Aldo Cazzullo :
"Bitter im Abgang"
Kriminalroman
original "La mia anima é ovunque tu sia. Un delitto. Un tesoro. Una guerra. Un amore"
2011, Mondadori Mailand
Aus dem Italienischen von Petra Kaiser
2014, C.H.Beck München
142 Seiten + 2 Seiten Anmerkungen des Autors
ISBN 978-3-406-66038-2
Der lange Originaltitel "La mia anima è ovunque tu sia. Un delitto. Un tesoro. Una guerra. Un amore." heißt übersetzt "Meine Seele ist wo auch immer du bist. Ein Verbrechen. Ein Schatz. Ein Krieg. Eine Liebe" und erzählt damit die Geschichte bereits.
Angesiedelt ist die Geschichte im Piemont. Es werden einige wenige Tage im Jahr 1945, 1963 und 2011 erzählt. 1945 geht es um die schöne Victoria die von zwei Männern geliebt wird, aber von als Partisanenspionin von Regimetreuen grauslich ermordet, 1965 hat sich das Land erholt aber die Frage nach einem Schatz wird immer noch gestellt, 2011 gibt es einen Mord bei dem der Kommissar bei zwei unterschiedlichen Weingütern versucht zu ermitteln.
Die Kapitel springen zwischen den Zeiten und den handelnden Personen. Im Krieg und später ist ein intriganter Priester wichtig, der einem der heimischen Weinproduzenten mit Geld und Verbindungen behilflich ist; für ihn ist das der Aufbau nach dem Krieg.
Die Geschichte wird eigentümlich spannend erzählt. Der Mord gerät fast in den Hintergrund, weil die alten menschlichen und ethischen Rivalitäten noch immer vorherrschen.
Ein mühsame Sexszene wird beschrieben.
Die Charaktäre der Geschichte sind faszinierend. Es sind meist sture, knorrig wirkende, mittlerweile alte Männer die durch die Kriegs-Partisanen-schlachten gelernt haben zu überleben. Es gibt eigentlich nur zwei Seiten - die Katholiken oder die Kommunisten. Die Feindschaften halten über Jahrzehnte.
Als Alternative gibt es einen eher schleimigen machtbewußten Weinmenschen, der durch die Machenschaften des Priesters um den Schatz reich geworden ist.
Der Roman ist in seiner dichten Art beeindruckend. Die Schilderungen gehen unter die Haut. Viel Freude beim Lesen.
Aldo Cazzullo wurde am 17. September 1966 in Alba geboren. Er ist Journalist und Schriftsteller. Die meisten seiner Bücher sind Sachbücher; "Bitter im Abgang" ist der erste Kriminalroman.
Donnerstag, 26. Juli 2018
Freitag, 13. Juli 2018
Ingrid Betancourt : "Kein Schweigen, das nicht endet"
Ingrid Betancourt :
"Kein Schweigen, das nicht endet" - Sechs Jahre in der Gewalt der Guerilla
original "Même la silence a la fin"
2010, Gallimard Paris
Aus dem Franzöischen von Maja Ueberle-Pfaff, Elisabeth Liebl und Claudia Feldmann
2012, Knaur
736 Seiten + 3 Seiten Inhaltsverzeichnis
ISBN 978-3-426-78414-3
Detailreich erzählt die Autorin von der Gefangennahme, den Jahren im Regenwald mit den unterschiedlichsten Gruppen der FARC bis zur Befreiungsaktion.
Sie erzählt von den Wäldern, den Flüssen, den Tieren und den Menschen denen sie begegnet ist. Sie erzählt gut vorstellbar vom Gruppenterror, von der Angst bei den Wanderungen und lebensgefährlichen Klettereien durch den Regenwald und an Felsen, von der Enge in Schiffen, aber auch von Demütigungen sei es durch angekettet sein, durch Mobbing in der Gefangenengruppe (aus Angst ums eigene Leben oder weil nichts zu tun war) oder was ihr als einziger Frau an sexuellen Respektlosigkeiten zugemutet wurde.
Da sie schon vorher eine bekannte, weil politische Gestalt in Kolumbien war und weil sich Frankreich (dessen Doppelstaatsbürgerschaft sie hat) für sie eingesetzt hat, fühlte sie sich Gehäßigkeiten durch Neid ausgesetzt. In der Aufarbeitung anderer Mitgefangener in der Freiheit wird klar, daß die Sonderbehandlungen und Sonderaufmerksamkeiten von außen und daß für anderen Gefangenen wenig bis gar nicht gestritten wurde, offene wunde Punkte für strapazierten Seelen der Menschen verursachte.
Spannend sind die unterschiedlichen Farc-Gruppen geschildert: es gibt Teenagergruppen die noch etwas lockerer und freundlicher waren, durchgedrillte Soldaten ohne Fragen, die unterschiedlichen Geliebten der Gruppenführer die manchmal halfen oder auch intrigierten, die durchaus brutale Hackordnung in den Gruppen bis hin zum Kommando an Guerillafrauen die auf Zuruf Geliebte werden mußten. Manche Gruppenführer hatten etwas Respekt vor den Gefangenen, die anderen (die gefühlte Mehrheit) spielten rücksichtslos ihre Macht aus.
Sie schreibt, daß sie sich oft an der Bibel (es gab wenig Probleme eine als Gefangene zu erhalten) und wenn möglich mittels eines Lexikons das Denken erhalten hat. Manchmal durfte sie anderen Gefangenen Sprachen beibringen, wie einem der Amerikaner spanisch und einer anderen Gefangenen französisch.
