auch die Oper in der Loge und genießt Gustav Mahler als Dirigent. Das Elend der Prostituierten, die verrauchten billigen Lokale sowie das Vegetieren der ganz Armen in den Kanälen unterhalb der Stadt wird bildhaft eingefangen.
Die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten werden beschrieben. Max Liebermann lebt als gebildeter Mensch in seiner Schichte aber lernt viel aus anderen Leben durch seine Arbeit . Er erlebt auch die Oper in der Loge und genießt Gustav Mahler als Dirigent. Das Elend der Prostituierten, die verrauchten billigen Lokale sowie das Vegetieren der ganz Armen in den Kanälen unterhalb der Stadt wird bildhaft eingefangen.
Das Buch ist schönem reichen vielfältigen Englisch geschrieben. Ich habe jede Menge neuer schöner Adjektive und Redewendungen kennen gelernt (darunter einige Vokabel für 'durchsichtig').
Ich habe zwar länger an dem Buch gelesen, es aber sehr genossen. Viel Freude auch anderen Leserinnen und Lesern !
Frank Tallis, wurde am 1 September 1958in London geboren. Er ist klinischer Psychologe mit Spezialisierung auf Zwangsstörungen. Er schreibt sowohl Fachliteratur, als auch Kriminalgeschichten und Fantasyromane (diese allerdings unter dem Autorennamen 'F. R. Tallis')
Ich habe zwar länger an dem Buch gelesen, es aber sehr genossen. Viel Freude auch anderen Leserinnen und Lesern !
Sonntag, 7. Mai 2017
Christiane Franke, Cornelia Kuhnert : "Mörderjagd mit Inselblick"
Christiane Franke, Cornelia Kuhnert :
"Mörderjagd mit Inselblick" - Ein Ostfriesenkrimi
2017, Rowohlt Taschenbuchverlag
265 Seiten + 10 Seiten Rezepte + 1 Seite Danksagung + 3 Seiten Stammpersonal
ISBN: 978-3-499-29061-9
In dem mittlerweile vierten Band findet die Mörderjagd von Rosa, Rudi und Henner bei einem Krimi-autoren-Festival auf diversen Inseln statt. Henner ist auf Kur und versucht allen Verkupplungsversuchen der Familie auszuweichen. Rudi hat Probleme weil sein direkter Vorgesetzter krank ist, und der Ersatz sich zu profilieren versucht. Bleibt Rosa in deren Gegenwart drei Autoren versterben, und die alles versucht hier den Mörder und seine Methode(n) zu entlarven. Ihre Gespräche mit den Autoren, und Kritikern sind amüsant zu lesen, bis am Schluß der Mörder entlarvt wird.
Der Krimi ist gemütlich und rasch zu lesen. Die Personen - bekannte und neue - sind markant und freundlich geschildert, selbst wenn es Ekelpakete sind. Das Essen bei Henners Mutter im Rahmen der Familie ist mit üppigem Essen und Intrigen sehr unterhaltsam beschrieben.
Im Hintergrund wird die Wichtigkeit von Kritikern, Lesungen der Romane beschrieben, aber auch was das unüberlegte Geschreibe in einer Internetzeitung ausmachen kann. Das Hickhack zwischen begabten und leider weniger begabten Autoren ist heftig und löst Negatives aus.
Mord mittels Grünkohlpraline stelle ich mir aber eher nicht g'schmackig vor.
Leider kenne ich mich in Ostfriesland nicht aus, aber die Beschreibungen von Ebbe und Flut, dem Glitzern des Meeres sind spannend. Bei den Namen der Inseln bin ich leider ausgestiegen.
Ich hätte mir auch durchaus ein Glossar auf den letzten Seiten mit ostfriesisch - Schriftdeutsch gewünscht. (z.B. daß Jever eine Biermarke ist weiß leider nicht jeder).
In Summe ist es ein sehr unterhaltsamer Roman der genau das richtige für ein verregnetes Wochenende oder nach einem anstrengenden Tag ist. Viel Spaß beim Lesen !
Christine Franke wurde 1963 an der Nordseeküste geboren und lebt auch jetzt noch dort. Zuerst arbeitete sie als Bankkauffrau, bis 2000 ihr Erstling erschien. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin und Herausgeberin arbeitet sie als Dozentin für kreatives Schreiben.
Cornelia Kuhnert wurde 1956 Hannover geboren, lebt auch jetzt noch dort. Sie studierte Germanistik und Geschichte. und arbeitete dann als Lehrerin und im Stadtrat. Sie hat bereits einige Kriminalromane veröffentlicht.
Gemeinsam erschienen : Band 1 "Krabbenbrot und Seemannstod" erschien 2014, "Der letzte Heuler"(2015) und "Miss Wattenmeer singt nicht mehr" (2016).
