Samstag, 20. Januar 2024

Shelby van Pelt : "Das Glück hat acht Arme"

Shelby van Pelt :
"Das Glück hat acht Arme"
Roman
original "Remarkably Bright Creatures"
2022, Ecco/Harper Collings New York
Aus dem amerikanischen Englisch von Andrea Fischer
2022, S. Fischer Verlag gmbH
453 Seiten + 3 Seiten Danksagung
ISBN 978-3-596-70700-3

Marcellus, ein pazifischer Riesenkrake, lebt in einem großen Aquarium. Er ist blitzgescheit und kann sich durch die schmalsten Ritzen durchbewegen, auch in benachbarte Fisch- und Muschelbereiche. Er weiß, daß er nur vier Jahre alt wird.
Mit ihm reden Schulkinder, aber auch die ältere einsame Tova, die in der Nacht putzt und über ihren verschwundenen Sohn spricht. Sie lebt alleine in einem schönen großen Haus, das ihr eigentlich zu groß ist.
Cameron ist ein junger Mann, der nichts auf die Reihe bekommt, allerdings sich vieles merkt was man ihm erzählt, wie den Namen einer Clematis, Einzelheiten über Kraken. Seine Tante Jeanne ist die einzige  verbliebene Familie, mit der er in einem Wohnpark lebt. Er macht sich auf die Suche nach seinem Vater und arbeitet zwischendurch als Putzkraft in dem Aquarium bei Marcellus.
Am Schluß haben sich alle drei Fäden miteinander verbunden,

Die Kapitel von Marcellus sind auch Ich-sicht geschrieben; sie sind unterhaltsam und haben mich sehr berührt.
Die Kapitel aus der Sicht von Tova und Cameron sind aus Beobachterebene erzählt.

Der Roman ist ein gut geschriebener Roman mit meist freundlichen Personen und für einen grauen Abend genau das richtige Buch mit Wohlfühl-faktor. Viel Genuß beim Lesen !

Samstag, 6. Januar 2024

Anjali Deshpande : "Mord"

Anjali Deshpande :
"Mord"
original "Hatya"
2019,
Aus dem Hindi übersetzt von Almuth Degner
2023, Draupadi Verlag, Heidelberg
202 Seiten
ISBN 978-3-945191-80-4

Adhirath ist suspendierter Polizist in Chhatarpur, da er einem anderen Polizisten zur Seite stand. Er lebt in einem kleinen Haus mit seiner Ehefrau Puschpa, die aus einer niedrigen Kaste als er kommt aber als Polizistin auf der Karriereleiter ist, deren beider Sohn Varun, und seinen Eltern, die immer an seiner Frau kritisieren.
Als er in der erzwungenen Freizeit einen Kollegen begleitet kommen sie zu der Leiche einer vorerst unbekannten schönen Frau. Adhirath ist der einzige der sich auf die Suche nach dem/den Mörder(n) macht und stößt auf eine Wand von Schweigen aus der eigenen Familie (dort hatte sie Schande gebracht), und im Dorf (keiner wollte offiziell mit dieser Frau mit verschiedenen Namen zu tun haben). Basanti oder Suryabala, hatte ihre Schönheit und Erotik zum Aufstieg in ein besseres Leben nutzen wollen, und war am Schluß unter anderem die Geliebte eines reichen einflußreichen Mannes gewesen.
Adhirath fragt den Ortsvorsitzenden, einen reichen Mann, dessen Frau, deren Verwalter der auch Chauffeur war, bis er wirklich den Mörder herausgefunden hat. Ob dieser wirklich eine Strafe erhalten wird, ist allerdings fraglich.

Die Orte der Handlung sind faszinierend beschrieben. Adhirath und seine Familie leben in einem unfertigen Haus neben einer Baustelle, und in einer lauten Straße. Das Dorf und das Landgut auf dem die Leiche gefunden wurde, sind abgelegen; auf dem Landgut wird viel angebaut an Gemüse und schönen Bäumen. Ganz anders ist die Villa des reichen Ehepaares, die mit viel Platz und schönen Dingen ausgestattet ist.

Die Menschen sind facettenreich geschildert. Die Ermordete wird als sehr schöne Frau geschildert, die nicht wie ihre Familie zufrieden war daß sie aus einer unteren Kaste entstammte. Auch die Frau des Polizisten ist aus einer unteren Kaste, die die ganze Zeit arbeitet und kocht, und zu ihrem Mann hält, allerdings von dessen Eltern nur gehässige Kommentare erhält. Eine weitere starke Frau ist die Ehefrau des reichen Mannes, die großartige Kleidung trägt, freundlich zu Adhirath ist und ihrem Mann und seinem Gehabe eiserne Maske bewahrt.
Adhirath ist beim Auflösen des Mordes konzentriert, sonst hat er aber den Boden unter den Füßen durch die Suspendierung und die drohende Kündigung verloren.

Daß Ärzte für Obduktionen bestochen werden müssen, war ein eigene Szenerie für mich.

Ich hatte einige Probleme beim Merken der Namen und bis ich mich ausgekannt habe, wer wer ist.

In Summe für mich ein starker Kriminalroman, der einiges an Konzentration gefordert hat. Viel Freude beim Lesen !

Leider habe ich keine Biographie der Autorin im Internet gefunden.

Donnerstag, 4. Januar 2024

René Goschinny + Albert Uderzo: "Asterix & Obelix feiern Geburtstag - das Goldene Buch" (Band 34)

René Goschinny + Albert Uderzo: "Asterix & Obelix feiern Geburtstag - das Goldene Buch" (Band 34)
original "L'anniversaire d'Astérix et Obélix - Le livre d'or"
2009, Editions Albert René
aus dem Französischen übersetzt von Klaus Jöken
2009, Egmont Comic Collection
55 Seiten
ISBN 978-3-7704-3338-4

In dem Band werden Asterix & Obelix sowohl als ältere Herren mit Familie zeichnerisch dargestellt, als auch ihre Jugend in der sie ziemlich verweichlicht waren.
Aber eigentlich geht es um große Geburtstage der beiden und wie das Dorf sie feiern möchte. Die Frau des Methusalix möchte Mode entwerfen (die Entwürfe für Obelix sind wirklich lustig und gelungen), 

Die Piraten schicken Glückwünsche, aus Ägypten kommt ein Reiseführer, auch Troubadix bietet Reisen an und initiert "Gallien sucht den Superbarden" (!!!), es gibt Ideen wie man Asterix & Obelix sportlich einbinden kann, der Taubertrank soll schwarze Gedanken vertreiben (diese Gedanken sind als herrlich schwarze Käfer gezeichnet !), auch Filmideen entstehen (Idefix hat auch eine Platte mit Pfotenabdruck!), und gibt einige sehr humorvolle Varianten zu Klassikern der Kunstgeschichte von Delacroix bis ready-mades. Nachdem Cleopatra auch extra angereist ist, gibt es eine am Ende eine große Fete für alle.

Zeichnerisch ist dieser Band für mich ein Vergnügen, denn es gibt immer wieder schwarz-weiße Skizzen, die ein anderes Ende eines Handlungstrangs andeuten und mich zum Lachen brachten. Auch die Varianten der Kunstgeschichte sind gelungen, inkl. böse Kommentare der Dorfbewohner.

Es hat viel Spaß gemacht diesen Band mehr als einmal durchzulesen, durchzublättern und zu genießen.