Mich haben die vielen Details der langen "Reise" fasziniert, in denen die unterschiedlichen Lager, Toiletten, Quasi-Gefängnisse, aber auch Flüsse, Bäume, Blumen und Papageien, Kaimane, Seeschlangen geschildert sind. Hier frage ich mich ob und wie man sich die Autorin das gemerkt hat, ob sie nachrecherchiert hat oder ob beim Schreiben die Erlebnisse aufgepoppt sind und verarbeitet werden konnten.
Der Titel ist einem Gedicht von Pablo Neruda entnommen.
Das Buch ist als Buch schön geschrieben, mit vielen Beschreibungen und mit dichten, vielschichtigen Worten fast farbig geschildert (und übersetzt).
Mich hat dieses Buch in den Bann gezogen, und ich empfehle es gerne trotz seiner hohen Seitenzahl weiter. Achtung : manche der geschilderten Erlebnisse wirken nach und lassen erst langsam los.
Ingrid Betancourt, geb. am 25. Dezember 1961 in Bogotá, studierte Politik in Paris. 1989 kehrte sie mit ihren Kindern nach Kolumbien zurück, wo sie von 1994 bis 1998 Abgeordnete im Repräsentantenhaus war. Sie erhielt Morddrohungen und brachte 1996 ihre Kinder ins Ausland, eine Erfahrung, die sie in ihrem ersten Buch »Die Wut in meinem Herzen« beschrieb. Als Präsidentschaftskandidatin auf Wahlkampftour, wurde sie am 23. Februar 2002 entführt und erst am 2. Juli 2008 aus der Hand der FARC-Guerilla befreit. Heute lebt sie in den USA und Frankreich.
"Kein Schweigen, das nicht endet" - Sechs Jahre in der Gewalt der Guerilla
original "Même la silence a la fin"
2010, Gallimard Paris
Aus dem Franzöischen von Maja Ueberle-Pfaff, Elisabeth Liebl und Claudia Feldmann
2012, Knaur
736 Seiten + 3 Seiten Inhaltsverzeichnis
ISBN 978-3-426-78414-3
Detailreich erzählt die Autorin von der Gefangennahme, den Jahren im Regenwald mit den unterschiedlichsten Gruppen der FARC bis zur Befreiungsaktion.
Sie erzählt von den Wäldern, den Flüssen, den Tieren und den Menschen denen sie begegnet ist. Sie erzählt gut vorstellbar vom Gruppenterror, von der Angst bei den Wanderungen und lebensgefährlichen Klettereien durch den Regenwald und an Felsen, von der Enge in Schiffen, aber auch von Demütigungen sei es durch angekettet sein, durch Mobbing in der Gefangenengruppe (aus Angst ums eigene Leben oder weil nichts zu tun war) oder was ihr als einziger Frau an sexuellen Respektlosigkeiten zugemutet wurde.
Da sie schon vorher eine bekannte, weil politische Gestalt in Kolumbien war und weil sich Frankreich (dessen Doppelstaatsbürgerschaft sie hat) für sie eingesetzt hat, fühlte sie sich Gehäßigkeiten durch Neid ausgesetzt. In der Aufarbeitung anderer Mitgefangener in der Freiheit wird klar, daß die Sonderbehandlungen und Sonderaufmerksamkeiten von außen und daß für anderen Gefangenen wenig bis gar nicht gestritten wurde, offene wunde Punkte für strapazierten Seelen der Menschen verursachte.
Spannend sind die unterschiedlichen Farc-Gruppen geschildert: es gibt Teenagergruppen die noch etwas lockerer und freundlicher waren, durchgedrillte Soldaten ohne Fragen, die unterschiedlichen Geliebten der Gruppenführer die manchmal halfen oder auch intrigierten, die durchaus brutale Hackordnung in den Gruppen bis hin zum Kommando an Guerillafrauen die auf Zuruf Geliebte werden mußten. Manche Gruppenführer hatten etwas Respekt vor den Gefangenen, die anderen (die gefühlte Mehrheit) spielten rücksichtslos ihre Macht aus.
Sie schreibt, daß sie sich oft an der Bibel (es gab wenig Probleme eine als Gefangene zu erhalten) und wenn möglich mittels eines Lexikons das Denken erhalten hat. Manchmal durfte sie anderen Gefangenen Sprachen beibringen, wie einem der Amerikaner spanisch und einer anderen Gefangenen französisch.
Mich haben die vielen Details der langen "Reise" fasziniert, in denen die unterschiedlichen Lager, Toiletten, Quasi-Gefängnisse, aber auch Flüsse, Bäume, Blumen und Papageien, Kaimane, Seeschlangen geschildert sind. Hier frage ich mich ob und wie man sich die Autorin das gemerkt hat, ob sie nachrecherchiert hat oder ob beim Schreiben die Erlebnisse aufgepoppt sind und verarbeitet werden konnten.
Der Titel ist einem Gedicht von Pablo Neruda entnommen.
Das Buch ist als Buch schön geschrieben, mit vielen Beschreibungen und mit dichten, vielschichtigen Worten fast farbig geschildert (und übersetzt).
Mich hat dieses Buch in den Bann gezogen, und ich empfehle es gerne trotz seiner hohen Seitenzahl weiter. Achtung : manche der geschilderten Erlebnisse wirken nach und lassen erst langsam los.
Ingrid Betancourt, geb. am 25. Dezember 1961 in Bogotá, studierte Politik in Paris. 1989 kehrte sie mit ihren Kindern nach Kolumbien zurück, wo sie von 1994 bis 1998 Abgeordnete im Repräsentantenhaus war. Sie erhielt Morddrohungen und brachte 1996 ihre Kinder ins Ausland, eine Erfahrung, die sie in ihrem ersten Buch »Die Wut in meinem Herzen« beschrieb. Als Präsidentschaftskandidatin auf Wahlkampftour, wurde sie am 23. Februar 2002 entführt und erst am 2. Juli 2008 aus der Hand der FARC-Guerilla befreit. Heute lebt sie in den USA und Frankreich.