"Mörderjagd mit Inselblick" - Ein Ostfriesenkrimi
2017, Rowohlt Taschenbuchverlag
265 Seiten + 10 Seiten Rezepte + 1 Seite Danksagung + 3 Seiten Stammpersonal
ISBN: 978-3-499-29061-9
In dem mittlerweile vierten Band findet die Mörderjagd von Rosa, Rudi und Henner bei einem Krimi-autoren-Festival auf diversen Inseln statt. Henner ist auf Kur und versucht allen Verkupplungsversuchen der Familie auszuweichen. Rudi hat Probleme weil sein direkter Vorgesetzter krank ist, und der Ersatz sich zu profilieren versucht. Bleibt Rosa in deren Gegenwart drei Autoren versterben, und die alles versucht hier den Mörder und seine Methode(n) zu entlarven. Ihre Gespräche mit den Autoren, und Kritikern sind amüsant zu lesen, bis am Schluß der Mörder entlarvt wird.
Der Krimi ist gemütlich und rasch zu lesen. Die Personen - bekannte und neue - sind markant und freundlich geschildert, selbst wenn es Ekelpakete sind. Das Essen bei Henners Mutter im Rahmen der Familie ist mit üppigem Essen und Intrigen sehr unterhaltsam beschrieben.
Im Hintergrund wird die Wichtigkeit von Kritikern, Lesungen der Romane beschrieben, aber auch was das unüberlegte Geschreibe in einer Internetzeitung ausmachen kann. Das Hickhack zwischen begabten und leider weniger begabten Autoren ist heftig und löst Negatives aus.
Mord mittels Grünkohlpraline stelle ich mir aber eher nicht g'schmackig vor.
Leider kenne ich mich in Ostfriesland nicht aus, aber die Beschreibungen von Ebbe und Flut, dem Glitzern des Meeres sind spannend. Bei den Namen der Inseln bin ich leider ausgestiegen.
Ich hätte mir auch durchaus ein Glossar auf den letzten Seiten mit ostfriesisch - Schriftdeutsch gewünscht. (z.B. daß Jever eine Biermarke ist weiß leider nicht jeder).
In Summe ist es ein sehr unterhaltsamer Roman der genau das richtige für ein verregnetes Wochenende oder nach einem anstrengenden Tag ist. Viel Spaß beim Lesen !
Christine Franke wurde 1963 an der Nordseeküste geboren und lebt auch jetzt noch dort. Zuerst arbeitete sie als Bankkauffrau, bis 2000 ihr Erstling erschien. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin und Herausgeberin arbeitet sie als Dozentin für kreatives Schreiben.
Cornelia Kuhnert wurde 1956 Hannover geboren, lebt auch jetzt noch dort. Sie studierte Germanistik und Geschichte. und arbeitete dann als Lehrerin und im Stadtrat. Sie hat bereits einige Kriminalromane veröffentlicht.
Gemeinsam erschienen : Band 1 "Krabbenbrot und Seemannstod" erschien 2014, "Der letzte Heuler"(2015) und "Miss Wattenmeer singt nicht mehr" (2016).
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Montag, 1. Mai 2017
Elisabeth Florin (Pseud.) : "Commissario Pavarotti trifft keinen Ton"
Elisabeth Florin (Pseud.) :
"Commissario Pavarotti trifft keinen Ton"
Kriminalroman
2013, Emons Verlag
372 Seiten + 2 Seiten Anmerkungen der Autorin + 2 Seiten Danksagung
ISBN 978-3-95451-122-g
Die dünne, übergepflegte Lissie von Spiegel fährt in ihre Kindheitserinnerung Meran. Dort wird sie in die Ermittlungen nach einem Mord durch den rundlichen eher emotionslosen italienischen Commissario verwickelt. Beide eint Probleme mit dem Vater und das Ziel den Mord zu lösen. Lissie vergräbt sich in die Geschichte Südtirols mit Mussolini und auch nach dem zweiten Weltkrieg, als die deutschsprachigen Südtiroler Spielball von Politik und Unterdrückung worden; die Zeit der Bombenlegungen, Verstecke, Verrat von Freunden, (zu) hartes Durchgreifen der Polizei werden genannt. Der Commissario versucht bei Witwe und Vater des Mordopfers Informationen zu finden, bei den eingesessenen Handelspartner in Meran für die das Opfer zu Italien-freundlich war, bei italienischen Handelspartnern, und auch bei einer der vielen Geliebten des als charmant aber kühl beschriebenen Opfers. Der Vater des Opfers wird auch ermordet. Erst spät wird überraschend klar, wer hier wen gemordet hat und warum.
Ort der Handlung ist Meran, die schönen Laubengänge, Park und auch die Berge rundherum. In den Laubengängen findet Veränderung statt wenn statt eingesessener Läden plötzlich italienische Nobelmarken ihre Stücke Touristen anbieten.
Die Personen sind gut vorstellbar geschrieben. Pavarotti ist zwar rund, trägt aber die Last daß sein Vater als Staatsanwalt gegen die einstigen Bombenleger traumatisch vorging; Pavarottis Schwester hat ein anderes Problem mit dem gemeinsamen Vater. Pavarotti wird nur Meran zugeteilt, spürt aber daß er als Italiener / 'Welscher' nicht ernst genommen wird. Lissie hat ihre Arbeit verloren und versucht sich abzulenken in dem sie nach Südtirol fährt; sie ist sehr kommunikativ und hört gerne bei fremden Gesprächen zu. Das Opfer Karl Felderer war ein Halodri, und ein gefuchster Geschäftemacher. Seine Frau ist hochschwanger und in der Familie der Felderers kreuzunglücklich. Die Pensionsinhaberin und Restaurantorin wird hantig, handwerklich und ziemlich belastet geschildert. Ihr Enkelbub ist ein aktiver Bub. Der Ladenbesitzer Aschenberger ist historisch bewandert und damit auch belastet, und sehr verbittert. Commissarios ex-Schwager Albert hat einen Alkohol-Laden und hofft diesen erhalten zu können, und ist ein weicher Mensch. Niedermayer hat auch einen Laden in den Laubengängen und er streitet mit Karl Felderer über die weitere Ausrichtung der Geschäfte, und ist sonst ein unsympathischer Mensch.
Die zwei Polizisten vor Ort unterschiedliche Typen; der eine liebt seinen Job und ist engagiert und proaktiv unterwegs, während der andere nur noch weg möchte.
Irritierend sind die Kommentare zu Werken von Gustav Klimt, dem fette Weiber als Modells und ein Tod, der nicht die spanische Grippe ist, angedichtet werden. Hoffentlich sind andere Details besser recherchiert.
So interessant der geschichtliche Hintergrund geschrieben ist und festhält, sowenig haben mich die Personen emotional positiv berührt. Alle haben einen 'groben Schaden', den sie ungelenk und aggressiv kaschieren wollen, was mich bei dem Hauptermittler-Duo abstößt.
Trotzdem ist das Buch ein empfehlenswerter Kriminalroman, bei dem Mitraten nach dem Mörder möglich ist. Viel Spaß !
Elisabeth Florin (eigentlich Claudia Vogl-Mühlhaus) wurde am 4. August 1958 in Augsburg geboren. Ihre Ausbildung hatte sie in München, Brixen und Bozen. Sie arbeitet seit 20 Jahren als Autorin, Finanzjournalistin und Kommunikationsexpertin für Banken. 2003 begann sie ein Buch zu schreiben, das 2013 mit "Commissario Pavarotti trifft keinen Ton" veröffentlicht wurde. Mittlerweile sind auch "Commissario Pavarotti küsst im Schlaf" (2014) und "Commissario Pavarotti spielt mit dem Tod" (2016) erschienen.
"Commissario Pavarotti trifft keinen Ton"
Kriminalroman
2013, Emons Verlag
372 Seiten + 2 Seiten Anmerkungen der Autorin + 2 Seiten Danksagung
ISBN 978-3-95451-122-g
Die dünne, übergepflegte Lissie von Spiegel fährt in ihre Kindheitserinnerung Meran. Dort wird sie in die Ermittlungen nach einem Mord durch den rundlichen eher emotionslosen italienischen Commissario verwickelt. Beide eint Probleme mit dem Vater und das Ziel den Mord zu lösen. Lissie vergräbt sich in die Geschichte Südtirols mit Mussolini und auch nach dem zweiten Weltkrieg, als die deutschsprachigen Südtiroler Spielball von Politik und Unterdrückung worden; die Zeit der Bombenlegungen, Verstecke, Verrat von Freunden, (zu) hartes Durchgreifen der Polizei werden genannt. Der Commissario versucht bei Witwe und Vater des Mordopfers Informationen zu finden, bei den eingesessenen Handelspartner in Meran für die das Opfer zu Italien-freundlich war, bei italienischen Handelspartnern, und auch bei einer der vielen Geliebten des als charmant aber kühl beschriebenen Opfers. Der Vater des Opfers wird auch ermordet. Erst spät wird überraschend klar, wer hier wen gemordet hat und warum.
Ort der Handlung ist Meran, die schönen Laubengänge, Park und auch die Berge rundherum. In den Laubengängen findet Veränderung statt wenn statt eingesessener Läden plötzlich italienische Nobelmarken ihre Stücke Touristen anbieten.
Die Personen sind gut vorstellbar geschrieben. Pavarotti ist zwar rund, trägt aber die Last daß sein Vater als Staatsanwalt gegen die einstigen Bombenleger traumatisch vorging; Pavarottis Schwester hat ein anderes Problem mit dem gemeinsamen Vater. Pavarotti wird nur Meran zugeteilt, spürt aber daß er als Italiener / 'Welscher' nicht ernst genommen wird. Lissie hat ihre Arbeit verloren und versucht sich abzulenken in dem sie nach Südtirol fährt; sie ist sehr kommunikativ und hört gerne bei fremden Gesprächen zu. Das Opfer Karl Felderer war ein Halodri, und ein gefuchster Geschäftemacher. Seine Frau ist hochschwanger und in der Familie der Felderers kreuzunglücklich. Die Pensionsinhaberin und Restaurantorin wird hantig, handwerklich und ziemlich belastet geschildert. Ihr Enkelbub ist ein aktiver Bub. Der Ladenbesitzer Aschenberger ist historisch bewandert und damit auch belastet, und sehr verbittert. Commissarios ex-Schwager Albert hat einen Alkohol-Laden und hofft diesen erhalten zu können, und ist ein weicher Mensch. Niedermayer hat auch einen Laden in den Laubengängen und er streitet mit Karl Felderer über die weitere Ausrichtung der Geschäfte, und ist sonst ein unsympathischer Mensch.