Labels:
2010,
2012,
Autorin,
Gewalt,
Kolumbien,
Lateinamerika,
Politik,
Spannung,
Terror,
Übersetzerinnen
Donnerstag, 5. Juli 2018
Helen MacDonald : "H wie Habicht"
Helen MacDonald :
"H wie Habicht"
original "H wie Hawk"
2014, Verlag Jonathan Cape, Random House
Aus dem Englischen von Ulrike Kretschmer
2015, Allagria, Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin
372 Seiten + 1 Seite Inhaltsverzeichnis + 4 Seiten Postskriptum + 18 Seiten Anmerkungen (Quellenangaben) + 2 Seiten Danksagung
mit Lesebändchen
ISBN 978-3-7934-2298-3
Das schöne Cover mit einem Linolschnitt eines Habichts hat mich zum Griff nach diesem Buch veranlaßt.
Die Geschichte wird aus Sicht der Autorin in Ich-Sicht erzählt. Man nimmt an ihren Gedanken, Sorgen, Trauer um den Vater und ihre Besessenheit um T.H.White und seinen Habicht Gos(hawk) und die Erziehung ihres wunderschönen Habichts teil.
In schöner Sprache aber ziemlicher Egozentrik erzählt sie von ihren Kindheitserinnerungen an Vater, und Tier/Falken-bücher, über Falknerei, und wie sie gemeinsam mit ihrem Habicht Mabel (liebevoll auch Mabes genannt) eine Einheit aufbaut. Diese Teile in denen sie die Aufzucht, das Training, das immer mehr loslassen, die Sorge, die Feinfühligkeit um diesen faszinierenden und auch geliebten Vogel erzählt zogen mich in den Bann.
Die Abschnitte in denen sie sich an T.H.White abarbeitet sind sehr eigen. Es wird von Whites brutaler Kindheit erzählt, und wie er diese im Erwachsenenleben an anderen Menschen und Tieren auslebt, dabei weder mit seinem Sadismus noch seiner Homoerotik fertig wird. Seine sogenannte Liebe zu Gos wird nur als besitzergreifend transportier und ist oft unachtsam und seine Verantwortung dem Habicht gegenüber falsch einschätzen. Kein Wunder daß Gos das Vertrauen verliert und verloren geht (wie es diesem Habicht weiter ergeht bleibt offen - leider).
Exkurs : Terence Hanbury White lebte von 1906 bis 1964. Er veröffentlichte unter T.H. White oder dem Pseudonym James Aston. Am bekanntesten dürfte seine Version der Merlin-, und Arthussage sein.
Das Buch umfaßt gefühlt das Trauerjahr nach dem Tod des Vaters - die Autorin verwendet die Formulierung 'Archäologie der Trauer'.
Die Welt in der sich die Autorin bewegt ist eine der belesenen Professoren in Cambridge, die Wälder der Umgebung, und andere Menschen die Falken bis Habichte lieben und mit ihnen leben. Normales Leben ist wenig zu spüren; skurril ist es wenn sie beschreibt mit welchem Habichtsfutter die Tiefkühltruhe gefüllt ist.
Berührend ist es wenn sie von den Beobachtungen von Flugzeugen über England, die ihr Vater als Kind und Jugendlicher penibel aufgeschrieben hat, schreibt.
Schön finde ich die Beschreibungen wenn sie und Mabel durch das Land streifen, sie die Landschaft beschreibt und dann Mabels Verhalten mit der Natur genau schildert.
Das Buch ist nicht einfach zu lesen, da die Ich-zentriert der Autorin zeitweise strapaziös ist. Ich habe länger dazu gebraucht und es zwischendurch mit Lesezeichen liegen gelassen bis ich weiterlesen konnte.
Diese Buch ist für alle Menschen die sich für Greifvögel und schöne Sprache interessieren sehr empfehlenswert. Viel Freude dabei !
Helen MacDonald wurde 1970 geboren. Sie ist Lyrikerin und Autorin und unterrichtet in Cambridge. 1993 erschienen ihre erste Gedichte.
"H wie Habicht"
original "H wie Hawk"
2014, Verlag Jonathan Cape, Random House
Aus dem Englischen von Ulrike Kretschmer
2015, Allagria, Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin
372 Seiten + 1 Seite Inhaltsverzeichnis + 4 Seiten Postskriptum + 18 Seiten Anmerkungen (Quellenangaben) + 2 Seiten Danksagung
mit Lesebändchen
ISBN 978-3-7934-2298-3
Das schöne Cover mit einem Linolschnitt eines Habichts hat mich zum Griff nach diesem Buch veranlaßt.
Die Geschichte wird aus Sicht der Autorin in Ich-Sicht erzählt. Man nimmt an ihren Gedanken, Sorgen, Trauer um den Vater und ihre Besessenheit um T.H.White und seinen Habicht Gos(hawk) und die Erziehung ihres wunderschönen Habichts teil.
In schöner Sprache aber ziemlicher Egozentrik erzählt sie von ihren Kindheitserinnerungen an Vater, und Tier/Falken-bücher, über Falknerei, und wie sie gemeinsam mit ihrem Habicht Mabel (liebevoll auch Mabes genannt) eine Einheit aufbaut. Diese Teile in denen sie die Aufzucht, das Training, das immer mehr loslassen, die Sorge, die Feinfühligkeit um diesen faszinierenden und auch geliebten Vogel erzählt zogen mich in den Bann.
Die Abschnitte in denen sie sich an T.H.White abarbeitet sind sehr eigen. Es wird von Whites brutaler Kindheit erzählt, und wie er diese im Erwachsenenleben an anderen Menschen und Tieren auslebt, dabei weder mit seinem Sadismus noch seiner Homoerotik fertig wird. Seine sogenannte Liebe zu Gos wird nur als besitzergreifend transportier und ist oft unachtsam und seine Verantwortung dem Habicht gegenüber falsch einschätzen. Kein Wunder daß Gos das Vertrauen verliert und verloren geht (wie es diesem Habicht weiter ergeht bleibt offen - leider).
Exkurs : Terence Hanbury White lebte von 1906 bis 1964. Er veröffentlichte unter T.H. White oder dem Pseudonym James Aston. Am bekanntesten dürfte seine Version der Merlin-, und Arthussage sein.
Das Buch umfaßt gefühlt das Trauerjahr nach dem Tod des Vaters - die Autorin verwendet die Formulierung 'Archäologie der Trauer'.
Die Welt in der sich die Autorin bewegt ist eine der belesenen Professoren in Cambridge, die Wälder der Umgebung, und andere Menschen die Falken bis Habichte lieben und mit ihnen leben. Normales Leben ist wenig zu spüren; skurril ist es wenn sie beschreibt mit welchem Habichtsfutter die Tiefkühltruhe gefüllt ist.
Berührend ist es wenn sie von den Beobachtungen von Flugzeugen über England, die ihr Vater als Kind und Jugendlicher penibel aufgeschrieben hat, schreibt.
Schön finde ich die Beschreibungen wenn sie und Mabel durch das Land streifen, sie die Landschaft beschreibt und dann Mabels Verhalten mit der Natur genau schildert.
Das Buch ist nicht einfach zu lesen, da die Ich-zentriert der Autorin zeitweise strapaziös ist. Ich habe länger dazu gebraucht und es zwischendurch mit Lesezeichen liegen gelassen bis ich weiterlesen konnte.
Diese Buch ist für alle Menschen die sich für Greifvögel und schöne Sprache interessieren sehr empfehlenswert. Viel Freude dabei !
Helen MacDonald wurde 1970 geboren. Sie ist Lyrikerin und Autorin und unterrichtet in Cambridge. 1993 erschienen ihre erste Gedichte.
Labels:
2014,
2015,
Autorin,
Begeisterung,
England,
Künstler,
Landschaft,
Leidenschaft,
Roman,
Tiere,
Übersetzerin
Samstag, 30. Juni 2018
Rodrigo Hasbún : "Die Affekte"
Rodrigo Hasbún:
"Die Affekte"
Roman
original "Los afectos"
2015, Penguin Random House Barcelona
Aus dem Spanischen von Christian Hansen
2017, Suhrkamp Berlin
130 Seiten + 1 Seite Inhaltsverzeichnis
ISBN 978-3-518-42764-4
In kurzen Kapiteln wird jeweils aus der Sicht anderer Menschen erzählt wie unglücklich Frau Aurelia und Töchter Monika, Heidi und Trixi bei der Emigration aus Deutschland nach Bolivien waren, wie begeistert ein bis zwei Töchter den Vater auf seinen Photoexpeditionen begleiteten und dann deren Entwicklungen als Erwachsene. Während Heide mit dem Arbeitskollegen ihres Vaters wieder nach Deutschland geht und etwas aufbaut, und Trixi dem Rauchen verfällt, entwickelt sich Monika von einem unbeherrschten Mädchen, zu einer gelangweilten Ehefrau, entdeckt ihr Engagement für die Armen und Indios, hat eine Affäre mit ihrem Schwager und wird zur radikalen im Untergrund arbeitenden Guerilera die steckbrieflich gesucht wird. Parallel sind Kapitel aus dem bolivianischen Urwald und der Guerilla eingebaut - inklusive daß die Brutalitäten bei den Zusammenstössen zwischen Militär und Untergrund inkl. Folter angesprochen werden.
Die Geschichte basiert auf der der Familie Hans Ertls und seiner Tochter Monika, auch wenn als Vorwort steht, daß die Geschichte zufällig ist. Es geht um die Zeit zwischen 1953 und 1973, mit seinen Umbrüchen in Lateinamerika. Auseinandersetzung mit Nazi-Deutschland findet nur am Rande statt.
Unter dem Begriff "Affekte" habe ich mehrere Bedeutungen gefunden : Gefühle, Anregung, Antrieb, Instinkt, Anwandlung, Instinkt bis Idee. Mir fällt die Zuordnungsbedeutung für dieses Buch jedoch schwer.
Die Kapitel sind dicht geschrieben und ich bin in den Stil hineingefallen. Es ist spannend herauszufinden aus welcher Sicht die Kapitel sind - es sind auch der Schwager Monikas bis zu Arbeitern dabei.
Die Menschen sind nicht beschrieben, aber in ihrer Energie und Gedanken, ihre Sorgen und Gefühle und Gelüste spürbar. Dafür sind La Paz, sowie Regen- und Urwald und Häuser bis Lehmhütten in Worten umrissen.
In Summe ein spannendes Buch, das ich empfehlenswert finde. Viel Freude beim Lesen !
Rodrigo Hasbún wurde 1981 in Cochabamba (Bolivien) geboren. Er studierte Journalismus in Bolivien und Chile. 2007 erschien sein erster Roman.