Die zwei Polizisten vor Ort unterschiedliche Typen; der eine liebt seinen Job und ist engagiert und proaktiv unterwegs, während der andere nur noch weg möchte.
Irritierend sind die Kommentare zu Werken von Gustav Klimt, dem fette Weiber als Modells und ein Tod, der nicht die spanische Grippe ist, angedichtet werden. Hoffentlich sind andere Details besser recherchiert.
So interessant der geschichtliche Hintergrund geschrieben ist und festhält, sowenig haben mich die Personen emotional positiv berührt. Alle haben einen 'groben Schaden', den sie ungelenk und aggressiv kaschieren wollen, was mich bei dem Hauptermittler-Duo abstößt.
Trotzdem ist das Buch ein empfehlenswerter Kriminalroman, bei dem Mitraten nach dem Mörder möglich ist. Viel Spaß !
Elisabeth Florin (eigentlich Claudia Vogl-Mühlhaus) wurde am 4. August 1958 in Augsburg geboren. Ihre Ausbildung hatte sie in München, Brixen und Bozen. Sie arbeitet seit 20 Jahren als Autorin, Finanzjournalistin und Kommunikationsexpertin für Banken. 2003 begann sie ein Buch zu schreiben, das 2013 mit "Commissario Pavarotti trifft keinen Ton" veröffentlicht wurde. Mittlerweile sind auch "Commissario Pavarotti küsst im Schlaf" (2014) und "Commissario Pavarotti spielt mit dem Tod" (2016) erschienen.
Freitag, 21. April 2017
Robert Thorogood : "Mord im Paradies"
Robert Thorogood:
"Mord im Paradies" - Ein Fall für Inspector Poole
original "A Medidation on Murder"
2015, Harlequin Richmond UK
Aus dem Englischen von Sabine Längsfeld
2017, Rowohlt Verlag
371 Seiten + 3 Seiten Danksagung
ISBN : 978-3-499-27275-2
Inspektor Richard Poole aus England wird auf einer Insel Saint-Marie in der Karabik versetzt. Dort schlurft er in Wollanzug, Socken und Schuhen durch Sand und Hitze, schimpft auf beides, teilt seine Hütte mit dem frechen Gecko Harry und muß einen Mord lösen: der Guru Aslan ist beim Meditieren in der Gruppe in einem Erholungsresort erstochen worden. Poole, Sergeant Camille, Police Officer Dwayne und Sergeant Fidel graben in der betrügerischen Vergangenheit des Opfers, und der Menschen der Gruppe. Reißnägel die bereits zu Beginn gefunden wurden, führen zur Auflösung des Mordes.
Die Menschen sind schön vorstellbar und immer wieder humorvoll geschildert: Inspector Pool wie er in seinem zu warmen Anzug schwitzt sich aber weigert von britischen Regeln abzugehen. Camille ist eine faszinierende französische Frau mit Ausstrahlung, die vergeblich versucht ihrem Chef Anpassung an das hiesige Klima begreiflich zu machen. Die Meditationsgruppe besteht aus einer wunderschönen jungen Frau die dem Guru und seiner Frau mit Verwaltungstätigkeiten half, einem ehemaligen Installateur, einem zurückhaltenden Apotheker, seiner farbenfrohen Frau die gerne Schauspielerin geworden wäre, und einer liebenswürdigen Frau die wie die anderen um ihre Ersparnisse aus den früheren Betrügereien des Gurus geworden war. Die Ehefrau/Witwe ist eine schöne Frau, die nach den Betrügereien ein Resort in der Karibik aufgebaut hat.
Das Leben auf der Insel wird geschildert wie es den Inspector umgibt. Seine Beschwerden daß der seltene Regen nicht kühlt, das karibische Essen das er konsequent verweigert, seine Freude über Chips aus der Heimat, die sofort matschig werden. Das quasi-Duell mit dem uneingeladenen Gast Gecko Harry dürfte übrigens Harry gewinnen.
Die Geschichte ist humorvoll und gut vorstellbar geschrieben. Mitraten wer der Mörder ist, ist möglich. Viel Spaß beim Lesen !
Robert Thorogood wurde 1972 geboren, wurde in Rutland ausgebildet und studierte Geschichte in Cambrigde. Er gründete eine Theatergruppe und tourte durchs Land. Er ist Drehbuchautor und schreibt u.a. für die BBC Kriminalgeschichten wie "Death in Paradise". 2014 erschien sein erster Roman A" Meditation on Murder" mit Richard Poole, 2015 erschien der zweite "The Killing of Polly Carter".
original "A Medidation on Murder"
2015, Harlequin Richmond UK
Aus dem Englischen von Sabine Längsfeld
2017, Rowohlt Verlag
371 Seiten + 3 Seiten Danksagung
ISBN : 978-3-499-27275-2
Inspektor Richard Poole aus England wird auf einer Insel Saint-Marie in der Karabik versetzt. Dort schlurft er in Wollanzug, Socken und Schuhen durch Sand und Hitze, schimpft auf beides, teilt seine Hütte mit dem frechen Gecko Harry und muß einen Mord lösen: der Guru Aslan ist beim Meditieren in der Gruppe in einem Erholungsresort erstochen worden. Poole, Sergeant Camille, Police Officer Dwayne und Sergeant Fidel graben in der betrügerischen Vergangenheit des Opfers, und der Menschen der Gruppe. Reißnägel die bereits zu Beginn gefunden wurden, führen zur Auflösung des Mordes.
Die Menschen sind schön vorstellbar und immer wieder humorvoll geschildert: Inspector Pool wie er in seinem zu warmen Anzug schwitzt sich aber weigert von britischen Regeln abzugehen. Camille ist eine faszinierende französische Frau mit Ausstrahlung, die vergeblich versucht ihrem Chef Anpassung an das hiesige Klima begreiflich zu machen. Die Meditationsgruppe besteht aus einer wunderschönen jungen Frau die dem Guru und seiner Frau mit Verwaltungstätigkeiten half, einem ehemaligen Installateur, einem zurückhaltenden Apotheker, seiner farbenfrohen Frau die gerne Schauspielerin geworden wäre, und einer liebenswürdigen Frau die wie die anderen um ihre Ersparnisse aus den früheren Betrügereien des Gurus geworden war. Die Ehefrau/Witwe ist eine schöne Frau, die nach den Betrügereien ein Resort in der Karibik aufgebaut hat.
Das Leben auf der Insel wird geschildert wie es den Inspector umgibt. Seine Beschwerden daß der seltene Regen nicht kühlt, das karibische Essen das er konsequent verweigert, seine Freude über Chips aus der Heimat, die sofort matschig werden. Das quasi-Duell mit dem uneingeladenen Gast Gecko Harry dürfte übrigens Harry gewinnen.
Die Geschichte ist humorvoll und gut vorstellbar geschrieben. Mitraten wer der Mörder ist, ist möglich. Viel Spaß beim Lesen !
Robert Thorogood wurde 1972 geboren, wurde in Rutland ausgebildet und studierte Geschichte in Cambrigde. Er gründete eine Theatergruppe und tourte durchs Land. Er ist Drehbuchautor und schreibt u.a. für die BBC Kriminalgeschichten wie "Death in Paradise". 2014 erschien sein erster Roman A" Meditation on Murder" mit Richard Poole, 2015 erschien der zweite "The Killing of Polly Carter".
Montag, 17. April 2017
Estelle Ryan : "The Gauguin Connection"
Estelle Ryan :
"The Gauguin Connection (Book 1) (Genevieve Lenard)"
Dateigröße: 1373 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 434 Seiten
Sprache: Englisch
ASIN: B008X3NCRE
Dr. Genevieve Lenard ist eine hyperintelligente etwas autistische junge Frau, die sich ihr Leben geregelt hat und bei einer Versicherung in Straßburg an vielen Computern gleichzeitig arbeitet. Sie wird bei einem Fall von Waffendiebstahl innerhalb einer europäischen Truppe hinzugezogen und der Frage wie diese mit dem Tod einer jungen Künstlerin, die ein Gemälde Gauguin umgewickelt hatte, zusammenhängen. Plötzlich ist sie mit einem Polizisten konfrontiert, einem ehemaligen charmanten Kunstdieb, einem liebevollen Bodyguard und einer sehr effizienten Schlägertruppe. Sie und ihr enger Kreis arbeiten sich durch viele Daten, Listen bis sie einem Kunstfälscherring auf die Spur kommen, die nicht nur Geld waschen sondern die jungen Künstler / = Fälscher töten. Auf einer Party entdeckt sie wer der Machtmensch hinter den Machenschaften ist.
Das Buch ist in Ich-Stil aus Genevieves Sicht beschrieben. Ihre Beobachtungen und Beschreibungen führen durch das Benehmen der Menschen, wobei ihre Betrachtungen über Alpha-Männer vor allem wenn sie sich non-verbal bekriegen sehr unterhaltsam sind. Manchmal amüsiert sie sich, manchmal strengt es sie nur an, weil es ihr Energie kostet und sie durchaus einschreiten muß.
Sie will Körperabstand und muß oft sehr um ihre 50 cm Menschendistanz kämpfen.
Wenn ihr etwas emotional zu nahe geht hilft ihr W.A. Mozart - entweder seine Musik zu hören, oder Takte seiner Musik aufzuschreiben.
Genevieve selbst dürfte eine attraktive junge Frau sein, die durchaus bei Männern ankommt; nur nicht wenn sie sachlich ihre empirischen Beobachtungen über das übliche Lügen / Höflich sein / generelle Mißtrauen zwischen ihren Mitmenschen kundtut.
Philipp ist CEO und Chef der Versicherung, und ihr Mentor und immer wieder Mediator. Er ist ein älterer Herr den Herausforderungen reizen.
Manny Millard ist ein alter Freund von ihm. Er mißtraut allen, v.a. nicht Polizeimenschen, ist vierschrötig geschildert.