"Die Affekte"
Roman
original "Los afectos"
2015, Penguin Random House Barcelona
Aus dem Spanischen von Christian Hansen
2017, Suhrkamp Berlin
130 Seiten + 1 Seite Inhaltsverzeichnis
ISBN 978-3-518-42764-4
In kurzen Kapiteln wird jeweils aus der Sicht anderer Menschen erzählt wie unglücklich Frau Aurelia und Töchter Monika, Heidi und Trixi bei der Emigration aus Deutschland nach Bolivien waren, wie begeistert ein bis zwei Töchter den Vater auf seinen Photoexpeditionen begleiteten und dann deren Entwicklungen als Erwachsene. Während Heide mit dem Arbeitskollegen ihres Vaters wieder nach Deutschland geht und etwas aufbaut, und Trixi dem Rauchen verfällt, entwickelt sich Monika von einem unbeherrschten Mädchen, zu einer gelangweilten Ehefrau, entdeckt ihr Engagement für die Armen und Indios, hat eine Affäre mit ihrem Schwager und wird zur radikalen im Untergrund arbeitenden Guerilera die steckbrieflich gesucht wird. Parallel sind Kapitel aus dem bolivianischen Urwald und der Guerilla eingebaut - inklusive daß die Brutalitäten bei den Zusammenstössen zwischen Militär und Untergrund inkl. Folter angesprochen werden.
Die Geschichte basiert auf der der Familie Hans Ertls und seiner Tochter Monika, auch wenn als Vorwort steht, daß die Geschichte zufällig ist. Es geht um die Zeit zwischen 1953 und 1973, mit seinen Umbrüchen in Lateinamerika. Auseinandersetzung mit Nazi-Deutschland findet nur am Rande statt.
Unter dem Begriff "Affekte" habe ich mehrere Bedeutungen gefunden : Gefühle, Anregung, Antrieb, Instinkt, Anwandlung, Instinkt bis Idee. Mir fällt die Zuordnungsbedeutung für dieses Buch jedoch schwer.
Die Kapitel sind dicht geschrieben und ich bin in den Stil hineingefallen. Es ist spannend herauszufinden aus welcher Sicht die Kapitel sind - es sind auch der Schwager Monikas bis zu Arbeitern dabei.
Die Menschen sind nicht beschrieben, aber in ihrer Energie und Gedanken, ihre Sorgen und Gefühle und Gelüste spürbar. Dafür sind La Paz, sowie Regen- und Urwald und Häuser bis Lehmhütten in Worten umrissen.
In Summe ein spannendes Buch, das ich empfehlenswert finde. Viel Freude beim Lesen !
Rodrigo Hasbún wurde 1981 in Cochabamba (Bolivien) geboren. Er studierte Journalismus in Bolivien und Chile. 2007 erschien sein erster Roman.
Labels:
2015,
2017,
Abenteuer,
Autor,
Bolivien,
Deutschland,
Familie,
Lateinamerika,
Politik,
Roman,
Übersetzer
Samstag, 23. Juni 2018
Anfänge - Neue österreichische Literatur
Anfänge - Neue österreichische Literatur
Herausgegeben von Heinz Sychrovsky
Welttag des Buches - 23. April 2018
Hauptverband des Österreichischen Buchhandels
Jeweils die ersten zehn Seiten der Texte sind hier abgedruckt.
+Nava Ebrahimi - Sechzehn Wörter : eine junge Frau aus Deutschland fliegt nach Persien, weil ihre Großmutter gestorben ist und denkt über ihre Familie nach. Und welche Wörter es in deutsch gibt, aber nicht in Farsi - und umgekehrt. Um welche titelgebenden 16 Wörter es hier geht, wird aus dem Ausschnitt nicht klar. Der Stil ist dicht und zieht in die Welt der Fragen und Wörter und hier starken Frauen hinein.
+ Christoph Linher - Ungemach : Ein Mann hat seine Rechtsanwaltslizenz verloren, und folgt daher dem Ruf einer Tante ihn am Pflegebett in der Einöde zu besuchen. am besten gefiel mir die Formulierung in der Wolken mit 'geschichteterem Schiefer' verglichen wurden.
+ Irene Diwiak - Liebwies : ein Musiklehrer ohne Freude an irgendwas kehrt aus dem ersten Weltkrieg zurück, säuft einige Zeit bis er beschließt aufs Land zu fahren und durch mehrere Zufälle als Dorflehrer beginnt.
+ Theodora Bauer - Chikago : Katica ist als Mädchen von einem Ort schwanger von einem jungen Soldaten. Das Kind wird von der Großmutter aufgezogen. Die Absätze springen in der Zeit hin und her. Es kommen kurze Sätze in einer anderen Sprache vor, die leider nicht übersetzt werden. Sprachlich hat mich der Ausschnitt nicht angesprochen.
+ Marie Luise Lehner - Fliegenpilze aus Kork : kurze Absätze machen Schlaglichter eines Kindes und seine Erinnerungen an die getrennt lebenden Eltern. Der Vater ist attraktiv und lieb zu ihr. Das Kind erinnert sich an ein Meerschweinchen, an Radfahren, an Ausflug auf den Schneeberg, an eine Demonstration bei der es auf den Schultern des Vaters sitzt. Die Absätze, kurzen Abschnitte oder auch das eine Gedicht machen starke Stimmung.
+ Laura Freudenthaler - Die Königin schweigt : Fanny hat eine alte Aufpasserin, was sie besonders macht. Ihr Bruder darf den Eltern auf dem Feld helfen. - die beschrieben Atmosphäre ist dicht, aber ich konnte nicht erkennen wohin der Raum führt.
+ Elias Hirschl - Hundert schwarze Nähmaschinen : Ein Zivi wird eine WG mit ziemlich schrägen bis älteren Menschen zugeteilt. Die Beschreibungen sind heftig. Spannend ist wie er Geruch der Kleidung und einer Wohnung mit der Sprache aus der Parfumbranche beschreibt.
+ Mario Hladicz - Gedichte zwischen Uhr und Bett : Gedichte
+ Sophie Reyer - Schildkrötentage : eine Frau bekommt mit 40 die erste tiefe Falte und denkt an ihren Kindheitswunsch eine Schildkröte zu haben und diese durch Plastikechsen zu substituieren.
+ Cordula Simon - Der Neubauer : Eine obdachlose Ich-Person beschreibt wie sie einen jungen reichen Schnösel in einer Bar kennenlernt und sich bei ihm - weil es Winter ist - für einige Tage einquartiert. Die Frauen und der farblose reiche Mann schneiden nicht gut ab.
+ Mascha Dabic - Reibungsverluste : Nora hat zu ihrem 30-er beschlossen ein Vierteljahr keine Bücher zu lesen. Für sie ist das fast eine Revolution, da sie sich schon als Kind die die Welt der Bücher geflüchtet hat. Sie beschreibt auch ihre Zeit als sie in Russland lebte und sich eine Freundin um ihre Hände gekümmert hatte. Witzig fand ich die Formulierung, daß sich Bücher auf einem Sofa räkeln. Die Sprache und Situationen sind dicht und gut vorstellbar und schön lesbar.
+ Jakob Pretterhofer - Tagwache : hier ist Herr Hüttner Ausbildner im österreichischen Bundesheer, und denkt immer noch an den Selbstmord eines Rekruten nach.
+ Raphaela Edelbauer - Entdecker. Eine Poetik / mit Zeichnungen von Simon Goritschnig : Gebrauchsanweisung und Bestiarium, die sich mit Text-Bestien und Sprachanweisungen beschäftigen. Es werden hochgestochene Vokabel eingesetzt. Dazwischen sind kleine faszinierende Zeichnungen aus verschiedenen Elementen zusammengesetzter Objekte aus der Natur.
Theodora Bauer : * 1990 in Wien
Mascha Dabic : * 1981 in Sarajevo
Irene Diwiak : * 1991 in Graz
Nava Ebrahimi : * 1978 in Teheran
Raphaela Edelbauer : * 1990 in Wien
Laura Freudenthaler : * 1984 in Salzburg
Elias Hirschl : * 1994 in Wien
Mario Hladicz : * 1984 in Graz
Marie Luise Lehner : * 1995
Christoph Linher : * 1983 in Bludenz
Jakob Pretterhofer : * 1985 in Graz
Sophie Reyer : * 1984 in Wien
Cordula Simon : * 1986 in Graz
Herausgegeben von Heinz Sychrovsky
Welttag des Buches - 23. April 2018
Hauptverband des Österreichischen Buchhandels
Jeweils die ersten zehn Seiten der Texte sind hier abgedruckt.
+Nava Ebrahimi - Sechzehn Wörter : eine junge Frau aus Deutschland fliegt nach Persien, weil ihre Großmutter gestorben ist und denkt über ihre Familie nach. Und welche Wörter es in deutsch gibt, aber nicht in Farsi - und umgekehrt. Um welche titelgebenden 16 Wörter es hier geht, wird aus dem Ausschnitt nicht klar. Der Stil ist dicht und zieht in die Welt der Fragen und Wörter und hier starken Frauen hinein.
+ Christoph Linher - Ungemach : Ein Mann hat seine Rechtsanwaltslizenz verloren, und folgt daher dem Ruf einer Tante ihn am Pflegebett in der Einöde zu besuchen. am besten gefiel mir die Formulierung in der Wolken mit 'geschichteterem Schiefer' verglichen wurden.
+ Irene Diwiak - Liebwies : ein Musiklehrer ohne Freude an irgendwas kehrt aus dem ersten Weltkrieg zurück, säuft einige Zeit bis er beschließt aufs Land zu fahren und durch mehrere Zufälle als Dorflehrer beginnt.
+ Theodora Bauer - Chikago : Katica ist als Mädchen von einem Ort schwanger von einem jungen Soldaten. Das Kind wird von der Großmutter aufgezogen. Die Absätze springen in der Zeit hin und her. Es kommen kurze Sätze in einer anderen Sprache vor, die leider nicht übersetzt werden. Sprachlich hat mich der Ausschnitt nicht angesprochen.
+ Marie Luise Lehner - Fliegenpilze aus Kork : kurze Absätze machen Schlaglichter eines Kindes und seine Erinnerungen an die getrennt lebenden Eltern. Der Vater ist attraktiv und lieb zu ihr. Das Kind erinnert sich an ein Meerschweinchen, an Radfahren, an Ausflug auf den Schneeberg, an eine Demonstration bei der es auf den Schultern des Vaters sitzt. Die Absätze, kurzen Abschnitte oder auch das eine Gedicht machen starke Stimmung.
+ Laura Freudenthaler - Die Königin schweigt : Fanny hat eine alte Aufpasserin, was sie besonders macht. Ihr Bruder darf den Eltern auf dem Feld helfen. - die beschrieben Atmosphäre ist dicht, aber ich konnte nicht erkennen wohin der Raum führt.
+ Elias Hirschl - Hundert schwarze Nähmaschinen : Ein Zivi wird eine WG mit ziemlich schrägen bis älteren Menschen zugeteilt. Die Beschreibungen sind heftig. Spannend ist wie er Geruch der Kleidung und einer Wohnung mit der Sprache aus der Parfumbranche beschreibt.
+ Mario Hladicz - Gedichte zwischen Uhr und Bett : Gedichte
+ Sophie Reyer - Schildkrötentage : eine Frau bekommt mit 40 die erste tiefe Falte und denkt an ihren Kindheitswunsch eine Schildkröte zu haben und diese durch Plastikechsen zu substituieren.
+ Cordula Simon - Der Neubauer : Eine obdachlose Ich-Person beschreibt wie sie einen jungen reichen Schnösel in einer Bar kennenlernt und sich bei ihm - weil es Winter ist - für einige Tage einquartiert. Die Frauen und der farblose reiche Mann schneiden nicht gut ab.