Colin Frey, ist ein charmanter Mann, ehemals Kunstdieb, der es schafft Genevieve Vertrauen zu vermitteln, und sie sogar berühren darf. Ihm gehen die Morde an den Künstler am meisten unter die Haut.
Vinnie, ist dessen bester Freund, ein Riese von Mann, der excellent kocht und selbst Genevieves Ansprüchen für Sauberkeit entspricht, weshalb sie ihn als Bodyguard und auch Freund schätzen lernt.
Wieviel die Gruppe allerdings an Kaffee trinkt, ließ sich durch die Kaffeefreude der Autorin erklären.
Ort der Handlung ist Straßburg, wobei hier v.a. Büros und die Wohnung von Genevieve geschildert sind. Spannender als die Locations sind die Menschen, die von Genevieve mit ihren Bewegungen zu- und gegeneinander geschildet werden, und deren Mikrobewegungen mehr Aussage für sie haben, als deren Worte.
Es findet keine wirklich Romanze in den Buch statt, oder gar mühsame Sex-Szene was durchaus angenehm zu Lesen ist, weil die computerlastigen Handlungsstränge für mich viel spannender sind.
Ich habe das Buch im Internet legal mit 0,- EUR Schnupperpreis erworben, es ist aber durchaus den gewohnten Taschenbuchpreis wert.
"The Gauguin Connection (Book 1) (Genevieve Lenard)"
Dateigröße: 1373 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 434 Seiten
Sprache: Englisch
ASIN: B008X3NCRE
Dr. Genevieve Lenard ist eine hyperintelligente etwas autistische junge Frau, die sich ihr Leben geregelt hat und bei einer Versicherung in Straßburg an vielen Computern gleichzeitig arbeitet. Sie wird bei einem Fall von Waffendiebstahl innerhalb einer europäischen Truppe hinzugezogen und der Frage wie diese mit dem Tod einer jungen Künstlerin, die ein Gemälde Gauguin umgewickelt hatte, zusammenhängen. Plötzlich ist sie mit einem Polizisten konfrontiert, einem ehemaligen charmanten Kunstdieb, einem liebevollen Bodyguard und einer sehr effizienten Schlägertruppe. Sie und ihr enger Kreis arbeiten sich durch viele Daten, Listen bis sie einem Kunstfälscherring auf die Spur kommen, die nicht nur Geld waschen sondern die jungen Künstler / = Fälscher töten. Auf einer Party entdeckt sie wer der Machtmensch hinter den Machenschaften ist.
Das Buch ist in Ich-Stil aus Genevieves Sicht beschrieben. Ihre Beobachtungen und Beschreibungen führen durch das Benehmen der Menschen, wobei ihre Betrachtungen über Alpha-Männer vor allem wenn sie sich non-verbal bekriegen sehr unterhaltsam sind. Manchmal amüsiert sie sich, manchmal strengt es sie nur an, weil es ihr Energie kostet und sie durchaus einschreiten muß.
Sie will Körperabstand und muß oft sehr um ihre 50 cm Menschendistanz kämpfen.
Wenn ihr etwas emotional zu nahe geht hilft ihr W.A. Mozart - entweder seine Musik zu hören, oder Takte seiner Musik aufzuschreiben.
Genevieve selbst dürfte eine attraktive junge Frau sein, die durchaus bei Männern ankommt; nur nicht wenn sie sachlich ihre empirischen Beobachtungen über das übliche Lügen / Höflich sein / generelle Mißtrauen zwischen ihren Mitmenschen kundtut.
Philipp ist CEO und Chef der Versicherung, und ihr Mentor und immer wieder Mediator. Er ist ein älterer Herr den Herausforderungen reizen.
Manny Millard ist ein alter Freund von ihm. Er mißtraut allen, v.a. nicht Polizeimenschen, ist vierschrötig geschildert.
Colin Frey, ist ein charmanter Mann, ehemals Kunstdieb, der es schafft Genevieve Vertrauen zu vermitteln, und sie sogar berühren darf. Ihm gehen die Morde an den Künstler am meisten unter die Haut.
Vinnie, ist dessen bester Freund, ein Riese von Mann, der excellent kocht und selbst Genevieves Ansprüchen für Sauberkeit entspricht, weshalb sie ihn als Bodyguard und auch Freund schätzen lernt.
Wieviel die Gruppe allerdings an Kaffee trinkt, ließ sich durch die Kaffeefreude der Autorin erklären.
Ort der Handlung ist Straßburg, wobei hier v.a. Büros und die Wohnung von Genevieve geschildert sind. Spannender als die Locations sind die Menschen, die von Genevieve mit ihren Bewegungen zu- und gegeneinander geschildet werden, und deren Mikrobewegungen mehr Aussage für sie haben, als deren Worte.
Es findet keine wirklich Romanze in den Buch statt, oder gar mühsame Sex-Szene was durchaus angenehm zu Lesen ist, weil die computerlastigen Handlungsstränge für mich viel spannender sind.
Die Geschichte ist in gutem und schönen Englisch geschrieben, und spielt manchmal mit amerikanischem Akzent. Ich mußte immer wieder Vokabel nachsehen die etwas sophisticated waren oder die super-slang-Wörter waren.
Der Stil ist durchaus spannend, sodaß mich die Lösung sehr interessierte; die dann einige offene Ende für Fortsetzung offen ließ.
Der Stil ist durchaus spannend, sodaß mich die Lösung sehr interessierte; die dann einige offene Ende für Fortsetzung offen ließ.
In Summe ein sehr lesenswerter Kriminalroman, der mit seinem Mozart-als-Entspannungstherapie-Einsatz durchaus für Musikfreunde interessant sein könnte. Viel Freude beim Lesen !
Estelle Ryan wurde in Südafrika geboren (leide finde ich kein Geburtsjahr). Sie ist viel durch Europa und die Welt gereist. Sie hat für viele internationale Zeitschriften geschrieben, war Herausgeberin eines europäischen Lifestyle-Magazins und hat auch Liebensromane - unter Pseudonym - veröffentlicht. Sie gilt als Fan von wirklich gutem Kaffee, weshalb es heißt, daß sie in vielen Kaffeehäusern der Welt ihre Bücher schrieb. Die Serie mit 'Dr. Genevieve Lenard' begann 2012 - im Jänner 2017 erschien der zehnte Band.
Montag, 10. April 2017
Anne Holt : "Schattenkind"
Anne Holt :
"Schattenkind"
Kriminalroman
Original "Skyggedod"
2012, Piratforlaget AS, Olso
Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs
2013, Piper Verlag
326 Seiten + 2 Seiten Nachwort
ISBN 978-3-492-30638-6
Vor dem Hintergrund des Terroranschlags des Massakers von Utoya (ein rechtsextremer Einzeltäter bringt insgesamt 77 Menschen um - in Oslo und auf einem Feriencamp in Utoya) wird ein acht-jähriger Buch tot bei seinen Eltern aufgefunden. Da der Bub ADHS hatte, sich immer wieder verletzte liegt der Verdacht eines Unfalls nahe. Kriminalpsychologin Inger Johanne Vik, deren zwei Kinder gerade auf Urlaub sind, wird immer mehr in Fragen ob hier wirklich ein Unfall vorlag gezogen, wobei der junge Polizist Henrik hier auch Fragen stellte. Inger Johanne fragt ihre Freundin, die Mutter des Buben, den Vater, einen guten Freund und trifft auch die Großeltern; Henrik fragt in der Schule nach. Die Lösung ist überraschend, aber durchaus schlüssig, die letzten Seiten dann ganz anders und erschreckend negativ.
In dem Roman werden die Psychologin und der junge Polizist begleitet und ihre Gespräche, Gedanken und Handlungen erzählt. Inge Johanne hat zwei Töchter aus zwei Beziehungen und gilt als gute Psychologin; sie lebt mit Kommissar Yngvar Stubo, der mit dem Terroranschlag beschäftigt ist, zusammen. Henrik ist ein junger dünner Mensch, der viele Phobien hat, aber der Wahrheit um den Buben auf der Spur ist. Die Eltern Ellen und Jon sind eigentlich erfolgreiche Menschen, die ihrem Sohn Sander viel ermöglichen können. Jon ist Chef einer Kommunikationsagentur. Ellen wird als ehemalige erfolgreiche Zahnärztin, dann nur Hausfrau beschrieben. Ihre Wandlung von der Schulfreundin Inger Johannes zu dem Menschen der sein Kind verliert, ist ab stärksten. Joachim ist ein guter Freund und Mitarbeiter von Jon und Freund von Sander, bei dem sich der Bub wohl fühlt. Die eine Großmutter wird als beherrscht beschildert, die andere mehr liebevoll aber weit weg.
Der Terroranschlag bleibt im Hintergrund spürbar, auch weil kein Polizist wirklich Zeit und Energie hat zu prüfen ob der Bub einem Unfall oder einer Absicht zum Opfer fiel. Henrik findet nur wenig Rückhalt bei seinen Fragen, und macht vieles erhebungstechnisch komplett falsch. An Inge Johanne werden Fragen und Hilfestellungen in beide Seiten gerichtet, die sie innerlich fast zerreißen.
Vermutete Wirtschaftskriminalität findet auch den Weg in die Geschichte, bis hin zu Betrug und Kinderpornos. Belastungen wie unerfüllter Kinderwunsch, Fehlgeburt, künstliche Befruchtung sind weitere Puzzleteile.
Die Geschichte war für mich spannend, weil ich bis zum Schluß gehofft hatte daß sich mögliche böse Verdachte in der Familie des Buben nicht bestätigen. Das Gemisch aus nichts-sehen bis überfordert-sein, Verantwortung teilweise tragen, und Gerüchten die viel zerstören ist sehr emotional.
Das Buch ist dicht geschrieben. Auch wenn für Menschen die Norwegen wenig/nicht kennen die Orte eher nichtssagend bleiben, sind die Häuser, Wohnungen und vor allem die Menschen gut vorstellbar. Der Roman ging mir unter die Haut und hat einiges nach Nachgrübeln verursacht. Viel Freude bei der Intensität des Buches !