+ Mascha Dabic - Reibungsverluste : Nora hat zu ihrem 30-er beschlossen ein Vierteljahr keine Bücher zu lesen. Für sie ist das fast eine Revolution, da sie sich schon als Kind die die Welt der Bücher geflüchtet hat. Sie beschreibt auch ihre Zeit als sie in Russland lebte und sich eine Freundin um ihre Hände gekümmert hatte. Witzig fand ich die Formulierung, daß sich Bücher auf einem Sofa räkeln. Die Sprache und Situationen sind dicht und gut vorstellbar und schön lesbar.
+ Jakob Pretterhofer - Tagwache : hier ist Herr Hüttner Ausbildner im österreichischen Bundesheer, und denkt immer noch an den Selbstmord eines Rekruten nach.
+ Raphaela Edelbauer - Entdecker. Eine Poetik / mit Zeichnungen von Simon Goritschnig : Gebrauchsanweisung und Bestiarium, die sich mit Text-Bestien und Sprachanweisungen beschäftigen. Es werden hochgestochene Vokabel eingesetzt. Dazwischen sind kleine faszinierende Zeichnungen aus verschiedenen Elementen zusammengesetzter Objekte aus der Natur.
Theodora Bauer : * 1990 in Wien
Mascha Dabic : * 1981 in Sarajevo
Irene Diwiak : * 1991 in Graz
Nava Ebrahimi : * 1978 in Teheran
Raphaela Edelbauer : * 1990 in Wien
Laura Freudenthaler : * 1984 in Salzburg
Elias Hirschl : * 1994 in Wien
Mario Hladicz : * 1984 in Graz
Marie Luise Lehner : * 1995
Christoph Linher : * 1983 in Bludenz
Jakob Pretterhofer : * 1985 in Graz
Sophie Reyer : * 1984 in Wien
Cordula Simon : * 1986 in Graz
Labels:
2018,
Ausschnitte von Romanen,
Autor,
Autorin,
Familie,
Gedichte,
Gesellschaft,
Literatur,
Menschen,
Österreich,
Sprache,
Zeichnungen
Montag, 18. Juni 2018
Christine Neumeyer : "Spargelmorde"
Christine Neumeyer :
"Spargelmorde"
2017, Kriminalroman Verlag NY
257 Seiten
ISBN 978-0997757972
Elfriede Volkmann als Polizistin in Wien wird zu dem Mord an ihrem ehemaligen Lehrer in Spargelstein gerufen. Wenig später wird eine Leiche in Schloß Hof gefunden, und dann noch eine wieder in Spargelstein. Elfriede hat nicht nur den Fall zu lösen, sondern auch Probleme innerhalb der Polizei und daß ihr Vater im Nachbarorts Spargelsteins ihre Aufmerksamkeit möchte. Spät entdeckt sie daß moralische Engstirnigkeit betreffend Homosexualität zu den Morden geführt hatte.
Die Geschichte wird fast ohne Charme erzählt, nur der frisch gefangte Polizist mit seiner Angst, und der vorgesetzter Heinz Huber der in Pension gehen wird sowie die beste Freundin Psychologin Sylvia mit ihren Beziehungsproblemen sind als sympathische Menschen geschildert. Die anderen sind meist sehr ungemütlich, engstirnig und verbohrt.
Die Menschen sind unterschiedlich. Elfriede als burschikose Polizistin die mit Panikattacken durch den Nazi-, dann Monarchie-wahn ihres Vaters fertig werden muß. Huber der sich auf die Pension und die Fahrt mit dem Motorrad freut. der neue Polizist Grün zaubert am Computer. Der Spargelwirt wird als extrem charmanter wirt geschilder. Der geistig einfache Sebastian wird als hilfreicher sehr gläubiger Mensch beschrieben, der Pfarrer ist von den christlichen Werten so überzeugt, daß er die Menschen ringsum vergißt.
Eine Romanze zwischen Elfriede und Heinz Huber bahnt sich an, trotzdem einer der Mitarbeiter um Elfriede wunderschöne Augen hat.
Das Buch hat mich sprachlich nicht angesprochen.
Witzig wird es wenn ein bekannter Spargeltempel im Marchfeld beschrieben wird. Die beschriebene Sammelleidenschaft von Gegenständen aus der Monarchie und der Zwischenkriegszeit aus dem Militär- oder Privatbereich ist jedem der die Vorlage zu dem Lokal kennt bekannt.
Hoffentlich gefällt der Krimi anderen besser als mir.
Christine Neumeyer wurde 1965 in Straßhof (Marchfeld, Niederösterreich) geboren. Nach Abschluß der HAK arbeitete sie lange im Direktionsbüro des Belvedere. 2013 erschien ihr erster Marchfeld-Krimi.
"Spargelmorde"
2017, Kriminalroman Verlag NY
257 Seiten
ISBN 978-0997757972
Elfriede Volkmann als Polizistin in Wien wird zu dem Mord an ihrem ehemaligen Lehrer in Spargelstein gerufen. Wenig später wird eine Leiche in Schloß Hof gefunden, und dann noch eine wieder in Spargelstein. Elfriede hat nicht nur den Fall zu lösen, sondern auch Probleme innerhalb der Polizei und daß ihr Vater im Nachbarorts Spargelsteins ihre Aufmerksamkeit möchte. Spät entdeckt sie daß moralische Engstirnigkeit betreffend Homosexualität zu den Morden geführt hatte.
Die Geschichte wird fast ohne Charme erzählt, nur der frisch gefangte Polizist mit seiner Angst, und der vorgesetzter Heinz Huber der in Pension gehen wird sowie die beste Freundin Psychologin Sylvia mit ihren Beziehungsproblemen sind als sympathische Menschen geschildert. Die anderen sind meist sehr ungemütlich, engstirnig und verbohrt.