Anne Holt wurde am 16. November 1968 in Larvik (im Süden Norwegens) geboren. Sie studierte Jus und arbeitet als Polizeijuristin und Rechtsanwältin. Vom 25. Oktober 1996 bis 4. Februar 1997 war sie Justizministerin der Sozialdemokraten Norwegens, bis sie sich aus Gesundheitsgründen zurückzog. Anfang 1990 begann sie zu schreiben. 1993 begann die 'Hanne-Wilhelmsen-Serie', (bisher sind 10 Bände erschienen) in der die Kommissarin mit einer Frau zusammenlebt. 2001 begann die 'Vik//Stubø-Serie' (bisher 5 Bände). Privat lebt sie mit ihrer eingetragenen Partnerin zusammen.
"Schattenkind"
Kriminalroman
Original "Skyggedod"
2012, Piratforlaget AS, Olso
Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs
2013, Piper Verlag
326 Seiten + 2 Seiten Nachwort
ISBN 978-3-492-30638-6
Vor dem Hintergrund des Terroranschlags des Massakers von Utoya (ein rechtsextremer Einzeltäter bringt insgesamt 77 Menschen um - in Oslo und auf einem Feriencamp in Utoya) wird ein acht-jähriger Buch tot bei seinen Eltern aufgefunden. Da der Bub ADHS hatte, sich immer wieder verletzte liegt der Verdacht eines Unfalls nahe. Kriminalpsychologin Inger Johanne Vik, deren zwei Kinder gerade auf Urlaub sind, wird immer mehr in Fragen ob hier wirklich ein Unfall vorlag gezogen, wobei der junge Polizist Henrik hier auch Fragen stellte. Inger Johanne fragt ihre Freundin, die Mutter des Buben, den Vater, einen guten Freund und trifft auch die Großeltern; Henrik fragt in der Schule nach. Die Lösung ist überraschend, aber durchaus schlüssig, die letzten Seiten dann ganz anders und erschreckend negativ.
In dem Roman werden die Psychologin und der junge Polizist begleitet und ihre Gespräche, Gedanken und Handlungen erzählt. Inge Johanne hat zwei Töchter aus zwei Beziehungen und gilt als gute Psychologin; sie lebt mit Kommissar Yngvar Stubo, der mit dem Terroranschlag beschäftigt ist, zusammen. Henrik ist ein junger dünner Mensch, der viele Phobien hat, aber der Wahrheit um den Buben auf der Spur ist. Die Eltern Ellen und Jon sind eigentlich erfolgreiche Menschen, die ihrem Sohn Sander viel ermöglichen können. Jon ist Chef einer Kommunikationsagentur. Ellen wird als ehemalige erfolgreiche Zahnärztin, dann nur Hausfrau beschrieben. Ihre Wandlung von der Schulfreundin Inger Johannes zu dem Menschen der sein Kind verliert, ist ab stärksten. Joachim ist ein guter Freund und Mitarbeiter von Jon und Freund von Sander, bei dem sich der Bub wohl fühlt. Die eine Großmutter wird als beherrscht beschildert, die andere mehr liebevoll aber weit weg.
Der Terroranschlag bleibt im Hintergrund spürbar, auch weil kein Polizist wirklich Zeit und Energie hat zu prüfen ob der Bub einem Unfall oder einer Absicht zum Opfer fiel. Henrik findet nur wenig Rückhalt bei seinen Fragen, und macht vieles erhebungstechnisch komplett falsch. An Inge Johanne werden Fragen und Hilfestellungen in beide Seiten gerichtet, die sie innerlich fast zerreißen.
Vermutete Wirtschaftskriminalität findet auch den Weg in die Geschichte, bis hin zu Betrug und Kinderpornos. Belastungen wie unerfüllter Kinderwunsch, Fehlgeburt, künstliche Befruchtung sind weitere Puzzleteile.
Die Geschichte war für mich spannend, weil ich bis zum Schluß gehofft hatte daß sich mögliche böse Verdachte in der Familie des Buben nicht bestätigen. Das Gemisch aus nichts-sehen bis überfordert-sein, Verantwortung teilweise tragen, und Gerüchten die viel zerstören ist sehr emotional.
Das Buch ist dicht geschrieben. Auch wenn für Menschen die Norwegen wenig/nicht kennen die Orte eher nichtssagend bleiben, sind die Häuser, Wohnungen und vor allem die Menschen gut vorstellbar. Der Roman ging mir unter die Haut und hat einiges nach Nachgrübeln verursacht. Viel Freude bei der Intensität des Buches !
Anne Holt wurde am 16. November 1968 in Larvik (im Süden Norwegens) geboren. Sie studierte Jus und arbeitet als Polizeijuristin und Rechtsanwältin. Vom 25. Oktober 1996 bis 4. Februar 1997 war sie Justizministerin der Sozialdemokraten Norwegens, bis sie sich aus Gesundheitsgründen zurückzog. Anfang 1990 begann sie zu schreiben. 1993 begann die 'Hanne-Wilhelmsen-Serie', (bisher sind 10 Bände erschienen) in der die Kommissarin mit einer Frau zusammenlebt. 2001 begann die 'Vik//Stubø-Serie' (bisher 5 Bände). Privat lebt sie mit ihrer eingetragenen Partnerin zusammen.
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