Die Menschen sind unterschiedlich. Elfriede als burschikose Polizistin die mit Panikattacken durch den Nazi-, dann Monarchie-wahn ihres Vaters fertig werden muß. Huber der sich auf die Pension und die Fahrt mit dem Motorrad freut. der neue Polizist Grün zaubert am Computer. Der Spargelwirt wird als extrem charmanter wirt geschilder. Der geistig einfache Sebastian wird als hilfreicher sehr gläubiger Mensch beschrieben, der Pfarrer ist von den christlichen Werten so überzeugt, daß er die Menschen ringsum vergißt.
Eine Romanze zwischen Elfriede und Heinz Huber bahnt sich an, trotzdem einer der Mitarbeiter um Elfriede wunderschöne Augen hat.
Das Buch hat mich sprachlich nicht angesprochen.
Witzig wird es wenn ein bekannter Spargeltempel im Marchfeld beschrieben wird. Die beschriebene Sammelleidenschaft von Gegenständen aus der Monarchie und der Zwischenkriegszeit aus dem Militär- oder Privatbereich ist jedem der die Vorlage zu dem Lokal kennt bekannt.
Hoffentlich gefällt der Krimi anderen besser als mir.
Christine Neumeyer wurde 1965 in Straßhof (Marchfeld, Niederösterreich) geboren. Nach Abschluß der HAK arbeitete sie lange im Direktionsbüro des Belvedere. 2013 erschien ihr erster Marchfeld-Krimi.
Labels:
2017,
Autorin,
Krimi,
Landschaft,
Ö - Niederösterreich,
Österreich
Montag, 11. Juni 2018
Laurence, Tiana : "Blockchain für Dummies"
Laurence, Tiana :
"Blockchain für Dummies"
original "Blockchain for Dummies"
2017, Wiley Publishing, Inc
Übersetzung aus dem Amerikanischen von Judith Muhr
Fachkorrektur von Isolde Kommer
2018, Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
198 Seiten + 5 Seiten Stichwortverzeichnis
ISBN: 978-3-527-71439-1
Eigentlich hatte ich gehofft hier Basisinformation über Blockchain zu erhalten, wie z.B. was eigentlich geblockt wird; oder anders ausgedrückt : was wird hier eigentlich möglichst sicher und verschlüsselt und vereinheitet verarbeitet.
Das Buch ist von einer Programmiererin in Blockchain geschrieben. Sie beschreibt detailliert wie man sich einloggt, und mit seinen Wallets umgeht, welche Informationen man angeben muß, und springt direkt in die Anwendungen von Blockchain hinein. Sie beschreibt detailliert Bitcoin, Ethereum, Ripple, Factcom .. es wimmelt von Ausdrücken wie Matrix, Smart Contracts, peer-to-peer, Hash, Merkle-Baum, etc.
Positiv an den Teilen des Buches die ich als Nicht-Programmierer aber hoffentlich halbwegs intelligenter User gelesen habe, sind die Cartoons und die klare Information daß es keine 100 % ige Sicherheit gibt. Aber man kann es Hackern mühsam machen.
Trotzdem hat das Buch meine Erwartungen nicht erfüllt, denn ich wollte nicht wissen wie ich in den Foren einen Acccount /Wallet anlege, sondern greifbare Information, womit eigentlich agiert wird, erhalten.
Tiana Laurence hat Wirtschaft und Führerschaft studiert und gründet gerne neue Unternehmen. Sie ist Mitbegründerin von Factom. Leider habe ich nicht herausgekriegt, ob sie 25, 30 oder 40 Jahre jung ist.
"Blockchain für Dummies"
original "Blockchain for Dummies"
2017, Wiley Publishing, Inc
Übersetzung aus dem Amerikanischen von Judith Muhr
Fachkorrektur von Isolde Kommer
2018, Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
198 Seiten + 5 Seiten Stichwortverzeichnis
ISBN: 978-3-527-71439-1
Eigentlich hatte ich gehofft hier Basisinformation über Blockchain zu erhalten, wie z.B. was eigentlich geblockt wird; oder anders ausgedrückt : was wird hier eigentlich möglichst sicher und verschlüsselt und vereinheitet verarbeitet.
Das Buch ist von einer Programmiererin in Blockchain geschrieben. Sie beschreibt detailliert wie man sich einloggt, und mit seinen Wallets umgeht, welche Informationen man angeben muß, und springt direkt in die Anwendungen von Blockchain hinein. Sie beschreibt detailliert Bitcoin, Ethereum, Ripple, Factcom .. es wimmelt von Ausdrücken wie Matrix, Smart Contracts, peer-to-peer, Hash, Merkle-Baum, etc.
Positiv an den Teilen des Buches die ich als Nicht-Programmierer aber hoffentlich halbwegs intelligenter User gelesen habe, sind die Cartoons und die klare Information daß es keine 100 % ige Sicherheit gibt. Aber man kann es Hackern mühsam machen.
Trotzdem hat das Buch meine Erwartungen nicht erfüllt, denn ich wollte nicht wissen wie ich in den Foren einen Acccount /Wallet anlege, sondern greifbare Information, womit eigentlich agiert wird, erhalten.
Tiana Laurence hat Wirtschaft und Führerschaft studiert und gründet gerne neue Unternehmen. Sie ist Mitbegründerin von Factom. Leider habe ich nicht herausgekriegt, ob sie 25, 30 oder 40 Jahre jung ist.
Labels:
2017,
2018,
Autorin,
Buch nicht fertig gelesen,
Computer,
Digitalisierung,
IT,
Übersetzerinnen
Abonnieren
Posts (Atom)